Gerade nach dem PJ dürften die Fragen nicht allzugroße Schwierigkeiten bereiten
"Insgesamt war der Test tatsächlich realitätsnäher und praxisbezogener als die üblichen IMPP-Fragen. Ich denke, dass nach dem PJ zumindest die Fragen in Chirurgie und Innere Medizin gut zu beantworten sind, da man dann(hoffentlich) keine Probleme mit dem Auswerten von EKGs und dem Erkennen der häufigsten Herzerkrankungen haben wird. Die Zeit war auch völlig ausreichend, auch wenn man man am Ende sich sehr konzentrieren mßte, da die getrennten Fälle sich lange hinzogen. Man mußte sich z.B. seine eigenen Gedankenkonstrukte zum Fall immer wieder ins Gedächtnis rufen und sich an die Befunde, die man ja schon mit den ersten Heften abgegeben hatte, wieder erinnern. Das erforderte sehr viel Konzentration (zumindest die Befunde sollte man behalten dürfen, der Arzt hat sie ja später auch).
Bei manchen Fällen war es schwierig, sich sofort auf die wahrscheinlichste Diagnose festzulegen. Ich denke, auch in der Realität sollte man immer in alle wichtigen Richtungen denken (und ggf. diagnostizieren) können. Gerade bei den getrennten Fällen war oft bis zuletzt nicht 100%klar, was der Patiet nun hat, man mußte aber immer unter einer Verdachtsdiagnose arbeiten,obwohl einem nicht die klassischen Symptome dafür genannt wurden. Dies fand ich schon ziemich schwierig.
Ansonsten waren die Fragen durchaus gut zu beantworten und dürften gerade nach dem PJ nicht allzugroße Schwierigkeiten bereiten."
Weiterhin mit der schwarzen Reihe lernen
"Wir sind extra von Hannover nach Göttingen gefahren, um an diesem Pretest teilzunehmen. Ich fand es einfach spannend zu sehen, wie die Studis nach uns geprüft werden. Außerdem fand ich es auch interessant wie gut ich mit dem jetzigen Wissensstand zwei Monate vor dem 2. Staatsexamen abschneiden würde.
In Göttingen wurden wir in einem sehr unbequemen Hörsaal untergebracht, mit viel zu kleinen schrägen Tischen. Man war die meiste Zeit damit beschäftigt seine Unterlagen fest zu halten, damit diese nicht vom Tisch herunter fielen. Dann erhielten wir das erste Aufgabenheft mit den ersten Fallbeispielen, welche meistens ca. 1 DinA 4 Seite lang waren. Ich fand es sehr anstrengend die ganzen Fallbeispiele durchzulesen und danach die Fragen dazu zu beantworten, weil man die ganze Zeit Angst hatte, dass man irgendwas vergessen oder nicht berücksichtigt hatte. Man mußte irgendwie mehr knobeln, als es bei den alt bekannten IMPP Fragen der Fall ist. Andererseits war es so auch spannender und hat meiner Meinung nach mehr Spaß gemacht. Im zweiten Teil wurden jweils nach einander 3 Hefte verteilt. Im ersten Heft waren Fallbeispiele und dazu dann 5 Fragen unter anderem musste man die Diagnose stellen, im 2. Heft wurde einem dann die Diagnose gesagt und man hat sich entweder geärgert oder gefreut ... und weitere 5 Fragen wurden zu diesem Fallbeispielen gestellt, im dritten Heft ging es dann so weiter. Insgesamt fand ich den 2. Teil nicht gut, da man 5 Fragen hinter einander falsch hatte, wenn man die falsche Diagnose gestellt hatte und ich mich sehr gut vorstellen kann, dass man sehr nervös wird, wenn einem das unter einer realen Prüfungssituation passiert.
Insgesamt eine gute Erfahrung. Die Fragen waren auf keine Fall einfach, konnte man ja auch an dem eher schlechten Abschneiden der meisten Studis sehen. Insgesamt würde ich trotzdem empfehlen weiterhin mit der schwarzen Reihe zu lernen, aber auch viel Wert auf das Befunden von Röntgenbildern, EKGs etc. legen (solle man aber ja auch eh im PJ lernen.)"
