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Die Niere
22.10.2004, 11:21
Ich weiss nicht, ob das so fuer die Kassen relevant ist.
Da die ja logischerweise sehr kostenorientiert sind, ist das Hauptargument doch, ob eine OP billiger ist als andere Therapien, bzw Folgekosten des urspruenglichen Problems.
Eine Mammareduktion kostet aber definitiv weniger als die Folgeschäden einer falschen Haltung mit all ihren Nebenschauplätzen inkl. Medikamenten, Arthrosen, künstlichen Gelenken usw.

gruesse, die niere

1234556
22.10.2004, 12:39
@Niere: Es tut mir leid Dich persönlich angreifen zu müssen, aber als persönlich Betroffener, kocht man nun mal vor Wut wenn man bestimmte Postings liest. Ich finde Deine Einstellung ethisch/moralich unhaltbar, inakzeptabel und intorelabel! Vor allem ist mir Deine Logik überhaupt nicht nachvollziehbar, also überleg mal ob Du nicht mit zweierlei Mass mißt, und überlegbar warum!



Ausser Frage stehen natürlich (wie bereits angemerkt wurde) Rekonstruktionen nach Mamma-CA oder Traumen sowie Fehlbildungen wie zB das Poland-Syndrom (vollkommene Aplasie des Brustdrüsenkörpers zT mit Aplasie des Pectoralis) - soweit sind wir uns wahrscheinlich alle einig.

Sind wir uns nicht, d.h. eigentlich schon, jemmend durch eine Erkrankung/verletzung erheblich entstellt/verstümmelt ist, dann rede ich von einer !!!Plastischen!!! und !!!nicht kosmetischen Chirurgie!!!, und diese sollte ohne wenn und aber unabhändig von der Ätiologie und Pathogense bezahlt werden.


Eine Fettabsaugung, Fettschürzenresektion oder ähnliches verursacht dementsprechend nur Kosten für das Gesundheitssystem ohne eine Einsparung zu bewirken - dementsprechend auch hier ein klares NEIN.

Das gilt aber auch für Rekonstruktionen nach Mamma-CA oder Traumen sowie Fehlbildungen wie zB das Poland-Syndrom


Ich sehe keine Grund dafür jemanden, der stark abgenommen hat, das Geld für eine Schönheits-Op zu geben...immerhin müssen alle anderen im Gesundheitssystem diese Kosten tragen.

Dass sehe ich dann aber auch nicht bei Rekonstruktionen nach Mamma-CA oder Traumen sowie Fehlbildungen wie zB das Poland-Syndrom.

Wo ist bitte denn der Unterschied zwischen einer Verstümmelung/Entstelleung aufgrund von Adipositas auf der anderen Seite und auf der anderen Seite Mamma-CA oder Traumen sowie Fehlbildungen wie zB das Poland-Syndrom???

hobbes
22.10.2004, 12:49
Wo ist bitte denn der Unterschied zwischen einer Verstümmelung/Entstelleung aufgrund von Adipositas auf der anderen Seite und auf der anderen Seite Mamma-CA oder Traumen sowie Fehlbildungen wie zB das Poland-Syndrom???

Hä? Bevor man dein posting kontern kann, muss man es erst verstehen. Ich blick nicht durch. Mach doch mal ein Beispiel. Wie verstümmelt aufgrund von Adipositas?

Evil
22.10.2004, 13:10
Eine Mammareduktion kostet aber definitiv weniger als die Folgeschäden einer falschen Haltung mit all ihren Nebenschauplätzen inkl. Medikamenten, Arthrosen, künstlichen Gelenken usw.

gruesse, die niere

Eben, das mein ich ja auch, nur haben die Sachbearbeiter der Kassen manchmal merkwuerdige Statistiken vorliegen.

So versteh ich z.B. immer noch nicht, warum eine Rueckenschule als Prophylaxe NICHT kostensenkend sein soll...

Evil
22.10.2004, 13:16
Wo ist bitte denn der Unterschied zwischen einer Verstümmelung/Entstelleung aufgrund von Adipositas auf der anderen Seite und auf der anderen Seite Mamma-CA oder Traumen sowie Fehlbildungen wie zB das Poland-Syndrom???

Also, Adipositas beruht ja in der Regel auf Fehlernaehrung, da kann man ein Mit- oder sogar komplettes Eigenverschulden des Patienten schon sehen.

