Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erst Stelle sicher, dann wegen Religion wieder weg... Geht das?
hennessy
30.07.2007, 15:59
Sehen wir es vielleicht mal aus Patientensicht: Vielleicht möchten ja Patienten, die christliche Häuser aufsuchen von Menschen behandelt werden, die ein christliches Menschenbild haben?! ;-)
Und ja, wenn ich christliche Häuser und weltliche Häuser vergleiche, es gibt dort verschiedene Menschenbilder. Ich würde jedenfalls sowohl als Arzt als auch als Patient (!) an ein christliches Haus gehen, wenn es für meine Zwecke gleich gut einem weltlichen ist.
mit welcher Begründung? Bist Du überzeugter Christ?
gruß
hennessy
Sehen wir es vielleicht mal aus Patientensicht: Vielleicht möchten ja Patienten, die christliche Häuser aufsuchen von Menschen behandelt werden, die ein christliches Menschenbild haben?! ;-)
Es gibt aber auch Patienten, die von keinem Arzt mit christlichem Menschenbild behandelt werden wollen. Wo sollen die dann hingehen? Hab noch nicht gehört, das Christen nicht an normale Kliniken dürfen. Wär ja auch noch schöner...
Es ist einfach moralisch nicht rechtfertigbar.
mit welcher Begründung? Bist Du überzeugter Christ?
gruß
hennessy
Geh hin, mach den Test und spüre die Antwort. ;-) Ich glaube nicht, dass Worte einen offenbar überzeugten Nicht-Christen "bekehren"... Die Begründung ist, dass ich beides erlebt habe!
Es gibt aber auch Patienten, die von keinem Arzt mit christlichem Menschenbild behandelt werden wollen. Wo sollen die dann hingehen? Hab noch nicht gehört, das Christen nicht an normale Kliniken dürfen. Wär ja auch noch schöner...
Es ist einfach moralisch nicht rechtfertigbar.
An einem weltlichen Krankenhaus wird wohl kaum jemand als Christ auffallen (dürfen). Auch die Zimmer dort sind kreuzfrei. Außerdem gibt es auch z. B. jüdische Krankenhäuser.
Christoph_A
30.07.2007, 16:26
Naja, ganz so wenig zahlen die Kirchen in ihre Krankenhäuser nicht rein. Zwar werden die Patienten über die Kassen abgerechnet, das ist wahr, aber viele Gerätschaften und Einrichtungen in den einzelnen Häusern sind kirchlich "gesponsort". Seien es die Schwestern aus verschiedenen Orden, medizinische Gerätschaften, Räumlichkeiten, Seelsorge, etc. Man könnte noch genug andere Beispiel hierzu aufzählen.
Was das Menschenbild betrifft, so sollte eine gewisse Grundempathie und Ethik jedem Haus nahegelegt sein, in vielen kirchlichen häusern wird halt öfter ein aber darauf wert gelegt, als in nicht kirchlichen.
Ausserdem ist Glaube etwas, über das man tagelang streiten kann-entweder man hat ihn, oder nicht. Aber die dauernde Schlechtmacherei der caritativen Institutionen als intolerante, fundamental christliche Horte regt mich doch langsam auf.
Ich arbeite als Katholik an einem evangelischen Haus mit einigen muslimischen, jüdischen und buddhistischen Kollegen zusammen. So intolerant kann das Haus also irgendwie nicht sein, oder?
Was die Atheistenfraktion betrifft-würdet ihr in eurem Betrieb jemanden einstellen, der sich nicht mit den dort gültigen Werten identifiziert oder sie sogar lächerlich macht? Wohl kaum-und genauso sehen es halt die konfessionellen Betreiber ( ja, es gibt auch jüdische Häuser in D und, nagelt mich aber nicht fest, sogar schon ein paar muslimische ).
