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Das allein nicht, aber es hat sich so angehört als würden auch Coautorschaften zählen - und worum geht es sonst außer um Publikationen?
FirebirdUSA
30.09.2020, 21:53
... ehrlich gesagt hab ich eigentlich alle meine Koautorenschaften durch relevante Beiträge erhalten. Bringen für die Habil aber fast nix... Erst- und Letztauzorenschaften werden in relevanter Zahl gefordert und dafür musst du dann schon die Hauptarbeit machen (oder Chef sein)
Klar. In der Auflistung waren nur manche dabei die eine gewisse Zahl als Erst-oder Letztautor gefordert haben die unter der Gesamtzahl aller Publikationen lag.
Hast du eigentlich schon alle an deiner Uni geforderten Publikationen zusammen?
FirebirdUSA
01.10.2020, 05:11
Das stimmt, die Koautorenschaften sind aber in der Regel nicht das Problem.
Hängt das nicht vor allem auch davon ab wie gut man in andere Arbeitsgruppen reinkommt oder wie sehr man von den hierfür wichtigen Leuten gemocht und gefördert wird?
Evidence based
02.10.2020, 06:06
Hängt das nicht vor allem auch davon ab wie gut man in andere Arbeitsgruppen reinkommt oder wie sehr man von den hierfür wichtigen Leuten gemocht und gefördert wird?
Autorenschaften gibt es primär für geleistete Arbeit an einem wissenschaftlichen Beitrag. Die DFG hat einen entsprechenden Codex veröffentlicht, der ziemlich klar definiert, was eine Autorenschaft rechtfertigt und was nicht.
Dass dies nicht zwangsläufig die Realität ist und viel über Vitamin B und Ehrenautorenschaften läuft ist auch klar. Darüber braucht man sich als kleiner Assi aber keine Gedanken machen - niemand wird dich ohne Gegenleistung illegalerweise als Autor listen. Warum auch?
Die Coautorenschaften sind trotzdem nie das Problem. Sorgen sollte man sich um die Erstautorenschaften. Bei im Schnitt 6-8 Erst- Letztautorenschaften bis zur Habil neben der klinischen Tätigkeit..das macht man nicht in 3 Jahren und eventuell schafft man das nie. An den Coautorenschaften wird es nicht scheitern, die spielen de facto keine Rolle...
Autolyse
02.10.2020, 18:41
[...]
Dass dies nicht zwangsläufig die Realität ist und viel über Vitamin B und Ehrenautorenschaften läuft ist auch klar. Darüber braucht man sich als kleiner Assi aber keine Gedanken machen - niemand wird dich ohne Gegenleistung illegalerweise als Autor listen. Warum auch?[...]
Autorenschaftskartell. Du schreibst deine Buddys drauf und die tun es bei Dir. Für die außergewöhnliche Produktivität gibt es mehr LOM und damit Zuckerl vom Chef...
Evidence based
02.10.2020, 19:06
Autorenschaftskartell. Du schreibst deine Buddys drauf und die tun es bei Dir. Für die außergewöhnliche Produktivität gibt es mehr LOM und damit Zuckerl vom Chef...
Ist das echt noch üblich? Hab ich so extrem nicht mehr erlebt und bin jetzt auch schon ein paar Jährchen von der Uni weg. Meine Erfahrung ist, dass das selbst innerhalb einer Arbeitsgruppe nicht mehr üblich ist. Zum einen weil es den Koautoren nichts mehr bringt, aber den Erst- und Letztautoren insbesondere bei kleinen Studien schadet. Jedes Journal will mittlerweile eine prozentuale Auflistung wer von den Autoren welchen Anteil geleistet hat. 100 % lässt sich nicht beliebig oft sinnvoll teilen und jeder weiß, dass jemand der an 5. Stelle auf einer kleinen Publikation steht, nichts wesentliches dafür geleistet hat...
Autorenschaftskartell. Du schreibst deine Buddys drauf und die tun es bei Dir. Für die außergewöhnliche Produktivität gibt es mehr LOM und damit Zuckerl vom Chef...
Die Zitate nicht vergessen von den Buddys, man möchte gern zitiert und gepusht sein/ Ein Geben und Nehmen unter Freunden.
Evidence based
02.10.2020, 19:19
Die Zitate nicht vergessen von den Buddys, man möchte gern zitiert und gepusht sein/ Ein Geben und Nehmen unter Freunden.
Wenn alle deine Kollegen im selben Fachgebiet forschen mag das sogar gehen :D
Klar ist mit einer Erstautorschaft deutlich mehr Arbeit verbunden als mit einer Coautorenschaft - normalerweise zumindest. Letztere scheinen aber auch irgendwie zu "zählen", wenn auch nicht überall.
