Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Warum investieren Kliniken in teures Equipment das sich nicht rechnet?
Feuerblick
26.03.2021, 21:59
Ja, da spielen fachliche Aspekte (zumindest für mich) die einzig ausschlaggebende Rolle. Ich hab nix von einer Klinik, die mir zwar organisatorisch entgegenkommt, aber die Behandlung meines Patienten mangels Kompetenz nicht hinbekommt. Wurde hier schon ausführlich behandelt und von niedergelassenen Kollegen auch schon lang und breit bestätigt. Du darfst es also gern glauben.
Und am Ende entscheidet immer der Patient. Wenn er in Krankenhaus A nicht will, weil Omma Erna da gestorben ist, dann ist das halt so. :-nix
Ja, da spielen fachliche Aspekte (zumindest für mich) die einzig ausschlaggebende Rolle. (...)
Und am Ende entscheidet immer der Patient. Wenn er in Krankenhaus A nicht will, weil Omma Erna da gestorben ist, dann ist das halt so. :-nix
Kann ich so bestätigen. War selber mal in einer Klinik tätig, die fachlich sehr gut war, leider waren Organisation und auch Weiterbildung nicht so gut. Patienten gab es da sehr viele trotz der Organisationsmängel.
Thomas24
27.03.2021, 00:46
Mit fest geschlossenen Augen, die man in seinem eigenen Suppenteller nicht aufmachen will, in dem man schwimmt, ist das auch so.
Ab dem Moment wo man in der Ambulanz/Notaufnahme eingesetzt wird, kommt man schnell mit Zuweisern in Kontakt, da sollten dann die Augen langsam aufgehen.
Agreed. Man muss sich angesichts der wiederholt im naiv- treudoofen Tonfall vorgetragenen Mutmassungsorgien manchmal fragen, ob wir hier a) bewusst Dauerbetrollt werden oder b) der Fragesteller auf der sprichwörtlichen Wurstsuppe angeschwommen kam.
Seid ihr sicher, dass persönliche Angriffe zur konstruktiven Beleuchtung eines an sich doch relevanten Themas beitragen?
Kackbratze
29.03.2021, 08:07
Ich spreche das Thema grundsätzlich bei allen jungen Assistenten in der Klinik an, sowie ich sehe, dass die Zuweiser nicht ernst genommen werden.
Genauso pointiert, da ansonsten das Verständnis nicht so sehr wächst. Mit der Berufserfahrung wächst auch die Erfahrung, wie manche Dinge aufgenommen werden, wenn man sie nur pädagogisch wertvoll aufbereitet und Gewaltfrei präsentiert.
Nämlich garnicht.
Christoph_A
29.03.2021, 08:41
Das wird aber den doch immer zahlreicheren Vertretern der PC und cancel culture Fraktion, auch und gerade in diesem Forum, aber nicht schmecken @ Bratze. Die Diskussionsfähigkeit und -willigkeit in diesem Land leidet eh zur Zeit massiv. Entweder wird in diversesten bubbles gelebt und so nur aneinandervorbeikommunziert, gar nicht mehr aufeinander eingegangen oder Diskussionen werden durch künstlich auferlegte Complianceregeln so abgeschliffen, daß auch nix bei rum kommt .
Blöd nur, daß man im richtigen Leben halt dann doch auch mal mit anderen Meinungen und Gegenwind leben muß.
Kackbratze
29.03.2021, 08:56
Wenn man in einer Entscheidungsposition ist, kann man nicht erwarten, dass jede Entscheidung gut aufgenommen wird. Oder das man immer das letzte Wort haben kann.
Es ist ein Unterschied ob man pointiert formuliert oder in irgendeiner Form diskriminiert. Ausserdem ist glücklicherweise die Chirurgie ein Bereich, indem PC und CC ratzfatz am Überleben des Patienten abprallen.
Christoph_A
29.03.2021, 09:03
Niemand, der in Entscheidungspositionen oder Personalverantwortung ist, kann damit rechnen, daß alle Entscheidungen gut aufgenommen werden, Reibereien gehören zum Geschäft und sind oftmals durchaus positiv zu bewerten, ein reines Kuschelklima bringt keine Abteilung oder Betrieb weiter. Und es muß halt auch immer klar sein, wer in einem Gebiet Koch und wer Kellner ist, wenn es drauf ankommt. Jedes Wort auf die Goldwaage legen und alles auszudebattieren geht in Notfallsituationen jetzt eher selten.
