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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang mit Studenten auf Station



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Lava
19.09.2006, 16:53
@Msuriel: Auf einer Station??? Bei meiner Famu damals waren es vielleicht 5 BEs pro Tag.

Muriel
19.09.2006, 17:11
Japp. Alle operativen Neuaufnahmen, zumindest die ITNs (gibt zwischen 10-15 Aufnahmen am Tag), dann halt noch die konservativen Patienten, die meist entweder Verschlüsse sind, wo ne tägliche Hkt-Kotrolle von Nöten ist, oder abe irgendwas entzündliches, die natürlich auch mit CRP, BSG, BB... kontrolliert werden müssen.

Praia-do-Forte
19.09.2006, 19:52
@Mini-Doc:
Sorry, Dein Tonfall gefällt mir überhaupt nicht. Kann man sich nicht anders ausdrücken?

Und mein Senf zu dem Thema:
Natürlich mag es für die Assis schlecht aussehen wenn die PJler kein Interesse zeigen, aber in unserer Klinik hab ich meistens gesehen dass dies die Folge von schlechten Bedingungen war, z.B. auch wenn die Assistenten keinen Bock zum Erklären haben.

Ein Beispiel von mir: Im MRT war ich die große Aufklär-Dienstleisterin, ich hab fast alle der rund 50 Aufklärungen täglich gemacht, die Assis konnten sich also den ganzen Tag nur mit Befundung beschäftigen. Im Gegenzug wurde mir eigentlich nie etwas aus Eigeniniative erklärt, obwohl es sich in der Radiologie doch so anbietet. Es dauert 1 Minute auf einem Bild den pathologischen Prozess zu zeigen und kurz was dazu zu sagen, und man hat trotzdem einen hohen Umsatz an Wissen. Leider war dem aber nicht so. Anfangs habe ich noch gefragt, nachdem ich aber immer nur widerwillige knappe Antworten bekommen hab, hab ich´s dann auch gelassen. Ich war täglich bis halb sechs da um die Besprechung mit dem OA noch mitzubekommen (früher wurde ich auch nicht nach Hause geschickt), der allerdings hat mir genauso wenig erklärt. :-???
Die Einzigen die sich meiner erbarmt haben waren die MTAs, die mir wenigstens was von der Technik erklärt haben.

Und ja, ich habe mich beschwert, geändert hat sich aber nix! Mit der Begründung der eine Assi wäre zu neu, der wüsste selbst nix und die anderen 2 wären zu alt, die würden immer "vergessen" dass ich die Sachen noch nicht weiss, da sie ja sonst nur unter sich "Wissenden" sind..... :-??? ......Ahja....


Ich kann mit der Aussage "Lehre nur nach Dienstschluß" auch überhaupt nichts anfangen. Es wurde schon gesagt, keiner erwartet dass die Assistenten sich ewig lange mit den PJlern hinsetzen wenn die Zeit eben nicht reicht. Es reichen meistens schon kurze Erklärungen oder Frage- und Antwortspiele zwischendurch.
"Das Medikament hab ich eingesetzt wegen......",
"was für Laborwerte nimmst Du ab bei......." oder
"was sind hier DD?",
das ist doch keine riesiger Aufwand! Und für den PJler trotzdem so hilfreich. :-top


Noch so ein schönes Beispiel von mir:
In der Herzchirurgie hatte ich tagtäglich 40 BEs, 10 Viggo, 15 EKGs und etliche Aufnahmen zu machen. Ich hab vom Stationsbetrieb rein GAR nichts mirbekommen, keine Visite, nichts. Die Assis waren grundaätzlich nicht in Reichweite und haben sich auch nicht für uns interessiert. Ich war froh wenn ich nachmittags zu Hause war, sorry, ich wollte von der Herzchirurgie einfach nichts mehr wissen.
Selbst WENN hinterher noch jemand Lehre angeboten hätte, ich hätte keine Lust mehr gehabt. Die Assistenten wussten nicht mal wer wir sind, waren zu sehr mit sich selbst beschäftigt.

