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Endoplasmatisches Reticulum
09.01.2024, 12:05
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anignu
09.01.2024, 14:09
Arzty ist die geschlechtsneutrale Form, weil Schwämme gendernonconforming sind yah.
Geil.
Kennt ihr die "Sondersitzung: Gendern" aus der Reihe "Bullshit-Resistenz" von Huebl?

Und wemma des gsäing hod foid oam zum Locutus bloß no ei: na nimmsd hoid weida dei Dschendan ois Soziolekt her, i bleib nahad bei meim Regiolekt. Find i sche. Spa i ma des schreim so das's a jäda glei vastähd. I moan i lies des flüssig oba und wennz es lenga brauchds wissz a glei dassz ned dazua g'heads. Es Ärtzys. :-D

Locutus001
10.01.2024, 12:55
Geil.
Kennt ihr die "Sondersitzung: Gendern" aus der Reihe "Bullshit-Resistenz" von Huebl?

Und wemma des gsäing hod foid oam zum Locutus bloß no ei: na nimmsd hoid weida dei Dschendan ois Soziolekt her, i bleib nahad bei meim Regiolekt. Find i sche. Spa i ma des schreim so das's a jäda glei vastähd. I moan i lies des flüssig oba und wennz es lenga brauchds wissz a glei dassz ned dazua g'heads. Es Ärtzys. :-D

Na ja ich habe mich - ja mittlerweile schon fast zwangsläufig - als großer Gegner dieses ganzen Schwachsinns intensiv mit dem Thema beschäftigt.
Und wenn man schon - im Sinne der eigentlichen Zielsetzung - "Gendern" (wobei hier die große Grundsatzlüge beginnt, denn das generische Maskulinum IST Gendern...) betreibt, dann zu einem generischen Femininum (mit oder ohne Sonderzeichen) umzuschwenken (lieben Gruß an alle die Kolleg*innen :innen Innen _innen... schreiben, anstelle von Kollegen*innen und Ärzt*innen und ChirurgInnen...), ist eben schwachsinnig.
Und rein schriftlich weniger effizient. Aber um Effizienz geht es nicht, sonder bliebe man beim gen. Mask.
Um also tatsächlich den geschlechtsneutralen Kollegen (denn einzig darum geht es ja bei den Sonderzeichen... um das vermeintliche "Spektrum"... über welches man ganze Grundsatzdebatten führen kann... abzubilden) gerecht zu werden, ist das einzig wirklich Zielführende eine neutrale (also grammatisch neutrale...) Form.
(Übrigens auch viel angenehmer für die sichtbehinderten Leute, die sich das vorlesen lassen müssen... und für der*die*das Konstellationen im schriftlichen... und man bedenke auch, dass nicht jeder Mitarbeiter automatisch ein Mitarbeitender ist...).

Da eine Berufsbezeichnung ja letztlich genau das bezeichnen soll - und unnötige Informationen meistens am besten weggelassen werden... wie jeder gute Schriftsteller weiß (ja auch die weiblichen und neutralen) ... spielt das Geschlecht da keine Rolle. Explizit hat sich (zumindest früher) der englischsprachige Feminismus deshalb ja dagegen ausgesprochen ANDERS als die Männer benannt zu werden (allerdings hat man da aus der die das --> de bzw. the gemacht und es etwas "neutraler" von vornherein).
Sprachen OHNE grammatikalisches Geschlecht, wie z.B. Japanisch zeigen übrigens keine größere (eher genau andersherum...) "Gerechtigkeit" bzg. auf die Geschlechterrollen und -verteilung, als solche die da ganz genau trennen. Man könnte dies somit als Widerlegung des Arguments sehen, dass Sprache die Wirklichkeit formt. Nun ja...