Niemand, der in Entscheidungspositionen oder Personalverantwortung ist, kann damit rechnen, daß alle Entscheidungen gut aufgenommen werden, Reibereien gehören zum Geschäft und sind oftmals durchaus positiv zu bewerten, ein reines Kuschelklima bringt keine Abteilung oder Betrieb weiter. Und es muß halt auch immer klar sein, wer in einem Gebiet Koch und wer Kellner ist, wenn es drauf ankommt. Jedes Wort auf die Goldwaage legen und alles auszudebattieren geht in Notfallsituationen jetzt eher selten.
Also bei einer Praxis stimmt das: Wenn du eine für die Praxis nachteilige oder vorteilige Entscheidung triffst, dann trägst du die Verantwortung und Konsequenzen: Weniger Patienten, weniger Income bzw. mehr Patienten/mehr income.
Bei einer Klinik muss man bei zahlreichen "Fehlentscheidungen" damit rechnen, dass die Krankenhausverwaltung sich wen anders sucht.
Grundsätzlich finde ich es gut zu investieren, auch wenn das Risiko besteht, dass es sich nicht rentiert oder doch nicht die erwünschten Vorteile erbringt. So ist es mit dem Fortschritt.
Bei einer halbstaatlichen UniKlinik ist das anders: Chef 60+ mit wenig Lust auf Arbeit, Investitionen, Reputation und Patientenzahlen sinken im Laufe der Jahre und Jahrzehnte, wenn man Glück hat gibt die Uniklinik ihm 100k und er geht 1 Jahr früher (gibt es Berichte)...so sollte es nicht sein. Gerade bei einer halbstaatlichen Institution sollten Erfolgskontrollen doch die Regel sein, und wenn da nix geliefert wird: Bye, bye statt Beamter auf Lebenszeit mit dem Recht zur Privatliquidation. Nur weil jmd. in den 90er Jahren mal gute Forschung geliefert hat (die sich aus heutiger Sicht garnicht durchgesetzt hat), sollte er nicht das Recht haben danach sich immer mehr und mehr auszuruhen und fast garnix mehr zu machen, was Investitionen, Forschung und auch Patientenbetreuung angeht. Für mich nicht so ganz nachvollziehbar, warum man keinen Bock mehr hat auf sein Fach und seine Arbeit, aber trotzdem die vollen Bezüge möchte und auch bekommt.
Ich spreche das Thema grundsätzlich bei allen jungen Assistenten in der Klinik an, sowie ich sehe, dass die Zuweiser nicht ernst genommen werden.
Genauso pointiert, da ansonsten das Verständnis nicht so sehr wächst. Mit der Berufserfahrung wächst auch die Erfahrung, wie manche Dinge aufgenommen werden, wenn man sie nur pädagogisch wertvoll aufbereitet und Gewaltfrei präsentiert.
Nämlich garnicht.
Ja ist richtig, mit Zuweiser sollen ernst genommen werden und man sollte schauen, dass die Zusammenarbeit gut funktioniert. Probleme sollten direkt oder pointiert angesprochen werden, aber dauerhaft sollte ein respektvoller Umgang miteinander erfolgen. Statt Emotionaler Inkontinenz klare Sachlichkeit.
Kackbratze
29.03.2021, 10:45
Dann sollten wir dringend halbstaatliche Institutionen abschaffen und der Privatwirtschaft das Feld überlassen.
Dann sollten wir dringend halbstaatliche Institutionen abschaffen und der Privatwirtschaft das Feld überlassen.
Diese privaten Unikliniken (Marburg/Gießen) haben sich leider auch nicht als Hit entwickelt... :-nix
Es liegt eher an den Leuten und ihrem Engagement.