So, und was hab ICH nun falsch gemacht um die mangelnde Lehre zu "verdienen" ?????? :-notify

5-Aminolävulinsäure
19.09.2006, 20:04
Tja, auf manchen Stationen wird man als PJler eben ausgebeutet... Kostenlose Arbeitskraft eben, spart dem Unternehmen viel Kohle, sie kriegen für die PJler sogar noch haufenweise!
Aber wenn beide Seiten Interesse haben, klappt das glaub ich immer, wie in meinem Chirurgie-Tertial :-top :-top :-top. Dort habe ich auch ein Stellenangebot-und habe es angenommen...

Thomas24
19.09.2006, 20:32
komischerweise komme ich mit den PJ`s, die sich irgendwie interessiert zeigen, immer bestens zurecht, habe spass daran etwas zu erklären, es macht mir nix aus länger am tisch zu stehen weil ich nähen/knoten erklären muss, in der ambulanz habe ich eine engelsgeduld bei den anamnesegesprächen

Amen. Amen. Und nochmals Amen. :-D


(die wahrscheinlich NUR von PJ`s richtig ausführlich gemacht werden :-)).

Eben! Spätestens wenn in einer chirurgischen Anamnese irgendwo der Punkt: "soziale Anamnese" auftauchte, oder eine Skizze, in der die Narben vermerkt worden waren, war das ein fleissiger PJ. Die Anamnesen, die von den Assis ausgefüllt gewesen sind, waren einfach leer...


nur wenn sich jemand dreist oder bräsig benimmt, empfinde ich ebendiese zeiten als quälend langsam und nervig. man zieht sich dann gern auf die "keine zeit"-schiene zurück, aber insgeheim weiss ich ja dass das nur die halbe wahrheit ist...

Na gut, aber das sind bei uns zum Glück die allerwenigsten. Die meisten Studenten sind unglaublich motiviert und interessiert, wenn man Ihnen zu verstehen gibt, das Sie geschätzt werden, ihre Fragen erwünscht sind, und das uns an ihrer Ausbildung gelegen ist. Zumindest waren das meine Eindrücke in den letzten drei Jahren...

LG!

Rumpelstilzchen
19.09.2006, 20:35
Ich als Famulus kann da beim Thema PJ naturgemäß nicht mitreden, aber hier ein Streiflichter:

- in meiner ersten Famulatur bat mich der Stationsarzt, die PJlerin einzuarbeiten, weil die leider keine Ahnung hatte
- in meiner jetzigen Famulatur bin ich selbständig morgens Blut abnehmen gegangen, bis mich die Stationsärztin da wegholte und meinte, bei Visite und Röntgenbesprechung würde ich mehr lernen, und sie ginge einfach mit mir zusammen anschließend Blut abnehmen

Thomas24
19.09.2006, 20:45
- in meiner jetzigen Famulatur bin ich selbständig morgens Blut abnehmen gegangen, bis mich die Stationsärztin da wegholte und meinte, bei Visite und Röntgenbesprechung würde ich mehr lernen, und sie ginge einfach mit mir zusammen anschließend Blut abnehmen


Na bitte. Geht doch :-D

Mini-Doc
19.09.2006, 22:25
@ Praia .... ich sehe nicht ganz wo mein Ton ausfallend oder mit bösen Worten durchsetzt gewesen wäre.... daher kann ich deine Kritik nicht ganz nachvollziehen......

Natürlich wollte ich damit keinen Beleidigen.... man möge mir verzeihen aber ich arbeite in der Chirurgie zur Zeit und da ist eine direkte AUssage deutlich beliebter als ein beschönigendes Drumrumgerede weil man dann einfach sieht wo das Problem liegt und was man machen kann......

