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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Neulich beim Urologen ... die urologische Sitzgruppe



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Hoppla-Daisy
22.03.2018, 17:15
YEAH! Sehr geil! Ich wünsch dir ganz viel Spaß und viel Erfolg.... und ne Stelle :-))

Ich werde morgen im Rahmen des Journal Clubs eine Studie vorstellen. So weit so gut, nix Besonderes Aaaaber: Die Studie wurde im British Journal of Urology veröffentlicht und der Artikel ist natürlich auf englisch. Auch kein Problem, auch nix Besonderes. Nun hab ich die Folien aber auch auf englisch gemacht, weil es mir irgendwie doof vorkam, die auf deutsch zusammen zu stellen. Irgendwie kamen mein Chef und ich heute über den JC ins Gespräch, und irgendwie lief es dann darauf hinaus, dass es ja auch denkbar wäre, dass ich den Vortrag auf englisch halte. Mein Chef meinte, er fänd's gut und wär für sowas immer zu haben.

Vor ein paar Tagen hat er in der Frühbesprechung noch gesagt, dass er es auch sehr gut finden und es begrüßen würde, wenn ein Assistent aus unserer Runde auch mal auf dem EAU-Kongress (der im nächsten Jahr in Barcelona stattfinden wird) präsentieren würde.

Nun werd ich morgen den Vortrag auf englisch halten :-oopss. Irgendwie freu ich mich ja schon, aber irgendwie bin ich auch total nervös :-)). Am Ende heißt es noch "sehr fein, Frau Ente, dann dürfen Sie nächstes Jahr auch auf der EAU was präsentieren :-oopss. DAS fänd ich dann schon sehr heftig!

Hoppla-Daisy
22.03.2018, 17:25
Haha, erinnert mich an die Führerin im Heart of CT :-)):-)):-))
Häh? Wieso? Erzähl :-))

Meuli
22.03.2018, 20:00
Na an die Frage ob du Neurology oder Urology machst :-)) Das obenrum oder untenrum :-))

Hoppla-Daisy
22.03.2018, 20:35
Ach jaaaaaaaaaaa!!! Die war echt cool :-))

][truba][
27.03.2018, 20:51
Also, meine Hospitation war nicht so umwerfend.

Das Team, wie bei Urologen (fast) üblich, sehr nett und sympathisch. Auch der Chef.
Aber da gab es so viele Punkte die dagegen sprechen, dass das wohl nix wird.

Aber nun gut, weiter suchen.

jinkxed
01.04.2018, 15:16
Hey, ich werde mit großer Sicherheit auch Urologe :P Also hallo in die Runde :D

Hoppla-Daisy
01.04.2018, 21:46
Sehr fein! Wer hat dich angefixt? Und vor allem, wie?

jinkxed
03.04.2018, 19:06
Vor dem 9. Semester (da hatten wir Uro als Prüfung) hab ich immer kategorisch gesagt, ''ih bitte kein Gyn, kein Uro, sonst ist alles offen für den FA später''. Dann hab ich mich mal hingesetzt und für Uro gelernt und fand das einfach..genial? Es hat absolut nix mit ''ih Penisse'' zu tun, die Patienten sind echt super dankbar und angenehm, man hat größtenteils Männer, aber auch Frauen als Patienten, das Fach ist wirklich seeehr übersichtlich, der Facharzt soll gut in 5 Jahren zu schaffen sein (Kannst du das bestätigen liebe Hoppla-Daisy?)
Dann hab ichs im PJ gemacht, fand das echt gut. Da hatte ich eine Oberärztin, in die ich (rein fachlich natürlich :D) ziemlich verschossen war, weil sie so gut war. Ich wollte eigentlich immer Chirurg werden, aber es wird jetzt ganz sicher die Urologie, allein die Work-Life-Balance ist ja sogar existent in diesem Fach. Das Einzige was mich ärgert ist, dass alle Urologen vehement abgesagt haben für ne Doktorarbeit nächstes Jahr, weil sie alle schon ''vergeben'' waren und ich jetzt was in der plastischen habe. Aber so ist es nun mal. PS: Die Urologen sollen laut einer Studie doch die glücklichsten Ärzte sein?? :-)

