Famulatur im St. Luke`s Hospital / Malta
Auslandsfamulaturbericht
Kristina Krüger
Praxiseinblicke gewinnen
So stand bei uns am Montag Endoskopie, am Dienstag, Donnerstag und Freitag „ward round“ (Visite), am Mittwoch und Samstag „out-patients“ (Ambulante Patienten) auf dem Programm.
Da ich am Montag begonnen hatte, wurde ich gleich ins „theatre“ geführt. In den verschiedenen Räumlichkeiten der Endoskopie führten meist zwei Ärzte Endoskopien durch. Mein Consultant war Gastroenterologe und somit handelte es sich bei den Endoskopien vor allem um Gastroskopien und Koloskopien. Es war dann aber bereits 11 Uhr, als ich endlich dort ankam, und so hatte ich nur noch die Möglichkeit, zwei Koloskopien zu sehen. Glücklicherweise konnte ich diese auf dem Monitor mitverfolgen, und wenn nur ein Endoskop ohne Anschluss vorhanden war, hat mich mein Consultant bei interessanten pathologischen Befunden auch gucken lassen. Außerdem hat er mir auch sehr viel erklärt, auch wenn es anfangs schwer war, das „maltesische“ Englisch zu verstehen. Nach den zwei Koloskopien war das Programm beendet, und ich konnte schon wieder nach Hause gehen.
Ich habe mich dann noch ein wenig im Krankenhaus umgesehen, und dann meinen ersten Tag im Krankenhaus abgeschlossen.
Arbeit im Krankenhaus:
„Ward round“ wird die Visite auf der Station genannt. Mein Team hatte Patienten auf fünf verschiedenen Stationen. Die Stationen sind meist nach Geschlechtern getrennt und auch vom Standard sehr unterschiedlich. Nicht nur der erste Tag auf der Station war sehr gewöhnungsbedürftig für mich. Lagen mal keine Patienten in Betten auf dem Flur, wurde das schon sehr verwundert aufgenommen. Es gab häufig auch keine richtigen Zimmer, sondern nur durch Vorhänge abgetrennte Betten.
Die Ausbildung der Ärzte hingegen war sehr gut. Viele hatten einen Teil dieser Zeit in England abgeleistet. Dennoch war es anfangs, wie bereits erwähnt, schwierig, sie zu verstehen, doch gewöhnte man sich sehr schnell an den Dialekt. Bei den Patienten war es sehr unterschiedlich. Die Ärzte sprachen meist maltesisch mit ihnen. Vor allem die älteren Patienten, also der Großteil auf der Inneren Station, sprach aber gar kein Englisch, so dass eine Konversation oder Anamnese schwer möglich war.
Morgens fand erst eine Besprechung statt, in der über Therapie und Befunde der einzelnen Patienten diskutiert wurde. Danach ging es dann zu den Patienten, die kurz untersucht oder nur befragt wurden. Ich konnte währenddessen nichts anderes tun, als zu zu hören. Eigeninitiative war gefragt, wenn man selbst auskultieren oder untersuchen wollte.
Ausblick, Rückblick und Fazit
Die Ärzte fragten mich aber viel während der Visite - über Krankheiten, Therapie, EKG und Röntgenbilder. Es war aber kein Vorführen, und häufig wusste ich die Antworten auch nicht, was aber kein Problem war. Stattdessen wurde es mir sehr gut erklärt. Nach zwei Stunden war die Visite bereits beendet und nach den Blutentnahmen, die ich machen durfte, war mein Tag wieder zu Ende.
Bei den „out-patients“ hat es mir nicht so gut gefallen. Dabei handelte es sich um die Behandlung ambulanter Patienten, was bei mir leider zu 99% auf maltesisch stattfand. Samstags verlangt eigentlich kein Arzt, dass man sich im Krankenhaus einfindet. Da bei mir an dem Tag out-patients war, bin ich samstags auch nicht gekommen. An den weiteren Mittwochs bin ich in andere Abteilungen gegangen.
Das war ein weitere Vorteil. Ich konnte eigentlich überall hingehen, was mir interessant erschien. Mein Consultant unterstütze mich darin und die dortigen Ärzte waren immer sehr bereitwillig im Erklären. So suchte ich diese Abteilungen häufig noch auf, wenn die Arbeit bei meinem Team fertig war. So ging ich u.a. zu Belastungs-EKGs, Szinthigraphie, Angiographien und -plastien, Bypass-OP am Herzen, Schrittmacherimplantationen und zur Pädiatrie. Resumee:
Abschließend gesehen, hat es mir sehr gut gefallen. Wichtig ist, dass man selbst Initiative ergreift, wenn man etwas lernen möchte. Jeder Arzt ist bereit, einem alle Fragen zu beantworten und jegliches zu erklären, doch muss man auf die Ärzte zugehen. Ansonsten steht man nur gelangweilt herum oder genießt je nach Einstellung die freie Zeit. Da man selbst nicht so sehr viel machen kann, könnte ich nicht empfehlen, das Fach der späteren beruflichen Wahl im PJ auf Malta zu machen.
Für mich war es sicherlich nicht das letzte Mal, das ich diese kleine Insel besucht habe.
Adresse:
Vom Krankenhaus:
St. Luke`s Hospital
G`Mangia MSD 07
Malta
Bewerbungsadresse:
Foundation for international studies at the University of Malta Mrs Bugeja
Old University Building
St. Paul Street Tel.: 0511-550955
Valletta VLT 07
Malta
Tel.: (356) 234121/2
Fax: (356) 230551
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