Iich finde es toll das es viele interessierte Pjler hier im Forum gibt.... allerdings ist das nicht wirklich representativ.......meine Kollegin und ich standen heute beide z.B knapp 8 Stunden im Op anschließend haben wir Visite gemacht auf je einer Station und Blut abgenommen..... jetzt fragst du bestimmt wo unsere 2!! PJ ler waren nachdem sie um 10 ausm Op sind.... tja ... keine Ahnung...... die Stationsschwester sagte sie hätte die beiden um 1400 das letzte mal im Raucherzimmer gesehen...... kein Blut, keine AUfnahme,kein garnix gemacht...
Die nächste PJlerin nimmt sich regelhaft alle 3-4 Tage eine Studientag ohne Bescheid zu sagen....
Ach so nebenbei.... ich und meine Kollegin machen Bedside teaching, geben eigene Patienten die man betreut und die wir besprechen, machen Näh und Knotenkurse und bieten bei Interesse auch Gesprächrunden über ausgewählte Themen an etc...wenn man will kann es sehr interessant sein aber eben erst wenn Visite gemacht ist udn die 1500 Besprechung fürn Chef vorbereitet ist ( die Kurse mein ich, BT natürlich immer).... aber dann kommt sehr oft der Kommentar : Nö danke ,,,, ich will später nett in die Chirurgie interessiert mich nicht... ja die Heidelberger Elite Studenten sind super motiviert..... nur eine im letzten 1/4 Jahr hat sich zusammengerissen und toll gearbeitet/gelernt... aber die wollte auch ne Stelle ... die sie jetzt auch verdientermaßen bekommt.... :-top
PS: Ich bin selber erst knapp 1,5 Jahre dabei...ich kann also durchaus beide Seiten sehen.....aber es ärgert mich sehr, wenn ich die/den mangelnde(n) Erziehung/Respekt gegenüber zukünftigen Kollegen von Seiten mancher Studenten sehe....

Janny
19.09.2006, 22:50
.... aber dann kommt sehr oft der Kommentar : Nö danke ,,,, ich will später nett in die Chirurgie interessiert mich nicht... ja die Heidelberger Elite Studenten sind super motiviert.....

*unterschreib* :-kotz :-kotz (Klare Äußerungen hast Du ja in selbigem Beitrag ausdrücklich genehmigt ;-) )



Ach so nebenbei.... ich und meine Kollegin machen Bedside teaching, geben eigene Patienten die man betreut und die wir besprechen, machen Näh und Knotenkurse und bieten bei Interesse auch Gesprächrunden über ausgewählte Themen an etc...

@Mini-Doc:
Wenn Du hier nochmal so ein verlockendes Angebot machst, dann mach ich meine nächste Famulatur/mein PJ auf Deiner Station!!! :-wow


wenn man will kann es sehr interessant sein aber eben erst wenn Visite gemacht ist udn die 1500 Besprechung fürn Chef vorbereitet ist ( die Kurse mein ich, BT natürlich immer)....

Wenn man was lernen kann, bleibt man als Studi (und vor allem als PJ, der demnächst dann selber als Doc dumm dasteht) doch gerne länger und packt auch gerne mit an! :-meinung
Oder bin ICH hier gerade der Geisterfahrer???


Leicht irritierten Gruß,

Elite-Mitglied Janny :-peng

jeannie
20.09.2006, 21:41
hab jetzt mein 2. Tertial fast fertig und ich kann nur sagen, wenn ich die Möglichkeit habe was zu lerne bleib ich gerne länger. und das war sehr oft der Fall. Ich hatte halt neben dem Routinekram wie BE's und Viggo's auch eigene Patienten zu betreuen. aber jede Aufnahme wurde besprochen und beim Brief schreiben gab es Hilfe, das ging soweit dass ich sogar noch Korrekturvorschläge meines OA für den endgültigen Brief bekam (der vorläufige wurde von dem Assi abgesegnet der "meinen" Patienten mitbetreut und v.a. mich betreut hat. und auch in der mittäglichen OA Visite der neuen Patienten wurde jeder besprochen und auch ungefragt! erklärt. Aber dafür blieb ich halt abends auch länger um z.B. meinen Brief noch zu Ende zu schreiben oder um mir noch was erklären zu lassen. kamen abends interessante Aufnahmen so blieb ich halt länger um sie mir anzusehen oder ich machte auch schon mal freiwillig einen Dienst in der Notfallaufnahme.
aber so ist das natürlich auch nicht immer. ich hab es z.B. auf einer chirurgischen Station erlebt, dass zwar gesagt wurde dass die Teilnahme am SEminar pflicht ist, aber wenn dann noch ne BE oder OP anstand, konnte man am Seminar nicht teilnehmen, die Assis sagten ich unterschreib dir das, die Unterschriften kann eh keiner auseinander halten, oder wenn man nach Dienstschluss noch bleiben sollte weil in einer halben Stunde ja noch BE's fällig sind, dann war für mich klar ich hab jetzt keine Lust mehr dazu und da bin ich auch schon mal gegangen.
meiner Meinung nach sollte es echt immer ein geben und Nehmen sein. Wenn mir jemand meine Fragen beantwortet oder auch mal was erklärt bleib ich gerne länger, aber wenn ich immer nur so was wie "jetzt nicht oder hab keine Zeit" höre, dann seh ich zu dass ich pünktlich Schluss mache

