Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Seid ihr gegen Grippe geimpft?
Wollte hier mal fragen, wie ihr mit Nicht-Impfern im Kollegenkreis oder in der Pflege umgeht? Bei uns (IMC+ITS) ist der Großteil des Pflegepersonals GEGEN Impfen.
Ich habe schon eine kurze, einfach strukturierte Fortbildung nach der Frühbesprechung zu dem Thema Grippeimpfung, Nutzen+Nebenwirkungen vs. Risiko einer Grippeinfektion gehalten, weil ich dachte, dass es sich bei der Pflege um Unwissen handelt. Es ist aber pure Ignoranz. Die Leute sind zu dumm und werfen Grippe/gripp. Infekt gerne weiterhin in einen Topf, reden Risiken und vorgestellte Studienergebnisse runter, obwohl wir letztes Jahr sogar zwei relativ junge Patienten ohne Vorerkrankungen mit einem mass. resp. Versagen bei Grippeinfektion verloren haben.
Es sprechen also Evidenz und eigene Erfahrung für eine Impfung und sie machen es dennoch nicht, auch die jungen, die noch nicht im beschränkten "noch nie so gemacht"-Modus sein sollten. Ich verzweifel langsam an so viel Idiotie und finde das bei med. Fachpersonal extrem bedenklich.
Hat jemand Tipps wie man damit umgehen sollte?
Feuerblick
04.11.2018, 14:25
Ich würde nichts weiter tun. Du hast dein Möglichstes gegeben und solange von der Chefetage nicht eine entsprechende Direktive kommt (entweder Impfung oder runter von ITS/IMC), ist die Impfung freiwillig. Es sind erwachsene Menschen. Du kannst nicht alle retten... :-nix
WackenDoc
04.11.2018, 14:39
Man kann höchstens noch den Betriebsarzt bitten, die Belegschaft im Rahmen einer Fortbildung aufzuklären.
Aber die meisten wird man damit nicht bekommen (auch wenn mangelnde Aufklärung ein Riesenproblem ist). Ein Großteil der Pflege pflegt das Impfgegnertum (und auch sonstigen Schwurbel) als Teil des eigenen Egos als Abgrenzung gegen die Ärzteschaft.
https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/IfSG/Gesetze/Aenderungen_des_IfSG_durch_das_PraevG.pdf?__blob=p ublicationFile
Eine Impfung gegen Grippe ist gemäß des InfSchG ziemlich schwammig.
In den USA müssen aber z.B. ungeimpfte Mitarbeiter von Krankenhäusern in der Saison dauerhaft Mundschutz tragen.
Leider hofiert Spahn ja aktuell die Pflege massiv, so dass wir auch nicht mit einer Impfpflicht in seiner Amtszeit rechnen können oder auch mit einer Verschärfung der bisherigen Regelungen für Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeheimen etc.. Das Thema ist offenbar komplett vom Tisch.
Ein Großteil der Pflege pflegt das Impfgegnertum (und auch sonstigen Schwurbel) als Teil des eigenen Egos als Abgrenzung gegen die Ärzteschaft.
Entschuldige, aber kannst Du bitte mal Deine unreflektierten Pauschalurteile überdenken?
Nur weil Du ein Problem mit der Berufsgruppe hast, solltest Du nicht pauschal alle diffamieren. Wie wäre es mal mit einer Traumatherapie?
tragezwerg
04.11.2018, 17:38
In meinem Arbeitsumfeld sind gerade die Pflegekräfte auf Intensiv besonders vehemente Grippeimpfbefürworter. Da hapert es eher an meinen ärztlichen Kollegen.
WackenDoc
04.11.2018, 18:07
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/71697/Grippe-Niedrige-Impfquote-bei-Klinikaerzten-Pflegekraeften-und-therapeutischen-Berufen
Die niedrigen Impfquoten der Pflegekräfte sind immer wieder Thema. Und in sozialen Netzwerken fallen immer wieder Pflegekräfte mit 1. Impfgegnertum und 2. das Propagieren von diversem Schwurbel auf.
