Pflegepraktikum in Kapstadt
Ich habe eine Menge gelernt und es gab sehr viel Abwechslung
Alexandra Feidt
Praktikumsnachweis
Schaut bitte nach, was euer jeweiliges Landesprüfungsamt für Vorlagen im Internet oder sonst wo hat- diesen Zettel einfach mitnehmen und unterschreiben lassen. Wichtig ist, dass man sich die Bescheinigung von dem/der Head of Nursing Staff unterschreiben lassen muss- einfach vor Ort nachfragen.
Impfungen, Visum und Sprachkenntnisse
Es sind keine besonderen Impfungen nötig, sofern man nicht in Gebiete mit Malaria und anderem (Krüger National Park etc.) gehen möchte. Ein Visum braucht man nicht, wenn man nicht mehr als 90 Tage dort ist. Ab und zu habe ich die Schwestern nicht verstanden- weil sie bei der Übergabe Afrikaans mit Englisch gemixt haben. Ansonsten lernt man einige Sachen auf Xhosa und Afrikaans wenn man möchte- einige Floskeln machen das Leben wirklich leichter, weil die Menschen dann eher mit einem über ihre Probleme (in der Ambulanz beispielsweise) sprechen. Mit Englisch kommt man da aber auch prima durch.
Freizeit
Ich bin sehr froh, dass das Krankenhaus mich noch so kurzfristig im südafrikanischen Sommer genommen hat- es war klasse nach der Arbeit am Strand zu liegen, Unternehmungen zu machen und einfach in einem anderen Land zu sein und dies zu entdecken. Ich bin dort für ca. 40 € einen Monat noch in ein riesengroßes Fitnesscenter mit Schwimmbad gegangen und habe dort unter anderem noch mehr Menschen kennen gelernt. Apropos Menschen kennen gelernt: Im Victoria Hospital gab es noch 2 PJler aus Deutschland und ne Menge afrikanischer Studenten. Ich habe über diese weitere spannende Menschen getroffen und eine Menge mit ihnen unternommen ( Segeln um Cape Point, Klettern auf den Tafelberg und den Lion´s Head, Weinproben, Obstplantagen, Partys von scheidenden Pjlern, das südafrikanische Nachtleben entdeckt uvm.). Man kann eine Menge machen, sehen und erleben oder einfach nur den Tag geniessen- was das Herz begehrt.
Unterkunft und Finanzielles
Über das Krankenhaus kann man relativ günstige Zimmer bei Familien in der Nähe bekommen (um die 200 € pro Monat) oder man schaut im Internet nach WGs- die sind zum Teil noch günstiger und haben ab und zu Schwimmbäder und Tennisplätze…-einfach mal reinschauen. Das Essen ist für unsere Verhältnisse günstig. Cocktails und andere Getränke ebenfalls. An den touristischen Anziehungspunkten kann es sich jedoch deutschen Preisen sehr schnell annähern- besonders irgendwelche Tickets. Tipp: holt euch einen international gültigen Studentenausweis bei der Uni und vieles wird günstiger! Ansonsten ist der Flug sehr teuer- manchmal jedoch hat man Glück und bekommt einen günstigen Flug last minute-mäßig…
Gewalt und Kriminalität
Die Gewalt und die Kriminalität nimmt in Kapstadt wirklich zu und ein Bekannter wurde auf offener Straße mit einer Pistole bedroht- er war aber auch sehr unvorsichtig mit Laptop, Fotoapparat und Geldbeutel in der Hand herumgelaufen- D.h. wenn man einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet, mehr auf seine Sachen aufpasst und sich im Auto während der Fahrt immer einsperrt, passiert normalerweise selten etwas- gefährlicher als in Deutschland ist es nun mal. Die Polizei ist jedoch immer an der Waterfront präsent und dort scheint es fast so sicher wie zu hause zu sein.
Fazit
Ich habe eine Menge gelernt und es gab sehr viel Abwechslung, spannende Krankheiten, viel zu sehen und zu lernen. Es war gut sich den Einheimischen von einer anderen Perspektive aus zu nähern als von der eines Touristen. Die Arbeitszeiten waren nicht absolut streng, sodass man wenn man was vorhatte auch früher gehen konnte. Besonders gefallen hat mir, dass es jede Woche in einen anderen Bereich ging. Toll war auch, dass mich die Menschen dort so herzlich aufgenommen haben. Ich durfte bei einer armen Familie zu Abend essen und viele Probleme Südafrikas wurden mir bewusst. Es war klasse zudem noch so viele Leute aus verschiedenen Ländern kennen zu lernen und mit ihnen was zu unternehmen. Der Aufenthalt war wirklich wunderschön und sehr reich an Erfahrungen. Ich kann es jedem empfehlen, der keine allzu große Angst vor einigen gefährlichen Krankheiten hat und der eine Menge zu Beginn des Studiums lernen und dies mit Urlaub sowie einem faszinierenden Land verbinden möchte!