Fino
20.09.2006, 23:00
Gestern hatte ich wieder ein schoenes Beispiel. Zwei PJler kommen in die Notaufnahme. Der eine bekommt eine 16 Montae alte Patientin mit Brechdurchfall der andere einen 18 Monate alten Jungen mit Atemnot, die sich allerdings schon wieder gelegt hatte.
Ich ging das Maedchen mit dem ersten ausfuehrlich durch und stellte fest, dass dieser PJler noch nie was vom Haemolytisch-uraemischen Syndrom gehoert hatte (und ich meine wirklich gehoert - erwarte da kein grossartiges Wissen). Nachdem wir fertig waren, fragte ich ihn, welches Paediatriebuch er habe (wir haben hier eine 1 A Bibliothek). Oh, er habe kein Paediatriebuch. Ich verkniff mir die Frage, ob es nicht sinnvoll waere, wenigstens fuer die Zeit des Praktikums eins zu haben. Ich bat ihn also, bis heute nachzuschlagen oder im Internet nachzuschauen, was HUS denn sei und meinte, er solle er nun wirklich keinen Vortag vorbereiten, nur 2-3 Saetze dazu sagen koennen.
Mit dem zweiten dauerte es etwas laenger, weil das Kind eine etwas ungewoehnliche Vorgeschichte hatte. Danach besprach ich alles mit ihm. Als ich mich mit ihm hinsetzte, hatte ich eigentlich schon Feierabend und als wir fertig waren, hatte ich mehr als eine Stunde nach Feierabend fuer die Leutchen geopfert.
Nun, der eine meinte heute, er habe nichts nachgeschlagen (da zu muede), und der andere uebrigens auch nicht (der hatte nichts mit dem Begriff "Bronchiolitis" anzufangen gewusst).
Da kommt Freude auf, nicht?
Heute morgen im Breakfast Meeting stellte einer unserer Consultants einen endokrin. Fall vor. Es waren auch mehrere PJler anwesend. Da meldet sich unser Teaching Consultant zu Wort und bittet den Vortragenden:"Koenntest du das ein wenig erlaeutern - wir haben hier ein paar PJler, denen das wahrscheinlich nicht gelaeufig ist." ( es ging um ein 16 monate altes Maedchen mit Nebennierentumor und um die im Ueberschuss sezierten Hormone bzw. deren "Nebenwirkungen")
Ja - koennen denn die PJler nicht selber den Mund auftun und fragen? Sollte man das als angehende Aerzte nicht lernen?
Wie heisst es so schoen in der Sesamstrasse "Wer nicht fragt bleibt dumm?"
Fuer mich war das so ein Fall von Ueberbetreuung.

HalloBallo
21.09.2006, 00:00
......Heute morgen im Breakfast Meeting stellte einer unserer Consultants einen endokrin. Fall vor. Es waren auch mehrere PJler anwesend. Da meldet sich unser Teaching Consultant zu Wort und bittet den Vortragenden:"Koenntest du das ein wenig erlaeutern - wir haben hier ein paar PJler, denen das wahrscheinlich nicht gelaeufig ist." ( es ging um ein 16 monate altes Maedchen mit Nebennierentumor und um die im Ueberschuss sezierten Hormone bzw. deren "Nebenwirkungen")
Ja - koennen denn die PJler nicht selber den Mund auftun und fragen? Sollte man das als angehende Aerzte nicht lernen?
Wie heisst es so schoen in der Sesamstrasse "Wer nicht fragt bleibt dumm?"
Fuer mich war das so ein Fall von Ueberbetreuung.


