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Die verschiedenen Recherchemöglichkeiten

Kapitel 1: Literaturbeschaffung

Redaktion (MEDI-LEARN)

Internetsuche

Quelle: istockphoto

Andere Literaturquellen

Oftmals erscheinen Arbeiten zu einem neuen Thema, bevor ein entsprechendes Schlagwort vergeben wird. So wurde beispielsweise die perkutane transluminale Angioplastie (PTA) in über 1.000 Arbeiten beschrieben, bevor dieses Schlagwort in den MeSH-Katalog aufgenommen wurde. Diese Arbeiten entgehen einem bei einer Schlagwortsuche, da keine nachträgliche Anpassung erfolgt. In so einem Fall kann nur die Freitextsuche Abhilfe schaffen.

Im Index Medicus werden keine Abstracts aufgelistet. Deswegen ist es nicht möglich, die gefundenen Arbeiten auf ihre Relevanz zu überprüfen. Aus dem gleichen Grund ist auch nur eine Schlagwortsuche und keine Freitextsuche möglich. Mit der Freitextsuche kann man nach Begriffen suchen, die keine Schlagwörter sind, sondern irgendwo im Abstract oder Titel vorkommen.


Current Contents

Dieses aktuellste Literaturverzeichnis wird wöchentlich vom Institute for Scientific Information (ISI), Philadelphia, USA, herausgegeben. Publikationen werden hier nach maximal zwei Wochen aufgeführt. Der Current Contents gliedert sich in sieben Serien. Die für den Mediziner interessanten sind CC/Life Sciences mit ca. 1.200 gelisteten Fachzeitschriften und ein Auszug hieraus, der CC/Clinical Medicine. Nach vier Monaten werden die Zitate im Triannual Cumulative Journal Index zusammengefasst. Ähnlich wie im Index Medicus gibt es ein Schlagwort- und ein Autorenverzeichnis. Letzteres liefert die genaue Autorenanschrift, was die Anforderung von Sonderdrucken erleichtert.

Die Suchmethode mit dem Science Citation Index (SCI) unterscheidet sich grundsätzlich von den anderen. Er erfasst ca. 2.400 Zeitschriften. Die Zitate werden drei bis sechs Monate nach dem Erscheinen aufgenommen. Der SCI besteht aus vier Teilen.

Im zentralen Teil, dem sog. Citation Index findet man ausgehend von einer Arbeit die Publikationen, die diese Arbeit zitieren. Hierdurch werden jüngere Arbeiten zum selben Thema gefunden. Bei einer inkompletten Literaturangabe kann man die anderen Bestandteile des SCI verwenden. Sie erlauben die Suche ausgehend von Schlagwörtern (Permuterm Subject Index), Autoren (Source Index) oder Instituten bzw. Organisationen (Corporate Index).


Referateblätter

Die Referateblätter enthalten außer den vollständigen Literaturangaben immer einen Abstract. Sie erscheinen zu verschiedenen Fachrichtungen.

Excerpta medica aus Amsterdam referiert Arbeiten aus 42 verschiedenen Fachgebieten. Die monatlich erscheinenden Hefte ent- halten auch Kongressberichte; die Erfassung erfolgt drei bis zehn Monate nach Erscheinen. Zwei wichtige Indizes sind der „Drug Literature Index" und die „Adverse Reaction Titles". Dieses Referateblattsystem ist auch als EMBASE PLUS für die Suche mit dem Computer verfügbar.

Die Zentralblätter gibt es zu 15 Fachbereichen der Medizin. Die Hefte erscheinen mehrmals im Jahr. Die Publikationen werden sechs bis zwölf Monate nach ihrem Erscheinen erfasst.

Der Springer-Verlag bietet mit Medizin-Profile einen Informationsdienst mit Referaten zu bestimmten Themenbereichen wie z.B. AIDS. 

Nicht zu unterschätzen sind die kostenlosen Literaturdienste der Pharmaunternehmen. Dabei handelt es sich teilweise um sehr gut durchgeführte Literaturrecherchen, die keineswegs nur pharmakologische Fragestellungen betreffen.

Im Archiv des Bundespresseamts werden alle wichtigen Tageszeitungen Deutschlands ausgewertet.

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