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Chirurgie in Ungarn

Ein Famulaturbericht aus Budapes

Daniel Eberst, Martin Braun, Pascal Gossen

Die zweite Woche: Mehr als Hakenhalten in der Chirurgie

Die zweite Woche verbrachten wir an einer Klinik für Gefässchirurgie. Auch hier erstaunte uns der Eifer der Ärzte. Gleich am ersten Tag wurden wir von dem Professor, der ausgesprochen gut deutsch spricht und, wie wir später erfuhren, Kontakte bis nach Düsseldorf zu unserem ebenfalls renommierten Professor der Gefässchirurgie hatte, bei der Visite freundlich begrüsst und im Anschluss ein wenig ausgefragt, woher wir denn genau kämen und was wir uns an praktischen Tätigkeiten so vorstellten. Sogleich wurden wir einem Assistenzarzt zugeteilt, der mit uns die etwas schwierigeren Fälle, die bei der Visite zur Sprache kamen, nochmals ausführlicher und natürlich auf englisch besprach (bei der Visite konnten wir also nur bedingt sprachlich folgen, es war aber dennoch interessant, das einmal mitzuerleben).

Gelauscht (Foren)

Am ersten Tag durften wir dann außerdem noch bei einigen Angiographien zusehen und auch einmal, wenn es darum ging, eine Arterie abzudrücken, Hand anlegen. Die anwesenden Radiologen erklärten uns auch sehr viel, und wir waren erstaunt über die hochmodernen Geräte, die wir dort vorfanden. Am nächsten Morgen wurden wir nach der morgendlichen Visite vom Professor der ganzen Gruppe in der Frühbesprechung (ca. 40 Ärzte) vorgestellt, so dass uns nun jeder kannte und uns immer offenherzig begrüßte. Im Anschluss ging es in den OP, wo wir bereits auf den OP-Plänen mit eingeteilt waren und rege assistieren durften. Dabei handelte es sich nicht nur um das Hakenhalten, es durfte teilweise auch genäht und anderes mehr gemacht werden. Gerne und ausführlich wurden uns die verschiedensten Schritte während der OP erläutert, und auf Fragen wurde stets freundlich geantwortet.
Fazit: Praktische Ausbildung, Hilfsbereitschaft und hohes fachliches Niveau
Im allgemeinen können wir nur nochmals betonen, dass wir immer sehr herzlich und freundschaftlich vom Pförtner über die Büfett-Verkäuferin bis hin zum Pflegepersonal und den Ärzten und Professoren aufgenommen wurden und sich scheinbar jeder über unsere Anwesenheit freute oder uns nie das Gefühl vermittelt wurde, dass wir stören oder eine Belastung darstellen.
Fachlich wird dort in den einzelnen Abteilungen teilweise ein sehr hohes Niveau erreicht und vor allem die praktische Ausbildung der jungen Mediziner wird gefördert. Auch die Prüfungen im klinischen Teil des Studiums in Ungarn sind mehr praktisch orientiert und alle werden mündlich abgehalten. Alles in allem hatten wir eine sehr schöne Zeit in der Donaumetropole Budapest und können jedem eine Famulatur in dieser kulturell anspruchsvollen Stadt nur empfehlen.
Daniel Eberst, Martin Braun, Pascal Gossen
(8.Semester, HHU Düsseldorf)
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