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daCapo
26.07.2020, 12:05
Respekt hat zwei Bedeutungen: Bewunderung oder Furcht. Natürlich hat jemand, der sieben Jahre studiert hat nachdem er das beste Abitur des Jahrgangs erreicht hat, Respekt verdient. Das ist eine bewundernswerte Leistung. Wovor soll man sonst Respekt haben?

Das Wort hat nicht nur zwei Bedeutungen: Hier nachzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Respekt

Hier ist vor allem dies gemeint:

Achtung vor der anderen Person oder Höflichkeit ihr gegenüber.
„Ich behandle jeden Menschen mit Respekt.“

Trüffel
26.07.2020, 12:19
Ist doch lustig. Einmal: "Als Arzt kann man nichts" und "Respektlosigkeit gegenüber der Pflege geht gar nicht!". Gleichzeitig: "Warum sollte die Pflege bitte einen Arzt respektieren? Was hat der denn geleistet, außer seinen geschenkten Abschluss in Empfang zu nehmen?". Die kognitive Dissonanz trieft durch alle Poren. Virtue Signalling und plakative Selbstgeißelung sind kultureller Mainstream. Seht her, wie demütig und reflektiert ich bin! Ich bin so ein toller Mensch, lobet mich ... ach, jetzt hab ich schon wieder mein Saroten verlegt.

Anders kann ich mir den Selbsthass vieler Ärzte nicht mehr erklären.

cartablanca
26.07.2020, 12:35
Das Wort hat nicht nur zwei Bedeutungen: Hier nachzulesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Respekt

Hier ist vor allem dies gemeint:

Achtung vor der anderen Person oder Höflichkeit ihr gegenüber.
„Ich behandle jeden Menschen mit Respekt.“

Ich sehe nicht wie der Artikel meiner Aussage widerspricht. "Achtung, Anerkennung" gehen in Richtung Bewunderung. Auch "Angst" ist unter Varianten gelistet was in Richtung Furcht geht. Nein ich bewundere nicht jeden Menschen einfach nur weil er existiert. Man muss schon irgendwas Herausragendes geleistet haben. Warum jemand in diesem Ausbildungssystem eine herausragende Leistung erbringt und dafür keinen Respekt verdient haben soll erschließt sich mir nicht.

Feuerblick
26.07.2020, 13:16
Jeder Mensch (!) hat Respekt verdient. Egal, ob es sich um den Pfleger/die Pflegerin, die Supermarktkassiererin oder den Müllmann handelt. Egal, wer er ist, was er tut und wo er herkommt. Respekt = Achtung vor dem anderen Menschen, seinen Leistungen, seiner Person.
Hätte irgendwer „Bewunderung“ oder „Furcht“ gemeint, wären diese Begriffe gefallen. :-nix

daCapo
26.07.2020, 13:36
Ich sehe nicht wie der Artikel meiner Aussage widerspricht. "Achtung, Anerkennung" gehen in Richtung Bewunderung. Auch "Angst" ist unter Varianten gelistet was in Richtung Furcht geht. Nein ich bewundere nicht jeden Menschen einfach nur weil er existiert. Man muss schon irgendwas Herausragendes geleistet haben. Warum jemand in diesem Ausbildungssystem eine herausragende Leistung erbringt und dafür keinen Respekt verdient haben soll erschließt sich mir nicht.

Achtung und Höflichkeit sind etwas anderes als Bewunderung.


Jeder Mensch (!) hat Respekt verdient. Egal, ob es sich um den Pfleger/die Pflegerin,:-nix

Es geht um das respektlose Verhalten der Pflege in diesem Thread.
Antonyme zu Respekt sind Respektlosigkeit, Missachtung, Ressentiment und Verachtung.

Trüffel
26.07.2020, 13:52
Ich stime zu. Ich erwarte einen respektvollen und höflichen Umgang mir gegenüber. Bewunderung fände ich befremdlich. Furcht ... kann ich mit leben. :P Tut aber nicht Not.