Daß die konfessionellen Häuser dabei auch nicht alle Horte der reinen Humanität sind, ist auch klar. :-D
Wegen des Geldargumentes habe ich mich dann auch mal nach konkreten Zahlen schlau gemacht. Allein das Erzbistum Köln zahlt laut Haushaltsplan 2007:
- 8,77 Millionen für Krankenhausseelsorge
- 101,7 Millionen für soziale Dienste (der Großteil geht zugunsten der Jugendhilfe)
- davon 38,1 Millionen Zuschuss an die "Verbände der sozialen Dienste", die z.B. Krankenhäuser betreiben. Dazu kommen die Spenden, die die Verbände selber sammeln (z.B. Caritas, Malteser Hilfsdienst, unabhängige Orden)... (Soweit die Gebäude Eigentum der Kirche sind, sind Investitionen in die Bausubstanz nochmals woanders aufgeführt, nur dass man da dann nicht zwischen Krankenhaus und Kirche trennen kann im Haushaltsplan. Gleiches gilt für evtl. mitgenutzte Infrastruktur.)
Ich denke, jeder kann sich bei 27 katholischen deutschen Bistümern und nochmal einer gleich starken evangelischen Kirche selbst ein Bild machen, wie viel allein an Kirchensteuer da rein geht. Und es soll ja auch Leute geben, die Gründe haben, dem MHD zu spenden statt dem ASB und umgekehrt. ;-)
Es geht ja auch nicht um das Gute oder Schlechte des Glaubens, sonder darum, dass es Ausnahmeregelungen NUR für Kirchen gibt. Wenn die Möglichkeit jeder Arbeitgeber hätte, wärs zwar auch nicht schön aber wenigstens keine Bevorteilung von Kirchen.
Was die Atheistenfraktion betrifft-würdet ihr in eurem Betrieb jemanden einstellen, der sich nicht mit den dort gültigen Werten identifiziert oder sie sogar lächerlich macht?
Die Wahl hätte man ja gar nicht.
Ich kann nur die griechisch-orthodoxe Kirche empfehlen!
Weltoffen, liberal und definitiv spannender im Gottesdienst! (falls man hin will)
Und vorallem: kirchliche Häuser geeignet!
Ich krame nun aus gegebenem Anlass diesen etwas älteren Thread wieder aus. Ich habe kommende Woche zwei Vorstellungsgespräche in kirchlichen Häusern. Ich bin christlich (evangelisch) getauft, aber seit einiger Zeit aus der Kirche ausgetreten.
Aus rein jobtechnischen Gründen denke ich nun über einen Eintritt in die griechisch-orthodoxe Kirche nach. Meine Frage: Wie tritt man ein und wie lange dauert das etwa ? Es kann ja sein, dass die Häuser, in denen ich mich bewerbe, einen schriftlichen Nachweis über die Religionszugehörigkeit haben wollen. Hoffentlich muss man beim Eintritt die griechisch-orthodoxe Kirche nicht irgendein Gespräch mit dem Pfarrer führen. Irgendwie würde mir das widerstreben, weil ich nicht wirklich überzeugt bin. Leider kann ich nicht so gut lügen.
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Edit: Über den Ablauf eines Beitritts zur griechisch-orthodoxen Kirche habe ich inzwischen selbst eine Antwort gefunden:
Ablauf einer Griechisch-orthodoxen Erwachsenentaufe (http://www.gutefrage.net/frage/ablauf-einer-griechisch-orthodoxen-erwachsenentaufe)
Das ist mir definitiv zu viel Aufwand.
Keine Ahnung habend, aber: wie kommst du denn gerade auf griechisch-orthodox?!?
Die Sache mit dem Austritt dürfte das Schwerwiegende sein, mittlerweile scheint es ja so zu sein, dass man bei den kirchlichen Häusern noch besser angesehen ist, wenn man (sofern man nicht wenigstens irgendeine Kirche angehört) gar keiner Religion jemals angehörte, als ausgetreten zu sein.
Wobei: ist Hörensagen, da hier keine Ambitionen in kirchlichen Häusern zu arbeiten.
Berichte doch bitte mal wie's lief!