Das seh ich beiTraumata oder CAs oder sogar Fehlbildungen nicht so....
:-meinung

Sach ma, wieso musst Du jemanden persoenlich angreifen, wenn Dir die Argumentation nicht gefaellt? Kannste nich in Ruhe diskutieren? :-(

1234556
22.10.2004, 13:18
Hä? Bevor man dein posting kontern kann, muss man es erst verstehen. Ich blick nicht durch. Mach doch mal ein Beispiel. Wie verstümmelt aufgrund von Adipositas?

Wenn dir nach der Gewichtsreduktion die Fettschürze bis zu den Knien hängt...der als Frau die Brüste als Hautlappen (dicke ca 0,5 cm und Lönde ca 0,5m) auf der Höhe zwischen Bauchnabel und Becken aufhören...da sieht die totalamputation nach Mamma-Ca für mich weniger verstümmeld aus!

Rico
22.10.2004, 13:38
Die hängende Hautschürze beim Ex-Adiposen ist aber nicht krankhaft, sondern sozusagen "physiologisch" nach dem Abnehmen. Es hat auch überhaupt keinen Krankheitswert, außer evt. psychichen Problemen aus der Angst heraus nicht dem Schönheitsideal zu entsprechen.
Dies ist eher analog zu der zu kleinen Brust zu sehen. Diese sieht zwar in den Augen einiger halt nicht so schön aus, aber ist auch nicht krankhaft.

Das alles kann man von einer amputierten oder fehlgebildeten Brust nicht behaupten. Erstere ist bei einem notwendigen medizinischen Eingriff verloren worden und sollte daher wenn möglich auch "ersetzt" werden.

Rico
22.10.2004, 13:42
Also, Adipositas beruht ja in der Regel auf Fehlernaehrung, da kann man ein Mit- oder sogar komplettes Eigenverschulden des Patienten schon sehen.

Das seh ich beiTraumata oder CAs oder sogar Fehlbildungen nicht so....Der Argumentation kann ich mich nicht anschließen, schließlich zahlt die Kasse auch Folgekosten selbstverschuldeter Unfälle oder selbst (mit)verursachter Krankheiten (z.b. Diabetes bei Adipositas oder Brochial-CA bei Rauchern).

Aber warum sie es trotzdem nicht bezahlen sollte hab ich ja oben ausgeführt.

Sach ma, wieso musst Du jemanden persoenlich angreifen, wenn Dir die Argumentation nicht gefaellt? Kannste nich in Ruhe diskutieren? :-dafür

Die Niere
22.10.2004, 14:15
@Niere: Es tut mir leid Dich persönlich angreifen zu müssen, aber als persönlich Betroffener, kocht man nun mal vor Wut wenn man bestimmte Postings liest. Ich finde Deine Einstellung ethisch/moralich unhaltbar, inakzeptabel und intorelabel! Vor allem ist mir Deine Logik überhaupt nicht nachvollziehbar, also überleg mal ob Du nicht mit zweierlei Mass mißt, und überlegbar warum!
Dieser Satz wurde ja bereits kommentiert und ich denke nicht, dass ich ihn mit weiteren Kommentaren behelligen muss. Aber machen wir weiter...



Zitat von Die Niere
Ausser Frage stehen natürlich (wie bereits angemerkt wurde) Rekonstruktionen nach Mamma-CA oder Traumen sowie Fehlbildungen wie zB das Poland-Syndrom (vollkommene Aplasie des Brustdrüsenkörpers zT mit Aplasie des Pectoralis) - soweit sind wir uns wahrscheinlich alle einig.
--
Sind wir uns nicht, d.h. eigentlich schon, jemmend durch eine Erkrankung/verletzung erheblich entstellt/verstümmelt ist, dann rede ich von einer !!!Plastischen!!! und !!!nicht kosmetischen Chirurgie!!!, und diese sollte ohne wenn und aber unabhändig von der Ätiologie und Pathogense bezahlt werden.
An dieser Stelle muss ich Hobbes recht geben - ich verstehe Dich einfach nicht bzw. was Du mir damit sagen möchtest, denn Deine Worte widersprechen ja nicht im geringsten meiner Aussage.