Wer hat denn behauptet, Assistenzärzte seien nicht zu respektieren - egal durch wen?

Jeder Mensch (!) hat Respekt verdient. Egal, ob es sich um den Pfleger/die Pflegerin, die Supermarktkassiererin oder den Müllmann handelt.

Warum das Pflegepersonal „Respekt“ vorm Arzt haben muss, erschließt sich mir nicht.

Im Ernst. Ich versteh's nicht. :confused:

daCapo
26.07.2020, 14:00
Yo, jetzt ist es auf den Punkt gebracht. Vor allem wie widersprüchlich die Aussagen von Feuerblick sind. Niemand erwartet Ehrfurcht, Verehrung und Furcht, wenn er von einem respektvollen Umgang im Arbeitsleben spricht.

Feuerblick
26.07.2020, 14:12
Dann darf ich mal erklären (auch wenn ichs schon oft genug geschrieben habe): Manche Ärzte (und häufig und gerade auch die Newbies direkt von der Uni) erwarten Respekt von aller Welt, weil sie Arzt sind, halten aber das Pflegepersonal für Fußvolk und „Zuarbeiter“ (wir haben es hier schon gelesen).
Wenn ein Arzt die Pflege respektiert, wird er auch von der Pflege respektiert. Tut er das nicht, frage ich mich, mit welcher Begründung er Respekt erwartet.
Man könnte auch sagen: Jeder hat die gleiche Art und Menge Respekt verdient - unabhängig von dem, was er ist und kann. Aber Respekt ist keine Einbahnstraße und kein Automatismus, der auf der Berufsausbildung oder dem sozialen Stand gründet.
Nun klarer? Aber egal. Ich bin endgültig hier raus. Lohnt sich nicht, die Lebenszeit mit dieser Diskussion zu verschwenden.

daCapo
26.07.2020, 14:28
Dann darf ich mal erklären (auch wenn ichs schon oft genug geschrieben habe): Manche Ärzte (und häufig und gerade auch die Newbies direkt von der Uni) erwarten Respekt von aller Welt


Höfliche (zumindest gewisse Mindeststandards) Umgangsformen darf man von aller Welt erwarten, auch Pflege
Na klar, all die zahlreichen negativen Erfahrungen hier waren alles Newbies direkt von der Uni, die es dir Pflege so richtig zeigen wollten....

Feuerblick
26.07.2020, 14:28
*seufz* Ich sag ja, es hat keinen Zweck. :-nix

Trüffel
26.07.2020, 14:54
Zusammengefasst: Es ist in deinem Modell per Definition unmöglich, dass die Pflege zuerst respektlos war. Da braucht man in der Tat nicht weiter diskutieren. Empfinde ich als ziemlich respektlose Pauschalanschuldigung gegenüber deinen ärztlichen Kollegen.


Respekt ist keine Einbahnstraße und kein Automatismus, der auf der Berufsausbildung oder dem sozialen Stand gründet.
Doch, Respekt sollte ein Automatismus sein. Und wenn er keine Einbahnstraße ist, dann darf man auch mal hinterfragen, ob die völlige Missachtung höher qualifizierter Kollegen - egal ob Berufseinsteiger oder nicht - nicht ebenfalls ein Ausdruck mangelnden Respektes ist; auch ohne dass man alleine für das Stellen dieser Frage wiederum als respektlos tituliert wird. Wir wägen hier Güter gegeneinander ab. Wer der Schwester mehr Respekt zuschreibt auf Grund ihrer 10 Jahre Berufserfahrung, kann nicht im Umkehrschluss dem Assistenzarzt ein Mehr an Respekt auf Grund seiner höheren Qualifikation verweigern. Hü oder Hott, aber nicht mal so und mal so. Und ein möglicherweise gerechtfertigtes Mehr an Respekt ist auch immer noch etwas anderes als eine Rechtfertigung zur Respektlosigkeit.

