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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : in eine strahlende Zukunft- der Treffpunkt für Radioonkologen



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rek56
16.09.2018, 12:54
Auch ich bin „Quereinsteiger“ aus der Inneren. Tatsächlich vermisse ich manchmal noch das Grübeln über EKG’s und den Kick, den Notaufnahme und Intensivstation mit sich bringen.
Um aber mal das „Big Picture“ zu bemühen: Am Ende sind die Unterschiede zwischen (klinischen) Fächern doch marginal: Auch in der Radioonkologie bin ich täglich im direkten Menschenkontakt und trage für die Behandlung meiner Patienten Sorge. Es ist am Ende eine genauso „urärztliche“ Tätigkeit wie die Arbeit als Internist, Neurologe, Anästhesist oder Chirurg. Ob du dein Leben lang nun endoskopierst, punktierst, sonographierst oder operierst: Die Befriedigung kommt dann, wenn du in einer Sache richtig gut wirst. Und auch in der Strahlentherapie kannst du richtig gut werden, denn vom ersten Schritt der Planung bis zur letzten Bestrahlungssitzung gibt es unendlich viele Dinge zu optimieren.
Der große Unterschied zu den anderen Fächern aber ist: Die Tätigkeit ist enorm verträglich mit deinem Sozialleben! Ich genieße das nahezu überstundenfreie Arbeiten und die Dienste sind im Vergleich zur Inneren ein Traum. Und das alles nicht etwa in einer beliebigen Wald-und Wiesenpraxis, sondern in den Sphären einer Uniklinik am „Puls der Zeit“. Meiner Meinung nach hat die Strahlentherapie damit unter den Fächern der direkten Patientenversorgung ein Alleinstellungsmerkmal, das unschlagbar ist.

alex1
24.10.2018, 07:34
Hallo! Bin auch seit mehr als 10 Jahren in der Strahlentherapie, super Fach!

Failstream
14.11.2018, 00:10
Liebe Strahlis,

Vielleicht blöde Frage, Aber....
Habt ihr (schon/noch) einen Durchblick, welche Strahlenschutzkurse/andere L
Kurse man während der Assistenzarztzeit vor dem Facharzt insgesamt so gemacht haben muss?

Hab diesen dreitägigen "Kenntnis- und Grundkurs im Strahlenschutz nach RöV und StrlSchV" gemacht, aber es gibt ja noch eine Millionen "Spezialkurse" (Röntgendiagnostik, Teletherapie,Brachytherapie; mehr für mich Relevantes konnte ich auf Anhieb grad nicht finden).. muss man die haben bzw. Sollte man die auch zu Beginn der Assistenzarztzeit schon machen?

Ich danke euch jetzt schonmal für eure Hilfe.

Liebe Grüsse

noname2
19.11.2018, 16:22
Verpflichtend musst du dann nur noch Spezialkurse Brachy- und Teletherapie machen (gibt es zusammen in 5 Tagen), wenn du Kenntnisse und Grundkurs schon hast (dürfen nicht älter als 5 Jahre sein). Und diese Kurse besser zu zeitig als zu spät absolvieren, damit es hinten raus nicht zu Verzögerungen mit der Facharztprüfung kommt. Zum Beginn der Weiterbildung brauchst du die aber noch nicht, kannst du dann wärend dessen machen.
Im Zweifel bei solchen Sachen immer in der Ärztekammer nachfragen.

noname2
19.11.2018, 16:24
Hat jemand Gedächtnisprotokolle von Facharztprüfungen (und ggf. Fachkundeprüfungen)?

alex1
10.12.2018, 06:46
Hat jemand Gedächtnisprotokolle von Facharztprüfungen (und ggf. Fachkundeprüfungen)?