Christoph_A
29.03.2021, 10:58
Aber dann weint man doch wieder, weil dann nur pöhse profitorientierte Medizin gemacht wird. Interessant ist auch, wie man Chefs denn so "kontrollieren" will, nur anhand ihrer Zahlen, irgendwelcher QM Fragebögen oder vlt. durch Mitarbeiterbefragung im Sinne eines "Werktätigenrates"?
Und was das Suchen eines anderen Chefs angeht-gerade Kollegen die lange im Amt sind, sind, entsprechende Sozialintelligenz vorausgesetzt meistens gut vernetzt, sowohl politisch als auch unter den Zuweisern, da wird das Entlassen, auch bei gröberen Böcken oft schwierig und sehr teuer und schlimmstenfalls sitzt bei nem kommunalen Träger dann jemand Neues in der Verwaltung und nicht auf dem CA Sessel.
Aber dann weint man doch wieder, weil dann nur pöhse profitorientierte Medizin gemacht wird. Interessant ist auch, wie man Chefs denn so "kontrollieren" will, nur anhand ihrer Zahlen, irgendwelcher QM Fragebögen oder vlt. durch Mitarbeiterbefragung im Sinne eines "Werktätigenrates"?
Und was das Suchen eines anderen Chefs angeht-gerade Kollegen die lange im Amt sind, sind, entsprechende Sozialintelligenz vorausgesetzt meistens gut vernetzt, sowohl politisch als auch unter den Zuweisern, da wird das Entlassen, auch bei gröberen Böcken oft schwierig und sehr teuer und schlimmstenfalls sitzt bei nem kommunalen Träger dann jemand Neues in der Verwaltung und nicht auf dem CA Sessel.
Naja so Forschung macht vor allem Arbeit und nicht immer Profit, sonst würden es auch die Praxen machen.
Ja du hast Recht: Das ist schwierig zu kontrollieren: Wieviele Paper mit wieviel Punkten? Wieviele Habil in 5 Jahren? Nur wenn garnix oder fast garnix kommt bei einer Uniklinik, dann ist das wenig, um es freundlich zu sagen.
Finde auch 100k für 1 Jahr früher gehen relativ teuer, sehr schade, dass die Zustände so sind.
Christoph_A
29.03.2021, 11:09
Diese privaten Unikliniken (Marburg/Gießen) haben sich leider auch nicht als Hit entwickelt... :-nix
Es liegt eher an den Leuten und ihrem Engagement.
Das ist ein bekanntes Prolem, die Motivation, gerade universitärer Chefs läßt ab 55 aufwärts oft deutlich nach, die Leistungen werden aus der Etappe weiter erbracht und am Schluß schleppt man einen alternden Sonnenkönig als grüßaugust mit durch, allerdings, wer verzichtet schon gern auf ein nettes Gehalt für immer weniger Arbeit, würden wir auch nicht machen, sei ehrlich.
Christoph_A
29.03.2021, 11:11
Naja so Forschung macht vor allem Arbeit und nicht immer Profit, sonst würden es auch die Praxen machen.
Ja du hast Recht: Das ist schwierig zu kontrollieren: Wieviele Paper mit wieviel Punkten? Wieviele Habil in 5 Jahren? Nur wenn garnix oder fast garnix kommt bei einer Uniklinik, dann ist das wenig, um es freundlich zu sagen.
Finde auch 100k für 1 Jahr früher gehen relativ teuer, sehr schade, dass die Zustände so sind.
Wenn man sich ansieht, wieviel M*** von deutschen Unis pro Jahr veröffentlicht wird, ist gar nix manchmal nicht so schlecht.
100k Abfindung für nen CA geht eh noch, da kenn ich aus dem Münchner Umland deutlich höhere Summen.....
Wenn man sich ansieht, wieviel M*** von deutschen Unis pro Jahr veröffentlicht wird, ist gar nix manchmal nicht so schlecht.
100k Abfindung für nen CA geht eh noch, da kenn ich aus dem Münchner Umland deutlich höhere Summen.....
Für ein Jahr früher in Pension, naja , allerdings kenne ich auch die Hintergründe (wieviel Dreck...) nicht
Das ist ein bekanntes Prolem, die Motivation, gerade universitärer Chefs läßt ab 55 aufwärts oft deutlich nach, die Leistungen werden aus der Etappe weiter erbracht und am Schluß schleppt man einen alternden Sonnenkönig als grüßaugust mit durch, allerdings, wer verzichtet schon gern auf ein nettes Gehalt für immer weniger Arbeit, würden wir auch nicht machen, sei ehrlich.
