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Interview Teil 1

Interviewserie mit Prof. Dr. Dr. Steinhausen

Redaktion MEDI-LEARN


5. Welche Vorbilder hatten Sie unter Ihren Hochschullehrern? Was fanden Sie an diesen Personen beachtlich, vorbildlich oder beeindruckend?
1. Mein Doktorvater: Prof. Dr. med. Dr .h.c. Wilhelm Doerr, Pathologe in Berlin, anschl. Kiel, Heidelberg. Besonders beeindruckend fand ich an Prof. Doerr die Beherrschung seines Faches, seinen Fleiß, seine immense Produktivität und seine Rhetorik.
2. Mein Habilvater: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans Schaefer, Heidelberg. Besonders beeindruckend an Hans Schaefer war seine überragende Intelligenz, seine schnelle Auffassungsgabe, sein Fleiß, seine Fähigkeit zu spontanen druckreifen Formulierungen, seine Vielseitigkeit und sein soziales Engagement.
3. Wichtigstes Vorbild als Hochschullehrer ist mir allerdings immer noch mein eigener Vater geblieben, der zwar schon vor meinem Physikum starb, an den jedoch keiner meiner akademischen Lehrer im In- und Ausland weder fachlich noch menschlich heranreichen konnte.

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6. Was fasziniert Sie an der Physiologie und warum haben Sie sich gerade dieses Fachgebiet auserkoren?
Die Physiologie ist die Lehre vom Leben. Da eigentlich alles zum Leben gehört, ist die Physiologie praktisch für alle Funktionen des Lebens zuständig. Die große Breite des Faches Physiologie von molekularen Mechanismen bis zu seelischen Funktionen hat mich immer wieder fasziniert. Da sich meist das eine aus dem anderen ableitet, muss man physiologische Zusammenhänge eigentlich nur verstehen. Als Physiologe braucht man praktisch nichts auswendig zu lernen, sodass böse Zungen behaupten, Physiologen gleichen kindlichen Eisenbahnspielern mit schlechtem Gedächtnis. Persönlich bin ich in die Physiologie gelangt, um mich für eine Tätigkeit als Kliniker (Internist) vorzubereiten. Von dieser Vorbereitung bin ich nie wieder weggekommen, sodass ich schließlich immer wieder andere Menschen auf ihrem Weg zur klinischen Tätigkeit vorbereitet habe. Besonders fasziniert hat mich dabei die Möglichkeit, selbst lebende Dinge zu beobachten, die bisher noch niemand gesehen hat.

7. Was macht Ihr Buch in Ihren Augen besonders empfehlenswert und worin unterscheidet es sich von vergleichbaren Werken?
Das Besondere meines Buches liegt darin, den Teil der Physiologie auf leicht verständliche und besonders anschauliche Weise zusammenzufassen, den ein Medizinstudent / eine Medizinstudentin als Basis für ihre / seine spätere klinische Tätigkeit beherrschen sollte. Da sich das Buch am aktuellen Gegenstandskatalog und den aktuellen Prüfungsfragen des IMPP orientiert, bereitet das Buch auch intensiv auf schriftliche und mündliche Physikumsprüfungen vor. Die ersten 4 Auflagen meines Buches habe ich – neben vielfältigem, auch studentischem Rat – allein verfasst, die 5. Auflage wurde durch eine Reihe kompetenter Kollegen ergänzt und aktualisiert. Allerdings ist in weiten Teilen auch in der 5. Auflage der Text der 4. Auflage unverändert beibehalten worden. Gegenüber deutlich dickeren Büchern, die kapitelweise von einzelnen Spezialisten ihres Faches geschrieben werden, unterscheidet sich mein Buch bei geringerem Umfang auf die Konzentration der wirklich wesentlichen physiologischen Grundlagen, welche das Gehirn eines einzelnen Autors und damit prinzipiell auch das Gehirn eines einzelnen Lesers bewältigen kann. Deshalb wird in diesem Buch auch ein breiterer Raum für Verständnis als für kleingedrucktes Detailwissen genutzt, und mit vielen Beispielen, humorvollen Anmerkungen und historischen Bezügen die Lektüre und damit das Lernen versüßt.
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