Bericht über den Pre-Test des IMPP in Mainz am 22.06.2005
"Wie in der Einladung vorgeschrieben, waren wir gegen 12:15 am Hörsaal der Pathologie in Mainz. Da nicht so viele Leute mitgemacht haben, und wir nicht den Druck hatten, den man so kennt, war der Einlass sehr problemlos. Es wollten nie mehr als drei gleichzeitig rein, man musste also nicht so endlos anstehen. Allerdings mussten wir wie in den richtigen Prüfungen unseren Personalausweis zusammen mit der Einladung vorzeigen. Auf der Einladung war schon unser Sitzplatz vermerkt. Es war vorgesehen, dass 50 Leute kommen sollten, allerdings kamen einige nicht. Wie viele kann ich schlecht sagen, am Anfang fehlten etwa 10, während der Prüfung kamen aber noch mindestens drei. Zwei davon sehr spät, mehr als eine Stunde nach dem offiziellen Beginn. Auch für die war es kein Problem noch teilzunehmen.
Auf unseren Plätzen lagen neben den Platznummern ein verschlossener Umschlag ein Merkblatt, dass ich beifügen werde, Radiergummi und Bleistift und netterweise ein Balisto.
Planmäßig sollten wir um 12:30 anfangen, mit etwas Verspätung wurden wir dann auch begrüßt und uns wurde noch mal das Merkblatt vorgelesen. Dann fingen wir an (12:42). Die Zeiten für die Abgaben wurde an die Tafel geschrieben 2,5h für das erste Heft; und dann jeweils 50 min für Heft 2,3 und 4. Insgesamt hatten wir dann 5 Stunden und eine Viertelstunde extra für die Evaluation.
Wir wurden vorher noch darüber aufgeklärt, dass im ersten Heft 5 Fälle behandelt werden, insgesamt 63 Fragen. Die restlichen 63 würden dann in den restlichen drei Heften behandelt werden und zwar so, dass jeder Fall aufgeteilt wurde und dann Drittelweise jeweils den ersten Teil im zweiten Heft, den zweiten Teil im dritten Heft und den dritten und letzten teil im letzten Heft.
Wir wurden darauf hingewiesen, dass wir die ersten fünf Fälle in X-beliebiger Reihenfolge lösen könnten, aber das jeweilig nächste Heft, erst mit Abgabe des vorigen erhalten würden.
Außerdem wurden wir darauf hingewiesen, dass sich dieses Mal nicht nur die Reihenfolge der Aufgaben unterscheide (wir hatten 2 Gruppen- Version A und Version B) sondern auch unterschiedliche Aufgaben an sich.
Dann wurden wir noch darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse nur im Internet zu erfahren seien. Mit einem Codewort und Benutzernamen, der in unserer Einladung steht.
In dem Umschlag, den wir alle gleichzeitig nach Aufforderung öffnen durften, waren das erste Aufgabenheft inklusive Bildbeilage, eine 4seitige Normwertetabelle und die Antwortbelege für alle 4 Teile. Alle Laborwerte die gefragt wurden, standen entweder in der Tabelle oder wurden mit Normalgrenzen in der Frage angegeben.
Zu Anfang war ich etwas überrascht, wie lang die Fälle doch tatsächlich waren. Im ersten Heft, füllte jeder Fall in etwa 2 Seiten aus. (zweispaltig, Schriftgröße 12 und normaler Zeilenabstand) dann aber erleichtert, als ich gesehen habe, dass es nur MC Fragen mit nur EINER Antwortmöglichkeit gab! ( sämtlich)
In der Fallbeschreibung wurde die Anamnese erzählt, vorliegende Blutwerte und zum Teil auch schon Röntgenbilder. Dann wurden zu jedem Fall 12-15 Fragen gestellt, die sowohl Diagnose als auch Therapie, zum Teil sogar Prognose und Arbeitsmedizin abdeckten. Die Fragen haben zum Teil aufeinander aufgebaut, aber nicht nur. Zum Teil wurden einfach verschiedene Aspekte abgefragt
Im zweiten Teil waren dann die Fallbeschreibungen nicht mehr so lang. Aber in jedem Heft kam etwas Neues hinzu, sodass die Länge der Fälle insgesamt glaub ich doch etwa gleich war.
Nach jeder Fallbeschreibung wurden 4-5 Fragen zu diesem Patienten gestellt. Hier haben die Fragen mehr aufeinander aufgebaut. Allerdings wurden dann im nächsten Heft die meisten Fragen auch wieder beantwortet, so dass man sich nicht völlig hineinreiten konnte.
Zu jedem Fall hatte man meist sogar einige Bilder. Es war alles möglich dabei. Histobilder, Rö. CT- Angiographie; Bronchoskopie, Coloskopie und einfach Fotos.
Vor allem die Histobilder war en zum Teil sehr unscharf, die Röntgenbilder fand ich besser als die die man so gewohnt ist, vom IMPP. Das kann aber auch daran liegen, dass ich ja mit der CD arbeite und mir die Original-Papier-Bilder noch nicht angeschaut habe!
