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;-)

Famulatur auf den Cook Islands

Medizin in der Südsee

Andrea Schimmel

Ein Krankenhaus auf der anderen Seite der Insel

Naja, aber nun endlich zu der Famulatur. Das Krankenhaus lag auf der anderen Seite der Insel, also fuhr ich jeden Morgen mit dem Bus und musste dann noch etwa 10 Minuten zu Fuß einen Berg hinauf, vorbei an Bananenstauden und Sternfruchtbäumen, die immer ein gutes Frühstück abwarfen. Die Arbeitszeiten waren von ca. 8.00 Uhr bis irgendwann gegen Mittag, ich war nie länger da als etwa 13.00 Uhr. Das Krankenhaus hat je eine Station für Innere Medizin, Chirurgie, Kinderheilkunde und Gynäkologie. Dazu gibt es ein durch Entwicklungshilfe aufgebautes und erstaunlich gut ausgerüstetes Labor, ein Röntgengerät, 2 Ops, einen Kreissaal und 2 Krankenwagen. Pro Station gibt es nur einen Arzt, der eigentlich rund um die Uhr Dienst hat und daher auch schon mal den Schwestern die Stationen überlässt. Grad nach irgendwelchen (seltenen) Notfällen in der Nacht kann es schon mal vorkommen, dass der entsprechende Arzt am nächsten Morgen nicht erscheint. Mir übertrug der Chirurg eines Morgens mal die Verantwortung für die ganze Station, die chirurgischen Neuaufnahmen und die chirurgische Ambulanz.

4 Notfälle, 4 Wochen Innere, 4 Wochen Chirurgie

Meine 4 Notfälle behandelte ich wie folgt: Der Typ mit der Schnittwunde ist beim Gynäkologen gelandet, denn der wusste, wie man näht, die Frau mit dem gebrochenen Handgelenk hab ich zum Pädiater geschickt, der konnte gipsen und den Menschen mit dem (Gott sei Dank) nur verstauchten Fuß hab ich selbst eingewickelt. Den vierten hab ich nach Hause geschickt, der musste am nächsten Tag wiederkommen.

Gelauscht (Foren)

Pflegepraktikum
Meine ersten 4 Wochen verbrachte ich in der Inneren Medizin. Der Lernerfolg dort ist sehr von der Eigeninitiative abhängig. Während meiner Zeit waren noch 2 Famulanten aus Neuseeland da, zusammen haben wir Patienten aufgenommen, kleine Therapien durchgeführt, in der internistischen Ambulanz mitgeholfen und so weiter. In den zweiten 4 Wochen war ich dann auf der chirurgischen Station und habe dort den meisten Spaß im OP gehabt. Zweimal in der Woche wurde dort operiert, und da es nur einen einzigen Chirurgen gab, war dieser für eine helfende Hand dankbar. So durfte ich eine Sterilisation bei einem Mann durchführen und habe einen Blinddarm fast selbstständig entfernt (wohlgemerkt war ich gerade erst mit dem 5. Semester fertig). Gegen Ende meiner Famulatur kam dann noch ein australisches Team auf die Insel, das kostenlos Schönheitsoperationen durchgeführt hat. Innerhalb einer Woche hab ich bei über 60 Operationen assistiert, hauptsächlich Narbenkorrekturen, Xanthelasmen-Entfernung und andere Schönheitsmakel. Der australische Chirurg war sehr gesprächig und auch der Anästhesist hat mir eine Menge beigebracht.

Mein Fazit

Insgesamt hab ich mein medizinisches Wissen dort nicht sehr erweitert, aber gefestigt, meine praktischen Fähigkeiten konnte ich auf jeden Fall erweitern, und Medizin mal in Englisch zu praktizieren war eine ganz neue Erfahrung. Die lockeren Arbeitszeiten lassen viel Zeit für ausgiebige Freizeitaktivitäten und auch wenn man mal einen Tag fehlt, ist das nicht weiter tragisch. Das einzige Problem, dass ich mit der Famulatur hatte, war, dass es im Krankenhaus keinen offiziellen Stempel gibt, somit war meine Famulaturbescheinigung nicht vollständig. Hat das LPA aber auch nicht gestört.

Zum Schluss noch ein paar locker gesammelte Fakten:
- Impfungen sind nicht nötig, aber vor Mücken sollte man sich per Repellant und Netz schützen, die übertragen das Dengue Fever
- Es gibt keine giftigen Tiere oder Insekten, auch im Dschungel nicht, nur im Wasser sollte man sich vor Stonefish in Acht nehmen, also am besten immer Schuhe tragen
- Kleine Wunden am besten sofort desinfizieren, die Korallen beheimaten unheimlich viele Bakterien und alles entzündet sich sofort
- Wer Sterne mag, sollte sich nachts mal auf die Lauer legen, so ein toller Sternenhimmel wird einem sonst wo nirgends geboten
- Fotoapparat und Sonnencreme nicht vergessen, Hüte tragen, denn das Ozonloch ist nahe...
- Gutes aber leichtes medizinisches Buch mitnehmen z.B. Leitfaden für Famulatur und PJ

Die Fotos erklären vielleicht einiges und wecken Euer Interesse für eine Famulatur, die schon fast mehr Urlaub ist als alles andere. Ich würde mich freuen, wenn mehr deutsche Studenten diese Möglichkeit nutzten, denn wann bekommt man denn mal die Gelegenheit im sprichwörtlichen Paradies zu leben und zu arbeiten?
Bei Fragen mailt mir einfach ( [email protected] ) und ansonsten kann ich nur raten: Fasst Euch ein Herz und traut Euch einfach! Ab auf die Cook-Inseln!

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