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RussianAngel
23.03.2022, 22:56
Wie auf alle Fragen hier im Forum, habe ich immer dieselbe und beste Antwort: Ab in die Schweiz :) In der Niederlassung hier beginnen die Einkommen ab 200 000 pro Jahr, angestellt ist auch ohne viel TamTam das drin :)

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/zahlen-und-statistiken/statistiken-berufe-im-gesundheitswesen/statistiken-medizinalberufe1/statistiken-aerztinnen-aerzte/einkommen-aerztinnen-und-aerzte-in-der-schweiz.html

hebdo
24.03.2022, 07:43
Wie immer, wenn der Verdienst in der Schweiz hervorgehoben wird, empfehle ich die rosarote Brille abzuziehen. Man sollte auf die Lebenshaltungskosten und Nebenkosten wie Kinderbetreuung etc. schauen. Im Vgl. zu Deutschland hauen mich die Zahlen nicht vom Hocker. Natürlich ist die Besteuerung je nach Kanton günstiger.

Hier das Beispiel für den hausärztlichen Bereich aus dem selben Jahr.
33264

RussianAngel
24.03.2022, 12:28
Vom Hocker sicherlich nicht, aber sicherlich mehr als die vom TD angestrebten 200 000. Und ganz ehrlich: ich habe wenig Überblick über Kinderbetreuung (ist sicher sehr teuer), aber die sonstigen Kosten finde ich fast genauso hoch: Wohnung zwischen 1000-2000, Essen und co. (wenn man sehr verschwenderisch ist) 1000, Versicherung 500 ... insgesamt sehe ich in meinem Single-Leben eigentlich keinen Unterschied bei den Preisen...Eine Wohnung in München hatte so 1200 gekostet, hier habe ich auch um die 1400, wenn man eine "normale" Wohnung hat...und ich spreche von "Grossstädten" (soweit es die in der Schweiz gibt)

GP1001
24.03.2022, 14:05
Ein Bekannter zahlt 1800 Franken für eine normale 2 Zimmer Wohnung in Bern. Es kosten nicht nur Lebensmittel mehr, auch jeder Service (Hotel, Cafe, Restaurant), so dass man (man hört es immer wieder) auf dasselbe rauskommt. Immer wieder hört man, die Einheimischen wären etwas reserviert. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Wenn man mit Familie oder Partner kommt, stört einen das möglicherweise weniger. Eine Möglichkeit ist natürlich in Deutschland zu wohnen&leben mit niedrigen Kosten und in der Schweiz zu arbeiten...
Ich glaube, man findest nur raus, wenn man's selbst ausprobiert. Also nur zu! Probiert's aus!

München ist die teuerste Stadt Deutschlands. Wenn einen damit nix verbindet (Familie, Partner), würde ich abraten da unbedingt hinzuziehen. Es gibt leider in der Regel keinen "München" Zuschlag von den Kliniken.

hebdo
24.03.2022, 19:02
Gelöscht

Locutus001
24.03.2022, 21:36
Die Schweiz... süß...
Klar kann man in der Schweiz mehr verdienen. Vermutlich kommt man am Ende des Tages mit einem Plus raus.
Für Singles und Leute ohne Familienplan sicherlich einigermaßen lukrativ.

Ansonsten empfehle ich die "Elternzeit"-Regelung der Schweiz einmal zu studieren.
Insbesondere auch für Väter ;-P

Die Schweiz hat sicherlich ihre Vorzüge, Deutschland aber auch.
Ähnliches gilt für die USA.
Und ganz mutige können in die Vereinigten Arabischen Emirate ;-)

Thomas24
24.03.2022, 22:11
Wie immer, wenn der Verdienst in der Schweiz hervorgehoben wird, empfehle ich die rosarote Brille abzuziehen. Man sollte auf die Lebenshaltungskosten und Nebenkosten wie Kinderbetreuung etc. schauen. Im Vgl. zu Deutschland hauen mich die Zahlen nicht vom Hocker. Natürlich ist die Besteuerung je nach Kanton günstiger.

Hier das Beispiel für den hausärztlichen Bereich aus dem selben Jahr.
33264

Ähm, deine Darstellung zeigt aber die Augenheilkunde und nicht den hausärztlichen Bereich??

hebdo
25.03.2022, 05:59
Sorry beides beginnt mit A ….