Zitat von Die Niere
Eine Fettabsaugung, Fettschürzenresektion oder ähnliches verursacht dementsprechend nur Kosten für das Gesundheitssystem ohne eine Einsparung zu bewirken - dementsprechend auch hier ein klares NEIN.
--
Das gilt aber auch für Rekonstruktionen nach Mamma-CA oder Traumen sowie Fehlbildungen wie zB das Poland-Syndrom

Es ist nicht fair, Aussagen aus dem Kontext gelöst entkräften zu wollen. Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen. Ich habe gesagt, dass
1. die Mamma-CA Geschichten und Co. in jedem Fall bezahlt werden sollen und
2. andere plastische (ich mache jetzt keinen spitzfindeigen Unterschied zwischen Schönheits- und Plastischer OP) Operationen nur dann bezahlt werden sollen, wenn der Kostenträger dadurch Folgeschäden und Kosten verhindern kann.

Den Grund dafür erkläre ich unten.


Zitat von Die Niere
Ich sehe keine Grund dafür jemanden, der stark abgenommen hat, das Geld für eine Schönheits-Op zu geben...immerhin müssen alle anderen im Gesundheitssystem diese Kosten tragen.
--
Dass sehe ich dann aber auch nicht bei Rekonstruktionen nach Mamma-CA oder Traumen sowie Fehlbildungen wie zB das Poland-Syndrom.

Ja auch beim Mamma-CA müssen wir alle die OP zahlen (der grosse Topf und so...), ABER die Adipositas beruht nun mal nicht auf einer genetischen Ursache, wird nicht durch ein Onkogen, das Alter, einen Unfall ausgelöst, sondern beruht in einer sehr grossen Mehrheit auf Fehlernährung, die selbstverschuldet ist.



Wo ist bitte denn der Unterschied zwischen einer Verstümmelung/Entstelleung aufgrund von Adipositas auf der anderen Seite und auf der anderen Seite Mamma-CA oder Traumen sowie Fehlbildungen wie zB das Poland-Syndrom???
Wie oben bereits geschrieben...der Unterschied beruht auf der Schuldfrage, wie es zu einer Erkrankung gekommen ist.

Kommen wir jetzt zu dem interessanten Teil, den Rico bereits angesprochen hat - die Mitschuld beim Mamma-CA zB durch Rauchen und die Frage, warum der Patient, das nicht auch selbst zahlen muss!
Leider ist der Beweis in diesem Falle, dass das CA wirklich durch das Rauchen entstanden ist, nicht zu erbringen (gleiches gilt für das Lungen-CA - auch wenn dort der Kausalitätszusammenhang sogar noch grösser ist). Vielleicht hätte die patientin als Nichtraucherin kein CA bekommen, vielleicht aber doch!

Der adipöse Patient, wäre aber MIT SICHERHEIT bei richtiger Ernährung nicht so dick geworden (die wenigen Ausnahmen mit genetisch determinierter fam. hypercholesterinämie usw. lassen ich an dieser Stelle einmal aussen vor) - hier ist das eigene Fehlverhalten zu 100% Schuld an der durch eine OP zu korrigierende "Missbildung".

Würde man das Gesundheitssystem durch eine Fettschürzenresektion entlasten können (was nicht so ist, da keine positiven Einflüsse auf den Stoffwechsel zu erwarten sind), sähe die Sache wiederum anders aus.

Ich habe grosses Verständnis für die Situation 1234556 und anderen Patienten, die sich ggf. eine solche "wiederherstellende" OP nicht leisten können, sehe aber auch unsere Verantwortung dem Gesundheitssystem gegenüber, dass sich solche OPs niemals leisten könnte.

