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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weiterbildung in Teilzeit/Reform der WBO



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Peter_1
29.11.2016, 14:50
...und ich glaube insgesamt habe ich das noch mind. 3 weitere Male deutlich gesagt. Genauso wie ich lange und breit erklärt habe, wie man Weiterbildung verbessern könnte, indem man Arbeit und WB-zeit entflechtet, dass es eben keine Prüfungen zusätzlich zur normalen Arbeitszeit geben sollte, dass Ärzte in WB verpfllcihtend für Lernbllöcke und Kurse freigestellt gehören, dass ich absolut der Meinung bin, dass die Qualität der WB seitens der Weiterbilder überwacht gehört usw, usw...
Manchmal hilft lesen halt nicht, ich sehe es ein, das Thema Prüfungen hat eine Hysterie ausgelöst, dass alles andere irgendwie nicht wahrgenommen wird. Ich bin durch mit dem Thema und habe ehrlich gesagt auch keine Lust hier weiterhin angegangen zu werden, unter bewusstem Ignorieren von Teilen meiner Kommentare.
Die Message ist angekommen.

Solara
29.11.2016, 15:34
Edit: Gelöscht, weil ich mich ja doch ausklinken wollte ;-)

Evil
29.11.2016, 17:01
Auch nach mehrmaligem Lesen finde ich nur in Deinem Ausgangspost eine Vorstellung von dem, was Du eigentlich willst. Danach kommt eher ein "nagelt mich nicht darauf fest, so muss das nicht sein", aber keine recht fassbare Alternative.

Ok, wenn Du Dich von der Prüfungsidee und der Gleichstellung Vollzeit=Teilzeit distanzierst, was schlägst du denn dann jetzt konkret vor? Trennung von Weiterbildung und Arbeit soll wie funktionieren? Vorlesung? Seminare? Ist das dann nicht bloß eine Verlängerung des Studiums?
Ok, konsequenterweise sind Prüfungen dann wieder logisch, da ja auch Teil des Studiums. Aber ob das so gut ist...

Jung, ich will dir nichts. Meiner Ansicht nach krankt unser Ausbildungssystem auch daran, daß die bemoosten Professorenhäupter eine Menge toller theoretischer Idee haben, deren praktische Umsetzbarkeit aber zu spät überprüft wird. Dann werden sie noch durch Macht- und Funktionärspolitik seitens der Ärzteverbände und der Krankenkassen von allen Seiten verdreht, bis dann sowas wie der Masterplan 2020 herauskommt, vor allem das ambulante Pflichtquartal.
Deswegen reite ich so auf der Konkretisierung herum.

Feuerblick
29.11.2016, 21:34
Sorry, Peter, aber wie soll man mit dir diskutieren, wenn du erst was schreibst, es dann doch nicht so meinst und dann auch noch behauptest, man würde dich nur auch zwei Aussagen (mehr haste aber am Anfang gar nicht gemacht) festnageln. Und ja, wir waren ALLE sachlich bis du angefangen hast, irgendwelchen Leuten hier irgendwelche Aussagen zu unterstellen. Ich habe lediglich festgestellt, dass es nicht nur dir wurscht sein kann, wie die WBO geändert wird sondern auch mir. Und ich habe dann noch festgestellt, dass ich es gerne besser machen würde - als es jetzt ist nämlich. Warum du diese allgemeinen Aussagen auf dich beziehst, erschließt sich mir absolut nicht.

Und warum du uns unterstellst, dass das Thema Prüfungen Hysterie auslöst... echt jetzt, das ist so albern, dass man eigentlich nix dazu schreiben sollte. Aber gut, vielleicht verbringst du deine kostbare Freizeit ja gerne mit Lernen und hast Spaß an absolut willkürlich verlaufenden (mündlichen) Prüfungen. Sei dir gegönnt. Die meisten Weiterbildungsassistenten dürften das anders sehen. Und dabei ist es völlig unerheblich, ob man die Leute in Kurse steckt und dann prüft oder ob mans im Rahmen der klinischen Ausbildung tut. Lernen muss man immer und dafür geht Freizeit drauf.
Wobei ich ja durchaus schrieb, dass man auch im Rahmen einer guten Anleitung irgendwann unter den Augen des Weiterbilders eine OP oder sonstwas selbständig durchführt und damit zeigen kann, ob mans drauf hat, oder eben nicht. Aber das würde ich nicht als Prüfung bezeichnen sondern als normalen Bestandteil einer guten Anleitung. Gibts in Ausbildungsberufen ganz oft.

Ernsthaft, so dreht man sich doch nur sinnlos im Kreis. Kein Wunder, dass die WBO immer nur verschlimmbessert wird, wenn jeder seine Befindlichkeiten auslebt. Ich bin raus!

