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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erst Stelle sicher, dann wegen Religion wieder weg... Geht das?



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Christoph_A
28.05.2007, 19:05
Naja, ganz so wenig Geld zahlen die Kirchen da jetzt auch nicht zu-ich arbeite selber im dritten Jahr an nem christlichen haus und da kommen schon einige Zuschüsse auch von denen.
Was die Religionszugehörigkeit angeht, so musst Du irgendeinen Glaubensgemeinschaft angehören und sei es die Kirche der heiligen Vagina-nur Atheisten und Sektierer werden nicht eingestellt.

Leisure Suit Alex
28.05.2007, 21:35
@leo
Ich hab das gerade mal gegoogelt.... Die dürfen das als Tendenzbetrieb wirklich..und lügen darf ich auch nicht, sprich als Ungetaufte darf ich nicht zB. katholisch schreiben... ach mensch! :-nix

Zwischen Ungetauft und Ausgetreten besteht bei kirchlichen Krankenhäusern ein großér Unterschied hat man mir gesagt, hast du denen von der Personalabteilung nicht gesagt, dass du einfach nicht getauft worden bist?
Evtl. gehen die ja davon aus, dass du ausgetreten bist, weil du die Ansichten der Kirche nicht teilst.

condorito
29.05.2007, 09:07
Steht ausserdem meistens in den Verträgen drin.
In meinem alten, christlich geprägten Haus war sogar noch die Klausel drin,dass ein Verstoss gegen die christliche Sittenlehre ein Grund zur Kündigung darstellt....
Dafür wurde man aber in die kirchliche Zusatzversorgung eingespeist.

Doktor_No
29.05.2007, 13:26
in dem kirchlichen haus in dem ich mal gearbeitet habe hat EIN moslem gearbeitet, und das auch nur wegen vitaminB, ansonsten wurden keine "nichtchristen" angestellt. nur bei der putzkolonne usw., und die war in eine dienstleistungsholding ausgegliedert, von wegen tarifflucht...

ich finde das insgesamt auch ziemlich verlogen, aber diese tradierten strukturen sind quasi undurchdringlich, man darf ja nicht vergessen, in welchen verzahnungen solche häuser mit der politik etc. verquickt sind (was allerdings bei nichtkirchlichen ja nicht anders ist). der "dritte weg", ich sag nur AVR-K, hat schon etwas von sippenhaft...

kann man nur auf die bewerbung verzichten wenn einen das abturnt...

Kackbratze
29.05.2007, 14:58
Sippenhaft...hmm, ich mag das.

Ich unterschreibe am Freitag wahrscheinlich da meinen Vertrag. Mir ist das egal...

Doktor_No
29.05.2007, 15:18
mir wars auch egal, bin ja in der kirche. allerdings hab ich in den christlichen belangen, die mir angetragen wurden (bei irgendwelchen gottesdiensten was lesen usw.) dankend abgelehnt...

Lifendhil
29.05.2007, 15:41
nicht ganz zum Thema, aber trotzdem:
Das hier ist auch ein wunderschönes Beispiel für die so wundervoll praktizierte Toleranz der Kirche.
Naja, ich könnte es wohl eh nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, in einem kirchlichen Haus zu arbeiten.
Aber manchmal fragt man sich gerade hier in Süddeutschland in welcher Zeit man gelandet ist. (Vielleicht gibt es auch eine Art Zeittor zwischen Süd und Nord??)
Die Caritas kündigt sogar Mitarbeitern, die sich scheiden lassen.... und das in Deutschland im 21. Jahrhundert... :-nix

Kackbratze
29.05.2007, 16:04
Kündigung bei Scheidung? Lesung im Gottesdienst?

Naja, jeder weiss ja, worauf er sich einlässt bei sowas....

Ehemaliger User 20130505
29.05.2007, 16:16
Ich hatte auch mal einen geschiedenen Kollegen. Ob er bei seiner Einstellung bereits geschieden war oder erst geschieden wurde, als er schon an einem kirchlichen Haus gearbeitet hat, weiß ich nicht. Jedenfalls hat er mir erzählt,er würde gern wieder heiraten, aber man hätte ihm gesagt, das wäre ein Kündigungsgrund. Allerdings habe man ihm bei der Personalabteilung auch gesagt, er könne ja eine Untermieterin in seine Wohnung aufnehmen ;-).

condorito
29.05.2007, 16:40
Hmm,so betrachtet hab ich wohl damals zusätzliche nächtliche urologische PJ-Fortbildungen genossen.

Spass beiseite, Interruptiones waren bei uns z.B. fristloser Kündigungsgrund.

The Runt
29.05.2007, 17:12
Jetzt muss aber auch mal jemand eine Lanze für die Kirchen brechen.

Ich z.B. kenne einen Kollegen, der sich nach 1,5 J in einem Christlichen Haus aus der Kirche sozusagen exmatrikuliert hat um Steuern zu sparen. Ein bis zwei Abrechnungen später ist dies natürlich einem christlichen Denunzianten aus der Verwaltung aufgefallen. Ergo gabs ersteinmal ein eindringliches Gespräch mit dem Krankenhauspastor über die Austrittsgründe. Da aber der Christ an sich und der Pastor im besonderen zu Nächstenliebe neigen (sollte). Hat man sich entschieden einfach den Status Quo beizubehalten und Gras über die Sache wachsen zu lassen.
Merke: Bei Neueinstellungen ist es sicherlich schwierig als Nicht-Christ unter zu kommen. Bist aber ersteinmal ein gut eingearbeitetes Mitglied der Krankenhaus Gemeinde mit Festvertrag, dann darf man schon mal ein paar goldene Löffel klauen.

agouti_lilac
29.05.2007, 17:22
Interruptiones waren bei uns z.B. fristloser Kündigungsgrund.
Sowas bekam das KH mit?!

