Wo und wann darf ich arbeiten?
In der Theorie ist der Abteilungsleiter, meist der Oberarzt bzw. die Oberärztin, für die PJler zuständig. Diese dürfen die Aufgabe jedoch wieder an andere Ärzte delegieren. Die Regelung dürfte von Klinik zu Klinik bzw. zwischen den Stationen variieren. Sollte es während des Praktischen Jahres zu ernsthaften Problemen kommen, sollte man sich an den PJ-Beauftragten wenden, der für jedes Fachgebiet benannt wird. Im Zweifelsfalle hilft auch das Studiendekanat bei der Benennung der Ansprechpartner.
Die Ausbildung sollte sowohl auf den Normalstationen als auch auf den Intensivstationen und in der Rettungsstelle stattfinden. Laut Approbationsordnung ist auch nichts gegen die Teilnahme an Bereitschaftsdiensten oder Nachtdiensten einzuwenden. An den meisten Kliniken ist es jedoch Praxis, dass die Studenten Montag bis Freitag während der "Normalschicht" auf den Stationen anwesend sind. Auch an das Ableisten von Überstunden kann man sich im PJ schon einmal gewöhnen. Ilka berichtet dazu: "Normalerweise habe ich morgens um 7.30 Uhr angefangen zu arbeiten -abends konnte ich meist gegen 16.00 Uhr gehen. Es kam auch den einen oder anderen Tag einmal vor, dass ich erst um 18.00 Uhr die Station verlassen habe."
Rein theoretisch stehen einem während der drei Trimester im Durchschnitt 1,5 Stunden pro Tag zum Selbststudium zur Verfügung, die auch gesammelt als Studientag genommen werden können. In der Realität ist es jedoch meistens so, dass diese fakultative Regelung für den Grossteil der Studenten nicht zur Anwendung kommt.
Ausbildung im PJ
Während des Praktischen Jahres finden in regelmässigen Abständen Lehrveranstaltungen für Studenten statt, die entweder für alle Studenten eines Jahrganges oder für die Studenten eines Trimesters (z.B. Chirurgie) durchgeführt werden. Zu den Veranstaltungen für alle PJler eines Jahrganges gehört z.B. die "Arzneimitteltherapeutische Konferenz", die für alle Studenten obligat ist.
Desweiteren ist man als Student im Praktischen Jahr gern gesehener Gast auf ärztlichen Fortbildungen und Kongressen. Man wird normalerweise für solche Veranstaltungen ohne Probleme freigestellt. So besuchte Ilka u.a. während des PJs mehrere gastroenterologische Fortbildungen, ein Symposium für Neonatologie und nicht zu vergesssen den Via medici Kongress. Die Veranstaltungen sind im überwiegenden Teil kostenfrei. Darüber hinaus lohnt sich der Besuch meist schon wegen der guten Verpflegung :-)).