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Echinococcus
11.07.2019, 11:02
https://www.healthrelations.de/in-diesen-fachgebieten-herrscht-der-groesste-mangel-an-aerzten/

Und ich denke mir wieder: alles richtig gemacht :D

nie
11.07.2019, 11:44
Wow, ich hab grade den Thread gelesen und bin echt ein bisschen überrascht. Ich arbeite in einem Massenfach (Psych), nicht in Sachsen, bin kein FA... hab trotzdem FA Stufe 2 Gehalt rausverhandelt und natürlich einen unbefristeten Vertrag. So wie alle Assis den bei uns bekommen, ohne explizit nachzufragen. Ich dachte echt das macht heut jeder so. Gott sei Dank les ich das jetzt erst, und nicht vor meinem Termin mit dem Geschäftsführer, sonst hätte mich sicher der Mut verlassen...

Warst du denn Anfänger oder hattest du schon Berufserfahrung/bestimmte Qualifikationen?

Es sagt ja keiner, dass man als Arzt nicht sein Gehalt oder gewisse Konditionen nachverhandeln kann. Nur wenn man etwas fordert, muss man eben auch was bieten können. Als Anfänger ohne besondere Qualifikationen daher kommen und direkt mal übertarifliches Gehalt einfordern ist halt schon mutig. Wobei auch das sicher in manchen Häusern klappen kann. Da stelle ich mir nur die Frage ob das dann Häusern sind, in denen man unbedingt arbeiten will. Ist ja nicht so als würden die Top-Stellen mit guten Arbeitsbedingungen und organisierten Weiterbildung nur so auf der Straße liegen und darauf warten, dem durchschnittlichen Anfänger übertarifliches Gehalt zu zahlen. Man muss halt einfach auch mal ein bisschen in der Realität bleiben.

WackenDoc
11.07.2019, 17:01
Private Consultingfirma- finde den Fehler.

John Silver
11.07.2019, 17:40
Die Daten dieser Consultingfirma passen hier gar nicht.

Erstens berechnen sie nur Fachärzte. Zweitens machen sie einfach einen Index aus der Anzahl der Stellenanzeigen, die öffentlich zugänglich sind, und der Gesamtzahl der Fachärzte der jeweiligen Disziplin; heißt im Klartext, dass sie nur berechnen, wieviele Leute sich theoretisch auf eine bestimmte ausgeschriebene Stelle bewerben könnten. Dieser Index ist nur sehr bedingt aussagekräftig. Eine Schwachstelle liegt z.B. darin, dass nicht berücksichtigt wird, dass in „großen“ Fächern zwar potentiell mehr Bewerber herumlaufen, aber eben auch viel mehr Stellen bereits besetzt sind (Hygieniker oder Betriebsärzte gibt es zwar deutlich weniger, als z.B. Chirurgen, aber es existieren auch viel mehr chirurgische Stellen, die bereits besetzt sind). Ferner berücksichtigt der Index nicht, dass „große“ Fächer mittlerweile stark ausdifferenziert sind, wodurch die Zahl der potentiellen Bewerber in diesen Fächern je nach Spezialisierung der Stelle deutlich kleiner ausfällt.

In der vorliegenden Diskussion helfen diese Zahlen also kaum weiter. Ich denke, dass man sich einfach darauf einigen kann, dass man auch als Anfänger in der heutigen Situation durchaus nach mehr Geld, also z.B. eine höhere Einstufung in der Tabelle, fragen kann; man sollte aber nicht allzu enttäuscht sein, wenn man diesbezüglich einen Korb bekommt, weil man als Arzt in Weiterbindung überhaupt, und als Anfänger insbesondere eben einen deutlich geringeren Stellenwert im Vergleich zu einem Facharzt/Oberarzt hat, und damit die Chefs, und noch mehr die Verwaltungen, eher nicht davon angetan sind, mehr zu zahlen.