Ich kann hier sicherlich mit am wenigsten mitreden, jedoch weiß ich nicht, ob du deine eigene Studienzeit nicht ein wenig zu schnell vergessen hast.
Wenn du von einem ärztlichen Meeting redest, würde ich mich als Student / PJer sicherlich auch erstmal zurücknehmen und darauf hoffen, dass jemand anderes auf die Idee kommt, die medizinischen Grundlagen dazu etwas näher zu erläutern. Schließlich weißt du als unterstes Glied dieses Systems nie, ob es vielleicht gerade unpassend ist. Auch sonst möchtest du als Student/PJer die ärztlichen Abläufe / Besprechungen zeitlich nicht beeinträchtigen, was bei der Frage nach einer ausführlichen Erläuterung des Falls (wie von eurem Teaching Consulting gefordert) der Fall gewesen wäre.
Bitte verurteile die Leute da nicht zu schnell.
Gerade in D-Land würde es doch so manchem OA aufstoßen, wenn lausige PJer, Meetings mit aufhaltenden Fragen unterbrechen würden.

Fino
21.09.2006, 01:15
Gerade in D-Land würde es doch so manchem OA aufstoßen, wenn lausige PJer, Meetings mit aufhaltenden Fragen unterbrechen würden.

Eben - gerade in D. hier nicht. Das wissen unsere PJler auch. Mir ist schon klar, dass es ein wenig Ueberwindung kostet, aber sie werden auch spaeter als AiPler fragen muessen, wenn etwas unklar ist. Aerger bekommt man hier, wenn man NICHT fragt.
An meine Studienzeit kann ich mich noch ganz gut erinnern. Da haben in meiner Erinnerung aber selbst in D. PJler/Studenten Fragen gestellt. Das Meeting ist uebrigens ein sog. "educational meeting", sprich Fragen sind nicht nur toleriert, sondern gerne gesehen.

Hez
21.09.2006, 12:21
Eine Geschichte von mir:

An meinem ersten Tag meiner Pädiatrie-Famulatur gab mir ein sehr netter und sehr motibierter Assi die Aufgabe, eine 15jährige Patientin mit V.a. Nephritis zu untersuchen und eine ausführliche Anamnese zu machen. Das tat ich also und ich konnte mir nicht erklären, wie der Verdacht der Nephritis zustande kam. In ihrer Akte las ich dann, dass im Sono-Abdomen die Niere vergrößert und entzündlich erschien.
Bei meiner Untersuchung stellte ich allerdings keinen Klopfschmerz fest, aber sie hatte Loslasschmerz, einen druckschmerzhaften Unterbauch und anamnestisch Durchfälle (schleimig) 5-10 mal täglich.
Weil ich nicht gleich die Docs mit meiner Verdachtsdiagnose CED bombadieren wollte, bin ich also zu der PJlerin. Hab ihr die Situation geschildert und gefragt, ob es denn nicht ein M.Crohn sein könnte.
Ihre Antwort: "Hilf mir mal grad auf die Sprünge. Was ist denn ein M.Crohn?"

Also ich kann die Assis verstehen, die bei solchen PJs keine Lust haben. Aber es gibt auch diejenigen, die bei Visite ans Telefon gehen wenns klingelt, Akten holen, Anforderungen ausfüllen und morgens die BEs machen. ( Aber ich hasse BEs, das muss ich zugeben. Aber da muss ich durch. :-( )

Chippielara
21.09.2006, 13:21
Ich glaube, die diskussion kann man ganz einfach mit "es gibt immer solche und solche" beschliessen. Es gibt die selbst total gestressten, unmotivierten aerzte, fuer die pjler oder famuli nur zur arbeitserleichterung (blut abnehmen, nadeln legen, aufnahmen machen, papierkram sortieren, sachen holen, den PC beherrschen...) da sind. Es gibt studenten, die entweder das fach nicht interessiert, die sich generell schnell ausgenutzt fuehlen oder die vielleicht auch eine zu hohe erwartungshaltung haben. Wenn die aufeinander treffen, werden alle nicht so recht gluecklich...

Es gibt aber auch die aerzte, die einem auch freitag abend um sieben noch erklaeren, was jetzt hier die DDs fuer das ANV sind und wie die therapie laeuft und fuer diesen wissensgewinn mach ich die aufnahme und die ersten anmeldungen dann auch gerne...