Wie viele Jahre man brauchen würde hängt sicher vor allem davon ab, was genau als "Originalarbeit" gezählt wird bzw. "gilt" - wobei mir nach wie vor noch nicht ganz klar ist wer genau das im Einzelfall beurteilt. Der Dekan, der Betreuer, jemand anderes? Ein Sachbearbeiter mit dem man einfach Glück haben muss ist das ja vermutlich nicht...
Autolyse
03.10.2020, 07:46
Ist das echt noch üblich? Hab ich so extrem nicht mehr erlebt und bin jetzt auch schon ein paar Jährchen von der Uni weg. Meine Erfahrung ist, dass das selbst innerhalb einer Arbeitsgruppe nicht mehr üblich ist. Zum einen weil es den Koautoren nichts mehr bringt, aber den Erst- und Letztautoren insbesondere bei kleinen Studien schadet. Jedes Journal will mittlerweile eine prozentuale Auflistung wer von den Autoren welchen Anteil geleistet hat. 100 % lässt sich nicht beliebig oft sinnvoll teilen und jeder weiß, dass jemand der an 5. Stelle auf einer kleinen Publikation steht, nichts wesentliches dafür geleistet hat...
Aber es bringt LOM (Beispiel: 1 JIF = 3000€, davon 1/3 für alle Koautoren, also bei 3en 1/6, sind 333,33€; macht man das mit 5 anderen Leuten einmal hat man schon 1667€ raus und normalerweise wissen wie Chefs sehr genau wer das F+L-Konto füllt) und das Credit-Statement, nun ja, hat eben jeder ein bisschen Daten interpretiert und das Manuskript kommentiert...
FirebirdUSA
03.10.2020, 08:23
Also, du brauchst in der Regel eine Anzahl X (z.B. 10 - 20) an Publikationen davon Y (z.B. 6 - 10) Erst/Letztautorenschaften, davon sollten 3 - 4 thematisch zusammenhängen, damit du damit deine kummulative Habilschrift erstellen kannst. Originalarbeiten ist tatsächlich etwas unscharf Technical Notes, Case Reports/Series, Reviews zählen in der Regel nicht. Entscheiden tut das nachher die Habilkommission die über Annahme entscheidet & die Gutachter.
@mbs: Ich glaub nicht, dass du mit deiner Einstellung glücklich mit einer Habil wirst. Du willst anscheinend alles strategisch planen und nur das absolute Minimum für die Habil machen. Mit dieser Einstellung wird das IMHO eine sehr qualvolle Zeit für dich werden, und deine Erfolgschancen werden gering sein. Anscheinend hast du ja gar kein echtes Interesse an wissenschaftlicher Arbeit. Deshalb meine Empfehlung: Spar dir die Mühe und investier deine Zeit in was sinnvolleres.
Wenn alle deine Kollegen im selben Fachgebiet forschen mag das sogar gehen :D
Das ist doch gerade das witzige, das teilweise etwas von Freunden zitiert wird in Artikeln, was wirklich nur am Rande mit dem Thema zu tun hat.
@mbs: Ich glaub nicht, dass du mit deiner Einstellung glücklich mit einer Habil wirst. Du willst anscheinend alles strategisch planen und nur das absolute Minimum für die Habil machen. Mit dieser Einstellung wird das IMHO eine sehr qualvolle Zeit für dich werden, und deine Erfolgschancen werden gering sein. Anscheinend hast du ja gar kein echtes Interesse an wissenschaftlicher Arbeit. Deshalb meine Empfehlung: Spar dir die Mühe und investier deine Zeit in was sinnvolleres.
Erstmal müsste man wissen in welchen Fach er das machen möchte. Im Grunde hast du Recht. Und gerade von extern alles organisieren zu wollen ist vergebene Zeit.
In chirurgischen Fächern an einer Uniklinik ist die strategische Planung einer Habil durchaus üblich, immer verbunden mit der Arbeit vor Ort, meist als Oberarzt oder fortgeschrittener Assistent in Weiterbildung. So war es durchaus üblich, dass der Chirurgiechef seine Lieblingsleute eine Zeit in ein Labor (im Haus oder extern in befreundeten Einrichtungen im Ausland) schickt. In dieser Zeit soll dann unter Anleitung möglichst viel publiziert werden.
Das ganze von extern organisieren zu wollen ohne zu wissen welches Fach, erscheint mir auch illusorisch
Im aktuellen Ärzteblatt ist exemplarisch eine Stellenanzeige für einen zu verbeamteten OA auf der Basis einer W2-Professur erschienen (Bayern). Kann sich jeder informieren, was man neben der akademischen Karriere sonst noch so nachweisen muß. Auch wenn Verbeamtungen an Unikliniken die Ausnahme sind. Ob es natürlich Sinn macht, sich auf ein solches Modell einzulassen anstatt ein (Tarif oder AT) Gehalt als OA anzustreben, ist dann eine andere Sache. Immerhin ist die W2-Besoldung nicht mehr ganz so kläglich wie vor ein paar Jahren noch.
