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Endoplasmatisches Reticulum
04.03.2022, 10:42
Ich finde es aber auch nicht zielführend, den Leuten zu unterstellen, sie wollten einen 08/15 Nine-To-Five-Job haben, wenn sie die Bedingungen im Krankenhaus nicht mehr hinnehmen wollen. Das erinnert mich oft ans typisch chefärztliche Gaslighting. Die wollen ja auch oft auf Gedeih und Verderb nicht einsehen, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen Belastungsunfähigkeit und Verarschungsintoleranz gibt.

In der Medizin kommen doch so einige Unmöglichkeiten, die es im Einzelnen woanders natürlich auch gibt, in einer m.E. durchaus recht einmalig miserablen Kombination zusammen. Wenn man dann die Reißleine ziehen möchte, erwartet man ja nicht unbedingt, dass alle diese Faktoren sofort und auf einmal verschwinden.

Bonnerin
04.03.2022, 11:16
Ich finde es aber auch nicht zielführend, den Leuten zu unterstellen, sie wollten einen 08/15 Nine-To-Five-Job haben, wenn sie die Bedingungen im Krankenhaus nicht mehr hinnehmen wollen. Das erinnert mich oft ans typisch chefärztliche Gaslighting. Die wollen ja auch oft auf Gedeih und Verderb nicht einsehen, dass es einen gewaltigen Unterschied zwischen Belastungsunfähigkeit und Verarschungsintoleranz gibt.

In der Medizin kommen doch so einige Unmöglichkeiten, die es im Einzelnen woanders natürlich auch gibt, in einer m.E. durchaus recht einmalig miserablen Kombination zusammen. Wenn man dann die Reißleine ziehen möchte, erwartet man ja nicht unbedingt, dass alle diese Faktoren sofort und auf einmal verschwinden.

1. UB bei den krassen Playern ist nicht ansatzweise 9 to 5. Da sind 60h/Woche und mehr durchaus drin, natürlich für entsprechendes Gehalt. Das sollte klar sein...

2. Man kann aber nicht von seiner geringen Ablehnungsresilienz/Frustrationstoleranz berichten und im gleichen Atemzug gesagt bekommen, dass UB dann ne super Idee ist. Freie Wirtschaft ist kein Zuckerschlecken und wenn man aktuell mental in eher schlechtem Zustand ist, dann sollte man halt nochmal überdenken, ob UB (akut oder generell) wirklich die bessere Alternative zur Klinik ist.

3. In dieser Sondersituation (letztes WBJ) schießt man sich halt finanziell selbst in Knie, jetzt auszusteigen. Dazu macht es sich eben im CV sehr schlecht, so klar vor dem Ende hinzuwerfen, anstatt eventuell Wechsel in eine Praxis o.ä. um die letzten Monate/Eingriffszahlen zusammen zu kriegen. Es ist für viele Personaler halt eine red flag...ein Wechsel nach Abschluss das FA ist natürlich massiv attraktiver.

Endoplasmatisches Reticulum
04.03.2022, 11:46
Ich meinte nicht den Fall mbs im Speziellen. ;)

Cor_magna
04.03.2022, 19:45
Mbs deine Probleme scheinen mittlerweile großteils auf der psychischen Ebene zu liegen. Ich würde hier ansetzen. Egal in welchen Job du wechselst, deine Angst etc nimmst du überall hin mit. Also vorher lösen bzw bearbeiten. Ansonsten der Vernunft folgen und Facharzt fertig machen du wirst es später sonst hart bereuen.

cartablanca
05.03.2022, 00:59
Warum nimmst du nicht mal einen Karrierecoach in Anspruch?

mbs
06.03.2022, 21:35
Die Option eines Karrierecoaches hatte ich noch nicht in Erwägung gezogen - ist so was nicht sehr teuer?

Ich habe kein psychisches Problem, sondern ein körperliches. Wenn man krank wird muss man das natürlich erstmal wegstecken und nach Optionen suchen wie man trotzdem seinen Lebensunterhalt finanzieren kann. Das würde jeden Menschen erstmal etwas aus der Bahn werfen. Was Alternativen angeht bin ich nach wie vor für jeden Tipp dankbar. Bislang hatte ich ja noch nicht so den Druck mich diesbezüglich zu informieren, das kam eben erst vor einiger Zeit vermehrt zur Debatte.

Thomas24
06.03.2022, 22:09
Die Option eines Karrierecoaches hatte ich noch nicht in Erwägung gezogen - ist so was nicht sehr teuer?


Auch hier gibt es Google und co...

Abgesehen davon: wie hoch sind deine Opportunitätskosten, unverändert noch weitere Jahre grübelnd und unzufrieden im Status quo zu verharren? Da relativieren sich die Kosten doch recht schnell...

cartablanca
07.03.2022, 15:34
Und wenn du das dann gemacht hast, kannst du selbst Karrierecoach werden. Das ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Mit sowas kann man Tausende verdienen.

mbs
07.03.2022, 15:47
Auch keine schlechte Idee, nur bräuchte man dafür vermutlich noch viel mehr Selbstbewusstsein und Marketingtalent ; - )

Ich denke die wenigsten machen nach dem Studium Dinge die mit den Studieninhalten was zu tun haben. Mit einem Hochschulabschluss, ganz egal in welchem Fach, hat man sicher immer die Möglichkeit einen guten Job zu finden.

