Gelauscht (Foren)
Nun ein kleiner Einblick in das eigentliche Berufsbild Arzt: Nach sechs Jahren Studium beginnt die Arbeit im Krankenhaus. Jeder Mediziner, der eine Tätigkeit im weißen Kittel, sprich am Patienten anstrebt, ist zunächst im Krankenhaus tätig. Ein besonderes Arbeitsfeld, über das man sich vor der Entscheidung zum Medizinstudium klar werden sollte. In der Regel verbringt man mindestens fünf Jahre in der Klinik, denn so lange dauert die Ausbildung zum Facharzt, die
Voraussetzung für eine Tätigkeit in einer niedergelassenen Praxis (z.B. Hausarzt) ist. Viele Ärzte arbeiten hier jedoch wesentlich länger, nicht wenige bleiben hier bis zum Ende ihrer Berufszeit.
Dem Arzt obliegt die Sorge für die Gesundheit seiner Patienten. Er führt Untersuchungen durch, erhebt Befunde, ordnet gegebenenfalls weitere Untersuchungen an und stellt die Diagnose. Aus dieser heraus ermittelt er die Therapie, die er selbst durchführt oder bei deren Durchführung er sich von seinen Assistenten (Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger, Arzthelfer etc.) unterstützen lässt.
Als Arzt arbeitet man sehr viel und sehr eng mit den Patienten zusammen. Man begleitet sie durch die Krankheit, freut sich mit ihnen, wenn eine Therapie Erfolg zeigt, muss aber auch lernen, schlechte Nachrichten überbringen zu können.
Nach der Tätigkeit im Krankenhaus kann man als Arzt auch in einer niedergelassenen Praxis arbeiten. Im Rettungsdienst kann man parallel zur klinischen Arbeit tätig sein. Ebenso kann nach dem Medizinstudium in der Forschung, in der Pharmaindustrie, in der Fachpresse oder als Medizininformatiker gearbeitet werden.

In den Krankenhäusern wird häufig im Schichtbetrieb gearbeitet. Laut Arbeitsvertrag haben die meisten Ärzte eine Arbeitszeit von morgens um 7.00 Uhr bis ca. 16.30 Uhr (die Zeiten variieren von Haus zu Haus). In der Realität jedoch bleibt der Arzt meistens länger im Krankenhaus, da die Arbeit in dieser Zeit nicht zu schaffen ist und entsprechende, oftmals unbezahlte Überstunden von den Vorgesetzten erwartet werden.
Neben den eigentlichen Schichten sind Ärzte auch für Not- und Bereitschaftsdienste eingeteilt, beispielsweise nachts oder am Wochenende. Trotz vorhandener gesetzlicher Regelungen ist es z.Zt. leider immer noch an vielen Kliniken so, dass die Schichtdienste neben der eigentlichen Arbeitszeit durchgeführt werden. Deshalb kann es durchaus einmal vorkommen, dass ein Arzt 24 Stunden (in manchen Fällen sogar 36 Stunden) am Stück in der Klinik ist! Bedenkt man, dass die Wochenarbeitszeit laut neu geregeltem Arbeitszeitgesetz von 2004 maximal 48 Stunden betragen darf, wird die Schieflage zwischen Gesetz und Praxis nur allzu deutlich.
Es lässt sich jedoch prognostizieren, dass die Anzahl der Krankenhäuser, an denen man derartig extreme Arbeitszeiten findet, immer geringer wird und dass zu erwarten ist, dass sich die Arbeitszeiten normalisieren werden. Wann dies jedoch so weit sein wird, steht in den Sternen.
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In der Klinik herrscht eine strenge Hierarchie. Unten stehen die jungen Ärzte, die gerade ihr Medizinstudium abgeschlossen und ihre Approbation erlangt haben. Darüber folgen die Assistenzärzte, die bereits länger in der Klinik tätig sind und weitgehend selbständig arbeiten. Diejenigen Assistenzärzte, die schon den Grad des Facharztes erreicht haben, stehen noch ein Stück darüber. Oberärzte und Chefärzte bilden die Spitze der Pyramide.
Gerade in großen Krankenhäusern sind die hierarchischen Strukturen stark ausgeprägt, was je nach Charakter zu Problemen führen kann und „Ellenbogen spüren“ lässt. In kleineren Häusern „kennt man sich“, die Hierarchien sind flacher. Im Grunde ist es also so wie in jedem Unternehmen. Manch einer bevorzugt übersichtliche, „mittelständische“ Strukturen, andere kommen besser in einem großen Betrieb zurecht. Hier entscheidet die persönliche Vorliebe!