Naja, da gibt es durchaus Nuancen, nicht jeder wird total faul. Ich finde es nicht korrekt und zeitgemäß. Daher für die Herrschaften Pension mit 60 Jahre oder wahlweise: Senior Consultant Stelle in der Klinik für die letzten 5 Jahre. Aber wirklich nur Unikliniken.
Christoph_A
29.03.2021, 11:59
Für ein Jahr früher in Pension, naja , allerdings kenne ich auch die Hintergründe (wieviel Dreck...) nicht
Naja, da gibt es durchaus Nuancen, nicht jeder wird total faul. Ich finde es nicht korrekt und zeitgemäß. Daher für die Herrschaften Pension mit 60 Jahre oder wahlweise: Senior Consultant Stelle in der Klinik für die letzten 5 Jahre. Aber wirklich nur Unikliniken.
Wollte das auch nicht pauschalisieren, kenne 70 jährige Emeritierte, die für Ihr Fach brennen, aber generell gibts solche und solche Vertreter und einige Unichefs sind halt ab Mitte 50 am austrudeln, da gebe ich Dir Recht.
Senior consultants gibts hier gottseidank nicht, die können gern im angelsächsischen Raum bleiben, wäre nur ein unnützer Grüßaugustposten mehr auf der Payrole
Für ein Jahr früher in Pension, naja , allerdings kenne ich auch die Hintergründe (wieviel Dreck...) nicht
Das Gehalt liegt für das 1 Jahr garantiert über den 100k; heute sind die CA-Verträge je nach Fach und Qualifikation gerne im Bereich 250-400k angesiedelt. Altverträge (die jetzt so langsam auslaufen) meist noch deutlich höher.
100k Abfindung für 1 Jahr früher gehen sind da fast schon ein Witz und heißt im Grunde genommen, der CA wollte selbst weg.
Senior consultants gibts hier gottseidank nicht, die können gern im angelsächsischen Raum bleiben, wäre nur ein unnützer Grüßaugustposten mehr auf der Payrole
war ein Vorschlag, anstatt des Austrudelns. Schade&Selbstgerecht, dass es so hingenommen wird.
Das Gehalt liegt für das 1 Jahr garantiert über den 100k; heute sind die CA-Verträge je nach Fach und Qualifikation gerne im Bereich 250-400k angesiedelt. Altverträge (die jetzt so langsam auslaufen) meist noch deutlich höher.
100k Abfindung für 1 Jahr früher gehen sind da fast schon ein Witz und heißt im Grunde genommen, der CA wollte selbst weg.
Yo, die genauen Hintergründe kenne ich nicht, sollten im Geheimen bleiben.
Allerdings dürfen Beamte keine Abfindung erhalten, das ganze ging vor Gericht mit dem Ausgang: Er soll die Abfindung (zwar rechtswidrig) behalten und ja nicht wieder da arbeiten als Beamter, weil er bereits schon pensioniert ist.
Christoph_A
29.03.2021, 13:15
war ein Vorschlag, anstatt des Austrudelns. Außerdem ist es etwas selbstgerecht und bräsig, wenn man das einfach so hinnimmt.
Yo, die genauen Hintergründe kenne ich nicht, sollten im Geheimen bleiben.
Allerdings dürfen Beamte keine Abfindung erhalten, das ganze ging vor Gericht mit dem Ausgang: Er soll die Abfindung (zwar rechtswidrig) behalten und ja nicht wieder da arbeiten als Beamter, weil er bereits schon pensioniert ist.
Solange dabei kein Patient zu Schaden kommt, ist mir das egal, ich würd mich auch fürs Golfspielen bezahlen lassen, wenn man mich lässt. Und so ein netter Grüßaugust mit überregionaler Reputation bringt ja immer noch Patienten, die explizit zur Konyphäre XY wollen. Leben und leben lassen, ich zahl ja nicht das Gehalt.
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