Junge Ärzte können beim DED auch als Entwicklungsstipendiaten Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit sammeln. Für Studenten gibt es die Möglichkeit, ein Praktikum in der Zentrale zu absolvieren. Die Gehälter in der Not- und Entwicklungshilfe fallen oft geringer aus als in anderen medizinischen Bereichen. ÄoG zahlt Ärzten in der Nothilfe etwa 800 Euro monatlich, zuzüglich Lohnsteuer und Krankenversicherung. Für Entwicklungshelfer richtet sich der Verdienst nach dem Entwicklungshelfergesetz. Zu einem Nettounterhaltsgeld von ca. 1.350 Euro kommen Leistungen wie Flüge, Unterkunft vor Ort und Familienzuschläge. Es gibt aber auch Organisationen, etwa die GTZ, die Gehälter zahlen, die mit denen in Deutschland vergleichbar sind oder sogar darüber liegen.
Für Entwicklungsarbeit in längerfristigen Projekten ist eine Weiterbildung in Gesundheitswissenschaften, etwa ein Master in „Public oder International Health“ oder in „Control of infectious diseases“ unerlässlich. „Kenntnisse in Public Health sind auch sinnvoll, wenn man ,nur‘ kurativ arbeiten möchte“, weiß Dr. Krumme. Umgekehrt dürfen Mediziner in der Entwicklungsarbeit ihre ärzlichen Fähigkeiten nicht vergessen.
Aber auch auf kürzer dauernde Einsätze sollte man sich gründlich vorbereiten: Dr. Houben rät, Zusatzkurse, beispielsweise einen Tropenmedizinkurs, zu belegen. „Wer in unserer Klinik medizinische Hilfe sucht, setzt große Hoffnung in die ausländischen Ärzte. Diese Hoffnung sollte man nicht enttäuschen.“ Die jeweilige Landessprache muss man nicht unbedingt sprechen. Zumindest sollte man aber – je nach Land – Englisch, Französisch oder Spanisch beherrschen. „Zudem kann man sich bemühen, Redewendungen in der Landessprache zu lernen“, rät die Gynäkologin Dr. Monika Hauser, Gründerin der Hilfsorganisation medica mondiale (Interview). Damit könne man schnell Vertrauen aufbauen. „Nur wenn wir die Menschen respektieren und wertschätzen, mit ihnen zusammenarbeiten statt ihnen unsere Konzepte aufzudrücken, können wir gute Entwicklungsarbeit leisten“, erklärt Dr. Hauser. Zudem sei wichtig, dass man für sich klärt, warum man Entwicklungshilfe machen möchte: Will man ärmeren Menschen helfen, muss man sich immer fragen, warum man das macht.“ Manche machen es leider aus Prestigegründen.