Lifendhil
29.05.2007, 18:41
Hmm,so betrachtet hab ich wohl damals zusätzliche nächtliche urologische PJ-Fortbildungen genossen.

Spass beiseite, Interruptiones waren bei uns z.B. fristloser Kündigungsgrund.
Das ist nicht wahr oder? Scheint wohl aber nicht mehr der Fall zu sein oder doch???

fatman
29.05.2007, 22:32
sicherlich ist es ein wenig problematisch, wenn von einem selbst zu fällende moralische Entscheidungen durch die materielle Grundlage beeinflusst werden.

Auf der anderen Seite war es einem bewusst, sollte es einem bei Stellenantrit bewusst gewesen sein, dass nun einmal mit der Stelle bestimmte moralische Verhaltensweisen gefordert sind.
Vielleicht mal ein anderes Beispiel. Jemand von der Gewerkschaft beschäftigt bei sich zu hause schwarz eine Putzfrau unter dem vom ihm geforderten Mindestlohn. Es würde sich doch niemand beschweren, wenn dieser entlassen würde. Warum also hier?

condorito
30.05.2007, 20:20
War verboten und Punkt.
Hätte es jemand trotzdem gemacht,wäre er rausgeflogen.

Grombühlerin
30.05.2007, 21:23
aber wer erzählt denn sowas rum??? (meine den SS-Abbruch)

Ich hatte mal ne Stelle (dereinst noch als Krankenpflegeschülerin an einer Krankenpflegeschule) schon sicher, das sehr nette Gespräch war vorbei und es ging nur noch um Formalitäten.

Netterweise wurde mir auch ein Wohnheimszimmer angeboten.
Ich lehnte ab und erzählte, dass ich gerade mit meinem Freund eine gemeinsame Wohnung bezogen hatte.

Betretenes Schweigen in der Runde....

Dann wurde ich informiert, dass ein Verstoß gegen die katholische Sittenlehre ein Grund zur fristlosen Kündigung wäre.... aber so 5 Minuten nach der Zusage wollten sie jetzt mal nicht so streng sein und das ganze überhört haben wenn ich versprechen würde da nicht mehr drüber zu reden!!

Wie gnädig!!

Eine Woche später hatte ich noch ein Gespräch in einem städtische Haus und nach dieser Zusage habe ich bei den Katholen selber abgesagt, war mir doch zu heikel.

PS: hat sich nicht in Süddeutschland zugetragen sondern in NRW

agouti_lilac
30.05.2007, 22:28
@fatman: ich finde, das Beispiel hinkt. Zum einen geht es um den Arbeitgeber, der sich sehr in den privaten Bereich einmischt; zum anderen um eine illegale Sache. Das sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe.

Moorhühnchen
30.05.2007, 22:58
Spass beiseite, Interruptiones waren bei uns z.B. fristloser Kündigungsgrund.
Hmmm, sind hier Interruptiones gemeint, die am Haus durchgeführt werden oder die bei einer Mitarbeiterin durchgeführt werden?
Letzteres sollten die dort ja gar nicht mitbekommen und ersteres, naja....

Das städtische KH (wo ich (hoffentlich) PJ machen werde) sollte aus Kostengründen mit einem katholisch geführten Haus (zwangs)fusionieren.
Es waren Gelder von 40 Millionen für den Neubau der maroden Inneren des städtischen KH an diese Bedingung gebunden.
Zuerst erschien dies auch sehr sinnvoll, denn beide Häuser liegen keine 500 m Luftlinie auseinander...

Alle Verträge waren schon so gut wie unterzeichnet, der Gesundheitsdezernent (CDU) hatte sein ok gegeben.
Bis auf einmal ein Pressemensch Einsicht in das Vertragswerk bekam:

Daß an dem katholischen Haus keine SS-Abbrüche durchgeführt wurden, war ja noch verständlich.
Aber die "katholische Sittenlehre" sollte nun für BEIDE Häuser gelten!!!
Und daß, wo sich das städtische KH gerade einen neuen CA an Land gezogen hatte, der Spezialist für Pränataldiagnostik ist. :-keks

Es wurde wochenlang diskutiert - das kleinere katholische Haus stellte abstruse Forderungen und beharrte auf seiner Position, daß KEINE Interruptiones durchgeführt werden dürfen.
Zwischenzeitlich kam mal die Idee auf, einen Teil der Gyn auszugliedern und die Abbrüche nur noch ambulant anzubieten....... :-((

Die Presse mischte groß mit, das größere kommunale Haus konnte sich letztendlich durchsetzen - die Fusion platzte und der Gesundheitsdezernent mußte unter anderem deswegen seinen Hut nehmen!!!!!! :-top
Der Neubau für 40 Mio wird trotzdem gebaut. *puh*

Yersinia I.
31.05.2007, 15:24
Also das gilt aber nicht für alle christlichen Häuser...

Das baptistische KHS, in dem meine Mutter 30 Jahre lang gearbeitet hat, davon 25 als Oberärztin, hat niemand auch nur mit der Wimper gezuckt, als sie 2 uneheliche Kinder kriegte, und wir waren da auch immer gern gesehen.

Religionszugehörigkeit war auch keine Voraussetzung für eine Famulatur ;)

Doktor_No
31.05.2007, 16:04
Also das gilt aber nicht für alle christlichen Häuser...



hat ja auch keiner behauptet