WackenDoc
11.07.2019, 18:15
Betriebsmedizin ist eh ein Sonderfall. Komplette Anfänger gibt es quasi nicht wegen den 2 Jahren Innere/Allgemeinmedizin. Aber auch dann ist es schwierig für einen Anfänger höheres Gehalt auszuhandeln. Manche AG zahlen nicht einmal die Kurse (üblicherweise die kleinen Praxen). Mehr Gehalt kann man durch höhere Zahlen und auch Kundenzufriedenheit bekommen- je nach AG.

tarumo
11.07.2019, 19:00
Finde ich ne sehr gute Anmerkung, dass dich der Mut verlassen hätte. Genau das hier suggeriert dir nämlich nicht wenige Beiträge: du hast eh keine Chance (ergo, brauchst du nicht fragen). Absolut toxisch und kontraproduktiv für den einzelnen, aber auch für Ärzte als Gesamtheit, da man so Verhandlungsmacht verschenkt. DKG freut sich.
.

Bei den einen mag es blanker Neid sein. Die anderen müssten sich halt eingestehen, sich nie richtig um berufspolitische Belange gekümmert zu haben (unkommentiert Geld an die Schnittchenesser vom MB zu überweisen, zählt nicht) und bleiben lieber beim "betreuten Denken". Irgendjemand wird sich schon kümmern...und ändern kann man eh nix...bla...
Ich sehe mich übrigens in meiner Hypothese bestätigt, daß die abgeschlossenen Tarifverträge keineswegs den "Marktwert" von Ärzten wiederspiegeln, egal auf welcher Stufe.
Das extra Geld kann man übrigens prima in eine Altersvorsorge stecken, mit 200-300 EUR kommt man da schon recht weit. Aber auch da müßte man das "betreute Denken" verlassen. Andernfalls könnte auch der Aufschlag recht heftig werden...

tarumo
11.07.2019, 19:04
P.S. der Strahlenschutz Grundkurs kann man bereits als Anfänger absolvieren.

Bevor es OT wird: die Kurse kann und soll man auch als Anfänger absolvieren, die je nach Fach notwendige Sachkundezeit läuft aber erst ab dann, d.h. bis zur ersten erteilten Fachkunde sind schon ein paar Monate rum. Deswegen kann man sich als Ersteinsteiger darauf schlecht berufen.

John Silver
11.07.2019, 20:01
Der einzige Grund für einen blutigen Anfänger, mehr Geld zu fordern, ist und bleibt die Bewerbung in einer Klinik, welche unter einem so krassen Mängel an Ärzten leidet, dass schon gute Deutschkenntnisse dem jeweiligen Chefarzt Freudentränen in die Augen treiben.

Federgt
11.07.2019, 23:25
Ja, denke auch bei den Tarifverträgen wäre deutlich mehr drin. Aber wiederum sieht man ja hier, dass bereits der Glaube bzw. Vorstellungskraft fehlt.



Der einzige Grund für einen blutigen Anfänger, mehr Geld zu fordern, ist und bleibt die Bewerbung in einer Klinik, welche unter einem so krassen Mängel an Ärzten leidet, dass schon gute Deutschkenntnisse dem jeweiligen Chefarzt Freudentränen in die Augen treiben.

Man ignoriere all die anderen Beiträge und genannten Argumente und formuliere den eigenen Punkt als alternativlos. Glückwunsch, Kommentar kann unter jedem Spiegel Artikel stehen. Aber wieso was ändern? Haben wir schon immer so gemacht.

anignu
12.07.2019, 00:10
Man ignoriere all die anderen Beiträge und genannten Argumente und formuliere den eigenen Punkt als alternativlos. Glückwunsch, Kommentar kann unter jedem Spiegel Artikel stehen. Aber wieso was ändern? Haben wir schon immer so gemacht.
Man ignoriere alle Beiträge von Federgt, Silent1 und tarumo und schon ist das ganze Thema um 15 Seiten kürzer und die Argumentation ausschließlich in genau die andere Richtung die diese drei Leute die ganze Zeit propagieren.
Aber das ist Internet. Einfach die Mehrheit so lange mit Schwachsinn überschütten bis die Mehrheit keinen Bock mehr hat zu schreiben und dann glauben die Leser noch, dass der Schwachsinn stimmt. Klassisches Trollverhalten.