Das Entgendern nach Phettberg bietet hier diese schöne Möglichkeit, die sich hervorragend sprachlich abbilden lässt ohne lästige grammatikalische Hochdurchsatzprobleme.
UND - man mag es kaum glauben - ich kann unterscheiden zwischen Mann, Frau, Neutral. Und einen "nonbinären" Kollegy eben auch ganz gezielt und ohne Tendenz ansprechen.
Für Mann und Frau sollte das Neutrale keine Rolle spielen, so ich denn will, dass die ganze Welt weiß, ich habe explizit eine Hausärztin!!!, kann ich es explizit sagen. (Ich gehe heute zu meinem weiblichen Hausarzt! das ist eine FRAU!!!! schaut her, wo gibts denn sowas).
Ich für meinen Teil möchte explizit NICHT als Kund*in, KollegIn oder Ärzt:in angesprochen oder angeschrieben werden.
Schadet im übrigen auch der expliziten Darstellung der Frauen (rein sprachlich, da die Sichtbarkeit sich ja nicht verbessert, wenn jeder gemeint ist).
Die Kolleginnen, die genau eben dies beim gen. Mask. bemängeln, daher ein generisches Femininum nutzen (und behaupten es sei ja aber gar keines...), können es vielleicht aber nachvollziehen, warum man das andersrum vielleicht auch nicht gerne möchte.
Ein Kompromiss: Kollegen*innen (sieht zwar auch komisch aus, enthält aber wenigstens alles) wäre vorstellbar.

So viel zu diesem Exkurs (selbst Schuld, wenn ihr das Thema anschneidet, nur weil ich mal etwas "progressiv" eine sinnvolle Form des Genderns ganz ausnahmsweise nutze ^^ um zu zeigen, dass so etwas existiert).
Im Grundsatz bin ich also nicht grundsätzlich gegen sprachliche Veränderung, aber es sollte dann auch zielgerichtet und sinnvoll sein und nicht genau das gleiche, aber andersrum und halt irgendwie mit Sonderzeichen.
Beste Grüße an alle Kollegys. (und an die Schwämme :-) )

rafiki
10.01.2024, 13:55
Gendern ist, wenn in Sachsen ein Boot umkippt.

@Locotus001: Sehe ich alles auch so.

Endoplasmatisches Reticulum
10.01.2024, 14:21
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Tramaldol
10.01.2024, 18:05
Mir ist mindestens eine Klinik bekannt, die alle ihre Stellen im Femininum ausschreibt.
Und ich würde alleine deswegen von einer Bewerbung absehen, wäre ich auf der Suche ...

Wofür die Verwaltung alles Zeit hat. Es ist definitiv zu viel Geld im System und die Krankenkassenbeiträge zu hoch. Die Boomer müssen mit etwas weniger Gesundheitsservice an jedem Kuhdorf auskommen.
Bei Unikliniken wundert mich auch stark, dass sie gendern als öffentliche Einrichtungen. Da oktruiert eine Minderheit der breiten Masse ihre Meinung auf.

Kackbratze
10.01.2024, 18:13
Die MHH hat gerade eine Stelle für einer "Fachärtzin" ausgeschrieben. Aaalter.

https://aerztestellen.aerzteblatt.de/web_html/344571/job2138.html

Endoplasmatisches Reticulum
10.01.2024, 18:23
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Espressa
10.01.2024, 18:35
Mir geht das gendern so auf den Sack.
Und ich liebe das generische Maskulinum und es hat mich nie gestört, frag mich echt ob es da tatsächlich nonbinäre gibt die das wirklich stört? Oder Frauen?
Mein Hund war auch immer „der Hund“ obwohl es eine Hündin war, und warum sich jemand „Studierende“ anstatt „Studentin“ nennt, erschließt sich mir auch nicht.
Worum ging es nochmal in diesem thread?

rafiki
10.01.2024, 18:56
Genau.

Und viele wissen nicht, dass es selbstverständlich auch generische Feminina (Person, Leiche, Koryphäe) und Neutra (Mitglied, Opfer, Baby) gibt.

davo
10.01.2024, 18:58
Vielleicht spricht man bald auch von einem echten Koryphaeus... :-))

rafiki
10.01.2024, 19:11
...und einem Leicho im Keller.

Endoplasmatisches Reticulum
10.01.2024, 19:15
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Feuerblick
10.01.2024, 19:34
Ich habe die Gender-Debatte mal aus dem Klinik-Kollaps-Thread abgetrennt. Bitte nicht wundern, „Ersteller“ ist bei sowas immer derjenige, dessen Beitrag der erste abgetrennte Beitrag ist.