Das extern zu machen ist etwas, das ich zunehmend auch für eine schlechtere Idee halte je mehr ich darüber nachdenke, und je mehr ich hier lese.
Wie sich die Kommission zusammensetzt weiß man im Vorhinein sicher nie, oder? Zumindest nicht mehrere Jahre im Voraus...und vermutlich gibt es da auch Unterschiede, abhängig davon wer glücklicher-oder unglücklicherweise gerade da drinsitzt oder berufen wird wenn man anmeldet. Kann es sein, dass insofern nichtmal innerhalb einer Uni Einheitlichkeit herrscht was die Anforderungen angeht?
@firebird:
Dass ein Unterschied zwischen kumulativer Arbeit und Gesamtschrift besteht ist auch ein guter Punkt - kumulativ wird sicher mehr gefordert was Publikationen angeht - allerdings braucht man in der anderen ja auch was worüber man schreiben kann, aber es ist eine separate Veröffentlichung, das ist sicher ein Vorteil. Was wird denn häufiger gemacht tendenziell bzw was hältst du für besser?
Auf jeden Fall nochmal danke für die ganze Beratung!
FirebirdUSA
04.10.2020, 08:21
Gesamtschrift macht eigentlich keiner mehr und zur gleichen Behandlung aller frei nach Orwell alle Habilitanten sind gleich, manche sind gleicher
Auch wenn Verbeamtungen an Unikliniken die Ausnahme sind. Ob es natürlich Sinn macht, sich auf ein solches Modell einzulassen anstatt ein (Tarif oder AT) Gehalt als OA anzustreben, ist dann eine andere Sache. Immerhin ist die W2-Besoldung nicht mehr ganz so kläglich wie vor ein paar Jahren noch.
Soweit mir bekannt, gibt es die Verbeamtung nur in Bayern.
Auch wenn es etwas Off-Topic ist: https://www.sueddeutsche.de/karriere/unikliniken-was-der-chefarzt-wirklich-verdient-1.493784
1) "Doch die Qualität der deutschen Medizinforschung ist international zweitklassig" ---oft auch eher 3. Liga
2) "Chirurgen, Radiologen und Anästhesisten etwa - die auch nach Abzug von Abgaben an die Universitäten in jedem Jahr weit über 500.000 Euro Privathonorar" --unfair gegenüber Fächern wie Pädiatrie
3) "am Rande der Legalität bewegen, da sie oft nicht selbst behandeln, sondern Oberärzte die eigentliche Arbeit erledigen." ---oder Ärzte in Weiterbildung, jede ärztliche Tätigkeit müsste der CA selbst durchführen.
4) "Ordinarien auch dazu, ihr Hoheitsgebiet groß zu halten" ---ein prekäres Problem, wenn Fächer sich aufspalten, weil mit der Zeit die Sachen komplexer geworden sind. Es gibt Leiter von Unikliniken, die keine (neuro) radiologische Katheterintervention selbst durchführen können, aber trotzdem diese als Chef leiten (?). In der Gyn ist es ähnlich, wie im Artikel beschrieben.
5) "Wenn für die Universitäten nur noch zweitklassige Bewerber übrig bleiben" ---das glaube ich nicht, unter dem bisherigen System wurde Forschung/Lehre teilweise auch Krankenversorgung zweitklassig. Jetzt soll es mit "weiter so" Besserung geben? wenig überzeugend
6) "dass der Sinn der neuen Regelung nicht darin besteht, einen erstklassigen Chefarzt billiger zu haben, sondern vor allem darin, ihn besser einzubinden." ---mit der Hoffnung auf Besserung.
schnix25
04.10.2020, 12:09
Der Artikel ist 10 Jahre alt und dementsprechend veraltet. Diese Gehälter gehören der Vergangenheit an bei Neuberufungen. Mehr als 500.000 ist inclusive Privatliquidation nur noch seltenst drin. Als Praxisinhaber gibts in der Regel mehr Geld als als Unichef.
Ein Unichefarzt muss auch nicht alles können. Gerade das Beispiel Radiologie. Wenn der Chef seinen Schwerpunkt in der Diagnostik hat, warum soll er dann Interventionen machen. Abgesehen davon, ist gerade in den Fächern wie Radiologie (wo es keine eigenen Patienten zu versorgen gibt), auch Hauptaufgabe der Chefärzte Drittmittel zu acquirieren damit die Abteilung läuft (das normale Personalbudget reicht nämlich meistens nicht aus um Forschung, Klinik und Lehre unter einen Hut zu kriegen) und fürs Interventionelle gibts eben Oberärzte. Ins Tagesgeschäft sind Chefärzte gerade in den klinisch-theoretischen Fächern häufig nicht wirklich eingebunden. Dies ist auch nicht notwendig mMn.
Die Hybris, dass ein Chefarzt alles können muss, was der Fachbereich anbietet, sollte mMn der Vergangenheit angehören.
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