gruesse, die niere

Leelaacoo
22.10.2004, 14:34
Ich wußte es, ich wußte es, ich wußte es.....
DAS SCHULDPRINZIP...irgendeiner mußte es ja bringen, quasi unvermeidlich...mensch mensch...böse böse Adipöse (hey, das reimt sich :-D )
Da können wir ja gleich frisch und fröhlich weitermachen:
Wenn einer Frau die Brust aufgrund eines Mamma-Ca amputiert werden muß, ist sie da nicht möglicherweise selbst schuld??? Hätte sie denn nicht früher zur Vorsorge gehen müssen??? Dann hätte man vielleicht brusterhaltend oprieren können...also, leb damit!
(ach ja, falls es jemand doch nicht merken sollte: Das ist natürlich NICHT mein Ernst...)
Also: Stellen wir doch definitiv fest, das ADIPOSITAS (nicht Übergewicht), eine KRANKHEIT ist (sorry, will nicht brüllen, aber irgendwie scheint das noch nicht angekommen zu sein). Ebenso ist Alkoholismus eine Krankheit, oder Anorexie...oder bestreitet das nun auch jemand. Da hat doch das Schuldprinzip gar nichts zu suchen...
Ok, welchen Unterschied hat es dann gegenüber Mamma-CA...oder Brustdrüsen-Aplasie??? Krankheit ist Krankheit, basta! Man läßt ja auch nicht den Autofahrer, der den Unfall verschuldet hat, im Wrack verbluten und rettet nur die anderen.
Deshalb kann ich 12345(?) schon verstehen...schließlich hat man ja die Krankheit Adipositas überwunden (und das ist ja schon schwierig genug) und muß nun mit Entstellungen leben (und die sind teilweise wirklich sehr dramatisch...wer es nicht glaubt, z.Z. gibt es ja diverse Unterhaltungsshows, die darauf herumreiten). Außerdem könnte man andenken, daß das Fortbestehen eines derart entstellten Körpersbildes die Personen durch psychischen Druck und fortbestehende soziale Ausgrenzung (wie schon zuvor als Adipöse) das Risiko eines Rezidivs (sprich: frustessen) nur erhöhen und den lebensverlängernden und kostensparenden Effekt wieder zunichte machen.
Also, warum nicht einen Teil der Kosten dafür übernehmen? Wenn z.B. nachweislich das Gewicht über mindestens ein Jahr im optimalen Bereich gehalten werden kann (und nur bei wirklich dramatischen Gewichtsabnahmen, z.B. 30-60 kg, so daß wirklich Haut über bleibt, nicht bei den 3kg-in3-Tagen-Diäten natürlich)? Und wir sprechen hier ja nicht über das Modellieren von Lollo-Ferrari-Brüsten...sondern eher über eine Fettschürzenentfernung.

Aber, ja ja...ich ahne schon, was kommt.......
Also, bin sehr gespannt!!!

LG lee

Leelaacoo
22.10.2004, 14:50
Wie oben bereits geschrieben...der Unterschied beruht auf der Schuldfrage, wie es zu einer Erkrankung gekommen ist.

Der adipöse Patient, wäre aber MIT SICHERHEIT bei richtiger Ernährung nicht so dick geworden (die wenigen Ausnahmen mit genetisch determinierter fam. hypercholesterinämie usw. lassen ich an dieser Stelle einmal aussen vor) - hier ist das eigene Fehlverhalten zu 100% Schuld an der durch eine OP zu korrigierende "Missbildung".



gruesse, die niere

jaa...und der Skifahrer hätte mit SICHERHEIT kein gebrochenes Bein, wenn er nicht Ski gefahren wäre, und der Raucher hätte mit SICHERHEIT keine COPD, wenn er nicht geraucht hätte, und die Anorektikerin hätte mit SICHERHEIT kein Untergewicht, wenn sie sich durch Gisele Bündchen nicht dazu angestiftet gefühlt hätte....und mit SICHERHEIT wären wir mit dem Schuldprinzip in der Medizin so ziemlich arbeitslos.
Also, das Leben ist eben so...es ist nun mal tödlich und jeder Mensch kann in solche Situationen kommen, auch "selbstverschuldet" (und ich behaupte mal, so ziemlich alles kann man auf die eine oder andere Sache zurückführen, die man getan oder nicht getan hat). Im Übrigen: Sind hier alle wirklich so super diszipliniert und tun immer das richtige? Kann niemand nachvollziehen, warum ein Mensch Ersatz-Trost im Essen findet? Und aus Frust darüber noch mehr ißt? Und das vielleicht auch eine psychische Störung ist??? Und sehr lange braucht, um diese Psychomotorik zu überwinden? nein??? OK, gebe auf, alle selbst schuld...wir sind ja mal Helden...das macht mich jetzt so depressiv, mal sehen ob noch Schokolade da ist :-))

LG Lee

Rico
22.10.2004, 14:53
Wie oben schon gesagt halte ich den Ansatz mit der Schuldfrage auch nicht für tragbar.

Auch kann ich unterstützen, daß Adipositas eine Krankheit ist...