Hoppla-Daisy
03.04.2018, 19:30
Lach, im Prinzip bin ich schon total glücklich mit Urologie, keine Frage! Aber es steht und fällt ja auch mit der Abteilung ;-). Wobei ich sagen muss, dass die meisten Teams echt super entspannt sind. Wir haben zwar wenig Kollegen derzeit, aber die (viele) Arbeit macht (meistens zumindest) trotzdem Spaß. Nicht zuletzt - wie du schon bemerktest - weil die Patienten in der Regel echt total dankbar sind. Man kann vieles mit relativ einfachen Mitteln (ner klitzekleinen OP beheben), was erheblich zur Lebensqualität beiträgt. Sei es nun, dass das Pinkeln wieder klappt oder Schmerzen mit Katheter- oder DJ-Einlage zacki-zacki weg sind. Allein das macht urologische Patienten schon zu schnell zufrieden zu machenden Zeitgenossen.

Und ja, der Facharzt ist locker nach fünf Jahren zu schaffen. Natürlich macht man sich IMMER nen Kopp, ob man das schafft. Aber ich hab bisher nur einen meiner Kollegen erlebt, der die FA-Prüfung nicht geschafft hat. Und das war ganz einwandfrei ne Sprachbarriere (er hatte für des Prüfers Gusto schlicht zu lange überlegt, bevor er einen guten Satz rausgehauen hat. Man legte ihm das als Unsicherheit aus..... ).

Mir fällt gerade auf, dass ich mal wieder Abkürzungen erläutern müsste ;-) .... mach ich am Wochenende.

Hoppla-Daisy
03.04.2018, 19:30
[truba][;2045054']Also, meine Hospitation war nicht so umwerfend.

Das Team, wie bei Urologen (fast) üblich, sehr nett und sympathisch. Auch der Chef.
Aber da gab es so viele Punkte die dagegen sprechen, dass das wohl nix wird.

Aber nun gut, weiter suchen.
Komm doch in den Westen :-D

Hoppla-Daisy
06.04.2018, 11:14
So, frei nach Dienst, ich warte auf meine Tochter, damit wir bei der Glamour Shopping Week zuschlagen können. Da kann ich die Zeit ja mal sinnvoll nutzen (als ob ich das bei der Shopping Week NICHT täte :-))) und mal wieder ein wenig im Aküfi-Dschungel stöbern und aufklären.

Wenden wir uns heute mal dem oberen Harntrakt zu. Hihi, manchmal komm ich mir hier vor wie bei der Sendung mit der Maus. "Kennste nicht? Erklär ich dir. Ist ganz einfach"

Also, es kommt ein Patient zu euch mit ganz fürchterlichen kolikartigen Schmerzen, klagt eventuell sogar über eine Dysurie, Druckgefühl im Unterbauch oder eben Schmerzen im Nierenlager, die unter Umständen ins Abdomen ziehen. Im Urin weist ihr eine Mikrohämaturie nach, ggf. sogar Infektzeichen. Wenn ihr nun noch im Sono eine HSTN (remember: Harnstauungsniere) seht, habt ihr schon den V. a. ein Steingeschehen. Viele Patienten klagen auch über Übelkeit und Erbrechen. Manche kotzen euch auch schlicht die Hütte voll ;-). Männer klagen nicht selten auch über Schmerzen in der Leiste oder im Genital ("die Schmerzen ziehen bis in die Eichel und den Hoden!"), Frauen erzählen unter Umständen auch mal über Schmerzen in den Labien. Die Lokalisation der Schmerzen gibt auch immer einen (möglichen!) Hinweis auf die Lokalisation. Viele Patienten fragen, wieso die Niere denn gestaut sei. "Das ist einfache Küchenphysik. Ist der Abfluss unten verstopft, gluckert es nach oben". Das verstehen sie alle, auch die schlichteren Gemüter :-)).