Ich hab mein erstes tertial in D in der inneren gemacht. Ich hab ziemlich viel gearbeitet, hatte aber auch viel spass in einem sehr netten team (kann uebrigens auch einen unterschied machen, ob man gebeten wird, etwas zu tun, oder es befohlen bekommt) und denke ich hab auch einiges gelernt.

Hier in F laeuft man dafuer eher nebenher. Wird staendig frueher heimgeschickt und hat manchmal fast das gefuehl, man stoert. Das finde ich persoenlich dann wieder demotivierend. Ich werde lieber gebraucht und lerne durchs selbst tun, als zwei nachmittage die woche vorlesung zu haben und den rest der zeit daneben zu stehen und zuzukucken. Aber gut, anderes System, nicht vergleichbar.

@fino: so ein bisschen hab ich bei dir schon das gefuehl, du erwartest von den studenten auch nur noch das schlechteste. Das gibt dann schon ein wenig den effekt "self fullfilling prophecy". Vielleicht sind deine studenten auch von ihrem von ihnen genervten arzt genervt, was wiederum dich nervt, usw usw?

blanko
22.09.2006, 19:15
Hihihihi :-))

ich hab in meinem PJ sooo wenig BE's gemacht. In der Schweiz auf der Chirurgie machen das ja die Schwestern und in der HNO wo ich hier war auch. Auf der Inneren hatt mir nach der 2. Woche der Stationsarzt gesagt, ich wär ja schon so fitt im Blutabnehmen, das bräuchte ich nicht mehr zu üben und so mußten die Schwestern wieder ran ;)

Kenn aber auch die andere Seite. Hab 9 Monate an ner Uniklikik unter extrem schlechten Bedingungen gearbeitet. Ohne Pj'ler wär die Abteilung zusammen gebrochen (und ich auch). :-notify Gelohnt hat es denen auch kaum jemand. Ich war nur super dankbar, als mein PJ'ler mir irgendwann ein belegtes Brot in die hand drückte und sagte iss mal was. :-keks

Ich hab mir angewöhnt:
1. Die PJ'ler einmal am Tag zu fragen, ob ihnen irgendwas unklar ist und sie konkrete Fragen haben.
2. Mir dann und wann ein Thema rauszupicken und ein wenig (oberflächlich) abzufragen (Sympt.,DD, Therapie, Prognose).

Aber u.U. bleibt einfach wirklich keine Zeit! Und es gibt auch immer wieder welche (seltener PJ'ler, meist die Tagespraktikanten), die haben dann keine Fragen ("ne, ich les mich erst mal ein").

Ich biete auch jedem PJ'ler, der neu ist an, erstmal mich zu untersuchen und dann einen Patienten (habe netterweise auch ein, zwei Abweichungen vom Normalbefund, die sollte er dann schon finden). :-stud

Neulich hab ich mal einen Pflegepraktikanten bei mir Blut abnehmen lassen (die Schwestern ließen ihn noch nicht mal eine Viggo ZIEHEN, sc Spritzen durfte er auch nicht, irgendwie tat er mir leid...und siehe da ein Naturtalent. Beim ersten versuch getroffen und mein Arm ist auch noch dran).

gyrasehemmer
27.01.2007, 22:48
Auch mal was Positives und das von der Seite der Studenten. :-top
Als noch sehr unerfahrene Kliniker, hatten wir diese zwei Wochen Untersuchungskurs. Und siehe da, trotz des ganzen Stress auf der Station, trotz der mangelnden Zeit hatten wir sehr nette ,motivierende Assis, die sich fuer uns super viel Zeit genommen haben. Es gab Erklaerungen, es gab Tipps was,wie, warum ... Wir haben uns alle ueber diese Teaching gefreut, und ich glaube die Assis waren auch mit uns zufrieden. So was gibt einem Mut fuers Nachher. :-dafür