33266

lvk13
25.03.2022, 09:12
Humangenetik

haben nur leider die wenigsten auf dem Schirm, da wenig Berührungspunkte im Studium. Gibt sehr lukrative Angebote als Facharzt mit Teilhaberoption. Da sind 150k als Angestellter easy möglich. Viele meinen in der Dermatologie oder plastischen Chirurgie gibts das große Geld zu holen. Ein Humangenetiker mit eigener Praxis lacht über den Praxisgewinn von irgendwelchen Botox-Hautärzten oder Schönheitschirurgen.

Willst du vielleicht kurz Erläutern, woher du Deine Infos hast? Hältst du eine Teilhaberschaft tatsächlich für realistisch? Gerne auch per PM.

GP1001
25.03.2022, 10:18
Humangenetik...
die Abteilung der Uniklinik mit dem größten Verlust (ausführliche Beratung bringt nunmal nix), aber nunmal Teil der Versorgung. Tarifgehalt, keine Zulagen wegen fehlender Dienste usw.
Von gut gehenden humangenetischen Praxen mit hohen Gewinnen habe ich auch noch nie gehört.

Christoph_A
25.03.2022, 15:28
Die Diskussion ist irgendwie müßig, mit dem nötigen Skillset und etwas Motivation, vlt einen Extrameter mehr zu gehen, sind für Schwerpunkt Fachärzte in D 200k kein allzu großes Problem, weder im Krankenhaus ( OA mit AT Verträgen und Sonderabsprachen) noch in der Niederlassung. Man kann allerdings nicht erwarten, daß Durchschnitt überdurchschnittlich bezahlt wird, da hat Thomas vollkommen Recht.

Lakemond
25.03.2022, 17:06
mit dem nötigen Skillset und etwas Motivation, vlt einen Extrameter mehr zu gehen, sind für Schwerpunkt Fachärzte in D 200k kein allzu großes Problem.
Außer Skills und Motivation braucht man dafür aber vor allem Zeit. Sehr viel Zeit, die man der Arbeit widmet. Es gibt aber tatsächlich noch Menschen, die auch ein Leben außerhalb vom Krankenhaus oder Praxis haben...

WiWi18
25.03.2022, 17:24
Die Diskussion ist irgendwie müßig, mit dem nötigen Skillset und etwas Motivation, vlt einen Extrameter mehr zu gehen, sind für Schwerpunkt Fachärzte in D 200k kein allzu großes Problem, weder im Krankenhaus ( OA mit AT Verträgen und Sonderabsprachen) noch in der Niederlassung. Man kann allerdings nicht erwarten, daß Durchschnitt überdurchschnittlich bezahlt wird, da hat Thomas vollkommen Recht.

Gerade die Klinikkarriere ist doch zu >50% von Glück und der Sympathie des Chefs abhängig. Wenn ich mir bei uns die Funktionsoberärzte mit > 5 Jahren fachärztlicher Berufserfahrung und Habilitation anschaue, frage ich mich, welchen Extrameter die denn noch gehen sollen, um wenigstens mal die sechsstelligen Gehaltsbereiche zu erreichen.

Von einem angestellten Arzt in Niederlassung, der 200k verdient, habe ich noch nie gehört. Und sich niederzulassen ist in vielen Fächern kaum noch möglich wegen der künstlich erzeugten Knappheit an Kassensitzen.

Insofern klingt so etwas von jemandem, der sich selbst als "Systemprofiteur" bezeichnet, schon wie Hohn. Ist halt der Survivorship Bias.

freak1
25.03.2022, 17:50
Gerade die Klinikkarriere ist doch zu >50% von Glück und der Sympathie des Chefs abhängig. Wenn ich mir bei uns die Funktionsoberärzte mit > 5 Jahren fachärztlicher Berufserfahrung und Habilitation anschaue, frage ich mich, welchen Extrameter die denn noch gehen sollen, um wenigstens mal die sechsstelligen Gehaltsbereiche zu erreichen.

Der Extrameter heißt Eier in der Hose haben.

