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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ernsthafte Frage zu Gehalt und Lebenshaltungskosten



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Haffi
25.04.2023, 14:36
[truba][;2259389']
Und wer richtig Bock hat gut zu verdienen reduziert seinen Klinikjob und macht nebenbei Arbeitnehmerüberlassung. Gibt doch X Möglichkeiten mehr zu verdienen wenn man bereit ist die Extrameile zu gehen.

Und wer richtig Bock hat, gut zu verdienen, sollte vor allen Dingen über den Tellerrand schauen und die Medizin hinter sich lassen. Habe mittlerweile ganze drei (Ex-)KollegInnen in den 30ern, die halbwegs erfolgreich als Vollzeit-Influencer aktiv sind und diese ganze Arzt-Sache hinter sich gelassen haben. Leider fehlen mir persönlich hierfür sowohl der süße Hund als auch die körperlichen Attribute :-nix

Thomas24
25.04.2023, 14:40
Und wer richtig Bock hat, gut zu verdienen, sollte vor allen Dingen über den Tellerrand schauen und die Medizin hinter sich lassen.

Medfluencer? Ok, kann man machen- muss man aber nicht. Sicher auch kein Zuckerschlecken, täglich neuen Content für seine Zielgruppe zu produzieren. Das Gras ist halt immer grüner auf der anderen Seite.


Habe mittlerweile ganze drei (Ex-)KollegInnen in den 30ern, die halbwegs erfolgreich als Vollzeit-Influencer aktiv sind und diese ganze Arzt-Sache hinter sich gelassen haben. Leider fehlen mir persönlich hierfür sowohl der süße Hund als auch die körperlichen Attribute :-nix

Was den süßen Hund angeht, ist die Schwelle ja niedrig.

Ansonsten wurde hier ja schon fast alles gesagt- nur noch nicht von jedem.

Cor_magna
25.04.2023, 15:22
Ich habe bis heute nicht verstanden, was dieses Rumjammern in einem öffentlichem Forum im Internet für einen Nutzen hat.

Ich sehe es grundsätzlich genauso, die Bedingungen in der Klinik sind mau bis scheisse, die Bezahlung in der Weiterbildung ist für den Stress und die Verantwortung (wenn man es überhaupt auf Dauer schafft beides auszuhalten) im Vergleich eher lau.

Aber hier den Frust von der Seele zu schreiben wird euch nicht weiterhelfen, die Teppichetage der Klinik wird es nicht lesen und sich denken: Jetzt aber 2 Ärzte mehr pro Station, auf Medilearn sind die Leute unzufrieden!

Sucht euch ein anderes Fach, studiert was anderes, erschließt euch andere Verdienstmöglichkeiten (evtl. nach Facharzt), engagiert euch berufspolitisch, et cetera... oder seid zufrieden mit dem was ihr habt.

Ich z.b. hatte nach einiger Zeit Innere auch die Schnauze voll und bin jetzt in der Genetik. Bekomme genauso mein Grundgehalt (ohne Dienste natürlich), Arbeitsbedingungen sind aber ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Mal schauen wie es weitergeht, vielleicht geh ich irgendwann mal zurück in die Klinik, ich will jedoch damit nur sagen: Es gibt auch andere Jobs und Möglichkeiten. Und die, die jetzt viel verdienen, mussten auch hart arbeiten um dahin zu kommen. Möglicherweise sind die Aussichten jetzt wirklich schlechter, aber das Leben ist nunmal nicht fair, unsere Generation hat dafür andere Vorteile...

Feuerblick
25.04.2023, 16:54
Zumal es in diesem Thread ausdrücklich NICHT darum ging, ob der Job adäquat bezahlt ist sondern NUR darum, ob man mit 3000 Euro netto auskömmlich leben kann.

rafiki
25.04.2023, 20:30
[truba][;2259389'] Denn jedem steht frei für überdurchschnittliche Leistung AT zu verhandeln.