Gruß
Feuerblick
MediLearn-Moderatorin

Fr.Pelz
10.01.2024, 19:49
Ach das Gendern... als ob wir nicht schlimmere Probleme hätten- und ich richte mich hier ausdrücklich, die viel Energie GEGEN das Gendern aufbringen. Warum? Es gibt nämlich keine "Minderheit, die der Mehrheit ihre Meinung aufdrücken will". Das ist Framing, zb von der CDU, die in vorauseilendem Ungehorsam das Gendern verbieten will, bevor es jemand dem 0/8/15-bürger angeordnet hat.
Ich empfinde es als völligen Schwachsinn, sich über Stellenanzeigen aufzuregen. Niemand muss doch in Deutschland in seiner Privatsprache gendern. Und es MUSS auch niemand gendern, wenn er etwas öffentliches verfasst (wenn er nicht gerade in einer Behörde oder einem Unternehmen arbeitet, die das bestimmen). Es kommen dann vielleicht kommentare, aber die kommen doch heutzutage in den sozialen Medien eh immer...
Das ist in meinen Augen eine ziemlich an den Haaren herbeigezogene Diskussion, Stimmungsmache gegen Links, der sogar Sarah Wagenknecht aufgesessen ist.

Wem gendern zu anstrengend ist, sollte sich nicht übers Gendern aufregern, denn das ist viel anstrengender.

Feuerblick
10.01.2024, 19:53
Ich sehe das so: Wenn Gendern von der Mehrheit gewollt ist, dann wird es sich durchsetzen. Wenn nicht, wird es irgendwann sang- und klanglos verschwinden und niemanden mehr interessieren.

Ich persönlich finde es gruselig zu lesen und zu hören, weshalb ich nie auf die Idee käme, für mich privat oder in irgendwelchen Schreiben zu gendern. Da jault mein Schul-Ich mit dem Deutsch-Leistungskurs. Aber wer meint, er müsse gendern… bitte. Kann ich überlesen und notfalls überhören. Siehe oben.

Espressa
10.01.2024, 19:58
Naja ich denke man darf auch differenzieren, ob sich jemand gegen gewisse Minderheiten ausspricht (nein tue ich nicht) oder gegen die Verunstaltung der Sprache (ja das!). Und bloß nicht beides in einen Sack werfen.
Es nervt mich wenn ich Beiträge lese oder Podcasts höre, die ausdauernd gendern. Und auch wenn sie es vielleicht nicht müssten, wer traut sich das schon? Will sich ja keiner dem Vorwurf aussetzen, irgendwelche Minderheiten nicht zu respektieren.

Oder worum soll es beim gendern gehen? Warum ist es nötig?

Feuerblick
10.01.2024, 20:00
Bevor ich mich aufrege, höre ich solche Podcasts einfach nicht. :-nix Gibt genügend gute Podcasts etc., bei denen nicht gegendert wird.

anignu
11.01.2024, 00:49
Ich sehe das so: Wenn Gendern von der Mehrheit gewollt ist, dann wird es sich durchsetzen. Wenn nicht, wird es irgendwann sang- und klanglos verschwinden und niemanden mehr interessieren.
Tut es ja nicht. Die Mehrheit lehnt es ab. Auch wenn die Mehrheit für eine Gleichberechtigung ist.


Nochmal: Kennt ihr die "Sondersitzung: Gendern" aus der Reihe "Bullshit-Resistenz" von Huebl?

Das ist eine extrem gute Zusammenfassung des gesamten Themas. Beschäftigt sich mit der Studienlage, der Geschichte usw. usw...
Und geht eben auch auf Kritikpunkte ein. Eben unter anderem auf das Thema dass manche Gruppen das Gendern als Soziolekt verwenden um sich abzugrenzen.

Ich kann die Vorlesung wirklich jedem nur empfehlen!

rafiki
11.01.2024, 06:52
Nochmal: Kennt ihr die "Sondersitzung: Gendern" aus der Reihe "Bullshit-Resistenz" von Huebl?


Kenn ich nicht. Aber es gibt etliche hochqualitative linguistische und philosophische Abhandlungen zum Thema.


Und ja, es ist ein "schlimmes Problem", weil Sprache das Denken beeinflusst, die künstliche Einflussnahme darauf immer ungute ideologisch-idotische Ideen impliziert. Empfehle dazu das Studium der Erkenntnisse von Victor Klemperer zur Hitlersprache.