ABER:

"Nicht-mehr-adipös-sein" ist keine Krankheit.

Und genauso wie ich als Verunfallter nach mehreren OPs keinen Anspruch auf einen narbenfreien Körper habe (oder auf Korrektur unschön aussehender Narben) oder als mit (im vergleich zum Schönheitsideal der Gesellschaft) zu kleinen brüsten geborene Frau auf "normalgroße" Brüste habe, so hat auch der ex-Adipose keinen Anspruch auf eine straffe Bauchdecke.

Es gibt eben keinen Anspruch darauf, irgendwelchen kosmetischen Idealen der Gesellschaft zu entsprechen und deshalb muß die Solidargemeinschaft nicht dafür aufkommen.
Diese muß nur einspringen, wenn es darum geht Krankheiten zu beheben, zu lindern oder zu verhindern.
:-meinung

Leelaacoo
22.10.2004, 15:29
Dann ist aber "Nicht-mehr-Mamma-Ca-haben" auch keine Krankheit...ergo, keine Erstattung....oder wie erklärst du dir das? Ohne Brust kann man durchaus 80 werden...da kommt man schnell in Erklärungsnot. (Im Übrigen gibt es einige Frauen, die sich gerade durch den Druck, die Brust wieder aufzubauen nach einer OP, unwohl fühlen...so als ob man ihnen gesagt hätte, sie wären sonst nichts wert ohne 2 Brüste...sollte man sich auch mal gedanken drum machen und nicht pauschal davon ausgehen, daß sich Frauen über Milchdrüsen alleine definieren....).
Es war ja auch ursprünglich nur eine angedachte Idee (so wie z.B. manche Krankenkassen Rückzahlungen gewähren, wenn man besonders gesund gelebt hat, oder Sport getrieben oder das Rauchen aufgegeben hat), als Bonusprogramm sozusagen...und DAS ist ja auch nichts anderes. Müssen ja keine 100% sein, aber vieleicht 25%??? Und es geht ja net um die straffe Bauchdecke...aber wenn dir die Schürze bis zu den Knien hängt???
Na ja, ist ja auch egal, man sollte sich ja auch klarmachen, daß es ja nun nicht so wahnsinnig viele Patienten betreffen würde. derartig große Abnahmen sind relativ selten....viel viel seltener als Mamma-Ca.
Und glaub mir, Narben würden nach solchen OPs mehr als genug bleiben, soviel zur "Unversehrtheit".

Trotzdem, freue mich, daß es Studenten gibt, die Schuld als irrelevant für die Behandlung eines Menschen ansehen.

LG Lee

Die Niere
22.10.2004, 16:49
Mensch leelaacoo, warum denn gleich so einen aggressiven Ton drauf? Immerhin diskutieren wir hier doch einfach...

Das schwierigste Problem ist ja im Endeffekt das Gesundheitssystem vor Kosten zu schützen, die es nicht tragen könnte. Also muss man manchmal auch Wege gehen, die eben zum einen nicht angenehm und zum anderen auch mal ungerecht erscheinen (oder auch sind).

Der Skifahrer/Rollerblader/Freeclimber wird in 10 Jahren auch einen Teil der Krankenhauskosten tragen müssen (wurde ja schon mehrfach von Gesundheitspolitikern in den Raum gestellt), insbesondere dann, wenn er sich fahrlässig verhalten hat (ausserhalb der Piste, keine Schützer beim Blader usw. usw. usw.).

Wenn man jetzt einführen würde, dass der Ex-Adipöse nicht nur ein Anrecht auf gestützte Gewichtsabnahme (bezahltes gastric banding), sondern auch noch auf Schönheit danach hat, dann würde dies eine massive Kostenexplosion bedeuten - jeder Mensch in unserem Land, hätte dann das Anrecht auf eine plastische/rekonstruktive OP, wenn er eine Erkankung überwunden hat. Das beginnt dann bei den Fettschürzen (von denen es seit Einführung von gastric banding usw. im gegensatz zu Deiner MEinung eine Menge gibt), geht über die Mammaaugmentation der Deppressiven (aufgrund von zu kleinen Brüsten) und endet bei den von Rico bereits angesprochenen Narbenkorrekturen nach Unfällen. Selbstverständlich gönne ich jedem Menschen diese OP, aber wir können sie uns nicht mehr leisten - also muss irgendwo ein Schlussstrich gezogen werden. Dieser liegt heute noch tiefer als er in 10 Jahren liegen wird.