Genau so ist es. Die Betonung liegt aber auf überdurchschnittliche Leistung, die sich speist aus Arbeits- und Führungserfahrung, Arbeitsgüte mit etlichen Kriterien, Fortbildungen, Engagement, Fleiß, Interesse. Dann kann man als OA z. B. durchaus auf deutlich über 200k brutto kommen. Die Ärzteschaft wird sich immer mehr in Underdogs und Performer aufteilen, und das ist gut so.

Stuntman Mike
26.04.2023, 06:13
Die Ärzteschaft wird sich immer mehr in Underdogs und Performer aufteilen, und das ist gut so.
Ich musste lachen. Genau diese Entwicklung sehe ich nicht. Nie zuvor konnte man es mit weniger „Performance“ weiter bringen.

Allerdings muss man auch hinterfragen, ob es gerechtfertigt ist, (Fach-)Ärzte nach langjähriger Ausbildung als „Underdogs“ zu bezeichnen, oder ob da nicht ein bisschen die Maßstäbe verrutscht sind…
Auch wenn einer keine 10 Paper im Jahr raushaut oder was auch immer für dich einen „Performer“ definiert, hat er trotzdem mehr geleistet als viele Andere - und das sollte eben auch entsprechend honoriert werden.

Kackbratze
26.04.2023, 06:24
"Performance" ist so ein klebriger Allgemeinplatz wie "Nachhaltigkeit". Da kann man Alles reininterpretieren ohne was genau zu sagen.

Stuntman Mike
26.04.2023, 07:51
"Performance" ist so ein klebriger Allgemeinplatz wie "Nachhaltigkeit". Da kann man Alles reininterpretieren ohne was genau zu sagen.
Genau so ist es. Es gibt doch viele Wege ein guter bzw. schlechter Arzt zu sein, und ich denke wir alle bewegen uns irgendwo auf dem Spektrum dazwischen. Daher halte dieses dichotome Denken „Underdogs vs Performer“ für ziemlich unreflektiert.

Endoplasmatisches Reticulum
26.04.2023, 08:40
......

Locutus001
26.04.2023, 09:28
Liebe Kollegen,

da Reaktionen auf meinen Post à la "die schlechten Bedingungen schönreden", "mit dem Gehalt anderer vergleichen", etc. kamen:

Ihr mischt hier zwei verschiedene Themenkomplexe.

Die Originalfragestellung war, wie man mit so einem mickrigen Gehalt von grade mal etwas über 3000 Euro NETTO hinkommen soll.
Und ob es anderen hier auch so geht.

Nicht: "ich finde die Arbeitsbedingungen, die Belastung, die Atmosphäre im Team, die Überstunden, die Weiterbildung, etc. schlecht..." oder "für das was man akademisch geleistet hat, halte ich das Gehalt für unangemessen".

Zu zweiterem sei auf die anderen 90% der Akademiker verwiesen, die deutlich weniger verdienen (als Arzt auch im Einstiegsgehalt gehört man zu den höher bezahlten Akademikern). Und es braucht hier niemand meinen, dass ein Naturwissenschaftler oder ein Jurist oder ein Lehrer oder... keine Überstunden macht.
Die Gehaltsanstiegskurve ist bei einigen einfach am Anfang höher und die Zulagen für Sonderspäße (adäquater) besser.
Spätestens mit dem Facharzt hängt man langfristig die meisten davon aber wieder ab.

Über die Bedingungen im Gesundheitssystem sind wir uns vermutlich alle einig. ...

ABER: Es geht in diesem Thread primar NICHT um diese beiden Themen.

