Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : administrativer Umgang mit nonbinären Patienten
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Matzexc1
21.01.2022, 13:19
Ich glaube arbeiter79 meint es nicht so ernst mit seinem Gedankengang...
Bei einer Bombensprengung in München vor einigen Jahren hatte einer die Idee um den Platz einen 30m hohen Stahlturm mit über 30cm Wandstärke zu errichten und so die Druckwelle nach oben zu leiten, Alternativen wären hochheben der Bombe mit einem Hubschrauber und Abtransport über die Stadt oder das Einfrieren des Zündmechanismus mit Rohrvereiser.
Problem ist hier eben das wir die Gesichter unserer Gesprächspartner nicht sehen und manche Leute Sarkasmus schlecht in Worten ausdrucken können. Da vermisse ich Gelbe Klamotten.
vanilleeis
21.01.2022, 13:20
Ich glaube arbeiter79 meint es nicht so ernst mit seinem Gedankengang...
ich hoffe es
Espressa
21.01.2022, 17:00
Wieso wird eigentlich in Männlein und Weiblein getrennt?
Werden da Schamgefühle berücksichtigt, dass einem der Zimmernachbar nix wegguckt, oder sind es sexuelle Gründe, nicht dass da einer wuschig wird wenn man im Nachthemd Bein zeigt?
Oder was genau ist die Argumentation? (Jetzt mal ernsthaft)
Und wo liegen schwangere Trans-Männer?
Darf man auch auf ein Bett auf der pädiatrie bestehen, wenn man sich auch Ü18 noch wie ein Kind fühlt?
Wundert einen bei manchen Geschichten nicht, warum Non Binär sein vor nicht allzu langer Zeit eine F Diagnose war. Was für ein Schwachsinn.
Bonnerin
21.01.2022, 17:40
Wieso wird eigentlich in Männlein und Weiblein getrennt?
Werden da Schamgefühle berücksichtigt, dass einem der Zimmernachbar nix wegguckt, oder sind es sexuelle Gründe, nicht dass da einer wuschig wird wenn man im Nachthemd Bein zeigt?
Oder was genau ist die Argumentation? (Jetzt mal ernsthaft)
Und wo liegen schwangere Trans-Männer?
Darf man auch auf ein Bett auf der pädiatrie bestehen, wenn man sich auch Ü18 noch wie ein Kind fühlt?
Auf IMC oder ICU gibt es auch keine Geschlechtertrennung. Und wenn man mit dem Argument "sexuelle Gründe" ankommt, dann kann man genauso draufkloppen, warum denn dann lesbische Frauen oder schwule Männer im gleichgeschlechtlichen Zimmer liegen sollen, oder - noch schlimmer - bisexuelle Personen, da ist ja keiner mehr sicher! (Der letzte Punkt war Sarkasmus, bin ja selbst bi).
Ich denke mal, dass es einfach "althergebracht" ist, genau wie das oft hierarchische System in den Kliniken selbst.
Tatsächlich wäre die Politik aber wirklich gefragt, hier mal Grundsatzentscheidungen zu treffen. Gerade Grüne und FDP als liberale Parteien könnten da ja mal einen Arbeitskreis bilden.
juke5489
21.01.2022, 17:46
Ich glaube am Ende ist fast die spannendste Quintessenz dieses Threads doch folgende: Warum fällt es eigentlich in den Aufgabenbereich eines Arztes sich um die Bettensuche für einen Patienten zu kümmern?
Noch ein Grund mehr für ein zentrales Bettenmanagement, dass sich rund um die Uhr um genau solche Sachen kümmert. Am Ende ist „ich brauche ein Einzelzimmer für den binären Patienten X mit Notfallindikation X“ ja auch keine andere Herausforderung als wenn man aus den alltäglichen Gründen, die es regelmäßig gibt, ein Einzelzimmer für nen Patienten braucht.
Dann kann der Arzt sich um das kümmern wofür er tatsächlich da ist, die medizinischen Belange.
pineapple
21.01.2022, 18:16
Ich denke auch aus medizinischer Sicht, weils da therapeutisch einfach Unterschiede gibt, egal wie ich mich fühle (wolff Gang oder Müller Gang :D) und Babys ja auch ein blaues oder rosafarbenes Band kriegen.
Wieso wird eigentlich in Männlein und Weiblein getrennt?
