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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : in eine strahlende Zukunft- der Treffpunkt für Radioonkologen



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noname2
16.09.2021, 19:38
Habe ich hier schon einmal geschrieben: in den neuen Bundesländern bekommt man aufgrund des großen Personalmangels in der Radioonkologie direkt mit der Facharztprüfung Angebote für Oberarztstellen (wenn auch nicht in den Unistädten). Ich sehe persönlich auch keine Wende im zunehmenden Personalmangel in der Radioonkologie und wir würden uns über jeden Bewerber/in freuen (bewirbt sich aber einfach keiner). Wer Interesse an einer Hospitation hat, kann sich gern bei mir melden.
Mit der künstlichen Intelligenz, die uns die Planabnahme und Konturierung deutlich erleichtern wird, werden wir täglich adaptiv planen und jeden Tag für den Patienten einen Plan erstellen angepasst an die jeweilige Organlage und Füllung (zumindest im Abdomen und Beckenbereich) statt einen Plan für alle Fraktionen zu verwenden. Die simultanen Therapiekonzepte (v.a. mit Immuntherapien) werden komplexer und zunehmen...vor Arbeitsmangel habe ich jedenfalls keine Sorge.

Amira2004
17.09.2021, 11:20
Ein Freund von mir ist demnächst mit dem Facharzt fertig und würde gerne die Klinik verlassen und in ein MVZ bzw. an eine Klinik angebundene Praxis wechseln. Da es verglichen mit anderen Fachrichtungen nicht so viele Stelle gibt, hat er auch nicht die große Auswahl. Er möchte sich aber auch nicht unter Wert verkaufen. Was kann er als frisch fertiger Facharzt an Gehalt verlangen?

bipoka
19.09.2021, 09:56
Gibt es hier jemanden der in einer Praxis oder MVZ angestellt ist? Welches Gehalt kann man als Facharzt verlangen?

Diese Frage hast du bereits am 28.1.2021 gestellt. Jetzt nochmal?
Es gibt dazu sehr ausführliche Antworten und es hat sich seitdem nix geändert.

Cor_magna
21.09.2021, 09:16
Ein Freund von mir ist demnächst mit dem Facharzt fertig und würde gerne die Klinik verlassen und in ein MVZ bzw. an eine Klinik angebundene Praxis wechseln. Da es verglichen mit anderen Fachrichtungen nicht so viele Stelle gibt, hat er auch nicht die große Auswahl. Er möchte sich aber auch nicht unter Wert verkaufen. Was kann er als frisch fertiger Facharzt an Gehalt verlangen?

Soll er doch einfach mal bei verschiedenen MVZ bewerben, um das Wasser zu testen und um zu schauen was die ihm so anbieten. Er muss ja nicht sofort irgendwo zusagen. Ich denke dadurch wird er recht schnell raus bekommen wie die "Lage" so ist. Ansonsten gibt es keine pauschalen Antworten bzgl. Gehalt. Immer abhängig von Lage, Qualifikation, Verfügbarkeit von Fachkräften etc.

bipoka
21.09.2021, 12:11
Also man muss etwas zurückblättern zum 28.1.2021 und dann erhält man eine ausführliche Antwort bzgl. Gehaltsvorstellungen, Bonus, KH oder Praxis.

rek56
21.09.2021, 15:30
Bin auch an der hämato onko interessiert und war da auch ein paar Wochen im pj, wie empfindet ihr die Unterschiede bzw wieso habt ihr euch für Radioonko und nicht die innere onko entschieden? Wo seht ihr die vor und Nachteile der jeweiligen Fächer? Liebe Grüsse


Der Hauptunterschied liegt sicherlich erstmal in den Weiterbildungsbedingungen. 60 Monate (RadioOnko) vs. 72 Monate (HämOnko). Geregelte Arbeitszeiten und geringe Dienstbelastung vs. das übliche Elend in der Inneren.
Später dann als FA, wenns ja meist entweder Richtung OA an ner Klinik oder eben Niederlassung geht, sind die generellen Arbeitsbedingungen wohl ähnlich. Als Systemonkologe vs. Radioonkologe hast du halt deine unterschiedlichen Behandlungsmethoden, ansonsten behandelst du "hüben wie drüben" KrebspatientInnen. Manchmal schiele ich tatsächlich etwas neidisch auf die teils rasanten Entwicklungen bzgl. neuartiger Systemtherapie-Optionen. Aber wer weiß, was da in 5-10 Jahren an positiver Evidenz bzgl. neuer kombinierter Radio-Systemtherapien auf uns zurollt.