Und wer sich fragt, wie man in einer Großstadt mit so einem "mickrigen" Gehalt auskommen soll... "LEBEN" soll...
(sorry, wenn ich mir das schon durchlese "ist nicht mehr viel drin..." ... ja, keine 2000 Euro extra im Monat, das stimmt...).
Der möge einfach die >90% der anderen Leute fragen, die mit deutlich weniger auskommen, wie die das denn machen.
Denn "LEBEN" tun die auch.
Manchmal muss man vielleicht einfach die eigenen Ansprüche (hier: bzgl. Lebenskosten) runterschrauben. Ist generell ein guter Rat.
Wer sich mit 3000-3500 Euro Nettolohn "nichts großartig mehr leisten kann" und "da ist nicht mehr viel übrig" wird auch 5000-6000 Euro Nettolohn ähnlich durchbringen.

Also zusammenfassend:
1. Bedingungen in Klinik schlecht. Ja gehe ich mit. --> ist aber nicht Thema des Threads
2. Könnte mehr Geld geben... gehe ich unter Vorbehalt mit... (wenn man es in einen Vergleich setzt, stellt sich jedes Mal wieder raus, dass Ärzte schon mit zu den Topverdienern gehören... wer primär für das Geld arbeitet, der sollte noch ein Jurastudium anschließen und Medizinrecht machen... oder noch Zahnistudium und Kieferorthopäde werden, aber auch da muss man erstmal "starten nach dem Studium" und steigt nicht direkt mit Unsummen ein). --> ist aber nicht Thema des Threads

3. Wer mit 3000-3500 Euro Netto das Gefühl hat, damit kaum leben zu können... (ja Großstadt, Auto, etc. ich verstehe, wohne selbst in einer Großstadt...) der hat meiner Meinung nach andere Probleme, als ein zu niedriges Gehalt.

rafiki
26.04.2023, 12:47
Ich musste lachen. Genau diese Entwicklung sehe ich nicht. Nie zuvor konnte man es mit weniger „Performance“ weiter bringen.

Eben drum.



Allerdings muss man auch hinterfragen, ob es gerechtfertigt ist, (Fach-)Ärzte nach langjähriger Ausbildung als „Underdogs“ zu bezeichnen, oder ob da nicht ein bisschen die Maßstäbe verrutscht sind…

In meinen Fachgebieten leider nicht. Was ich an OÄ und CÄ sehe, spottet jeder Beschreibung, es werden nicht mal Basiswissen und -fertigkeiten beherrscht, oft schwer patientengefährdend.



Auch wenn einer keine 10 Paper im Jahr raushaut oder was auch immer für dich einen „Performer“ definiert, hat er trotzdem mehr geleistet als viele Andere - und das sollte eben auch entsprechend honoriert werden.

Unter Leistung verstehe ich ausschließlich klinische Arbeit, nicht Paperproduktion. Und die lasse ich mir entsprechend honorieren, mit Forderungen, mit denen die meisten anderen abblitzen würden.

WiWi18
26.04.2023, 14:03
Unter Leistung verstehe ich ausschließlich klinische Arbeit, nicht Paperproduktion. Und die lasse ich mir entsprechend honorieren, mit Forderungen, mit denen die meisten anderen abblitzen würden.

Aus Interesse (etwas OT): Was kann man denn in Psych klinisch so Besonderes machen, dass man eine solche Verhandlungsmacht hat?

Reflex
26.04.2023, 15:38
Einfach Facharzt sein. Aufgrund des extremen Personalmangels hat man im psychiatrischen/psychosomatischen Bereich eine extrem gute Verhandlungsposition. Ab Facharzt bekommt man (fast) immer inzwischen AT Gehälter, jenseits der Metropolen fällt es auch recht fürstlich aus. Das ist inzwischen gar nicht mehr an inhaltliche Qualifikationen gekoppelt.

abcd
26.04.2023, 16:25
Zumal es in diesem Thread ausdrücklich NICHT darum ging, ob der Job adäquat bezahlt ist sondern NUR darum, ob man mit 3000 Euro netto auskömmlich leben kann.