Wird eigentlich auch noch inhaltlich irgendwas gesagt oder kann ein Moderator dann mal ein Schloss dran machen?

Apropos @tarumo und @Federgt: man kann auch mehrere Themen in einem Beitrag unterbringen, dann braucht man nicht gleichzeitig mehrere Beiträge hintereinander schreiben um irgendwie zu suggerieren dass es mehr posts in eure Richtung gibt. Aber wenn einem halt die Argumente fehlen... stimmt. das ist dann ja
alternativlos

tarumo
12.07.2019, 01:59
Der einzige Grund für einen blutigen Anfänger, mehr Geld zu fordern, ist und bleibt die Bewerbung in einer Klinik, welche unter einem so krassen Mängel an Ärzten leidet, dass schon gute Deutschkenntnisse dem jeweiligen Chefarzt Freudentränen in die Augen treiben.

Ja, richtig. Das war eine der Aussagen hier. Und so ist es ja durchaus. 40% der Weiterbildungsassistenten in NRW haben keinen deutschen Pass, an einigen Kliniken im Bereich der ÄKWL bis zu 80%. Die Alternative ist, daß die Stelle gar nicht besetzt ist (auch hierfür gibt es genug Beispiele im Forum).
Ich denke, daß ab einer gewissen Masse und Organisationsgrad der neuen KollegInnen diese auch gewisse Privilegien durchsetzen werden, und zwar nicht über mimimi im Internet oder einen zahnlosen MB, sondern auf parlamenentarischem Weg (religiöse Diskriminierung als Argument zählt da immer gut). Dienstbefreiung an Ramadan wäre zum Beispiel denkbar, wenn die "Kartoffeln" sich nicht einig sind, sollen sie gefälligst auch mehr arbeiten. Der Jetztzustand, daß einigen nichtdeutschen KollegInnen pro Jahr z.B. zwei Heimatflüge spendiert werden, stellt ja auch eine übertarifliche Vergütung dar. In 10 Jahren hole ich den thread hier nochmal hoch.

Silent1
13.07.2019, 10:44
Wenn ich nach Schichtsystem, Diensten (Anzahl, Einstufung) und Überstunden frage: soll ich mir das schriftlich geben lassen (vielleicht haben die ja ein Formblatt hierfür?) oder wird das nur mündlich gesagt? wenn diese dinge nur vage im vertrag angerissen werden, wäre es sicherlich schon besser, das ganze schriftlich zu hause zu haben.

ist jemandem noch etwas eingefallen, was ich noch fragen könnte?

WackenDoc
13.07.2019, 10:52
Dein Ernst? Bitte sag mir, dass das nicht dein Ernst ist????

davo
13.07.2019, 11:10
Ich würde einfach die Assistenzärzte fragen, mit wieviel sie netto nach Hause gehen. Viel aussagekräftiger als unzählige Berechnungen durchgehen zu müssen. Dadurch hast du die Anzahl und Einstufung der Dienste und die Anzahl und Bezahlung der Überstunden automatisch mit berücksichtigt. (Hat aber natürlich den großen Nachteil, dass es auch durch Steuerklasse, Kinder, Kirchensteuer usw. beeinflusst wird.)

Die tatsächliche Anzahl der Dienste (fernab der Theorie der Chefärzte) und das Dienstmodell siehst du ja am Dienstplan, den ich mir immer anschauen würde. Nach der Zahl der tatsächlich geleisteten Überstunden kannst du auch die Assistenzärzte fragen, obwohl die sich oft gar nicht bewusst sind, wieviele Überstunden sie eigentlich machen.