Werden da Schamgefühle berücksichtigt, dass einem der Zimmernachbar nix wegguckt, oder sind es sexuelle Gründe, nicht dass da einer wuschig wird wenn man im Nachthemd Bein zeigt?
Oder was genau ist die Argumentation? (Jetzt mal ernsthaft)
Und wo liegen schwangere Trans-Männer?
Darf man auch auf ein Bett auf der pädiatrie bestehen, wenn man sich auch Ü18 noch wie ein Kind fühlt?
Und wie würdest du die Bezeichnung wählen?
Die Bezeichnung war ja völlig richtig. *inkludiert ja eben genau alle Menschen und auch insbesondere die, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen.
Ich finde diese Diskussion hier massivst erschreckend. Die Ansprüche des*der Patient*in in der Nacht finde ich nicht richtig und ich sehe diese nächtlichen Aufwand als nicht gerechtfertigt an. So weit so gut. Aber diese anti-queeren Aussprüche hier sind teilweise unter aller Sau.
Cingulum123
21.01.2022, 18:35
Ich denke der administrative Umgang mit non-binären Patienten ist in keinem Haus in irgendeiner Weise geregelt, weil das einfach Kolibrifälle sind.
Auch wenn das Thema in den Medien unglaublich präsent ist, betrifft es doch im realen Leben eher eine sehr kleine, wenn auch aktuell sehr laute, Gruppe. Sollte irgendein Medienmensch auch nur diesen Strang hier entdecken, gäbe es vermutlich einen bundesweiten Skandal.
2016 oder 2017 erschien im System bei uns plötzlich als dritte Auswahlmöglichkeit beim Geschlecht „divers“ - das ist alles was das Haus da administrativ zu bieten hat, soweit ich weiß. Und ich weiß von keinem diversen Patienten, der seitdem bei uns gewesen wäre. Ich glaube, das wäre irgendwie Thema geworden, schon der Exotik wegen.
Bezüglich des konkreten Falles, hätte ich dem Patienten klar gemacht, dass es bei mir um seine Genesung geht, dass derartige Themen keinen Platz im Notdienst haben und es als Alternative einzig und allein den Flur mit spanischer Wand gibt. Ist natürlich schwierig, wenn die Pflege sich quer stellt. Allerdings ist Umschieben und Morbus wichtigkus bei denen meistens genau so unbeliebt…
Edit: Bzw gab es sicherlich diverse Patienten, wie auch viele Schwule, Lesben, Bi, die aber kein demonstratives Problem daraus konstruieren in ein Zimmer mit gleichem biologischen Geschlecht gesteckt werden oder ein Einzelzimmer fordern und drohen…
MissGarfield83
21.01.2022, 19:44
Ich finde diese Diskussion hier massivst erschreckend. Die Ansprüche des*der Patient*in in der Nacht finde ich nicht richtig und ich sehe diese nächtlichen Aufwand als nicht gerechtfertigt an. So weit so gut. Aber diese anti-queeren Aussprüche hier sind teilweise unter aller Sau.
:-meinung
Wenn ich manche Kommentare hier lese, wundert es mich nicht wirklich wenn Trans*/Inter*/Nonbinary Personen das Gesundheitswesen meiden. Zudem verwundert es mich wenn hier geschlechtliche Identität und Sexualität munter durcheinander gekegelt werden - hätte nicht mehr viel gefehlt bis zum Kampfhubschrauberspruch der in queerfeindlichen Kreisen kursiert . Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl, ist das wirklich zuviel verlangt? Ich heisse nicht gut dass dieser Mensch so einen Aufriss gemacht hat - aber die Ignoranz vieler hier ist ebenso erschreckend. Da hätte ich wohl kein gutes Gefühl dabei und würde anzweifeln, dass ich gut und nach allen Standards behandelt würde. Trans*/Inter*/Nonbinary Patienten sind sicher keine häufigen Patienten - aber sie verdienen doch Respekt und einen menschenwürdigen Umgang.
Mukopolysaccharid
21.01.2022, 20:38
wie lässt sich non binar medizinisch feststellen ? Das ist doch eher ein Identitätsgefühl. Manche fühlen sich dann zeitweise wieder als Mann oder Frau, und dann wieder anders. Aber ich kann doch nicht nach Gefühl behandeln ? Bei Frauen äußert sich ein Herzinfarkt anders als bei Männern, ebenso ist es mit Medikamenten Dosierungen. Krebsvorsorge ebenso. Daher gibt es diese Teilung in der gender Medizin. Vielleicht sollte man dann generell die Ansprüche senken und Zimmer einfach wahllos auffüllen ohne Trennung nach Geschkecht und Alter (…machen wir nämlich auch…) und einfach immer nur nen Vorhang zu ziehen. Dann gibt’s keine Extrawürste für keinen und wir haben’s einfacher.
