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Jukka666
27.07.2019, 11:51
Wobei ich es zumindest auch schon erlebt habe, dass Kollegen aus Osteuropa mit „Berufserlaubnis“ genau die gleiche, wenn nicht gar mehr, Arbeit erledigen, aber deutlich unter Tarif bezahlt wurden. Ist das nicht schon traurig?
WackenDoc
27.07.2019, 12:16
Ja, so einen Kollegen habe ich auch kennengelernt. Ziemlich arme Socke. Eigentlich immer mit einem Bein im Knast. Hat sich aber nicht getraut aufzumucken aus Angst, wieder heimgeschickt zu werden.
Der konnte so schlecht Deutsch am Anfang, dass er die telefonischen Anweisungen der Oberärztin nicht verstanden hat. Trotzdem musste er recht schnell Hausdienste incl. Intensiv machen. Obwohl das natürlich eigentlich verboten ist.
Der saß halt jeden Abend nach Dienst auf seinem Zimmerchen und hat Deutsch und Fachliches gelernt.
Mein AG hat jetzt ein Bonussystem. Ich hab´s nicht unterschrieben. Ich will meine Arbeit so machen, wie ich es für richtig halte, ohne Jagd nach dem Bonus um mich am Ende des Jahres dann zu ärgern, dass mir vielleicht noch 10 Firmenstunden fehlen, ich dafür aber 50 Untersuchungen habe als ich bräuchte. Teilweise habe ich auch gar keinen Einfluss auf die Zahlen- wenn wir kein Assistenzpersonal haben, bekomme ich die Untersuchungszahlen nicht zusammen ohne das Restpersonal zu verbraten.
Ist denn da ein Teil des Festgehalts durch den Bonus ersetzt oder wie?
WackenDoc
27.07.2019, 17:12
Nein, wir sind Z.n. Umgliederung, es gab die Möglichkeit bis zum Ablauf der vorhandenen Verträge beim alten AG zu bleiben oder zum neuen zu wechseln. Das Gehalt ist gleich geblieben. Der Bonus ist extra. War Teil der Attraktivitätsoffensive um mehr Wechselwillige zu finden.
Sind Boni die an Untersuchungszahlen und durchgeführte OPs etc gekoppelt sind in Deutschland überhaupt erlaubt?!
Sind Boni die an Untersuchungszahlen und durchgeführte OPs etc gekoppelt sind in Deutschland überhaupt erlaubt?!
Bei Uschi bestimmt... :-).....achnee...ist ja jetzt AKK
WackenDoc
28.07.2019, 07:12
Ich arbeite nicht mehr bei AKK. Ja, ist bei meinem Arbeitgeber erlaubt, wir haben aber keine OPs und die Untersuchungen (bzw. heisst ja Vorsorgen) sind eh gesetzlich vorgegeben.
Autolyse
28.07.2019, 10:11
Bei Uschi bestimmt... :-).....achnee...ist ja jetzt AKKGranatengretel! (https://youtu.be/mIOGBzVrEYo?t=71) :-)
John Silver
28.07.2019, 19:45
Grundsätzlich sind zahlenbezogene Boni erlaubt, aber die Klinik ist gesetzlich verpflichtet, derartige Boni samt Namen der Ärzte im Quali-Bericht für alle einsehbar zu veröffentlichen. Ich habe insgesamt 8 Bonusziele, keines davon ist an bestimmte Zahlen gekoppelt.
bei einer Klinik ist es so, dass es jeden tag 2 diensthabende Ärzte gibt: einer macht nach der regulären Arbeitszeit den spätdienst (bis 20 Uhr), der andere den Nachtdienst von 20 Uhr - 8 Uhr früh. also insgesamt 12 stunden Dienste anstatt 24stunden dienste. ist in meinen Augen ein schlechteres Modell als die 24h dienste, da man ständig dienst hat. wie krank können die Mitarbeiter, die das beschlossen haben, eigentlich sein? und obendrein schätze ich, dass die Vergütung auch schlechter sein wird als bei den 24h diensten.