Peter_1
30.11.2016, 12:13
Ich bin raus!
Wenigstens haben wir hier einen Konsens, ich nämlich auch :-D

McBeal
30.11.2016, 14:09
Um mal was Konstruktives beizutragen: ich würde mir wünschen, dass es einfacher wäre, Zeiten höherer Arbeitszeiten auch als solche anrechnen lassennzu können und die WB nicht nur anhand der vertraglichen Arbeitszeit angerechnet zu bekommen. Konkret fände ich es toll, wenn ich, da ich ja meistens zusätzliche Tage gearbeitet und dabei was gelernt habe, die der Arbeitszeit eines Monats entsprechenden Überstunden angesammelt habe, diesen Monat dann angerechnet bekomme. Eine Kollegin hat mal wegen Personslmangels mehrere Monate 75 statt 50% gearbeitet und konnte das auch anhand der Dienstpläne nachweisen, aber die ÄK hat es nicht anerkannt, weil sie laut Vertrag nur 50% gearbeitet hat. Das sollte meiner Meinung nach geändert werden.

Sorry für den wirren Text vom iPhone.

LG
Ally

anignu
30.11.2016, 19:18
Naja, dann sind wir wieder bei der Diskussion "ich arbeite 60h/Woche (150%) obwohl im Vertrag 40h/Woche (100%) steht und daher muss ich schneller Facharzt werden."

Wieso hat die Kollegin sich nicht einen 75%-Vertrag geben lassen?

McBeal
01.12.2016, 07:21
Hat sie dann irgendwann, aber eben nicht sofort, als die Arbeitsbelastung so hochging.

LG
Ally

McBeal
01.12.2016, 07:21
Hat sie dann irgendwann, aber eben nicht sofort, als die Arbeitsbelastung so hochging.

LG
Ally

lala
01.12.2016, 17:22
Aber du hast dann nur 2,5 Jahre Erfahrung - und bist dann Facharzt, vertraust einem Arzt mit so wenig Erfahrung dann gerne deine Familie an?



Sehe ich (als Betroffene ) anders: du vertraust einem FA mit 5 Jahren Erfahrung, der aber in den 5 Jahren nicht von 8-16 Uhr sondern von 8-12 Uhr gearbeitet hat ;-)
Hab meinen 1. FA in Vollzeit gemacht, der 2. FA hängt gerade genau deswegen in den Seilen weil in 50% TZ ewig in die Länge geht, inkl. zwischenzeitlicher Elternzeiten.
Ich für mich kann sagen, dass ich in 4 Jahren 50% arbeiten mindestens so viele Kompetenzen entwickelt habe wie Kollegen die in derselben Zeit 100% gearbeitet haben :-))
In manchen Fächern geht`s vielleicht um Zahlen (OP etc.), in anderen aber nicht und da macht die bloße Zeit nicht unbedingt Kompetenz.
Super Idee daher!

davo
01.12.2016, 18:12
Ich glaube nicht, dass Betroffene da immer eine objektive Sichtweise haben :-p

Evil
01.12.2016, 20:01
Ich für mich kann sagen, dass ich in 4 Jahren 50% arbeiten mindestens so viele Kompetenzen entwickelt habe wie Kollegen die in derselben Zeit 100% gearbeitet haben :-))
In manchen Fächern geht`s vielleicht um Zahlen (OP etc.), in anderen aber nicht und da macht die bloße Zeit nicht unbedingt Kompetenz.
Das nenne ich eine Ansage :-))
Wobei ich da dann doch eine Art Kontrolle erforderlich halte. Du wärest bestimmt begeistert von jährlichen Prüfungen, um Deine Kompetenz zu präsentieren? ;-)

Muriel
01.12.2016, 20:10
In der Klinik habe ich von acht bis zehn Stunden Arbeit an guten Tagen 4h Stunden Patientenkontakt gehabt in der Praxis von fünf Stunden fünf. Briefe schreiben, Betten organisieren, Befunden hinterhertelefonieren etc machte mich nicht wirklich kompetenter in der Patientenversorgung, zählte aber fleißig mit.

abi07
03.12.2016, 12:37
In der Klinik habe ich von acht bis zehn Stunden Arbeit an guten Tagen 4h Stunden Patientenkontakt gehabt in der Praxis von fünf Stunden fünf. Briefe schreiben, Betten organisieren, Befunden hinterhertelefonieren etc machte mich nicht wirklich kompetenter in der Patientenversorgung, zählte aber fleißig mit.
:-top

Ich sehe das auch so - teilweise verbringe ich (Innere, Normalstation) 70-80 % des Tages mit Verwaltungs-/Sekretärinnenaufgaben. Gut, das liegt an verschiedensten Defiziten (z. B. daran, dass unsere Schreibdamen von Rechtschreibung und Grammatik eher wenig Ahnung haben und es bei seltsam angelegter Formatierung oft nochmal 30-45 min dauert, so einen Brief zu überarbeiten und ergänzen).
Ich bin für den Großteil des Tages mit Dingen beschäftigt, für die man ganz sicher nicht Medizin studieren muss. Da wäre mein Ansatzpunkt - mehr Entlastung durch nicht-ärztliches Personal schaffen und diese Zeit wiederum in eine strukturierte Weiterbildung investieren.