Bei der Psychiatrie solltest du insbesondere auch nach der Arbeitsbelastung in den Diensten fragen, denn die kann von fast nicht vorhanden bis sehr extrem (z.B. wenn du in der Nacht der einzige Assistenzarzt für eine Fachklinik mit ein paar hundert Psych-Betten in einer Region mit vielen akuten Erregungszuständen/Intoxikationen bist) reichen. Extrem unterschiedlich je nach Arbeitgeber.

Kackbratze
13.07.2019, 11:31
wenn diese dinge nur vage im vertrag angerissen werden, wäre es sicherlich schon besser, das ganze schriftlich zu hause zu haben.

Lass entweder ein Tonband beim Gespräch mitlaufen oder verlange, dass das Gespräch mitgeschrieben wird von z.B. der Chefsekretärin und Du eine Kopie haben willst.

WackenDoc
13.07.2019, 12:06
Braaaatzeeeeee- bring ihn nicht auf dumme Ideen. Der macht das noch wirklich.

John Silver
13.07.2019, 12:23
Man ignoriere all die anderen Beiträge und genannten Argumente und formuliere den eigenen Punkt als alternativlos. Glückwunsch, Kommentar kann unter jedem Spiegel Artikel stehen. Aber wieso was ändern? Haben wir schon immer so gemacht.

Man glaube nur, man sei irgendwie „aus der Wirtschaft“ o.ä. kommend, und schon weiß man alles über Gehaltsgrenzen etc. Als LOA bin ich bei Vorstellungsgesprächen dabei; wenn einer wie Du kommt und meint, als blutiger Anfänger schon mal übers Geld zu verhandeln, wird er bei mir leer ausgehen. Strahlenschutzgrundkurs absolviert? Nett, aber wertlos, da sich dadurch nichts ändert. Der Assi mit diesem Grundkurs kann auch nicht mehr als andere. Fremdsprachenkenntnisse? Nett, aber wertlos. Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil, wenn man dadurch eine bestimmte Klientel bedienen kann, z.B. reiche Araber oder russisch- oder türkischsprachiges Klientel der entsprechendsprachigen Niedergelassenen - aber das kann man nur als Facharzt, denn zu einem blutigen Anfänger kommen keine Araber und schicken keine Hausärzte. Kann eine Webseite programmieren? Sowas von wertlos usw.

Ich erspare mir weitere Argumente, und sage nur noch das: Zeig mir ein Scan, geschwärzt meinetwegen, eines Vertrags in einer guten Klinik und einer beliebten Gegend, in welchem Du als Anfänger für Dich ein AT-Gehalt ausgehandelt hast. Dann nehme ich alles zurück. Ansonsten bist Du nichts weiter als ein herumtheoretisierender Dummschwätzer, wohl noch keinen Tag als Assi gearbeitet, aber schon mal die Fresse aufreißen.

Silent1
13.07.2019, 12:30
@davo: und wenn der Chef mir nur kurz die station zeigt und ich keine Möglichkeit habe mit den assis zu reden? kenne die Klinik nicht..

Feuerblick
13.07.2019, 12:40
Himmel, es wird einen Tarifvertrag geben oder man wird dir sagen können, an wessen Tarifvertrag angelehnt man bezahlt. Dann brauchst du nur noch fragen, in welcher Stufe eure Bereitschaftsdienste eingestuft sind und einen oder zwei Assistenten, wie viele Dienste im Monat anfallen. Punkt.
Und wenn du die Klinik während des Gesprächs in Betracht ziehst, bittest du um eine Hospitation. Ich an deiner Stelle hätte es mit dem Vorstellungsgespräch verbunden... aber jeder, wie er mag.

Heerestorte
13.07.2019, 12:59
Bin ich froh, dass ich mir so nen Stress ersparen kann bzw das erst machen muss, wenn ich längst Facharzt bin :-))