War in meiner PJ-Abteilung so ähnlich. Ich konnte das auch nicht verstehen, aber es gab dort viele Ärzte, die das befürwortet haben. Unterschiedliche Menschen haben halt unterschiedliche Präferenzen ;-)
Autolyse
29.07.2019, 19:50
Zweischicht ist wirklich ätzend, aber ganz klar lieber Dreischicht als 24-Stunden mit regelhaft 22 Stunden und mehr Aktivzeit. Da habe ich wenigstens was von meiner Freizeit.
Die Einen wollen 24h-Dienste, die Anderen 12h- oder 8h-Dienste. Ist halt so. Wird sich nie ändern.
Die Einen wollen auch lieber alles im Dienst integriert haben (Visite + Notaufnahme + OP) andere wollen lieber mehr Dienstleute damit es weniger stressig ist. Mit dem Resultat dass jeder Einzelne mehr Dienste machen muss...
Alles ein typischer Fall von: man kanns nur falsch machen.
Ich hab jetzt fast 10 Jahre im 2- bzw. 3-Schicht-System gearbeitet und war damit sehr zufrieden. Wäre mir persönlich auch lieber als 24 h „Bereitschaftsdienste“ in denen man dann doch > 20 h arbeitet und nach einem „Ruhetag“ wieder auf Station antanzen darf. Für andere wäre der Schichtdienst ein Kündigungsgrund während ich wirklich nicht nachvollziehen kann, wie man bei realistischer Betrachtung der Arbeitsbelastung ernsthaft 24-Stunden-Dienste bevorzugen kann.
Irgendwer wird’s immer doof finden und letzten Endes sind Patienten halt rund um die Uhr krank und man wird kein System erfinden können in dem keiner die Arschkarte hat. Egal ob mit 8, 12 oder 24 Stunden. :-nix
Heerestorte
29.07.2019, 20:55
Ich kenne das 2-Schicht-System aus dem RD und 3-Schicht nur aus dem Monat Pflegepraktikum.
War eigentlich ganz okay so.
Würde am ehesten aber auch ein 3-Schicht-System bevorzugen.
Die Pflege arbeitet ja meist im 3-Schicht-System (zumindest in allen KH in denen ich bisher war),
da wäre es bei den Ärzten doch auch naheliegend, wenn natürlich auch viel personalintensiver.
2-Schicht-System im Rettungsdienst ist was völlig anderes!!!
Im Rettungsdienst hatte ich sehr viele Pausen, eine Schicht in der wir die ganze Zeit durchgefahren sind gab es eigentlich nur auf dem KTW, nicht auf dem RTW. RTW war um einiges häufiger so, dass ich um spätestens 10 Uhr schon meinen dritten Kaffee hatte. Den ersten um sieben bei Schicht-Beginn. Dann um halb acht, weil man noch nicht unterwegs war. Und da trinkt man lieber noch schnell einen Kaffee, man weiß ja nicht was noch kommt. Dann vielleicht ein Einsatz oder auch nicht, aber spätestens um 10 üblicherweise den dritten Kaffee... Das ist an einem Samstag im Dienst in der Klinik ist das bissl was anderes.
Ich weiß ja nicht wie es bei euch so ist, aber bei uns ist ein Samstag so, dass wir ungefähr Vollgas von 8/9 bis abends durchrödeln und dann bei Übergabe in der Notaufnahme doch noch viele Patienten warten weil nicht gesehen, die Stationen sauer sind weil zu wenige Nadeln gelegt und man selbst nur noch fertig... das war im Rettungsdienst extremst viel entspannter. Extremst.
Jukka666
29.07.2019, 22:15
Au weh, die gleichen Diskussion immer wieder... :-)
Meine persönliche Meinung:
- ich habe SD gehasst und ich denke, nicht jeder ist "chronobiologisch" dafür geeignet. Ich z.B. kann partout nicht auf Kommando schlafen, d.h. zu schlafen, wenn man schlafen MUSS -> z.B. nach 12h Nachtschicht nach Hause gehen und wieder zur Nacht antanzen.
- da ziehe ich lieber 24h-Dienst vor, nach dem ich definitiv nach Hause gehen kann und erst wieder am nächsten Tag zur Frühschicht da sein muss.
Kollegen von mir bemängeln am SD, dass man ja eigentlich weniger frei hat (weil man ja schlafen muss).