Ich wurde zu ProstataCa und RektumCa befragt.
Wir sprachen über Dosis/Fraktionierung in der primären Therapie des ProstataCa, ADT (wann, wie lange?), mögliche Toxizitäten. Dann ging's rüber in die adjuvante / Salvage Therapie.
Beim RektumCa habe ich ein CT-Bild vorgelegt bekommen, wir sprachen über neodajuvante Therapie (Zielvolumen, Dosis, CTx), dann Vergleich neoadjuvant vs. adjuvant.
Es war ziemlich angenehm insgesamt, mehr ein Gespräch als eine Prüfung. Teilweise debattierten wir in Gebieten wo die Antworten nicht abschliessend geklärt sind (z.B. 45 vs. 50.4 Gy bei RektumCa neoadjuvant).
Ganz zum Schluss gab's noch ein bisschen Strahlenschutz. Kategorien strahlenexponierter Personen, Überwachung während Schwangerschaft und das war's dann schon.
Das war in der Bayerischen Landesärztekammer und das Ganze lief vor knapp 9 Jahren. :-)

noname2
13.12.2018, 16:14
Das klingt wirklich nach einer fairen Prüfung.

pro
08.01.2019, 12:12
Nach langem Abwägen über die Strahlentherapie habe ich im kommenden Monat endlich Zeit, um 2-3 Hospitationen durchzuführen.
Kennt sich jemand mit den Häusern im Ruhrgebiet aus? Gerne auch per Privatnachricht. Vielen Dank übrigens über die ermunternden Antworten hier.

daCapo
27.01.2019, 17:19
Einfach ausprobieren

daCapo
27.01.2019, 22:17
Noch eine Frage an die schon entschlossenen Radioonkologen: wie wird bei euch das Herz konturiert? Also welche Einzelteile?

Bei uns ist institutsstandard das Herz als ein Organ (also nicht LV, RV, Atrium oder gar RIVA) zu konturieren inkl. perikardiales Fett



Hat jemand Gedächtnisprotokolle von Facharztprüfungen (und ggf. Fachkundeprüfungen)?

Ja habe ich, falls noch Bedarf besteht PM an mich

pro
28.01.2019, 17:53
Sind Sie vielleicht in NRW?

daCapo
02.02.2019, 22:47
Ja, grundsätzlich würde ich jedem raten (sofern die Zeit/Möglichkeit besteht) einen Tag zu hospitieren und sich die Rotationspläne zeigen zu lassen und den möglichen Kollegen an den Arbeitsplätzen zu reden.



Kennt sich jemand mit den Häusern im Ruhrgebiet aus? Gerne auch per Privatnachricht. Vielen Dank übrigens über die ermunternden Antworten hier.

Es gibt es (großzügig Ruhrgebiet) Mülheim (Evang. Krankhaus), Bochum , Praxis Uhlenbrock Dortmund , Uni Düsseldorf, Wuppertal (Helios), Gelsenkirchen (Evang. Krankhaus). Auch gibt es noch zahlreiche Praxen und as WPE, die sich aber primär an Fachärzte richten oder fortgeschrittene Assistenten (am besten Stations- und Brachytherapiezeiten). Einfach anschauen und hospitieren

nina_0204
10.11.2019, 11:39
Hi,
ich wollte mal Fragen, wie der Umgang mit Schwangeren in euren Abteilungen ist. Stationsarbeit ist ja aufgrund der Zytostatika nicht machbar, aber Ambulanz und Planung sollten doch möglich sein oder?
LG

daCapo
10.11.2019, 12:40
Bei uns hat eine schwangere Mitarbeiterin auf der Station gearbeitet, es musste der Kollege Blutabnehmen, Viggos, Chemo, Bluttransfusion, Dienste übernehmen. Es blieben Visite/Aufnahmen und Briefe schreiben.

Die andere schwangere Kollegin hat in der Ambulanz gearbeitet, sie litt sehr unter Übelkeit und konnte nur unregelmäßig kommen.
Am Ende des Mutterschaftsurlaub sind öfter Kolleginnen gekommen zur Planung (Konturierung).