Frauen, die spontan Kinder geboren haben, sagen einem meist: "Ich hab echt das Gefühl, ich würde nochmal ein Kind bekommen!"
Männer, denen ich sage, dass der Schmerz Geburtswehen sehr, sehr ähnlich sei, werden meist noch ne Spur blasser und bekunden, ihrer Frau demnächst mehr Respekt entgegen zu bringen :-)). Was Schmerz doch nicht alles vermag.....

Wichtig ist nun: Hat der Patient Fieber? Wie ist das Kreatinin im Serum? Falls jetzt auch noch die Infektparameter erhöht sind, besteht dringender Handlungsbedarf. Doch dazu später mehr.

Als Urologe ist die Bildgebung dein Freund. Also, ab mit dem Patienten ins CT-Abdomen nativ (low dose). Zack-zack hat man die Diagnose, findet auch nicht selten noch weitere Kalzifikationen in den Nieren, die in den Papillen auf ihre "Geburt" warten. Je nachdem, wo das Steinchen sitzt, ist das weitere Vorgehen erstens abhängig von der Größe, aber auch von weiteren Faktoren wie den Infektparametern bzw. dem Kreatinin abhängig.

Gehen wir jetzt mal von einem Steinchen im distalen Harnleiter aus (sagen wir mal, 3,5 mm). Da gibt es Spasmoanalgesie, Tamsulosin 0,4 mg (1-0-0, off-label use), Voltaren resinat (1-0-1) und Pantozölchen (1-0-0). Warum? Tamsulosin sorgt für eine Relaxation der unteren Harnwege, Voltaren wirkt abschwellend auf den gereizten Harnleiter. Wir haben es ja nicht mit rundgeschliffenen Kieseln, sondern mit zackigen Gesellen zu tun. Dazu gibt es noch Bedarfsmedikation in Form von Kurzinfusionen: Novalgin 1 g mit Buscopan 16,37 mg, Dipidolor 7,5 mg, Vomex 62 mg/10 ml. Letzteres auch mal gerne als Suppositorien. Mit zusätzlichen Infusionen bin ich übrigens (wie viele meiner Kollegen auch) sehr zurückhaltend, da es durch die zusätzliche Diurese zu verstärkten Koliken kommen kann und ggf. auch zu einer Fornixruptur. Will man nicht haben ;-). Ansonsten gilt das Motto: "Saufen und Laufen".

Sitzen Steinchen im mittleren oder proximalen Harnleiter, KANN man zuwarten, aber die Chance, dass das Konkrement von selbst abgeht, ist erstmal als eher gering einzuschätzen. Hängt natürlich auch von der Größe ab ;-). Meiner Erfahrung nach sind die kleinen Krümelchen, die im Harnleiter sitzen und sich so peu à peu nach distal bewegen, die gemeinen Gesellen, die einen vor Schmerzen bald Amok laufen lassen. Die "dicken Dinger" können das zwar auch, aber häufig bin ich überrascht, wie wenig symptomatisch die Patienten sind, wenn ich einen Blick auf das CT werfe und da einen richtigen Klunker erblicke.

Jetzt geht es ans Eingemachte. DJ-Katheter, auch Harnleiterstent, DJ-Schiene, Harnleiterschiene, Ureterschiene genannt. Letztlich aber alles das gleiche. Wir legen DJ-Katheter übrigens grundsätzlich in einer kurzen Narkose ein, im Rahmen eines RP (= retrogrades Ureteropyelogramm, retrograde Darstellung oder kurz Retro). Alles andere finde ich auch nicht vertretbar. Ich erkläre den Patienten immer, dass es von der Funktion her eine Art Strohhalm ist, durch ein Stein in eine Art Parkposition gedrückt wird, der Urin ungehindert abfließen kann und die Koliken, die durch die Peristaltik des Harnleiters gegen das Hindernis hervorgerufen werden, aufhören. Das finden schon mal alle Patienten gut :-D. Ich habe immer einen DJ-Katheter in meiner Kitteltasche, den ich zeigen kann: "von der Konsistenz her müssen Sie sich das vorstellen wie einen weichgekochten Spaghetti". Wichtig ist, dass man den Patienten sagt, dass es in der Niere bei Miktion kurzzeitig ordentlich schmerzen kann, weil bei Miktion durch die offene Verbindung zur Niere Urin hochgedrückt werden kann und man das als Anprall merkt. Zusätzlich kann es sein, dass der Urin leicht blutig ist und man häufiger zur Toilette muss. Ist halt ein Reiz, der Harndrang auslösen kann.