Sebastian1
13.08.2011, 03:52
Ich habe - wenn auch nicht als Arzt - mehrfach in kirchlichen Häusern gearbeitet. Spätestens auf dem Steuernachweis bekommt der AG natürlich mit, ob man einer Kirche angehört. Und ich bin nie gefragt worden, ob ich mal ausgetreten bin; ich habe in den Lebenslauf der Bewerbung einfach kurz meine Konfession reingeschrieben und dann hatte es sich damit. Ich denke, dass in den allermeisten Fällen nur nachgefragt wird, wenn es keine zugehörigkeit gibt (also "nie eingetreten" oder "aktiv ausgetreten").
Keine Ahnung habend, aber: wie kommst du denn gerade auf griechisch-orthodox?!?
Weil man dort keine Kirchensteuer zahlt und weil es eben auch eine Konfession des Christentums ist (und dem Christentum fühle ich mich am ehesten verbunden).
Allerdings möchte ich eine griechisch-orthodoxe Taufe nun nicht über mich ergehen lassen. Wahrscheinlich werde ich nun doch versuchen, wieder in die evangelische Kirche einzutreten, weil das um unkompliziertesten ist (Gespräch mit einem Pfarrer + eventuell ein Abendmahl). Rein jobtechnisch versteht sich.
Also warum eigentlich der ganze Aufwand? Also an unserem evangelischem Haus ist auch nur ca. 50% der Ärztebelegschaft in der Kirche... und ich denke eher, dass die Einstellung an der Qualifikation lag als an der Mitgliedschaft der Kirche...
Relaxometrie
13.08.2011, 09:13
@psoas: Hast Du schon im Forenarchiv gesucht? Ich habe einiges zu dem Thema geschrieben.
@psoas: Hast Du schon im Forenarchiv gesucht? Ich habe einiges zu dem Thema geschrieben.
Ja, ich habe schon mehrere Threads zu dem Thema gesehen. Dadurch bin ich überhaupt erst auf die Idee mit der orthodoxen Kirche gekommen.
Relaxometrie
13.08.2011, 10:13
Ja, ich habe schon mehrere Threads zu dem Thema gesehen.
Ok, dann erspare ich es Euch und mir, weitere Romane zu schreiben.
Allerdings möchte ich eine griechisch-orthodoxe Taufe nun nicht über mich ergehen lassen. Wahrscheinlich werde ich nun doch versuchen, wieder in die evangelische Kirche einzutreten, weil das um unkompliziertesten ist (Gespräch mit einem Pfarrer + eventuell ein Abendmahl). Rein jobtechnisch versteht sich.
War das die mit Ganzkörperuntertauchen :-))?
War das die mit Ganzkörperuntertauchen :-))?
*Sarkasmusmodus an* Genau die und mit Runden schwimmen im Taufbecken ;-)
*Sarkasmusmodus aus*
Im Übrigen find ich ja auf der einen Seite dieses Gebahren der KH in kirchlicher Trägerschaft sehr seltsam, auf der anderen Seite wollen sie ja nur ihre Interessen durchsetzen (Leitbild...).
Was lernen wr daraus: wir legen uns neben den fachlichen Argumenten bei KH in kirchlicher Trägerschaft auch noch ein paar einschlägige religiöse Argumente für das Bewerbungsgespräch zu :-)
Bin übrigens selbst bei einem solchen angestellt allerdings auch Kirchenvorstand...gewesen sodass ich mir diese "Kritik" an konfessionell gebundenen KH jetzt einfach mal erlaube...
Wie ist die Sache eigentlich ausgegangen liebe/r Threadstarter/in??
*Sarkasmusmodus an* Genau die und mit Runden schwimmen im Taufbecken ;-)
*Sarkasmusmodus aus*
Und ohne Sarkasmus läuft es wie ab?!?
Wie ist die Sache eigentlich ausgegangen liebe/r Threadstarter/in??
Der Threadstarter war am 25.5.2007 das letzte Mal online.
Der letzte Frager hat gestern das erste Mal für Termin in der nächsten Woche gefragt.
Danke für die Erleuchtung Solara :-)
Schönes We
Danke für die Erleuchtung Solara :-)
Und wie ist das jetzt mit der Taufe?
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