Und es muss doch nichtärztliche Stellen für Mediziner geben - auch ohne Facharzt.

dissection
07.03.2022, 19:09
Auch keine schlechte Idee, nur bräuchte man dafür vermutlich noch viel mehr Selbstbewusstsein und Marketingtalent ; - )

Ich denke die wenigsten machen nach dem Studium Dinge die mit den Studieninhalten was zu tun haben. Mit einem Hochschulabschluss, ganz egal in welchem Fach, hat man sicher immer die Möglichkeit einen guten Job zu finden.

Und es muss doch nichtärztliche Stellen für Mediziner geben - auch ohne Facharzt.

Mein gutester, Google und dieser Thread sind voll damit. Bequem ist ein völliger Richtungswechsel nach dem Studium mit Mitte 30 nicht, dieses Engagement muss also drin sein.

Thomas24
07.03.2022, 22:43
Auch keine schlechte Idee, nur bräuchte man dafür vermutlich noch viel mehr Selbstbewusstsein und Marketingtalent ; - )

Es wäre schon ein Anfang a. Google zu bedienen und b. weniger exzessiv "man" in Verbindung mit dem Konjunktiv zu verwenden. Es gibt in deinem Leben und deiner Karriere nicht "man", sondern "ich". Du bist das handelnde Subjekt. Nicht "man".

Stell dich doch mal vor den Spiegel und sag doch einfach mal anstelle "man bräuchte vermutlich noch viel mehr Selbstbewusstsein und Marketingtalent" "Ich bräuchte mehr Selbstbewusstsein und Marketingtalent".
Nicht: "Man müsste etwas tun. Man müsste wissen, wie sich meine Entscheidungen auf mich auswirken werden."
Mehr: "Ich komme ins tun. Ich übernehme Verantwortung für mein Leben und die Konsequenzen meiner Entscheidungen."

Du bist seit knapp 1,5 Jahren im Forum unzufrieden mit deiner Situation... aber nie kommt mal eine konkrete Aussage von Dir, wie "Heute habe ich eine Entscheidung getroffen. Ich mache dieses und unterlasse jenes usw.". Stattdessen nur wilde Oszillation zwischen völlig unterschiedlichen Werdegängen mit völlig unterschiedlichen Anforderungsprofilen- was haben denn die von Dir genannten Alternativen zu deiner chirurgischen Weiterbildung (!!!!) wie Allgemeinmedizin, Betriebsmedizin, Arbeitsmedizin einerseits mit dem ebenfalls genannten Quereinstieg/ Traineestelle Pharmabranche, Consulting (Big 4), Zweit oder Drittstudium, Bewerbung als "Assistent der Geschäftsleitung" usw. miteinander zu tun? Wo ist denn da bitteschön der rote Faden?? :-???

Hol dir mal professionelle Hilfe, wenn du den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr siehst. Sonst bist du in 5 Jahren keinen Schritt weiter und schwadronierst inhaltsleere Allgemeinplätze wie "man müsste wissen, wie die Präferenzen von Arbeitgebern zu fachfremden Quereinsteigern sind" :-? Du vergeudest massiv deine wichtigste Ressource: deine begrenzte Lebenszeit :-((.

GP1001
08.03.2022, 18:06
:-dafür
*gefaelltmir*
Gibt es nix hinzuzufügen.

Insofern MBS: Gib alles nun!

:rock:

mbs
08.03.2022, 21:13
Was ist das denn für ein Satz? Sehr qualifizierter Kommentar, Kompliment.

Und natürlich habe ich diverse Suchmaschinen benutzt und suche auch ständig auf Jobportalen wie stepstone, indeed etc. Mir fehlt nur die Erfahrung um zu beurteilen inwiefern das, was dort gefordert wird auch tatsächlich erfüllt sein muss. Die wollen ja alle mehrjährige Berufserfahrung in der Industrie. Wenn sich niemand bewirbt der diese mitbringt kriegt vielleicht auch wer anders den Job, aber wie häufig kommt das vor? Fordern die grundsätzlich mehr als realistisch ist und müssen sich meist mit "weniger" zufrieden geben? Oder ist das selten, und man sollte eher nach Stellen für Berufseinsteiger suchen - sind diese äquivalent zu Quereinsteigern? Da fehlt mir einfach die Erfahrung.

Auch Jobcoaches gibt es wie Sand am Meer - nur weil man zahlreiche solche Seiten findet heißt das nicht, dass man die Spreu vom Weizen trennen kann. Insofern wäre ich wie gesagt für Tipps dankbar - kann ja sein, dass jemand mit einem bestimmten mal sehr gute Erfahrungen gemacht hat - oder von anderen eher abraten würde. Ich bin ja sicher nicht der Einzige der sich beruflich Richtung Industrie umorientieren will.