Wer sich > 2 Jahre nach dem Facharzt und sogar noch mit Habilitation mit einem Ä2/Facharztvertrag abspeisen lässt, dem ist nicht mehr zu helfen. Kündigen und woanders hingehen, APL ist auch an anderen Kliniken drin. Eine Ä3-Stelle ist da wohl das mindeste was man erwarten kann.

Außer man ist einer von diesen Forschungsgiganten die klinisch einfach so überhaupt gar nichts drauf haben und woanders direkt rausgeschmissen werden... Dann hat man halt Pech gehabt.

Thomas24
25.03.2022, 18:03
Von einem angestellten Arzt in Niederlassung, der 200k verdient, habe ich noch nie gehört. Und sich niederzulassen ist in vielen Fächern kaum noch möglich wegen der künstlich erzeugten Knappheit an Kassensitzen.

Nun ja, es gibt Sie. Und tatsächlich nicht zu knapp. Zumindest für mein Fachgebiet kann ich das absolut bestätigen. Ich weiß nicht, wie es in den anderen Fachbereichen aussieht, aber ich könnte mir vorstellen, dass man beispielsweise keinen erfahrenen invasiven Kardiologen mit entsprechenden Skills (z.B. Stents bei CTO, komplexen Re -Stenosen usw?) bekommt, wenn man nicht signifikantes Geld oder anderes auf den Tisch legt (z.B. Option der Teilhaberschaft) und sonstige Perks.

Man darf nicht vergessen: Facharzt ist nicht gleich Facharzt. Die sozialistische Vergütungsstruktur des Klinikwesens lässt einen das manchmal vergessen- denn alle bekommen in der Kliniklaufbahn dieselbe Vergütung als Weiterbildungsassistenten. Egal, ob man nur das Mindestmaß an Engagement erbringt, immer der erste ist, der sich verpisst, als Kollegenschwein den nachfolgenden Kollegen die Arbeit liegen lässt, oder ob man sich richtig reinhängt und die sprichwörtliche "Extrameile" geht. Man sieht doch, wie sehr die Qualität des "Humankapitals" in den Kliniken im letzten Jahrzehnt nachgelassen hat. Das dürfte Dir doch nicht entgangen sein- an manchen Orten werden Kollegen eingestellt, deren fachliche Kompetenz (und die Authentizität der Approbation, ähem) mehr als fraglich ist, nur um den Dienstplan füllen zu können.

Die Anzahl der guten Leute, die richtig was können (und wollen) war immer schon klein - und ist meines Erachtens nach durch den sich verändernden Stellenwert von Work/ Life Balance immer kleiner geworden. Konsequenz: um diesen kleiner werdenden Pool von Talenten müssen wir uns als Arbeitgeber bemühen. Mit Geld, mit Perspektiven, mit Wertschätzung, mit flexiblen Arbeitszeitmodellen usw. pp.

Und zum zweiten Punkt: in "vielen Fächern" sei kaum noch eine Niederlassung möglich- so pauschal kann man das nicht sagen. Das ist ganz Fach- und vor allem Ortsabhängig. Sieh dir doch an, wie viele Sitze in den sog. "Strukturschwachen Regionen" nicht besetzt werden können, mangels Nachfrage an Bewerbern. Da sind durchaus Regionen dabei, in denen man sich als lokaler Platzhirsch sich eine goldene Nase verdienen könnte- wenn man denn dort leben und auch arbeiten möchte.

Mein Ex -Kollege beispielsweise hat sich bewusst für ein Arbeitsleben in der ostdeutschen Pampa entschieden und dort einen vakanten Sitz für knapp 120 K gekauft und noch knapp 130 K investiert. Davon gab es 100 K Niederlassungsförderung als Zuschuss von der KV zurück, da Mangelgebiet. Umsatz erstes Jahr: 700 K und stark steigend. Nachteil: Ostdeutsche Pampa eben- da zieht es nicht viele Kollegen hin. Es gibt tatsächlich noch Opportunitäten, man muss nur hinsehen. Sogar in den westdeutschen Metropolregionen...