Mir wird jetzt sicher auch die Moralische/ ethische käule übergebraten, ich verstehe nur nicht die medizinische Relevanz. Ich behandle Krankheiten, und das will ich medizinisch korrekt(…ebenso sind Alte sind keine Jungen, Kinder keine kleinen Erwachsenen… )Der Rest interessiert mich nicht. Ich lasse trotzdem gerne jeden Glauben und fühlen was er will.
MissGarfield83
21.01.2022, 20:51
@mukopolysacharid : Grundsätzlich gebe ich dir recht - trotzdem sollten wir die psychosoziale Ebene bei Erkrankungen nicht total ignorieren. Jemand der nicht dauernd unter Stress steht, weil die geschlechtliche Identität angenommen und respektiert wird, wird vermutlich auch schneller wieder gesund, als jemand der das Gefühl hat seine Fight and Flight Reaktion jederzeit wieder ausleben zu müssen, da er/sie/x sich nicht sicher und gut aufgehoben fühlt. Das gilt für jeden Patienten. Sei es der Substanzmissbräuchler, die Sychotikerin, die LAD in GAZ mit der subklinischen Demenz, der junge Mann mit dem Herzinfarkt - sie alle werden durch die Bank krabitzig wenn sie sich nicht gut aufgehoben und sicher fühlen.
Ich glaube am Ende ist fast die spannendste Quintessenz dieses Threads doch folgende: Warum fällt es eigentlich in den Aufgabenbereich eines Arztes sich um die Bettensuche für einen Patienten zu kümmern?
So ähnlich hatte ich das schon auf Seite 5 gemeint mit
Nacht in der Notaufnahme auf der Liege verbringen bis zum nächsten Tag. Dann können Leute die für solche Diskussionen bezahlt werden sich drum kümmern.
Non-binär ist halt in diesem Fall der Auslöser gewesen und triggert halt noch viele andere Dinge, siehe diese Diskussion hier.
Ich mein wir kennen alle Patienten die auf Station so lange Terror machen bis sie ein anderes Zimmer bekommen. Aus welchen Gründen auch immer. Weil der Nachbar schnarcht, weil der Nachbar was auch immer. Und in der Notaufnahme nachts gibt es aber auch Ultra-Privat-Patienten die einfach ein Einzelzimmer haben und dafür Terror machen weil sie es so wollen. Völlig andere Ursache läuft aber am Ende auf das Selbe raus: man braucht ein Einzelzimmer. Und darum kann man sich entweder selbst kümmern oder man versucht sich davon zu distanzieren. Es ist ja nicht so dass man sich bei JEDEM Patienten um ein Bett kümmert. Es soll ja immer nur dann der Arzt machen wenns plötzlich und unerwartet schwierig wird. Also wenn es die Pflege nicht mit einem einzigen Anruf schafft. Und da kann man versuchen sich rauszuziehen. Denn egal wie man es macht, es gibt immer Ärger. Weil man nachts allein der Depp ist der mit einer Mangelverwaltung konfrontiert ist. Und diesen Mangel soll/kann/darf/muss man verwalten.
Was arbeiter79 schreibt ist ja auch keine Lösung. "Ein Bett vorhalten außer es herrscht Bettenmangel". Willkommen in meiner Welt: wir haben ständig Bettenmangel! So kommt man der Lösung also nicht näher. Und selbst wenn es so ein Zimmer gäbe und dieses Bett frei wäre, dann kommt ein erster non-binärer Mensch und dann ein zweiter. Und wieder steht man vor dem gleichen Problem. Daher: versuchen sich aus diesen Diskussionen rauszuziehen.
Espressa
22.01.2022, 09:23
Natürlich gibts immer Patienten die einem das Leben schwer machen, weil das Essen nicht schmeckt, die Toilette auf dem Flur ist, die OP wieder verschoben wurde, der Baulärm stört… ja auch die sind nicht in ihrem Wohlgefühl und vielleicht beeinträchtigt es ihre Genesung. Und weil der Grund ihres Aufenthaltes meist doch ein viel schwerwiegenderer ist, erwarten wir von ihnen schon, dass sie über diese Nebensächlichkeiten doch etwas hinwegsehen. Zumal es nicht die ärztliche Aufgabe ist, alles das auch noch irgendwie zu moderieren.