Ich gebe zu, dass der Ansatz, dem Adipösem die Schuld an seiner Misere zu geben, ein wenig über das Ziel hinausschiesst. Adipositas ist eine Krankheit - das will ich nicht bestreiten. Deswegen bekommt er ja auch eine Psychrotherapie, Verhaltenstherapie, Diätberatung ggf. gastric banding bezahlt. Aber irgendwo muss halt aufgrund von Kosten schluss sein - vielleicht erhält die Mamma-CA Patientin in 10 Jahren auch keine kostenlose Wiederherstellung mehr.


Trotzdem, freue mich, daß es Studenten gibt, die Schuld als irrelevant für die Behandlung eines Menschen ansehen.
Super...warum diskutieren wir nicht alle so komplett plakativ und an der Wirklichkeit vorbei. Sorry...meine Meinung kann Dich so sehr aufregen wie Du willst, aber bitte bleib doch sachlich!

Ich habe zu keiner Sekunde gesagt, solchen Menschen eine Behandlung zu verweigern...ich habe nur von der Kostenübernahme geredet! Ich behandelte jeden menschen - schelssegal woher er kommt, was er macht oder gemacht hat - aber ich möchte trotzdem in 30 Jahren ein funktionierendes Gesundheitssystem haben, dass die Mamma-CA Patientin noch rechtzeitig retten kann und nicht aufgrund fehlender Versicherung die Behandlung verweigern muss.

gruesse, die niere

1234556
22.10.2004, 18:05
Die hängende Hautschürze beim Ex-Adiposen ist aber nicht krankhaft, sondern sozusagen "physiologisch" nach dem Abnehmen. Es hat auch überhaupt keinen Krankheitswert, außer evt. psychichen Problemen aus der Angst heraus nicht dem Schönheitsideal zu entsprechen.
Dies ist eher analog zu der zu kleinen Brust zu sehen. Diese sieht zwar in den Augen einiger halt nicht so schön aus, aber ist auch nicht krankhaft.

Das alles kann man von einer amputierten oder fehlgebildeten Brust nicht behaupten. Erstere ist bei einem notwendigen medizinischen Eingriff verloren worden und sollte daher wenn möglich auch "ersetzt" werden.

Ich rede auch nicht von einer kleinen Fettschürze, sondern eher in den Dimensionen wo die Fettschürze wirklich bis zu den Knieen hängt, was dann bei Gewichtreduktonen ab 50kg gar nicht so selten ist (abgesehen davon dass sie lebenspraktisch wirklich hinderlich ist)...und die Oberweite einer Frau die 50kg abgenohmen hat sieht aus wie ein Hautlappen aus, die Frau ist durch die medizinische Behandlung der Adipositas nicht weniger entstellt als eine Frau durch die medizische Behandlung der Mamma-Ca, warum soll nun dass eine bezahlt warden und das andere nicht...? Ich stelle mich auf den Standpunkt, dass nur und ausschliesslich das Ausmass/Dimension der Entstellung/Verkstümmelung auschlagebend sein soll für die Kostenübernahme und nicht die Äthiogie und Pathogenese.

1234556
22.10.2004, 18:12
...Ich habe zu keiner Sekunde gesagt, solchen Menschen eine Behandlung zu verweigern...ich habe nur von der Kostenübernahme geredet! Ich behandelte jeden menschen - schelssegal woher er kommt, was er macht oder gemacht hat...
Wenn Du aber die Finazierung verweigerst, so kommt dies de-facto auf gleiche raus, gerade bei Adipositas die eine Typische Armutserkrankung ist...

1234556
22.10.2004, 18:28
1)
ABER die Adipositas beruht nun mal nicht auf einer genetischen Ursache, wird nicht durch ein Onkogen, das Alter, einen Unfall ausgelöst, sondern beruht in einer sehr grossen Mehrheit auf Fehlernährung, die selbstverschuldet ist.
2)
Wie oben bereits geschrieben...der Unterschied beruht auf der Schuldfrage, wie es zu einer Erkrankung gekommen ist.
3)
Der adipöse Patient, wäre aber MIT SICHERHEIT bei richtiger Ernährung nicht so dick geworden... hier ist das eigene Fehlverhalten zu 100% Schuld an der durch eine OP zu korrigierende "Missbildung".

