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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Motivation für Nachtdienste fehlt



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MissUmbrella
12.05.2021, 11:36
Also krankschreiben sehe ich auch nicht als Lösung, am besten gar nicht erst bei so einer Stelle beginnen. Deshalb ist ja ein Austausch, am besten mit Assis, die dort arbeiten vor einer Zusage wichtig. Mal ne andere Frage, abgesehen jetzt von der Vergütung: was passiert denn überhaupt bei Minusstunden? Ich denke mir so, ich würde da einfach nichts zu sagen ,und wenn ich weg bin, bin ich weg.:-oopss
Gerne dürfen ja dann auch weniger Dienste verplant werden, damit man weniger Minusstunden ansammelt, aber das wird wohl eher die Seltenheit sein.

ehem-user-02-08-2021-1033
12.05.2021, 11:41
Fürstlich ist relativ... Allerdings gilt für Chefärzte regelhaft das Arbeitszeitgesetz nicht.

Alexandra451
12.05.2021, 12:26
Das mit dem Krankschreiben ist sicher ein sehr schöner entlastender Gedanke. Macht man aber dann nicht.
Bisher wurde es nicht angeordnet, die Minusstunden nachzuarbeiten. Dann wäre ich sofort weg.

Personalmangel wird sicher auch ein Grund sein, warum die Meisten mehr Dienste machen, als Ihnen lieb ist.

Nefazodon
12.05.2021, 14:07
Mal ne andere Frage, abgesehen jetzt von der Vergütung: was passiert denn überhaupt bei Minusstunden? Ich denke mir so, ich würde da einfach nichts zu sagen ,und wenn ich weg bin, bin ich weg.

Also, ich bin kein Arbeitsrechtler, ich habe aber mal gehört, dass Minusstunden im Dienstsystem zwar ein beliebtes Werkzeug der Personalabteilungen sind, dass es sie so in der Form de jure aber gar nicht gibt.

Wenn Du deinem Arbeitgeber prinzipiell deine Arbeitskraft zur Verfügung stellst (und nicht irgendwie absichtlich "unentschuldigt" zuhause bleibst) ist es Sache des Arbeitgebers, dich so einzuteilen, dass die Arbeitskraft effektiv genutzt wird und keine Minusstunden anfallen.

Wenn es doch Minusstunden gibt, liegen diese im Organisationsbereich des Arbeitgebers, und sind somit sein Verschulden.

Demnach gibt es keine Vepflichtung Minusstunden, die aus dem Dienstplan entstehen, nachzuarbeiten.

Alexandra451
12.05.2021, 14:15
Danke! Sehr aufschlussreich. Dem kann man juristisch mal auf den Grund gehen.

cartablanca
12.05.2021, 14:48
am besten mit Assis, die dort arbeiten vor einer Zusage wichtig.

Die erzählen einem auch nicht immer die Wahrheit.

daCapo
12.05.2021, 16:20
Rufdienst geht dir irgendwann auch auf die Nerven, vorallem bei großer Häufigkeit der Rufdienste und niedriger zeitlicher Beanspruchung im Dienst. Das führt dazu, dass du räumlich und zeitlich gebunden bist (keine Zeit fürFamilie/Verwandtschaft... oder kein TinderDate oder kein Wellness..kein Ausflug etc.) aber effektiv fast nix dafür kriegst. Das Leben spielt sich außerhalb des Arbeitsplatzes ab. Dieses Hybridsklaventum lohnt sich nur bei fürstlicher Grundvergütung.

Und selbst wenn es viel genutzt wird im Vordergrund, nervt es im Vergleich zur Bereitschaft.


Die erzählen einem auch nicht immer die Wahrheit.

Genau, meist schickt der Chef Bewerber mit ergebenen Volk umher, wo man dann nur Lobhudelei hört.


Fürstlich ist relativ... Allerdings gilt für Chefärzte regelhaft das Arbeitszeitgesetz nicht.

Bzw sie beachten es immer noch nicht systematisch bei der Planung, oft auch keine Ahnung von Arbeitsrecht, läuft schon alles irgendwie ....wir schreiben das Jahr 2021.

davo
12.05.2021, 16:27
Die erzählen einem auch nicht immer die Wahrheit.