Thomas24
08.03.2022, 21:18
Ich bin ja sicher nicht der Einzige der sich beruflich Richtung Industrie umorientieren will.

Mein Gutester, you are all over the place. Industrie. Allgemeinmedizin. Forschung. Pharma Traineestelle. Betriebs- oder Arbeitsmedizin. Consulting. Doch den FA fertig machen etc. pp. Das ist doch das Problem. Mach dir doch mal als allererstes doch mal selbst klar, was du eigentlich willst, bevor du 25 verschiedene -und total unterschiedliche- Optionen abwägst??? :-nix

cartablanca
09.03.2022, 11:27
https://www.ich-kann-mich-nicht-entscheiden.de/

Hier ein Link, der dir vielleicht weiter hilft. Kann man auch in der Diagnostik verwenden.

Bonnerin
09.03.2022, 11:56
Auch keine schlechte Idee, nur bräuchte man dafür vermutlich noch viel mehr Selbstbewusstsein und Marketingtalent ; - )

Ich denke die wenigsten machen nach dem Studium Dinge die mit den Studieninhalten was zu tun haben. Mit einem Hochschulabschluss, ganz egal in welchem Fach, hat man sicher immer die Möglichkeit einen guten Job zu finden.

Und es muss doch nichtärztliche Stellen für Mediziner geben - auch ohne Facharzt.

Da hast du doch schonmal das Problem:
- Du beklagst einen Mangel an Selbstbewusstsein und Marketingtalent. Super. KO-Kriterien für eine Tätigkeit in der Unternehmensberatung und auch Hindernis für viele andere Dinge in der freien Wirtschaft, wo genau das gewollte softskills sein. Da kann man dumm sein wie ein Toastbrot, solange man sich gut verkauft wird man aber eher erfolgreich unterwegs sein.

Ja. Es spricht auch niemand davon, dass es keine Möglichkeiten gibt. Aber die meisten Personaler schauen halt gerade in der Privatwirtschaft auch mal wirklich auf den Lebenslauf. Und da gibt es grundsätzlich 2 attraktive Punkte, sich als Mediziner zu bewerben:

1. Frisch von der Uni. Da besteht dann viel Potential, die Kandidaten nach Unternehmenswunsch zu formen und sie schnell in die richtigen Richtungen zu schicken.

2. Als Facharzt. In diesem Fall halt mit gut vertieftem Wissen im klinischen bzw. ambulanten Setting. Zudem guter Hinweis auf Durchhaltefähigkeit der Person, diese Ausbildung bis zum Ende durchzuziehen.

Es ist nicht schwer, die Dauer einer FA-Weiterbildung bei Google einzugeben. Da wird man dann feststellen, dass du kurz vor dem Ende bist, das aber mit keinem Wort erwähnst, dass du nach Erhalt des FA wechseln willst. Jeder stellt sich dann die Frage: Warum so lange und jetzt ohne Facharzt? Mangelndes Durchhaltevermögen? Mangelnde Kompetenz? Keine Zielstrebigkeit? Das sind eben red flags in der Personalauswahl...

Du musst dir im Klaren sein, dass Du eben nicht in die oben genannten Kategorien fällst und das Ganze dementsprechend schwieriger ist.

Feuerblick
09.03.2022, 12:03
Ich sehe vor allem in diesem Fall das Problem nicht, einfach noch ein paar Monate die Zähne zusammenzubeißen und sich einfach den kompletten Katalog bescheinigen zu lassen. Wenn man nachher sowieso nicht als Chirurg arbeiten möchte, ist doch gänzlich irrelevant, ob man die geforderten Zahlen nun erbracht hat oder ob sie nur auf dem Papier stehen. Ich würde meinem Chef einfach das Logbuch vor die Nase halten und ihn bitten, das jetzt schon mal zu unterschreiben (ausfüllen würde ich es selbst). Den Rest der Zeit dann irgendwo außerhalb des OP absitzen, wenig Dienste machen… Gut ist.
Dann Facharztprüfung absolvieren und raus aus der Patientenversorgung. Egal, was man machen möchte, man steht so viel besser da, wenn man eine Aus-/Weiterbildung nicht kurz vor Ende abbricht sondern sich das Titelchen ans Revers heften kann.
Been there… und so…

cartablanca
09.03.2022, 17:51
Ja seh ich auch so. Mach definitiv den FA zu Ende. Sorry für den letzten Beitrag. War nicht lustig.

Gro?erDenker
13.03.2022, 18:51
https://www.stepstone.de/stellenangebote--Mediziner-m-w-d-als-Lehrkraft-im-Bereich-Gesundheit-Baden-Wuerttemberg-Ministerium-fuer-Kultus-Jugend-und-Sport-Baden-Wuerttemberg--8001745-inline.html?cid=retargeting_criteo_Y_d_NonReg60_Dy namic_html_JD-listing_1005x124_DE-DE


Sowas findet man öfter wenn "man" danach sucht, als Lehrer könntest du gute Quereinstiegschancen haben. Ist aber natürlich etwas weniger Gehalt als in der Klinik denke ich. (dürfte A13/A14 sein)