Kein Anwalt muss die Fachangestellten der eigenen Kanzlei konsequent auf Zehenspitzen umtippeln und von sich aus betonen, wie toll und wichtig und viel qualfizierter als er sie sind, der ja nichts kann und nichts weiß, nur damit die ihn nicht anfeinden und alle Kollegen ihm vorhalten, er sei doch selbst Schuld. Das ist lachhaft. Naja, zumindest überall außer in der Medizin.

Trüffel
26.07.2020, 15:07
Na klar, all die zahlreichen negativen Erfahrungen hier waren alles Newbies direkt von der Uni, die es dir Pflege so richtig zeigen wollten....

Das ist der Punkt. Hier werden bei jeder Gelegenheit absurde Szenarien gezeichnet vom inkompetenten arroganten Jünstarzt, der furchtbar gemein und unverschämt zur wohlwollenden, freundlichen, konstruktiven, kollegialen Schwester mit ihren 40 Jahren Erfahrung ist, obwohl es um genau solche Situationen explizit nicht ging.

A: "Meine Erfahrungen sind eher schlecht: [beschreibt Szenario ABC]."
B: "Also, wenn ich an [beschreibt völlig anderes Szenario XYZ] denke, bist du am Problem ja wohl selbst Schuld."

Kindergartenrhetorik halt.

Kackbratze
26.07.2020, 15:58
Ich finde ja, dass das Gehalt eines Arztes und einer Krankenschwester für die Verantwortung die man gemeinsam trägt, viel zu niedrig ist.
Wenn man sich manche Einstiegsgehälter Z.B. bei Juristen oder McKinsey anschaut und dann die Verantwortung im Krankenhaus zusammen mit der langen Ausbildung anschaut.
Mann, Mann, Mann, und der Kleinkrieg hält alle gemeinsam davon ab, endlich das zu fordern, was man verdient!

crossie
26.07.2020, 16:07
Wie geschrieben hatte ich noch nicht allzu viele Probleme mit meinen pflegerischen Kolleginnen und Kollegen und kann deswegen zumindest aus persönlicher Erfahrung das meiste hier nicht nachvollziehen. Aber als Superbrain, das ich offensichtlich per definitionem als Arzt nunmal bin habe ich gleich eine Studie begonnen. Meine Frau ist Krankenschwester. Als ich mir nun ob der unmenschlichen Leistung, nicht nur Abitur gemacht zu haben sondern danach auch noch das schwerste Studium der Welt sogar in Regelstudienzeit absolviert zu haben mehr Respekt ausbedungen habe hat sie mich einfach ausgelacht. Und das insbesondere obwohl ich 2000 mein Abi gemacht habe, also zu einer Zeit, zu der das Abi nicht inflationär breitgeworfen wurde. Ein ernster werdend ergänztes "Ich bin der Arzt!" hat es nicht besser gemacht.
Unfassbar! Ich hatte ja keine Ahnung, wie schlimm es wirklich ist! Mal sehen, wie die weiteren Tests verlaufen, ich werde berichten!

*Sarkasmus off*

anignu
26.07.2020, 16:20
Wer der Schwester mehr Respekt zuschreibt auf Grund ihrer 10 Jahre Berufserfahrung, kann nicht im Umkehrschluss dem Assistenzarzt ein Mehr an Respekt auf Grund seiner höheren Qualifikation verweigern. Hü oder Hott, aber nicht mal so und mal so. Und ein möglicherweise gerechtfertigtes Mehr an Respekt ist auch immer noch etwas anderes als eine Rechtfertigung zur Respektlosigkeit.
Wird Respekt zu einer messbaren Größe? Wo man dann gegeneinander aufrechnet wer mehr Respekt verdient hat weil Qualifikation / Erfahrung / Benehmen / Teamfähigkeit etc. zusammengerechnet werden? Auch spannend.