Trotzdem ist es ein essentieller Bestandteil.

Mit den Assistenzärzten reden. Den Dienstplan anschauen. (Am besten den der letzten drei Monate - denn nur so sieht man alle Urlaube, Fortbildungsabsenzen, Krankenstände, usw., und kann somit die tatsächlichen Präsenzen und Arbeitszeiten beurteilen.) Nach der tatsächlichen Arbeitszeit fragen. Nach dem Arbeitszeitmodell fragen. Nach dem Tarifvertrag fragen. Etc. So kann man die Risiken schon mal deutlich reduzieren.

Garantien gibts im Leben sowieso nie. Kann ja auch sein, dass morgen der Chef wechselt.

Fr.Pelz
12.05.2021, 18:57
Oder: einfach mal random an irgendeinem Tag die Nummer des Diensthabenden anwählen und fragen, was gerade so los ist... ist zwar auch nicht repräsentativ, aber zumindest bekommt man indirekt einen Eindruck. Wenn einer sagt "ach, heute ist es ruhig, ich hatte eben schon 12 Minuten Pause" kann man sich genauso seinen Teil denken, wie wenn einer sagt "Gott, ist heute viel zu tun, schon drei Blutentnahmen und eine Transfusion!"

ehem-user-02-08-2021-1033
12.05.2021, 21:05
wie wenn einer sagt "Gott, ist heute viel zu tun, schon drei Blutentnahmen und eine Transfusion!"

Da hätte ich früher gesagt: Geil, da fang ich an. Ich brauche es endlich ruhiger. *g

Mr. Pink online
13.05.2021, 06:38
Ein Bereitschaftsdienst Stufe 1 kann ganz entspannt sein, wenn man tatsächlich überwiegend schläft und dann dafür den Tag darauf komplett frei hat. Wieso nicht. Sind doch eh nicht mehr als 4 Dienste pro Monat. Problematisch wird es bei den höheren Stufen, denn das heißt die Nacht ist gelaufen. Man muss tagsüber den Schlaf nachholen und hat im Prinzip nichts gewonnen. Die Nachtzuschläge bekommt man im übrigen trotzdem, auch wenn der BD als FZA ausgeglichen wird.
Wenn man aber gerne jeden Tag abends zuhause ist und nie Dienste schieben möchte, sollte man sich überlegen ob man in der Krankenhausversorgung gut aufgehoben ist und nicht in den ambulanten Sektor wechseln sollte.

daCapo
13.05.2021, 08:18
Ein Bereitschaftsdienst Stufe 1 kann ganz entspannt sein, wenn man tatsächlich überwiegend schläft und dann dafür den Tag darauf komplett frei hat. Wieso nicht. Sind doch eh nicht mehr als 4 Dienste pro Monat. Problematisch wird es bei den höheren Stufen, denn das heißt die Nacht ist gelaufen. Man muss tagsüber den Schlaf nachholen und hat im Prinzip nichts gewonnen. Die Nachtzuschläge bekommt man im übrigen trotzdem, auch wenn der BD als FZA ausgeglichen wird.


Aha, das hatte ich nie. Es wurde viel elektiver Kram von oben in den Bereitschaftsdienst geschoben wie Aufklärungen oder Konsile. Das ist wahrscheinlich auch je nach Abteilung sehr unterschiedlich. Wie bereits mehrfach gesagt, ein paar Jahre sowas machen, ist okay. Aber wenn man merkt die Kräfte schwinden, ist es Zeit es zu beenden.



Wenn man aber gerne jeden Tag abends zuhause ist und nie Dienste schieben möchte, sollte man sich überlegen ob man in der Krankenhausversorgung gut aufgehoben ist und nicht in den ambulanten Sektor wechseln sollte.

Das stimmt.