Hab den verlinkten Artikel jetzt nur schnell überflogen aber wenn ich das richtig sehe, schenken sich Pflegekräfte und Ärzte beim Nicht-Impfen nichts. :-nix
WackenDoc
04.11.2018, 18:20
Nein, das suggeriert nur der Titel. Die Impfquote war bei den Ärzten besser. Ärzte 56%, Pflege 35% UND es wurde nach den Gründen für das Nichtimpfen gefragt- bei den Ärzten eher Zeitmangel und organisatorische Gründe, bei den Pflegekräften Angst vor Nebenwirkungen und therapeutische Berufe (waren nochmal extra) sahen die Grippe als nicht so gefährlich an und sahen deswegen keinen Grund für die Impfung.
Zitat einer Krankenschwester in meinem Inneretertial im PJ: "Jetzt habe ich mich gegen Grippe impfen lassen und trotzdem eine Bronchitis bekommen" und im Internet eine Altenpflegerin, die regelmäßig Impftermine absagt, indem sie den Arzt anlügt, dass die Bewohner erkrankt seien.
Welches unbelehrbar menschenfeindliche Arschloch lässt sich denn aus Zeitmangel nicht impfen? ;-)
Srsly, get you arguments straight. Sau unsympathisch.
Man kann höchstens noch den Betriebsarzt bitten, die Belegschaft im Rahmen einer Fortbildung aufzuklären.
Aber die meisten wird man damit nicht bekommen (auch wenn mangelnde Aufklärung ein Riesenproblem ist). Ein Großteil der Pflege pflegt das Impfgegnertum (und auch sonstigen Schwurbel) als Teil des eigenen Egos als Abgrenzung gegen die Ärzteschaft. [...]
[...] es wurde nach den Gründen für das Nichtimpfen gefragt- bei den Ärzten eher Zeitmangel und organisatorische Gründe, bei den Pflegekräften Angst vor Nebenwirkungen und therapeutische Berufe (waren nochmal extra) sahen die Grippe als nicht so gefährlich an und sahen deswegen keinen Grund für die Impfung. [...]
Die Pflege; Egozentriker, bis zur Unaufklärbarkeit dumm oder eben doch das genaue Gegenteil; ein Aufklärungsproblem? Das ist ein Unterschied.
Und in sozialen Netzwerken fallen immer wieder Pflegekräfte mit 1. Impfgegnertum und 2. das Propagieren von diversem Schwurbel auf.
Und aufgrund von Aussagen einzelner diffamierst du einen ganzen Berufsstand? Sag mal, geht's noch? Kommst Du nur mit simplen Feindbildern zurecht?
Ich find nicht, dass es was mit diffamieren zu tun hat...die Zahlen aus dem Artikel scheinen ja so zu stimmen...also sind es in dieser - zugegeben einen Betrachtung - FAKTEN
Choranaptyxis
04.11.2018, 19:47
In den USA müssen aber z.B. ungeimpfte Mitarbeiter von Krankenhäusern in der Saison dauerhaft Mundschutz tragen.
Den Rest mal außen vorgelassen, war in Riga genauso geregelt, krankenhausintern. Auch wir Studenten mussten bei fehlendem Imfpschutz mit Mundschutz rumlaufen, sobald die Grippe dort als endemisch galt. War zwar unbequem, aber völlig verständlich.
Ich find nicht, dass es was mit diffamieren zu tun hat...die Zahlen aus dem Artikel scheinen ja so zu stimmen...also sind es in dieser - zugegeben einen Betrachtung - FAKTEN
Die Zahlen meine ich auch nicht, aber die Schlußfolgerung, daß der Großteil der Pflegekräfte aus ideologischen Impfgegnern und Esoterik-Schwurblern besteht.
WackenDoc
04.11.2018, 19:53
http://dok.sonntagszeitung.ch/2015/spitalgrippe/
https://www.zuonline.ch/ueberregional/Zahl-der-Impfgegner-in-den-Spitaelern-schrumpft--nur-nicht-im-Unispital/story/11629416
Hier zwei Artikel aus der Schweiz. Wobei sich da auch die Ärzte nicht mit Ruhm bekleckert haben.