Zum anderen Thema: Ganz sicher wird die Strahlentherapie in Zukunft nicht "untergehen". Das lehrt uns schon der Blick auf die Vergangenheit: Kein einziges medizinisches Fach ist in den letzten Jahrzehnten verschwunden, im Gegenteil: Der Trend zeigt eindeutig Richtung fortschreitender Sub-Spezialisierung (vor allem auch in der Onkologie).
Ansonsten gilt, wie für alle Spezialisierungen: Wenn du nach erworbenem FA-Titel keine Lust mehr auf dein Fach hast oder keine Zukunft mehr darin siehst, bleibt eine simple Exit-Strategie (sofern es denn weiterhin die direkte Patientenversorgung bleiben soll): 24 Monate Weiterbildung Allgemeinmedizin, dann ist der Doppel-FA in der Tasche...

alex1
22.09.2021, 21:08
Das "Problem" bei der Strahlentherapie besteht aktuell darin, dass viele Kliniken mehr als 50% ihrer Erlöse mit definitiven Bestrahlungen von Prostatakarzinomen und adjuvanten Bestrahlungen von Mammakarzinomen generieren. Das sind zwei Felder, wo Einiges in Bewegung ist, was Fraktionierung & Indikationsstellung angeht. Das wird nicht zum Verschwinden des Faches führen, aber wenn erst mal 20% weniger Fraktionen insgesamt gegeben werden, weil eben diese beiden Krankheitsbilder deutlich kürzer bzw. weniger oft bestrahlt werden, wird auch das Geld fehlen.

bipoka
22.09.2021, 22:45
Zum anderen gibt's auch Felder, wo die RT wächst. z.B. Oligometastarsierung bei zahlreichen Entitäten oder Stereotaxie bei Metastasen oder kleinen Lungentumoren oder bei fitten Patienten mit Rektum-CA, die den Anus praeter scheuen und sich für eine engmaschige Nachsorge qualifizieren. Oder beim Analkarzinom (steigende Inzidenz). Bei insgesamt 2. ältester Bevölkerung der Welt (Alter als DER Risikofaktor bei Krebs) glaube ich insgesamt nicht an abnehmenden Bedarf.
Auch die ganzen Arthrosepatienten in den Praxen werden bei alternder Bevölkerung eher nicht wegfallen.

Bzgl. des Wegfalls von Kapazitäten. Tja, so lang das nach Fraktion geht, wird da sich nur sehr wenig bzw. garnix ändern. Man überlege mal, was das für eine großzügige Versorgung ist mit der Normofraktionierung bzw. 1,8; während anderswo 5x5 bereits gemacht wird oder 15x2,67. Oder eine Knochenmetastase mit 50,4/1,8 (6 Wochen !)... ob man das woanders in der Welt findet? Wäre mal eine interessante Recherche.

Start B gibt's bereits seit >10 Jahre, und im Rahmen von Therapiefreiheit und den besagten Interessen machen da manche immer noch 50,4/1,8, weil länger dauert. Bei Prostata kann man 1,8 beispielsweise begründen, wenn man die LAW immer bis 50,4 mitmacht...Therapiefreiheit.

Auch dem Faxgerät oder dem Btm-Rezept via Druckstufe 3 Nadeldrucker wurde Ersatz/Modernisierung angedichtet. Es ändert sich wenig bis garnix. Ich glaube da an Veränderung erst wenn ich es sehe. Einfach kein Interesse seitens der gut bezahlten Verantwortlichen.

McLaren422
23.09.2021, 19:13
ich bin auch in der Strahlentherapie tätig und kann mir absolut nicht vorstellen, dass das Fach verschwindet oder zumindest dass viele Stellen wegfallen. Wir haben so dermaßen viele Patienten, dass wir bald nen 3. Beschleuniger dazubauen. Und auch wenn der Trend zu Hypofraktionierungen gehen mag, das heißt ja auch, dass man noch mehr Patienten durchbestrahlen kann, weil insgesamt weniger Termine für Patienten gebraucht werden. Ich glaube, dass es noch viele interessante Entwicklungen in der Strahlentherapie geben wird und das Fach weiterhin sehr wichtig bleiben wird.

bipoka
24.09.2021, 13:12
Und auch wenn der Trend zu Hypofraktionierungen gehen mag, das heißt ja auch, dass man noch mehr Patienten durchbestrahlen kann, weil insgesamt weniger Termine für Patienten gebraucht werden. Ich glaube, dass es noch viele interessante Entwicklungen in der Strahlentherapie geben wird und das Fach weiterhin sehr wichtig bleiben wird.