Mr. Pink online
13.05.2021, 08:38
Ja aber du wirst ja hoffentlich nicht zwischen 22h und 6h morgens Konsildienste oder Aufklärungen gemacht haben. In der Regel kann man (abgesehen mal von den Abteilungen der Inneren Medizin) nachts relativ viel schlafen und hat tatsächlich was von dem FZA des nächsten Tages.

daCapo
13.05.2021, 08:51
Nein, natürlich nicht. Bis 21 Uhr maximal...und dann Papierkram/Organisation bis 0 Uhr. Außer irgendwelche Notfälle oder dringliche Anfragen kommen. Um 7 Uhr ging es dann weiter. Wir hatten uns damals drauf geeingt, dass der vorrangegangene Bereitschaftsdienst auch die Blutabnahmen am Wochenende macht. Schlafen konnte man in der Regek schon, und es ist auch so vorgesehen im Bereitschaftsdienst (maximal 50% Arbeitseinsatz).
Mit dem Tag frei war natürlich gut, dann konnte man alle möglichen Sachen erledigen oder hatte ein langes Wochenende.
Auf die Dauer würde ich es persönlich aber nicht machen.

hebdo
13.05.2021, 09:19
Also ich habe in meinen Bereitschaftsdiensten im Fach Innere an einem Maximalversorger und an einer Uniklinik eigentlich immer meine 5h Schlaf bekommen. Das ich mal durchgearbeitet habe kann ich in 6 Jahren an einer Hand abzählen. Trotzdem ist für mich das Schlafen im Dienst etwas ganz anderes als zu Hause - auch wenn ich zu Hause wegen den Kindern quasi auch eine lange Zeit "Bereitschaft" hatte.

Mr. Pink online
13.05.2021, 10:09
Ich habe oben explizit vom BD Stufe 1 gesprochen. Ab BD Stufe 2 ist die Belastung so hoch, dass es gerade über Nacht eigentlich keinen Spaß macht. Der nächste Tag ist aufgrund Schlafmangels gelaufen, man hat also nichts gewonnen. Zumindest wurde jetzt imTVÄ die Annerkennung an Arbeitszeit soweit hoch gestuft, dass man im BD Stufe 3 sogar 100% FZA bekommen muss. Das ist zumindest ein guter Schritt, denn damit wird der Arbeitgeber schon mal ermuntert Schichtbetrieb einzuführen, was zumindest die Arbeitszeit vor Ort verringert.

@Hebdo: beim Bereitschaftsdienst solltest du auch nicht durcharbeiten. Maximal 49% Arbeitszeit darf in der höchsten Stufe anfallen.
In der Klinik in der ich davor war musste in der Inneren nachts auf Schichtdienst umgestellt werden, weil zu viel Arbeit angefallen ist. Finde ich jetzt, v. a. in einer Uniklinik Inneren nicht ungewöhnlich.

daCapo
13.05.2021, 10:12
Wie bereits gesagt, es ist ein Bereitschaftsdienst, maximal 49% Arbeitszeit, man sollte also etwas schlafen können. Egal welche Stufe im Bereitschaftsdienst und egal ob Uniklinik oder Kreiskrankenhaus.
Schlafqualität ist natürlich etwas persönliches, sehe es aber genauso wie du, dass man zu Hause deutlich besser schläft als in einer Bereitschaftsdienstkammer.



In der Klinik in der ich davor war musste in der Inneren nachts auf Schichtdienst umgestellt werden, weil zu viel Arbeit angefallen ist. Finde ich jetzt, v. a. in einer Uniklinik Inneren nicht ungewöhnlich.

Ja gut, es gibt ganz einfach eine Belastungsanalyse und dann wird die Arbeitsform angepasst. Kann mir gut vorstellen, dass in der Inneren an einer großen Uniklinik eigentlich dauernd irgendwas los ist, egal ob Stationen oder Notaufnahme. Sowas muss dann schon professionell organisiert sein und nicht "so ungefähr"..."passt schon"..."War früher auch so"....oder "Ja wir hätten lieber 24h Dienst, weil mir das persönlich besser passt heute".

davo
13.05.2021, 11:35
Sowas muss dann schon professionell organisiert sein und nicht "so ungefähr"..."passt schon"..."War früher auch so"....oder "Ja wir hätten lieber 24h Dienst, weil mir das persönlich besser passt heute".