Ich fand die Prüfung jetzt sehr Innere-lastig und zwar Herz und Lunge hauptsächlich. Es war ein Fall Gyn dabei, ein Fall Neuro und ein Fall Pädiatrie. Alles andere war außer einem Colon Ca, was ja auch Innere ist, entweder Herz oder Lunge. Aber es waren ja auch nur zehn Fälle insgesamt.
(...)(von der Redaktion gekürzt - hier waren die Fallbeispiele aufgezählt, die auch im
Forum zu finden sind)
Generell war es so, dass bei den ersten fünf Fällen auch mal andere Themen angeschnitten wurden, kleine Nebenbefunde, arbeitsmedizinische Aspekte… Dadurch dass man den ersten Teil der Aufgaben abgeben musste, bevor man den nächsten macht, war es möglich mehr Fragen allein zu der Diagnostik und Diagnose zu stellen. Die Falleschreibung wurde ja dann immer um diese Aspekte länger- man hatte also ein direktes Feedback. Trotzdem hab ich Probleme gehabt, die Fälle nicht durcheinander zu schmeißen. Gerade weil auch die Themen alle sehr ähnlich waren.
Bei den zusammenhängenden Fällen hatte ich das Gefühl. Dass die Aufgaben sich mehr auf einzelne zum Teil sehr spezielle Aspekte einer Krankheit beziehen.
Die Zeit empfand ich als sehr großzügig bemessen. Ich habe mich überhaupt nicht beeilt und war schon um 16 Uhr fertig.
Das Hefte einsammeln hat sehr gut geklappt, obwohl ich mich frage, ob das so wirklich weiter durchführbar ist!! Wir mussten, wenn wir mit einem Heft fertig waren, dieses hochhalten und dann wurde uns das nächste gebracht. Obwohl wir heute nur eine kleine Gruppe waren (zumindest hier in Frankfurt sind die meisten Säle voller bei Staatsexamen, waren die Damen die ganze Zeit am Rennen. Man musste aber nicht lange warten auf sein nächstes Heft.
In der Evaluation am Ende sollte man sich dann erst selbst einschätzen, dann die Organisation beurteilen und den Schweregrad und den Aufbau der Fragen.
Ich fand die Aufgaben zum Teil schwer, weil ich mich auf einen anderen Typ Frage vorbereite. Nach der Prüfung habe ich mich kurz mit einer Studentin unterhalten, die jetzt in ihrem letzten Tertial im PJ ist und sie meinte, dass sie sich überhaupt nicht vorbereitet hätte, aber sich in keinster weise überfordert gefühlt hat. Ich hab es auch so empfunden, als wäre diese form endlich mal etwas praktischer. Die Motivation war während der Prüfung auch besser, weil man einfach neugierig war, wie sich der Fall weiterentwickelt. Dadurch dass man schon gleich etwas Feedback bekommt, bleibt man eher am Ball. Und man merkt, dass Patho-Fragen, wenn sie nicht völlig aus dem Zusammenhang raus gestellt werden auch sehr wichtig sind! ( als Beispiel) Ich könnte mir vorstellen, dass man sich gut auf die Prüfung vorbereiten kann (mit den Fallbüchern zum Beispiel) und dass man nicht grenzenlos überfordert ist, aus dem PJ heraus diese Prüfung zu machen. Allerdings ist mir auch noch nicht klar, welchen Umfang die Prüfung am Ende dann haben soll, was mit den kleinen Fächern wie HNO und Auge passiert...
Alles in allem aber war die Prüfung machbar."
Prinzipiell ist es gar nicht so schlecht fallorientiert zu prüfen
"Allerdings kamen etliche Folgefragen vor, d.h. wenn man sich einmal vertan hatte, waren gleich mehrere Fragen falsch.
Man muss für so ein Examen auch ganz anders lernen, z.B. mit den Fallbüchern.
Was nicht so gut war, waren die langen Texte (z.T. über 2 Seiten komplett vollgeschrieben). Da lässt die Konzentration dann schon ganz schnell nach.
Manche Fälle hätte ich lieber in einer mündlichen Prüfung gehabt, da man dann noch zur Diagnostik nachfragen hätte können, denn es war nicht immer alles eindeutig.
Einige Fachbereiche werden bei Hammerexamen wahrscheinlich unter den Tisch fallen, zumindest waren im Pretest vor allem Innere Medizin, Neurologie, Pädiatrie und Gynäkologie vertreten."