Grundsätzlich sind Ambulanz/Planung wahrscheinlich die besten Arbeitsplätze für Schwangere. Es gibt strenge Vorschriften (die auch gerne in der Fachkundeprüfung gefragt werden).
Hier ein Merkblatt: https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/R/reaktorsicherheit/Downloads/MerkblattSchwangereMA.pdf?__blob=publicationFile&v=2

Die genauen Vorgaben macht der jeweilige Arbeitgeber/Betriebsarzt.

flieger33
23.11.2019, 09:01
Mal eine andere Frage:

Ich bin gerade am Überlegen, welche Fachrichtung ich machen soll. Durch eine sehr gute Famulatur und mein onkologisches/bildgebendes Interesse steht gerade die Strahlentherapie an erster Stelle.

Wie seht ihr die Zukunft der Strahlentherapie im Hinblick auf verbesserte Computertechnologien und stetig verbesserte medizin-onkologische Möglichkeiten?

alex1
23.11.2019, 13:27
1. Die Bevölkerung wird älter, der Bedarf an onkologischen Behandlungen wird wachsen.

2. Klar, die med. Onkologie macht grosse Fortschritte, aber die Radioonkologie hat nur wenig Felder "verloren" bzw. weniger inne heutzutage: Seminom Stadium I, PankreasCa, Hodgkin-Lymphome beispielsweise. Dafür wächst der Kuchen in anderen Ecken weiter: Oligometastasen, immunmodulatorische Bestrahlung, usw. Auch das Feld der benignen Indikationen wächst eventuell die nächsten Jahre: therapieresistente ventrikuläre Tachykardie, funktionelle Radiochirurgie.

Meines Erachtens wird Krebs nicht durch irgendein Wundermedikament jemals geheilt werden. Krebs wird mehr und mehr zu einer chronischen Erkrankung werden und wir werden als Radioonkologen weiterhin unseren Platz haben.

McLaren422
23.11.2019, 20:23
ich reihe mich hier auch mal ein. :) Bin zwar (noch) kein Radioonkologe, aber das Fach steht bei mir recht weit oben. Bin grad im PJ. Noch in Frage kämen Radio (diagnostische) und Nuk. Radio fliegt aber immer mehr raus bei mir, ist zumindest die aktuelle Tendenz. Eventuell ändert sich das ja wieder, wenn ich mein Wahlfach in Radio rum hab.
Die Famulatur in der Radioonkologie hat mir ganz gut gefallen, auch wenn ich außer Risikoorgane einzeichnen nicht viel machen konnte.
Mal gucken, wo die Reise mit mir hingeht! :)

flieger33
24.11.2019, 08:22
@Alex1 vielen Dank für deine Antwort! :-)

Wie schätzt du den zukünftigen Stellenwert der Automatisierung mittels KI in der Strahlentherapie ein (Automatische Konturierung, automatische Bilderbefundung)?

-pixel
24.11.2019, 08:59
Ich bin zwar kein RadioOnkologe, schreibe da aber meine Diss.. die KI nimmt dir im besten Fall die Konturierung ab, die letztendliche Freigabe wird sie denke ich definitiv nicht ersetzen. Dadurch spart man zwar teils echt viel Zeit, überflüssig wird der Arzt deswegen nicht.. zurzeit ist das Neuste bei mir, dass es so langsam mal Tablets und TouchScreens zum Konturieren gibt, bis da ne KI wirklich was macht dauert das bestimmt noch..^^

anignu
24.11.2019, 10:06
@Alex1 vielen Dank für deine Antwort! :-)

Wie schätzt du den zukünftigen Stellenwert der Automatisierung mittels KI in der Strahlentherapie ein (Automatische Konturierung, automatische Bilderbefundung)?
Das ist doch quasi die gleiche Diskussion wie in https://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?102735-Diagnostische-Radiologen-in-10-Jahren-nicht-mehr-gebraucht-Thema-KI