GP1001
25.03.2022, 19:12
Gerade die Klinikkarriere ist doch zu >50% von Glück und der Sympathie des Chefs abhängig. Wenn ich mir bei uns die Funktionsoberärzte mit > 5 Jahren fachärztlicher Berufserfahrung und Habilitation anschaue, frage ich mich, welchen Extrameter die denn noch gehen sollen, um wenigstens mal die sechsstelligen Gehaltsbereiche zu erreichen.

Von einem angestellten Arzt in Niederlassung, der 200k verdient, habe ich noch nie gehört. Und sich niederzulassen ist in vielen Fächern kaum noch möglich wegen der künstlich erzeugten Knappheit an Kassensitzen.

Insofern klingt so etwas von jemandem, der sich selbst als "Systemprofiteur" bezeichnet, schon wie Hohn. Ist halt der Survivorship Bias.

Naja, mach mal Facharzt. Das ist eine gläserne Decke. Kenne keine Gastro, die ihren Assis das Endoskopieren beibringt. Kenne keine Cardio, die ihre Assis in den Katheter schickt. Ja mal zuschauen, aber echte Einarbeitung. No way. Ist blöd, aber nicht zu ändern. Als Facharzt hat man einfach bessere Chancen "Skills" zu lernen.

Endoplasmatisches Reticulum
25.03.2022, 20:23
Die Anzahl der guten Leute, die richtig was können (und wollen) war immer schon klein - und ist meines Erachtens nach durch den sich verändernden Stellenwert von Work/ Life Balance immer kleiner geworden. Konsequenz: um diesen kleiner werdenden Pool von Talenten müssen wir uns als Arbeitgeber bemühen. Mit Geld, mit Perspektiven, mit Wertschätzung, mit flexiblen Arbeitszeitmodellen usw. pp.
Das sind halt des Kaisers neue Kleider. Ohne 60-Stunden-Woche wird man nur dann kein guter Arzt, wenn in den Stunden 0 - 50 die Ausbildung weniger Gehalt hat als eine durchschnittliche Schlagzeile in der Bild.

Ich glaube es gibt sehr viel Talent unter jungen Medizinern. Die Frage ist eher, wie viele Wochen nach Berufseintritt es dauert, bis davon nur noch eine hölzerne Hülle übrig ist, die einfach nur weg will.

Christoph_A
25.03.2022, 20:28
Gerade die Klinikkarriere ist doch zu >50% von Glück und der Sympathie des Chefs abhängig. Wenn ich mir bei uns die Funktionsoberärzte mit > 5 Jahren fachärztlicher Berufserfahrung und Habilitation anschaue, frage ich mich, welchen Extrameter die denn noch gehen sollen, um wenigstens mal die sechsstelligen Gehaltsbereiche zu erreichen.

Von einem angestellten Arzt in Niederlassung, der 200k verdient, habe ich noch nie gehört. Und sich niederzulassen ist in vielen Fächern kaum noch möglich wegen der künstlich erzeugten Knappheit an Kassensitzen.

Insofern klingt so etwas von jemandem, der sich selbst als "Systemprofiteur" bezeichnet, schon wie Hohn. Ist halt der Survivorship Bias.

Die Antworten auf Deine Frage nach den Extrametern haben Dir freak1 und Thomas schon gegeben.
Was den Rest betrifft, man kann sich immer noch gut niederlassen, auch Teilhaberschaften an Mvzs sind durchaus lukrativ, z.B.
Und wenn Du bisher keinen kennst, der 200k angestellt verdient, kennst Du keine niedergelassenen invasiven Kardiologen.

cartablanca
25.03.2022, 20:42
Und wenn Du bisher keinen kennst, der 200k angestellt verdient, kennst Du keine niedergelassenen invasiven Kardiologen.

Bereits ein angestellter Honorararzt macht 200 k + brutto. Dann gibt's da noch Impfärzte, angestellte Ärzte in Heroinpraxen etc. ...

ehem-user-20-04-2022-0939
26.03.2022, 00:40
Bereits ein angestellter Honorararzt macht 200 k + brutto. Dann gibt's da noch Impfärzte, angestellte Ärzte in Heroinpraxen etc. ...

Honorararzt ist doch gar nicht angestellt. Und was meinst du mit Heroinpraxen? Nehme an Substitution (Suchtmedizin)