Ich seh das mit der Pflege ähnlich wie mit den Ärzten: es gibt gute und weniger gute Leute. Primär haben alle erstmal Respekt verdient weil sie Menschen sind und sich einen anstrengenden Beruf ausgesucht haben der anderen Menschen helfen soll. Und dann schaut man mal wie sich die Leute benehmen...

crossie
26.07.2020, 16:26
Wird Respekt zu einer messbaren Größe? Wo man dann gegeneinander aufrechnet wer mehr Respekt verdient hat weil Qualifikation / Erfahrung / Benehmen / Teamfähigkeit etc. zusammengerechnet werden? Auch spannend.

Ich seh das mit der Pflege ähnlich wie mit den Ärzten: es gibt gute und weniger gute Leute. Primär haben alle erstmal Respekt verdient weil sie Menschen sind und sich einen anstrengenden Beruf ausgesucht haben der anderen Menschen helfen soll. Und dann schaut man mal wie sich die Leute benehmen...

DANKE!

daCapo
26.07.2020, 16:44
es gibt gute und weniger gute Leute. Primär haben alle erstmal Respekt verdient weil sie Menschen sind und sich einen anstrengenden Beruf ausgesucht haben der anderen Menschen helfen soll. ..

Nein es geht primär um fehlende Höflichkeit / Benehmen, wie schon mehrfach gesagt. Das Krankenhaus ist kein Dschungel.

Fakt ist, dass es offensichtlich sehr viele negative Erfahrungen gab/gibt und die kann man nicht unter den Teppich kehren, wie es gerade hier versucht wird. Und bitte jetzt nicht wieder kommen mit, aber MTAs und MFAs....Dazu gibts keine Threads und keine Erfahrungen in diesem Ausmaß.

Trüffel
26.07.2020, 16:53
Wird Respekt zu einer messbaren Größe? Wo man dann gegeneinander aufrechnet wer mehr Respekt verdient hat weil Qualifikation / Erfahrung / Benehmen / Teamfähigkeit etc. zusammengerechnet werden?
Genau das ist der Punkt! Du hast die Lächerlichkeit dieser Argumentationsweise, wie sie hier seitenlang pro Pflege und contra Ärzte vorgebracht wurde, sehr schön auf den Punkt gebracht. :)

pineapple
26.07.2020, 17:35
eigentlich sollten wir gemeinsam mit Mistgabeln gegen die klinikspitze vorgehen, die sich auf unsere Kosten ne goldene Nase verdient. Früher hatte der Chefarzt nen eigenen Parkplatz, jetzt ist es der BWLer, der den Spieß umgedreht hat und bei solchen Diskussionen in die Hände klatscht, weil er so nicht zu befürchten braucht, dass wir einen gemeinsamen Weg einschlagen, um auf seine unseriösen Handlungen aufmerksam zu machen.

Ich finde ja, dass das Gehalt eines Arztes und einer Krankenschwester für die Verantwortung die man gemeinsam trägt, viel zu niedrig ist.
Wenn man sich manche Einstiegsgehälter Z.B. bei Juristen oder McKinsey anschaut und dann die Verantwortung im Krankenhaus zusammen mit der langen Ausbildung anschaut.
Mann, Mann, Mann, und der Kleinkrieg hält alle gemeinsam davon ab, endlich das zu fordern, was man verdient!

][truba][
26.07.2020, 17:37
Wird Respekt zu einer messbaren Größe? Wo man dann gegeneinander aufrechnet wer mehr Respekt verdient hat weil Qualifikation / Erfahrung / Benehmen / Teamfähigkeit etc. zusammengerechnet werden? Auch spannend.

Ich seh das mit der Pflege ähnlich wie mit den Ärzten: es gibt gute und weniger gute Leute. Primär haben alle erstmal Respekt verdient weil sie Menschen sind und sich einen anstrengenden Beruf ausgesucht haben der anderen Menschen helfen soll. Und dann schaut man mal wie sich die Leute benehmen...

*gefaelltmir*