Noch ältere Kollegen von mir behaupten sogar, dass sie es super fanden, auf Intensivstation im 24h-Schichtsystem gearbeitet zu haben! Begründung: 24h zwar durchmalochen, aber das max. nur 2 x die Woche (=48h), gibt sogar Überstunden. Statt 4x12h. Weniger Jet-Lag (weil man kommt ja immer in der Früh und geht in der Früh und mit Glück kann man nachts sogar etwas schlafen).
hat auch was wahres.
Heerestorte
29.07.2019, 22:28
2-Schicht-System im Rettungsdienst ist was völlig anderes!!!
Im Rettungsdienst hatte ich sehr viele Pausen, eine Schicht in der wir die ganze Zeit durchgefahren sind gab es eigentlich nur auf dem KTW, nicht auf dem RTW. RTW war um einiges häufiger so, dass ich um spätestens 10 Uhr schon meinen dritten Kaffee hatte. Den ersten um sieben bei Schicht-Beginn. Dann um halb acht, weil man noch nicht unterwegs war. Und da trinkt man lieber noch schnell einen Kaffee, man weiß ja nicht was noch kommt. Dann vielleicht ein Einsatz oder auch nicht, aber spätestens um 10 üblicherweise den dritten Kaffee... Das ist an einem Samstag im Dienst in der Klinik ist das bissl was anderes.
Ich weiß ja nicht wie es bei euch so ist, aber bei uns ist ein Samstag so, dass wir ungefähr Vollgas von 8/9 bis abends durchrödeln und dann bei Übergabe in der Notaufnahme doch noch viele Patienten warten weil nicht gesehen, die Stationen sauer sind weil zu wenige Nadeln gelegt und man selbst nur noch fertig... das war im Rettungsdienst extremst viel entspannter. Extremst.
Klar, das ist beschissen. Bei einem 24h-Dienst kommt ja dann noch die Nacht nach dem stressigen Samstag drauf, das macht es ja noch schlimmer, oder? Denke ich mir zumindest, aus Erfahrung kann ich nicht sprechen.
Wäre ein 3-Schicht-System besser? Ich weiß es ehrlich nicht, frage dich deshalb,
weil ich es mir in der Theorie zumindest besser vorstelle.
Wenn man fair rotiert, hat man dann halt mal die Tagschicht bzw die Schicht mit dem meisten Stress, aber dann ja auch wieder mal ne Schicht mit weniger Stress, falls es das als Arzt überhaupt gibt :-))
Autolyse
29.07.2019, 23:08
Zweischicht war im Rettungsdienst vollkommen erträglich, weil durchgefahrene Schichten wirklich die Ausnahme sind. In der Klinik ist das einfach nur ätzend, weil man meistens vollkommen durchgeschrubbt wird und die Stunde Pause sowieso nicht stattfindet. Dann schiebt man ab einem gewissen Zeitpunkt sowieso nur noch alles auf die Folgeschicht was nicht sofort gemacht werden muss.
Ich weiß ja nicht was ihr für Übermenschen seid, aber wenn ich von 9 Uhr morgens bis 3/4 Uhr durcharbeite und mir den Intensivpatienten nach der Übergabe morgens um 9 das erste Mal nachts um 1 wieder angucke, weil ich dazwischen nur im Saal gestanden habe, dann verschlafe ich den nächsten Tag. Mich hat das so mürbe gemacht, dass ich in ein Schichtdienstfach gewechselt habe.
Bei echtem BD, wie er ja durchaus möglich sein kann, sind 24h super. Mehr Geld, mehr (nutzbare) Freizeit. Bei dem, was normalerweise (natürlich nur ausnahmsweise...) in 24h in so vielen Fächern/Kliniken ansteht, geht das an die Substanz. Wenn ich an den Regeldienst am Nachmittag/Abend noch zwei, drei Stunden zum Aufräumen der Station anhänge und ein paar Patienten in der Ambulanz habe, geht das. Wenn aber 30 Patienten da sitzen, ist das alles nur kein Bereitschaftsdienst.
Schichtdienst habe ich persönlich gehasst wie die Pest. Nach sieben Nachtdienst war ich einfach nur durch, zumal wir ohne Ausgleichsfrei direkt weiter mit Spätdienst für eine Woche gemacht haben.
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