lore
27.01.2007, 23:55
ich bin der meinung, dass effektives teaching nicht unbedingt viel zeit braucht, sondern einen netten assistenten/house officer, der sich an seine zeit als student erinnern kann. mein erstes pj-tertial war anästhesie in deutschland: fast jeder der assistenten oder oäs hat sich danach erkundigt, ob ich zufrieden bin, was fragen möchte (in dem moment hat man natürlich keine einzige frage im kopf) oder ein thema mit mir abgesprochen, das ich bis zum nächsten tag lesen sollte. nicht nur im op, wo ja wirklich zeit für teaching bleibt war das so sondern auch auf der intensivstation und in der ambulanz.
dieses tertial ist innere in england und trotz regelmäßiger fast täglicher teaching-veranstaltungen (es sind wirklich eine menge, weil ich an denen der studenten und denen der house officers und denen der registrars und denen der consultants teilnehmen darf) finde ich nicht, dass das mehr bringt. oft wird wirklich nur lehrbuchwissen erklärt. das ist zwar auch mal ganz nett, aber dafür muss sich niemand die zeit nehmen, das kann ich echt alleine.

was hier schon an der einstellung der englischen studenten kritisiert wurde kann ich bisher nur bestätigen (habe allerdings noch nicht viele studenten getroffen). es gab ein teaching, bei dem sich ein labormitarbeiter die zeit genommen hat, zwei! studenten blutausstriche zu erklären. die englische studentin hatte sich noch nicht mal vorher angeschaut, welche zelle welche ist. das war nichtmal böser wille von ihr, sie ist sonst sehr engagiert, sie hat einfach nicht drüber nachgedacht, wie außergewöhnlich das ist, dass sich da jemand hinsetzt und sich ne menge zeit nimmt, alles nett zu erklären. ich glaube, diese verhätschel-theorie triofft echt zu. wenn man den studenten hhier keinen stundenplan in die hand drückt oder ne liste mit patienten, mit denen sie zu übungszwecken ssprechen sollen wissen die nix mit sich anzufangen.

gyrasehemmer
28.01.2007, 08:17
Ist also alles menschenabhaengig! Wir haben es nicht erwartet, dass sich die Assis so viel Muehe geben....und mit uns so normal umgehen. Aber es war alles gut, man hat sich verstanden gefuehlt und Sachen erklaert bekommen, die in keinem Lehrbuch stehen. Fuer uns war es einen kleinen Schritt nach vorne und ich kann nur hoffen, dass es so weitergeht.

Druide
30.01.2007, 15:51
....
Einmal schaute ein PJler, als wir ihm was erklaerten, auf die Uhr, meinte es sei jetzt 2100 Uhr und er habe jetzt aus - mitten im Satz! Dann meinte er noch, wir koennten ihn morgen aber gerne aufsuchen, und dann den Rest erklaeren... Ich dachte, mein Goldfisch jodelt.
.....Zuersteinmal zu deinem gesamten Text: LEIDER muß ich sagen: "Als ob ich es geschrieben hätte !!!"

Und dann zum zitierten Text oben:
Bei der letzten Fortbildung (Tagungsortentfernung zum "Mutterhaus" ca. 10 km, 4 Monate im Voraus geplant, all inclusive) standen 3 Teilnehmerinnen um 15:45 Uhr auf mit dem Ausspruch: "Wir müssen jetzt zur S-Bahn!" Gingen einfach. Ohne weiteren Kommentar. Ohne irgendeine Konsequenz. Auch nicht im Nachinein. (Wir anderen Teilnehmer machten dann übrigens noch 2 Stunden Fortbildungs-Programm mit!)
oder:
Der Chef (f r ü h e r waberte bei diesem Wort noch Ehrfurcht durch den Raum !!!!) hält eine Besprechung ab. 2 Teilnehmerinnen stehen nach 1 1/4 Stunden auf und sagen wortwörtlich "Also bei uns bleibt die Arbeit liegen, wir gehen jetzt!"

:-???:-???:-???:-???:-???:-???:-???

In der Zwischenzeit kann ich mich noch nicht einmal mehr über sowas aufregen, weil ich wirklich überhaupt nicht mehr weiss, wie ich soetwas bewerten soll, weil mir in der Zwischenzeit nämlich permanent vor lauter Sprachlosigkeit über diese Erlebnisse der Mund offen steht !!!!!

:-nix