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Modellstudiengang „HannibaL“ ersetzt Regelstudiengang seit 2005

MH Hannover

Nina Dalitz

MH Hannover

HannibaL – Das ist nicht nur ein antiker Feldherr, sondern auch der Modellstudiengang der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Seit dem Wintersemester 2005/06 ersetzt HannibaL den Regelstudiengang. Die Eigenbeschreibung des Studienganges lautet, dass er „den Patienten und seine Erkrankungen ins Zentrum rückt.“

Bewerbung klassisch über die ZVS

Bewerben kann man sich ganz klassisch über die ZVS (Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen). Jeder, der einen Studienplatz an der MHH erhält, landet im Modellstudiengang. Nur für höhere Fachsemester ist die Bewerbung direkt an die MHH zu richten. Die dafür notwendigen Formblätter gibt es online als Pdf-Datei. Wer sich erfolgreich beworben hat, kann sich einschreiben und von der „Hannoveraner Integrierten Berufsorientierten Adaptierten Lehre“ profitieren, was die ausgeschriebene Version des Namens HannibaL ist.
 

Früher Patientenkontakt

Die theoretischen und praktischen Anteile des Medizinstudiums werden bei HannibaL stärker verzahnt. Einerseits haben theoretische Kurse einen direkteren klinischen Bezug, andererseits werden im Rahmen klinischer Fächer theoretische Grundlagen aus neuer Perspektive wiederholt. Zum Beispiel wird im Fach Neurologie die Neuroanatomie nochmals intensiv behandelt. Von Beginn an werden die Studierenden an den praktischen Umgang mit Patienten herangeführt und intensiv in selbstständiger Anamneseerhebung und Untersuchungstechniken ausgebildet. Insgesamt sollen so die verschiedenen Ebenen einer Erkrankung vermittelt werden: sowohl die molekularen Mechanismen als auch die gestörte Organfunktion und die psychosozialen Auswirkungen der Krankheit.
 

Tertiale statt Semester

Eine Besonderheit an der MHH ist, dass das Studienjahr nicht in zwei Semester, sondern in drei Tertiale gegliedert ist. Jedes Tertial ist 10 Wochen lang; zwei bilden das Wintersemester, eines das Sommersemester. Vorlesungsfreie Zeit ist damit von Anfang Juli bis Mitte Oktober und von Ende März bis Ende April. Für jedes Tertial sind bestimmte Module (Unterrichtsblöcke) vorgesehen. Um wochenlange „Paukerei“ auf Abschlussprüfungen zu verhindern, steht am Ende jeden Moduls eine eigene Prüfung. Diese enge Verknüpfung der Lerninhalte mit den Prüfungen sorgt für eine kontinuierliche Leistungsüberprüfung.
 

Wechsel in Regelstudiengang möglich

Im ersten und zweiten Studienjahr ist die Abfolge der Tertiale für alle gleich. In der Summe ähneln die in dieser Zeit gelehrten Module den vorklinischen Fächern anderer Unis. Hannoveraner Studenten nehmen zwar nicht am „Ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung“ teil; aber die MHH stellt eine Äquivalenzbescheinigung zu diesem Staatsexamen aus, sodass theoretisch jeder HannibaL-Studierende nach den ersten beiden Studienjahren die Uni wechseln kann. Wer bleibt, den erwarten im dritten, vierten und fünften Studienjahr vermehrt praktische Module. Die Studenten sind dabei in drei Gruppen aufgeteilt, die unterschiedliche Tertialfolgen (ABC, BCA, CAB) haben.

Auch im klinischen Studienabschnitt stellt die MHH Äquivalenzbescheinigungen aus, sodass ein Wechsel des Studienortes möglich ist. Der dritte und letzte Studienabschnitt ist bei HannibaL, genau wie bei Regelstudiengängen, das Praktische Jahr, an dessen Ende der „Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung“ liegt. Wer den schriftlichen und den mündlich-praktischen Prüfungsteil besteht, erhält die ärztliche Approbation.
 

Üben an Patientensimulatoren

Zu den klassischen Unterrichtsformen Vorlesung, Seminar und Praktikum gesellen sich bei HannibaL, wie bei einigen anderen Modellstudiengängen auch, sogenannte OSCEs. Das bedeutet „Objective Structured Clinical Examination.“ Die Studenten müssen in einem Prüfungsparcours verschiedene praktische Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die werde vorher natürlich an verschiedenen Modellen und an Hightech-Puppen (Patientensimulatoren) geübt. Viel Wert legt HannibaL auf den Unterricht am Krankenbett. In einigen Fächern finden Studiengruppen statt, in denen zum Beispiel die Arzneimittelanamnese mit Patienten trainiert wird.
 

Guter Überblick

Ein besonderer Service der MHH ist der Online-Bereich, in dem für jedes Modul ein Dokument mit Lernzielen und Veranstaltungsinhalten zu finden ist. Dort ist genau aufgelistet, wie viele Stunden jeweils für die einzelnen Unterrichtsformen, für die Praktika und für die Selbstlernzeit vorgesehen ist. Dadurch haben die Studenten immer einen Überblick und können ihre Zeit gut einteilen. Weitere hilfreiche Angaben sind Prüfungstermine, das Prüfungsformat, einige Hinweise zum Material (Bücher, Skripte, …) und die Anzahl der ECTS-Punkte pro Fach für den internationalen Vergleich.
 

Ein ganzes Tertial für die Forschung

HannibaL hat das Ziel, den „jungen Menschen“ nicht nur Begeisterung für den ärztlichen Beruf, sondern auch für die medizinische Forschung zu vermitteln. Dafür stehen zum Beispiel die molekularen Mechanismen der Erkrankungen und wissenschaftliche Grundlagen im Lehrplan. Ein ganzes Tertial gegen Ende des Studiums ist für Forschung vorgesehen. An der „Hannover Biomedical Research School“ ist eine strukturierte Doktorandenausbildung möglich, bei der die Doktorarbeit durch jeweils zwei Dozenten intensiv betreut und durch regelmäßige Gespräche begleitet wird.

Damit der noch recht junge Modellstudiengang sich weiter entwickelt, führen Studenten und Lehrende eine umfangreiche Evaluation durch, um „für die Studierenden eine langfristig immer bessere Ausbildung und für die Lehrkräfte der MHH eine schnelle, differenzierte Rückmeldung über den Erfolg Ihrer Lehraktivitäten“ zu erzielen.


Medizinische Hochschule Hannover: www.medi-learn.de/STF83