Danke, dass Du es nochmal so deutlich sagt. Hatte das indirekt auch schon mal versucht. Mir geht diese Diskussion tierisch auf die Nerven, da sie an jeder Stelle geführt wird, an der auch nur irgendwie "Gehalt" erwähnt wird.

rafiki
26.04.2023, 17:43
Aus Interesse (etwas OT): Was kann man denn in Psych klinisch so Besonderes machen, dass man eine solche Verhandlungsmacht hat?

Nicht die gesamte Psychofacharztmedizin für Erwachsene allein (Psychiatrie und Psychosomatische Medizin), sondern natürlich weitere Dinge sind entscheidend: effiziente und schnelle Arbeitsweise in Routinedingen, motivierende und strukturierende Mitarbeiterführungsfähigkeiten (extrem wichtig!), sehr breite Führungserfahrung in Akut-, Reha-, Privatkliniken, Ambulanzen, Niederlassungen, Gutachten, medizinökonomische Expertise, fundierte Kenntnisse und Erfahrungen in sehr wirksamen Einzel- und Gruppenpsychotherapieverfahren sowie medizinische Zusatzqualifikationen wie z. B. Ernährungsmedizin. Damit ist es möglich, "übliche" AT-Gehälter noch mal bedeutend zu übersteigen (bis zu mehr als dem Doppelten eines LOA-Tarifgehaltes).

Feuerblick
26.04.2023, 17:48
So, nun nochmal offiziell: Könnt ihr BITTE beim Thema bleiben? Es geht nicht um Gehalt, Gehaltsverhandlungen und Zufriedenheit, es geht ausschließlich darum, ob und wie man mit 3000 Euro netto auskommen kann.
Also: Zurück zum Thema und dabei bleiben!

Danke!

Feuerblick
MediLearn-Moderatorin

Banane123
26.04.2023, 19:27
Langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich dann weiter in WGs oder in der Provinz leben muss… male ich es mir jetzt nur zu schlecht aus oder ist das die Realität von Assistenzärzten ?

Bin mittlerweile im 4. Jahr in einer der teuersten Städte auf Mieten bezogen (wir bezahlen ca 18€/m2). Verdient habe ich über meine Klinik in dieser Zeit Netto 150.500€ also im Durschnitt 3857€. Zusätzlich unterrichte ich seit kurzem wodurch bisher nochmal ca. 11.000€ Netto an Einnahmen entstanden sind. Zurücklegen konnte ich bisher ca. 50.000€. Wir unterhalten zwei Autos und zwei Motorräder (wobei nur ein Auto dazukam seit ich arbeite).

Klingt viel? In meiner Peer (die keine Ärzte beinhaltet) verdiene ich absolut und auf die Stunde bezogen am wenigsten.

Man kann davon leben, im Biomarkt einkaufen, sein Bafög bezahlen und auch 4x im Jahr Urlaub machen.

DrArzt
27.04.2023, 08:21
https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/realloehne-in-deutschland-sinken-um-4-0-prozent-a-5874dee5-f98f-4d7b-94a6-0ffc143d01a7

"Ich verzichte gerne auf mein Gehalt. Dafür habe ich Medizin studiert und arbeite in Teilzeit dennoch 40h/w."
Frau Dr. Musterärztin, 35 Jahre, Mutter von 1,6 Kindern

winton90
27.04.2023, 20:15
So, nun nochmal offiziell: Könnt ihr BITTE beim Thema bleiben? Es geht nicht um Gehalt, Gehaltsverhandlungen und Zufriedenheit, es geht ausschließlich darum, ob und wie man mit 3000 Euro netto auskommen kann.
Also: Zurück zum Thema und dabei bleiben!

Danke!

Feuerblick
MediLearn-Moderatorin

Der TE fragt nach mehr: „Ist das die neue Realität von AssistenzärztInnen?“
Diskussionen um Gehaltsverhandlungen, Zufriedenheit und Gehalt gehören offensichtlich dazu.

Feuerblick
27.04.2023, 20:47
Nein, gehören sie zur Beantwortung der Frage nicht.