1)
Also bei Adipositas gibt es auch eine enetische Komponete da es Leute gibt die ganze Ochsen verschliengen und kachetisch sind z.B. mein Opa (BMI>18) und meine Oma braucht, nur das Essen zu fest anzugucken und hat BMI>>30 und sie nehmen vergleichbare Essensmengen zu sich! Nun gut dann soll sich halt meine Oma mehr zusammenreissen.
2)
Schuldfrage siehe Ricos Beitrag
3)
Bei Leuten mit Gesichtsverbrennungen sind sie auch durch Fehlverhalten zu 100% (Brandanschläge sind so selten wie Familiäre Hypertriglizerinämie) selbst dran Schuld, trotzdem kommt keiner auf die Idee die so entstellt durch die gegend laufen zu lassen, wo ist der unterschied? Oder schlägt Du vor auch diesen Leuten die Hilfe (finanziell) zu verweigern

1234556
22.10.2004, 19:14
Der Skifahrer/Rollerblader/Freeclimber wird in 10 Jahren auch einen Teil der Krankenhauskosten tragen müssen (wurde ja schon mehrfach von Gesundheitspolitikern in den Raum gestellt), insbesondere dann, wenn er sich fahrlässig verhalten hat (ausserhalb der Piste, keine Schützer beim Blader usw. usw. usw.).



Ich hoffe dass ich dann aber nicht mehr in D bin...
Wenn ich das Konsequent durchdenke, müssen dann >95% der Pat. dann die Kosten i.d. Notfallmedizin und nicht wenige in der Gyn selbst tragen:
90% der Notfallmed: Appoplex/Herzinfarkt/Aortenaneurysma/Hyper-/Hypoglykämie/Hyperventilation/Alkohol/Drogen/Suizide also alles durch Sportmangel, Ernährungs-, Diät-, Atmungsfehler etc. selbst schuld. Brandopfer müssen zu 100% die Kosten incl. d. Feuerwehr tragen, denn wer hat schon einen Rauchmelder zu Hause (ein Rauchmelder kostet 12,5 Euro und würde in D >95% aller Personenschäden bei Brandeinsätzen verhindern)..Suizidenten wenn sie überleben grundsätlich die Rechnung wg. 100% Selbstverschulden (Ein Sprungtuch=16 Feuerwehrleute + ELW + 2 Mann RTW + 2 Mann NEF + gff. der RTH u. die Polizei) dann haben die erst recht nen grund von der Brücke zu spingen, Vergewaltigungopfer ja zu >90% Date-Rape-Opfer hätten sorgfältiger aufpassen sollen

Dann fängt die grosse "dreckige Wäsche waschen" an wie im Scheidungskrieg: Ich esse gerne und treibe keinen Sport, also bin ich für gastric bandig aber gegen Knie-OPs bei Sportverletzungen, ich bin eine religöse Frau und finde Sex hat nur die Funktion des Kinderzeugens, also sollen alle sexuell Übertragbaren Krankheiten (STD) auch aus eigener Tasche, und schwule Lesben HÍV Positive sowieso, Ich bin kinderlos und finde Kinder sind ein Luxus also hat die Eltern alle Kosten der Schwangerschaft und Kindererkrankungen selbst u tragen und vor allem bei Alkohol-Embropathie und Trisomie 21 bei Mutter über 35Lj. und alle die An erbkrakheiten leiden und sich trotzdem für Kinder entscheiden müssen für alle Kosten der Erbkrakheit

Bei solchen Voschlägen wird mir einfach nur schlecht, denn dann bekommt die Krakenversicherung soviel macht über dass Leben eines enzelen wie sie nur Adolfs Gestapo und Stalins KGB nur träumen konnten, denn dan schreib ich sogar ner frau vor mit wem sie ins Bet geht, über den Umweg der geschlechtkrakhweiten, HPV-Infektion-assozierten GegebärmutterhalsCa's