Brutus
03.12.2016, 16:38
In der Klinik habe ich von acht bis zehn Stunden Arbeit an guten Tagen 4h Stunden Patientenkontakt gehabt in der Praxis von fünf Stunden fünf. Briefe schreiben, Betten organisieren, Befunden hinterhertelefonieren etc machte mich nicht wirklich kompetenter in der Patientenversorgung, zählte aber fleißig mit.
Hmm. Ich arbeite 8-9 Stunden am Tag und man höre und staune: ich habe 8-9 Stunden Patientenkontakt. Gut, kommunikativ sind die maximal 15-30 Minuten am Tag, aber egal. ;-)

Zum Thema: das war ein Vortrag auf dem DIVI in Hamburg. Die Musterweiterbildungsordnung wird wohl derzeit bearbeitet und man will durchaus Kernkompetenzen mit einfließen lassen. Das Problem ist, dass man dies erstmal "entwickeln" muss. Von den Zeiten will man anscheinend nicht gänzlich weg. Aber die Kompetenzen sollen im Logbuch nachgewiesen werden.
Man darf gespannt bleiben...

Brutus
03.12.2016, 16:38
In der Klinik habe ich von acht bis zehn Stunden Arbeit an guten Tagen 4h Stunden Patientenkontakt gehabt in der Praxis von fünf Stunden fünf. Briefe schreiben, Betten organisieren, Befunden hinterhertelefonieren etc machte mich nicht wirklich kompetenter in der Patientenversorgung, zählte aber fleißig mit.
Hmm. Ich arbeite 8-9 Stunden am Tag und man höre und staune: ich habe 8-9 Stunden Patientenkontakt. Gut, kommunikativ sind die maximal 15-30 Minuten am Tag, aber egal. ;-)

Zum Thema: das war ein Vortrag auf dem DIVI in Hamburg. Die Musterweiterbildungsordnung wird wohl derzeit bearbeitet und man will durchaus Kernkompetenzen mit einfließen lassen. Das Problem ist, dass man dies erstmal "entwickeln" muss. Von den Zeiten will man anscheinend nicht gänzlich weg. Aber die Kompetenzen sollen im Logbuch nachgewiesen werden.
Man darf gespannt bleiben...

Muriel
03.12.2016, 21:06
In der klassischen Anästhesie (Intensiv ist ja noch mal was Anderes), arbeitet man ja nun mal auch gänzlich anders als in den meisten anderen Fächern, zu denen der "Verwaltungsjob" anscheinend dazugehört, zumindest vielerorts.

WackenDoc
03.12.2016, 21:40
Der Verwaltungsjobanteil wird aber doch nicht überproportional weniger, wenn man in Teilzeit arbeitet. Oder die Vollzeitkräfte müssten die Arbeit dann mitübernehmen, was ihren Job dann noch unattraktiver macht.

Muriel
04.12.2016, 07:18
Ich redete von meiner Stelle, wo ich in der Praxis in Teilzeit absolut nichts damit am Hut habe. Und da habe ich mich persönlich in dieser konkreten Situation sehr geärgert, dass mir das so nicht anerkannt wurde. Dass so etwas selbstverständlich nicht in Verordnungen etc zu formulieren ist, ist mir absolut klar. Im Vergleich meiner beiden Stellen kann ich jedenfalls sagen, dass der Lernfaktor und der Erfahrungsschatz bei bei einem Jahr Vollzieht Klinik einem Jahr Teilzeit Praxis deutlich unterlegen war.

Feuerblick
04.12.2016, 09:14
Womit wir aber wieder bei meiner Forderung wären, dass man die Weiterbildung selbst verbessern muss. Wenn du in der Klinik einen 50%-Job gehabt hättest, hättest du mindestens die Hälfte der Zeit auch Administratives machen müssen und somit wieder nur die Hälfte vom Vollzeitjob gelernt.
Wobei ich sagen muss, dass ich gerade in der Augenheilkunde sicher maximal eine bis eineinhalb Stunden am Tag mit Arztbriefen und Untersuchungsanforderungen beschäftigt war. Und ganz sicher auch nicht jeden Tag...

Was die Sache mit den Kompetenzen angeht, sehe ich das sehr kritisch. Die sogenannten "Kompetenzen", die heute im Logbuch angegeben werden... mal ehrlich... in vielen Fällen und Fächern dürften diese Zahlen so nicht stimmen, teilweise komplett gelogen sein und überprüft wird das auch nicht. Wie will man dafür sorgen, dass die angegebenen Kompetenzen denn wirklich vorhanden sind? Egal nach welcher Ausbildungszeit? Da wird dem Assistenten nach drei Jahren was bescheinigt, weil ein OA fehlt oder weil der irgendwo ein lukratives Niederlassungsangebot hat. Gemacht hat er all das vielleicht aber nicht mal im Ansatz. Meiner Ansicht nach wird das das Problem schlecht ausgebildeter Assistenzärzte weiter verschärfen - es sei denn, die Weiterbildungsstätten würden endlich mal überprüft! :-meinung