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Internistische Famulatur

Besser als ihr Ruf

Julia Kamin

Aderlaß - es gibt ihn noch

Etwas stellte sich auch als etwas ganz Essentielles heraus: Das gemeinsame Besprechen der Aufnahmen in Zusammenhang mit der Planung des Procedere, der möglichen (Differential-) Diagnosen sowie die Bewertung der verschiedenen Untersuchungsergebnisse und Symptome. Schließlich gelang es mir so, den „Werdegang“ der einzelnen Patienten zu verfolgen und Zusammenhänge zu erkennen. Ich denke, daß all dies gemeinsam zu den Grundvoraussetzungen für ärztliches Handeln zählt und bin daher der Meinung, daß jedem eine solche Famulatur gut tut, egal welche Fachrichtung es später einmal sein soll. Darüber hinaus zählten noch andere Dinge zum Alltag: Die verschiedenen Besprechungen, einige PJ-Unterrichte wie auch kleine Highlights, z.B. eine Kardioversion, eine Pleurapunktion, Aderlässe (ja, das gibt es tatsächlich noch) und hospitieren bei einem 24h-NEF-Dienst.

Gelauscht (Foren)

Famulaturen!

Von Langeweile keine Spur

Ich war mit diesem Programm super zufrieden - die angekündigte Langeweile wollte sich irgendwie nicht einstellen. Übrigens erging es auch den restlichen Vorurteilen so: Der Kontakt mit Fäkalien beschränkte sich auf ein einziges Mal und das Patientengut bestand nicht aus „greisen, dekompensierten Dementen“. In der Tat gab es nur wenige Patienten, die voll pflegebedürftig dort eingewiesen wurden. Daß unsere Gesellschaft und somit auch der Durchschnittspatient älter wird, muß ja nicht unbedingt als Problem an sich angesehen werden. Es kommt eben, wie immer, auf die eigene Einstellung an. Man sollte es wagen, sich einmal auf diese „Alten“ einzulassen; das kann bewegend, interessant und sogar witzig sein. So wie mit allen anderen Menschen auch.

Aller Anfang ist schwer, fangt also einfach an

Noch ein Tip: Man darf sich nicht von der Komplexität und auch manchmal Verworrenheit der einzelnen Symptome / Krankheitsbilder in der Inneren Medizin abschrecken lassen; da hilft zu fragen, fragen, fragen, mal etwas nachzulesen oder einfach noch mal darüber nachzudenken.
Abschließend kann ich nur feststellen: Eine (auch die erste) internistische Famulatur lohnt sich immer und für jeden, wenn gewisse Grundvoraussetzungen erfüllt sind (siehe Beginn). Und ich behaupte: Gerade hier kann man verschiedene Grundfertigkeiten des ärztlichen Handelns besonders gut erlernen.

Also, in diesem Sinne: viel Erfolg - und nicht zu vergessen: viel Spaß!
Julia Kamin

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