In einer zweiten Sitzung dann geht es an die endoskopische Steinsanierung mittels URS (= Ureterorenoskopie mit Steinextraktion, ggf. auch mit Laserdesintegration,, manchmal auch ULP = Ureterolitholapaxie genannt). Oder aber man macht erst eine ESWL, eine extrakorporale Stoßwellenlithotripsie. Radiologisch oder sonographisch gesteuert. Bei größeren Nierensteinen, die als nicht spontan abgangsfähig eingestuft werden, macht man dann ne PNL, Mini-PNL (bis 2,5 cm) oder Mikro-PNL. PNL steht für perkutane Nephrolitholapaxie, also Steinsanierung direkt über eine Punktion der Niere von außen.

Später mehr, muss jetzt eben shoppen gehen :-))

Feuerblick
06.04.2018, 11:49
Hah! Das hätte ich jetzt auch alles zusammenbekommen. Musste mich ja letzten Sommer diesbezüglich belesen und urologisch beraten lassen ;-)
Die Spaghetti war hier allerdings recht unbeliebt und man war froh, als das Dingen raus war... oder besser, DIE Dinger... eine Harnstauungsniere nebst Stein kommt ja nicht unbedingt allein ;-)

Hoppla-Daisy
06.04.2018, 12:02
Hah! Das hätte ich jetzt auch alles zusammenbekommen. Musste mich ja letzten Sommer diesbezüglich belesen und urologisch beraten lassen ;-)
Die Spaghetti war hier allerdings recht unbeliebt und man war froh, als das Dingen raus war... oder besser, DIE Dinger... eine Harnstauungsniere nebst Stein kommt ja nicht unbedingt allein ;-)
Hihi, wer dich da wohl beraten hat ;-)

Feuerblick
06.04.2018, 12:04
Unter anderem so ne WC-Ente...

jinkxed
21.04.2018, 09:52
Ich vermisse die Uro.. :heul:

jinkxed
04.05.2018, 22:15
Hat jemand von euch Geheimtipps für gute Weiterbildungen am Standort NRW (vorzugsweise Umkreis von 100 km um Düsseldorf herum)? Gerne auch per PN. Ich würd ganz gern ab Februar nächsten Jahres anfangen mit der Arbeit, muss mir dann so ganz langsam Gedanken um Häuser machen :D

Cliff100
05.05.2018, 15:43
Daran wäre ich auch interessiert!

dmtec
07.05.2018, 09:08
nun die große Umfrage: DJ-schieneneinlage ohne Narkose oder mit? Habe in einer Klinik angefangen wo jede Oma das volle Programm mit TIVA bekam. Anschließend bei der zweiten Stelle dann auch Männer mit ner 1g NVS Kurzinfusion das Ding lag. Und nein, der Patient hat sich nicht beschwert ;)

][truba][
11.06.2018, 09:06
Heute wieder einen Patienten mit Ureterolithiasis aufgenommen.
4mm Konkrement. Seit Sonntag 0.30 bei den Internisten in der ZNA und dann letztlich von uns aufgenommen.
Hatte immer wieder massive Koliken.

Alos, dann 3 x 1g Novamin und Buscopan und bei Kolik Dolantin.
Zusätzlich hab ich ihm Tamsulosin gegeben weil das Ding irgendwie an der Ilicalkreuzung hing.

Was hätte ich noch so optimieren können?
Die ACH OA sind an dem Krankheitsbild eher uninteressiert ;-)

Muriel
11.06.2018, 10:34
Was hätte ich noch so optimieren können?
Dem Patienten sagen, dass er bei anstehenden Cat-OP das Tamsulosin dem Operateur mitteilt (oder das Dreckszeug aus ophthalmologischer Sicht heraus gleich weglassen :-D)