Vielen Dank für eure Rückmeldungen insbesondere an Wacken für die Literaturverweise. Ich weiß nicht, warum Wacken so angegangen wird, die Fakten liegen doch auf dem Tisch und entsprechen auch ziemlich genau meiner persönlichen Erfahrung an mehreren Krankenhäusern + Famulaturen/PJ damals. Wenn es Gegenbeispiele gibt ist das sehr erfreulich, aber kein Grund, diejenigen, die Mängel aufzeigen so anzuranzen. Ich weiß nicht, warum das Misstrauen und die Abwendung von der durch die Pflege täglich umgesetzten "Schulmedizin" kommt. Mir kommen auf ITS die Schwestern auch immer wieder mit so einem Unsinn wie Bachblütentherapie ohne jegliche Bereitschaft, den Placeboeffekt anzuerkennen.
Ich sehe das als ernsthaftes Problem, wenn Leute, die mit der Pflege unserer Patienten betraut sind, insgeheim derart adverse Grundüberzeugungen hegen. (Trifft natürlich genauso auf betreffende Ärzte zu, aber wir reden ja gerade über die Pflege und deren prozentuale Durchimpfungsrate ist nunmal überall signifikant schlechter). Konsequenz? Offenbar keine, weil Pflegemangel.
Absolute Arrhythmie
05.11.2018, 06:28
Es grenzt schon ein bisschen an Irrsinn, eine Berufsgruppe mit einer Millionen Mitgliedern über einen Kamm zu scheren und als esoterische Schwurbler mit Identitätsproblemen darzustellen ;-)
Und davon, was sich manche Ärzte an Schwurbel unter dem IGeL-Deckmantel leisten, ganz zu schweigen ...
zugegebenermaßen ist die Studie alles aber nicht repräsentativ..immerhin betrug die Rückläuferquote nur 21%...
Wenn man sich die Einzelheiten aber einmal anschaut können einem schon die Haare zu Berge stehen...:
"Grippe ist für mich ungefährlich",
"Impfung unwirksam",
"gutes Immunsystem" [selten sooo gelacht],
"nicht bekannt, dass Impfung notwendig ist",
"genug, wenn Kollegen geimpft sind" [Herdenschutz oder was?!]
Mit vielen der Aussagen diskreditieren sich therapeutische Berufsangehörige genauso wie Ärzte und Pflegekräfte...schlimm das so aufgeschlüsselt zu sehen!!!
und @morgoth: für den mündigen Patienten gibt es: https://www.igel-monitor.de/igel-a-z.html
Wobei die Wirksamkeit der Influenza-Vacchine tatsächlich selten über 40% kommt, bei durchaus vorhandenen UAW. Von dem her muß da schon jeder für sich selber abwägen, ein Impfzwang zur Grippeimpfung wäre meiner Ansicht nach ein unzulässiger Eingriff in die Persönlichkeitsrechte einzelner, und sind sie noch so bekloppt.
Wir reden hier nicht von Masern.
Die Rückläuferquote ist auch nicht das einzige Problem; zwei Unikliniken im Osten, da könnte man ja glatt die Schweiz heranziehen (pun intended). Es gibt besser erhobene, tatsächlich grob ähnliche Zahlen wie in der Pilotstudie, der letzten Saison im Epidemiologischen Bulletin 32/2018 (https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2018/Ausgaben/32_18.pdf?__blob=publicationFile).
Davon ab, was ist an Missverständnissen diskreditierend? Das ist ein Lösungsansatz, der sich sich nicht mit dem Geschwafel von Geschwurbel, Minderwertigkeitskomplexen, Pflegenotstand-Verschwörungstheorie und ganz ausdrücklich nicht mit vertaner Aufklärung deckt - das bleibt eine diffamierende Verkennung echter Probleme.
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