Die Behauptung, dass Strahlentherapie oder besser Radioonkologie verschwindet sind Irrlichter oder Wunschvorstellungen mancher Onkologen, die meist wenig Ahnung von Radioonkologie haben.

Bei einem fortgeschrittenen Kopf-Hals-Tumor mit Lymphknotenbefall (außer Sonderfall 1 LK ohne Risikofaktoren) ist keine Heilung durch die alleinige OP zu erzielen. Das Lymphknotenrezidiv ist vorprogrammiert ohne Radiotherapie. Auch der Wunsch nach Organerhalt (Harnblase, Larynx, Analkanal) oder Nicht-OP fähig. Oder bei Prostata-CA Wunsch nach Kontinenzerhalt.

Also ich hoffe auch, dass der "Trend" Hypofraktionierung auch mal in Deutschland in der Breite ankommt. Mal sehen.
Momentan fehlt hierzulande der Wille große klinische Studien zu machen. z.B. die großartig gescheiterte Prefere Studie: https://www.aerzteblatt.de/archiv/184726/PREFERE-Studie-(1)-Statt-Meilenstein-ein-Desaster

In Australien oder Kanada gibt es zu den onkologischen Zentren zum Teil mehrere Hunderte Kilometer anfahrt. Und da macht es einen Unterschied, ob man als Frau 6-7 Wochen Arbeit&Kinder liegen lässt für die Bestrahlung. Es gab oder vielleicht gibt daher auch noch Patientinnen, die sich bewusst für die Mastektomie entschieden haben, weil sie dann auf die Bestrahlung verzichten können.

Cor_magna
24.09.2021, 14:08
Was mich auch noch interessieren würde: Wie seht ihr die angestellte Tätigkeit als Radioonkologe im MVZ oder Praxis? Wird da gnadenlos durchgeschleust was geht, also mal kurz Hallo zum Patienten, aufgeklärt, konturiert, Bericht geschrieben und fertig, oder gibts da auch Unterschiede im Workpace?

Ich bin eher so jemand dem der Umgang mit Patienten Spass macht und kenne bislang nur die Tätigkeit in einer Klinik.

bipoka
24.09.2021, 18:26
Na die Indikation muss auch im MVZ/Praxis stimmen, sonst kriegste irgendwann Ärger mit der ärztlichen Stelle, die alle 2 Jahre zu Besuch kommt. Beide Einrichtungen: Kliniken und MVZ/Praxis haben gewissen Handlungsspielraum um "wirtschaftlich" zu arbeiten und sprich gut abzurechnen. Ist auch in jedem anderen Fachbereich so.
Das merkt man auch egal ob es eine möglichst ausgedehnte Strahlentherapie mit vielen Fraktionen ist, die jede einzeln bezahlt wird (für den MD ist es schwer sowas zu überprüfen/vllt fällt es auch nicht auf bei der Abrechnung) oder ein möglichst langer stationärer Aufenthalt, der nicht sein muss (am besten irgendwas i.v. geben und dokumentieren) oder ein stationärer Aufenhalt für einen fitten Patient mit Stereotaxie in der Hoffnung, dass nicht alles von der Kasse geprüft wird. Wenig sinnvoll, aber so läuft die "wirtschaftliche" Abrechnung.

alex1
14.10.2021, 11:46
Etwas Werbung:

Wir (Maximalversorger in der Schweiz) möchten eine(n) Assistenzärztin/Assistenzarzt voraussichtlich zum 01.02.2022 einstellen. Inserat wird demnächst online geschaltet. Falls jemand Interesse hätte, gerne per PN bei mir melden.

NitroBacter
26.12.2021, 18:07
Ich melde mich hier jetzt auch mal. Habe das Studium beendet und fange im neuen Jahr in Strahlentherapie an. Bin schon gespannt wie es wird. :-)

McLaren422
26.12.2021, 23:50
na dann herzlich willkommen! Gute Entscheidung! :)

noname2
03.01.2022, 17:04
Willkommen! In welchem Bundesland fängst du an?