luckyblue
22.10.2004, 20:37
[...] bitte bleib doch sachlich!
[...] ich möchte trotzdem in 30 Jahren ein funktionierendes Gesundheitssystem haben, dass die Mamma-CA Patientin noch rechtzeitig retten kann und nicht aufgrund fehlender Versicherung die Behandlung verweigern muss.Das Evozieren derartiger Assoziationen zeugt aber auch nicht gerade von festgewurzelter Sachlichkeit;-). Bei der Brustrekonstruktion geht es schließlich nicht mehr wirklich um die Rettung der CA-Patientinnen, sondern um die Vorbereitung einer günstigen Wiedereingliederung in die Gesellschaft. Dass plastische Operationen aus dem Portemonnaie der Solidargemeinschaft dem Gesundheitssystem die Luft abdrehen werden, halte ich dann doch eher für Schwarzmalerei, da gibt es noch ganz andere Faktoren. Im übrigen eröffnete sich diese Gefahr überhaupt nicht, wenn vonseiten des Gesetzgebers der nicht gerade leistungsgerechten Entlohnung der Branche beizeiten ein Riegel vorgeschoben würde. (Immerhin erfüllen auch diese Ärzte öffentliche Aufgaben, so dass eine sachgerechte Entlohnung geboten wäre.)

Dass die Maßnahmen zur erfolgreichen Wiedereingliederung der CA-Pat. von der Solidargemeinschaft getragen werden, dagegen ist nichts einzuwenden. Genauso wenig lässt sich aber in puncto Super-Dickmanns der Zweck der Rehabilitation und Vermeidung ungünstiger Sozialanamnese entkräften. Gerade in einer Gesellschaft, dessen Zeitgeist von visuellen Medien und der daraus resultierenden Überbewertung des Ästhetischen dominiert wird, ist die Selbst-Wahrnehmung eine Archillesferse für die gesundheitsrelevante Selbst-Akzeptanz. Hier besteht Handlungsbedarf.

Und der muss bezahlt werden. Ganz unabhängig von irgendwelchen Schuldfragen. Erstens weil der Solidar-Gedanke ansonsten wertlos wäre. Zweitens weil die Gesundheitsfürsorge in ihrer vielfachen Ausgestaltung öffentliche Aufgabe ist. Drittens weil die Patienten zahlende Kunden im Gesundheitssystem sind. Hier besteht Bedarf zum Umdenken.

Die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems lässt sich nicht mit "Gürtel-enger-schnallen"-Parolen erhalten. Es ist weder Aufgabe der Politik noch der Ärzte, Gesundheitsleistungen almosenhaft zu rationieren. Leistungen einzufrieren und ansonsten alles beim Alten zu lassen - das ist eine vertikale Denkleistung, die ungefähr dem entsprechen dürfte, was sich im Kopf einer Stubenfliege abspielen muss, die wieder und wieder die Fensterscheibe rammt, in der Hoffnung, den Ausgang schon irgendwann zu finden. Sachgerecht und notwendig zur Sicherung des Gesundheitssystems wären die Ausschöpfung neuer Finanzierungsquellen (wie z. B. die Bürgerversicherung, ohne jetzt für Rot-Grün irgendwie die Werbetrommel rühren zu wollen) sowie die Entwicklung neuer Finanzierungswege, die die divergierenden Interessen der Kostenträger und Dienstleister angemessener berücksichtigt, insbesondere die Profitmaximierung einiger weniger unterläuft. Mit Einsparungen wird das Problem jedenfalls keiner Lösung zugeführt.:-meinung

Die Niere
22.10.2004, 20:59
Bei solchen Voschlägen wird mir einfach nur schlecht, denn dann bekommt die Krakenversicherung soviel macht über dass Leben eines enzelen wie sie nur Adolfs Gestapo und Stalins KGB nur träumen konnten, denn dan schreib ich sogar ner frau vor mit wem sie ins Bet geht, über den Umweg der geschlechtkrakhweiten, HPV-Infektion-assozierten GegebärmutterhalsCa'sSorry, aber nach diesem Beitrag erwartest Du nicht wirklich, dass ich noch weiter eine sachliche Diskussion mit dir führen möchte, oder? Schade, ich hab das Thema sehr interessant gefunden.

@lucky: Ich habe auch nicht gemeint die CA-Patientin durch die Reko zu retten, sondern darauf angespielt, dass nach Zusammenbruchs des Gesundheitssystems kein Geld mehr übrig ist, um wirklich echte Krankheiten zu heilen - siehe zT USA.

Im übrigen hast Du vollkommen recht, dass das GS allein mit Einsparungen nicht zu retten ist, aber auch nicht ohne!

gruesse, die niere