Bei uns ist in der Nacht sehr viel los (Akutpsychiatrie Großstadt). Aber bei Schichtdienst würde ich sofort kündigen. (Kann zum Glück nicht passieren, da anderes Land und somit andere rechtliche Vorgaben.) Es ist zwar korrekt, dass sich der Arbeitgeber an die Vorgaben halten müsste/sollte, aber man sollte nicht vergessen, dass das Ergebnis dann für viele Ärzte subjektiv schlechter wäre.

Das willst du aber offenbar nicht verstehen, trotz etlicher Hinweise diesbezüglich.

Mr. Pink online
13.05.2021, 12:17
Ich verstehe aber ehrlich gesagt auch nicht worin der Vorteil für den Arzt liegen soll regelmäßig Bereitschaftsdienste zu machen, die den Vorschriften eines Bereitschaftsdienstes nicht entsprechen und mich noch dazu zwingen unter Umständen mehr als 12h effektiv am Tag zu arbeiten.

daCapo
13.05.2021, 12:24
Bei uns ist in der Nacht sehr viel los (Akutpsychiatrie Großstadt). Aber bei Schichtdienst würde ich sofort kündigen. (Kann zum Glück nicht passieren, da anderes Land und somit andere rechtliche Vorgaben.) Es ist zwar korrekt, dass sich der Arbeitgeber an die Vorgaben halten müsste/sollte, aber man sollte nicht vergessen, dass das Ergebnis dann für viele Ärzte subjektiv schlechter wäre.

Das willst du aber offenbar nicht verstehen, trotz etlicher Hinweise diesbezüglich.

Deine persönlichen Vorlieben sind das eine, gesetzliche Vorgaben etwas anderes. Letztendlich stehst du als ein Arbeitnehmer nicht über dem Gesetz, aber das möchtest du offenbar nicht verstehen.
Da du keine Belastungsanalyse vorweisen kannst (auch in der Akutpsychiatrie wird phasenweise wenig zu tun sein), lohnt sich eine weitere Diskussion mit dir nicht. Ich gehe davon aus, dass es diese Belastungsanalyse gibt und die Arbeitsbelastung mit Bereitschaft vereinbar ist.


Ich verstehe aber ehrlich gesagt auch nicht worin der Vorteil für den Arzt liegen soll regelmäßig Bereitschaftsdienste zu machen, die den Vorschriften eines Bereitschaftsdienstes nicht entsprechen und mich noch dazu zwingen unter Umständen mehr als 12h effektiv am Tag zu arbeiten.

Man hat einen Tag frei, Übergaben fallen weg, Bezahlung wird besser (insb. Samstags).
Das geht aber wirklich nur, wenn auch wirklich ein Bereitschaftsdienst arbeitsrechtlich möglich ist. Und es gibt da die verschiedensten Modelle, muss ja nicht immer 24h Bereitschaft sein. Es gibt da verschiedenste Kombinationen.

Ich gehe auch davon aus, dass viele große Kliniken, die professionell geführt werden, das gemacht haben. Aber man wird hier und da immer noch Kliniken mit festgefahrenen Strukturen finden, die das "einfach so mal" entscheiden ohne sich die Belastung anzuschauen oder einfach ein Dienstmodell von 2006 so weiterführen, obwohl heute die Belastung ganz anders ist.
Ich finde es unsäglich, sich über das Gesetz stellen zu wollen. Man kann sich das nicht einfach nach de Gusto aussuchen.

Die Sache ist doch ganz einfach: Repräsentativ schreiben alle 3 Monate auf, wann sie in den Diensten arbeiten und wann nicht. Arbeitsmediziner/Betriebsrat/Klinikleitung/Personalabteilung schauen dann, welche Arbeitsformen (Bereitschaft/Rufbereitschaft/Schicht oder Mischungen/tageweise oder auch mehrere Personen in Bereitschaft) in Betracht kommen. Die Klinikleitung bindet die betroffenen Personen idealerweise in ihre Entscheidung mit ein.

So kann man als Klinikleitung einer Überprüfung der Arbeitsschutzbehörde ganz gelassen entgegensehen und brauch auch keine empfindlichen Geldstrafen zu befürchten, weil man sich an die Gesetz hält.

Ähnlich ist es bei einer roten Ampel: Man hält davor, dann brauch man auch kein Bußgeld erwarten.