NitroBacter
05.01.2022, 18:52
In Mecklenburg-Vorpommern :-)

ehem-user-25-04-2022-1131
13.01.2022, 07:48
Mal eine Frage:

Macht aus eurer Sicht ein Doppelfacharzt (Radiologie/Strahlentherapie) Sinn? V.a. später für die Niederlassung?
Ich will wahrscheinlich nach meiner abgeschlossenen FA Prüfung (Radiologie) demnächst das Fach wechseln und wieder mehr Patientenkontakte in meinen Arbeitstag einbauen :)

LG!

Leucovorin
13.01.2022, 20:07
Du musst wieder 4 (eher 4,5 -5 Jahre) Weiterbildung machen. Da geht dir wieviel Geld flöten im Vergleich zur Anstellung als Radiologe im MVZ oder OA Radiologie? Vllt 20-40k im Jahr? Also 100-200k auf die Jahre und du bist in der Rangordnung wieder ganz unten. Darfst auf die Station und Vordergrunddienste schieben, wie es üblich ist für Assis.
Du hast also fast den FA Radio fertig und plötzlich fehlt dir der Patientenkontakt??? In der Strahlen hast du viele Palliative Patienten. Auch nicht jedermanns Sache: Von der eher patientenfernen Befundung am PC in die Strahlenmedizin und dort mit Patienten über schlechte Prognosen reden und schwere Schicksale betreuen bis hin zur Sterbebegleitung. Alternativ gibt's noch die NUK.
Für mich persönlich so ein Mittelding zwischen Strahlen und Radio. Nicht ganz so dröge wie Radio, aber weniger Patientenkontakt und weniger Palli als in der Strahlen. Somit letztendlich eine persönliche Geschmacksfrage. Wenn du total unglücklich mit deinem Radio Job bist: Go for it in der Nuk oder Strahlen. Sonst schau erstmal, ob dir Angestellt im MVZ oder OA Radio nicht gefällt.

ehem-user-25-04-2022-1131
14.01.2022, 08:23
Du musst wieder 4 (eher 4,5 -5 Jahre) Weiterbildung machen. Da geht dir wieviel Geld flöten im Vergleich zur Anstellung als Radiologe im MVZ oder OA Radiologie? Vllt 20-40k im Jahr? Also 100-200k auf die Jahre und du bist in der Rangordnung wieder ganz unten. Darfst auf die Station und Vordergrunddienste schieben, wie es üblich ist für Assis.
Du hast also fast den FA Radio fertig und plötzlich fehlt dir der Patientenkontakt??? In der Strahlen hast du viele Palliative Patienten. Auch nicht jedermanns Sache: Von der eher patientenfernen Befundung am PC in die Strahlenmedizin und dort mit Patienten über schlechte Prognosen reden und schwere Schicksale betreuen bis hin zur Sterbebegleitung. Alternativ gibt's noch die NUK.
Für mich persönlich so ein Mittelding zwischen Strahlen und Radio. Nicht ganz so dröge wie Radio, aber weniger Patientenkontakt und weniger Palli als in der Strahlen. Somit letztendlich eine persönliche Geschmacksfrage. Wenn du total unglücklich mit deinem Radio Job bist: Go for it in der Nuk oder Strahlen. Sonst schau erstmal, ob dir Angestellt im MVZ oder OA Radio nicht gefällt.

Vielen Dank erstmal für die Meinung. Eine kurze Frage: Bist du in der Strahlentherapie tätig?
Mir geht es primär erst einmal um den Sinn eines Doppelfacharztes, weshalb mich natürlich die Meinung der Radioonkologen interessieren würde. Ich würde gerne beides kombinieren, da Radio in der Niederlassung nämlich einfach im Durchschnitt 8h PC-Arbeit am Stück ohne Abwechslung bedeutet.
Gerne würde ich mich auch fachlich weiterentwickeln und ich scheue eine weitere WB nicht, aber natürlich sollte die erste FA-Weiterbildung dann auch Berücksichtigung finden, z.B. in einem MVZ/Praxisgemeinschaft mit dem entsprechenden Doppel-FA. Mit Patienten und palliativer Prognose komme ich schon klar, keine Bange :-)
NuK gibt es ja mittlerweile als abgespeckte Zusatzweiterbildung für uns Radiologen, da interessiert mich jedoch die Strahlentherapie als therapeutischer Arm bisher zumindest deutlich mehr.
Ansonsten geht es natürlich in der Radiologie weiter, aber ich würde meinen Wunsch nach mehr Patientenkontakt gerne noch etwas verfolgen. Falls dies nicht möglich - ist es dann halt so