Will sagen: mir ist egal aus welchem Grund Leute Extrawürste wollen, es nervt immer. Nur drohen die dann nicht gleich mit der Presse, und auch würden die Schlagzeilen eher nicht solche Wogen schlagen, wie irgendwelche Geschlechtsidentität-Themen.
Und niemand hat was gegen wechselnde oder nicht vorhandene Geschlechterzuordnung, sondern dagegen dass der Patient fordernd und anstrengend ist. Und Verständnis und Kooperationsbereitschaft darf man doch von beiden Seiten erwarten, oder nicht?
LasseReinböng
22.01.2022, 11:18
.....
LasseReinböng
22.01.2022, 11:25
Deine Bemühungen in allen Ehren aber es ist nun mal kein Patient (männlich) oder eine Patientin (weiblich). Da geht die Diskriminierung weiter.
Und wie würdest du die Bezeichnung wählen?
Ens Patientens ?!
https://www.youtube.com/watch?v=DpqEcD0oKsA
Vielleicht sollte man in Kliniken künftig nach AWM ( = alte weiße Männer ) und FINTA (=Frauen, Inter Menschen, Nichtbinäre Menschen, Trans Menschen und Agender ) trennen ?
Espressa
22.01.2022, 11:41
Ich hab als Frau kein Problem damit, als “Patient” bezeichnet zu werden.
Es ist mir echt unverständlich wie man sich da so drauf aufhängen kann.
Und selbst wenn es ein Problem für mich wäre, aber für die große Mehrheit nicht, würde ich sagen; ok es ist mein Problem und nicht das der anderen. Käme im Leben nicht drauf, da jetzt laut und öffentlich zu protestieren und die Schuld bei den anderen zu suchen.
Aber man darf ja nicht von sich auf andere schließen…
:-meinung
Wenn ich manche Kommentare hier lese, wundert es mich nicht wirklich wenn Trans*/Inter*/Nonbinary Personen das Gesundheitswesen meiden. Zudem verwundert es mich wenn hier geschlechtliche Identität und Sexualität munter durcheinander gekegelt werden - hätte nicht mehr viel gefehlt bis zum Kampfhubschrauberspruch der in queerfeindlichen Kreisen kursiert . Ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl, ist das wirklich zuviel verlangt? Ich heisse nicht gut dass dieser Mensch so einen Aufriss gemacht hat - aber die Ignoranz vieler hier ist ebenso erschreckend. Da hätte ich wohl kein gutes Gefühl dabei und würde anzweifeln, dass ich gut und nach allen Standards behandelt würde. Trans*/Inter*/Nonbinary Patienten sind sicher keine häufigen Patienten - aber sie verdienen doch Respekt und einen menschenwürdigen Umgang.
Respekt ist eine Sache der Gegenseitigkeit und so wie ich die Beschreibung verstehe, fehlte der Respekt zunächst auf der Seite des Gegenüber. Einen menschenwürdigen Umgang erhält bei mir jeder - egal ob ich seine Werte, Einstellung oder Umgangsformen ablehne oder nicht.
Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn schon soviele Diskussionen über Privatpatienten, Lehrer als Patienten, Freunde von XY als Patienten usw. erlebt - genau da fällt doch auch dieser Fall rein...
Man muss sagen, wie es ist: In den USA wäre die TE ihren Job los, nur dafür, dass sie den Wunsch der betroffenen Person in Frage gestellt hat. Wir hinken den USA in diesen Dingen immer nur eine gewisse Zeit hinterher, entsprechend wird das in Deutschland in den nächsten Jahren auch so werden. Ob wir bzw. die Mehrheitsbevölkerung das so wollen oder nicht.
Die einzige Partei, die sich dem entschieden entgegenstellt, ist rechtsradikal und daher leider auch nicht wählbar.
Also: Akzeptieren, dass sich unsere Gesellschaft neue Sakrilegien schafft. Mehr kann man als Einzelperson nicht tun.
Noch ein Grund mehr für ein zentrales Bettenmanagement, dass sich rund um die Uhr um genau solche Sachen kümmert.
Aber das kostet doch Geld? Die Ärzte machen das doch einfach so mit, warum soll ich dafür eine zusätzliche Gruppe von Arbeitskräften vorhalten?
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