Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erst Stelle sicher, dann wegen Religion wieder weg... Geht das?
Und wie ist das jetzt mit der Taufe?
Siehe oben:
http://www.gutefrage.net/frage/ablauf-einer-griechisch-orthodoxen-erwachsenentaufe
Schein tatsächlich ein Ganzkörperbad zu sein.
Und wie ist das jetzt mit der Taufe?
sorry, solara,
war mir zuerst nicht sicher, ob die frage ernst gemeint war..
siehe hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Taufe#Orthodoxe_Tauffeier
grüßle
Wahrscheinlich werde ich nun doch versuchen, wieder in die evangelische Kirche einzutreten, weil das um unkompliziertesten ist (Gespräch mit einem Pfarrer + eventuell ein Abendmahl). Rein jobtechnisch versteht sich.
Und warum jetzt der ganze Aufwand. Soviel ich weiß ist das Einzige, was Du tunlichst unterlassen solltest, während eines besteheneden Arbeitsvertrages mit einem konfessionellen Arbeitgeber zu kündigen. Das könnte ein Kündigungsgrund sein, muss aber nicht. Allerdings könnte dieser Kündigungsgrund vor dem EU-Recht verlieren, da steht halt ein Prozess noch aus :-))
Aber wenn Du aus der Kirche ausgetreten bist und jetzt bei einem konfessionellen Arbeitgeber anfangen willst, ist das Deine ganz persönliche Sache. Auf der Steuerkarte steht halt nur religionslos drauf, aber nicht, ob und wann ausgetreten oder aben "ketzerisch" aufgewachsen. Geht den Arbeitgeber also nix an. Und wenn er Dich einmal religionslos eingestellt hat, wusste er ja, was er tat. Und dann dürfte eine nachträgliche Kündigung seitens der AG relativ einfach kassiert werden...
Im Zweifelsfall einfach mal den MB fragen?
FirebirdUSA
18.08.2011, 09:26
Er hat nur eine mündliche Zusage und keinen unterschriebenen Arbeitsvertrag, so hatte ich das verstanden und dann ist das schon ein Problem. Außerdem wäre es auch kein Problem während der Probezeit grundlos zu kündigen.
Und wie schon andere geschrieben haben dürfen die kirchlichen Arbeitgeber ganz viel was ansonsten verboten ist...
In der vergangenen Woche hatte ich 2 Vorstellungsgespräche. Bei beiden wurde ich nicht nach der Religion gefragt. Bei einem gestrigen Gespräch habe ich sogar mit jemand aus der Personalabteilung gesprochen, weil der Chefarzt zunächst noch was anderes zu tun hatte. Aber dort wurde ich auch nicht nach der Religion gefragt. Bei einem Gespräch vor 2 Wochen wurde ich allerdings danach gefragt. Aber wie andere schon geschrieben haben, könnten Probleme immer noch kommen, wenn ein Arbeitsvertrag gemacht wird oder auch noch später.
Um solche Probleme zu vermeiden, habe ich den Wiedereintritt in die evang. Kirche beantragt. Das geht auch per Telefon - zumindest in der evangelischen Kirche
Bei Anruf Mitglied: Wieder eintreten per Telefon (http://www.evangelisch.de/kompass/wegweiser-kirche/bei-anruf-mitglied-wieder-eintreten-per-telefon1985)
Ich habe der Pfarrerin ganz offen gesagt, dass ich damals wegen finanziellen Gründen aus der Kirche ausgetreten bin und nun wegen einer Bewerbung wieder rein will. Ich musste mir auch keine "Moralpredigt" anhören. Ich bekam dann Formulare zugeschickt, die ich unterschrieben zurückgeschickt habe. Man bekommt noch vom örtlichen Pfarrer was zugeschickt (u.a. eine Mitgliedsbescheinigung) und muss die Konfessionszugehörigkeit auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Damit ist die Sache dann erledigt.
Ich kann Leute allerdings gut verstehen, die es nicht so toll finden, dass man nur wegen dem Arbeitsplatz in der Kirche sein muss. Zumal die kirchlichen Kliniken ja auch Atheisten behandeln und von deren Krankenkassen Geld bekommen.
stennadolny
20.08.2011, 10:02
Die Nummer mit dem "konfessionellen Arbeitgeber", deren arbeitsrechtliche Grundlage in der zivilisierten Welt wohl einzigartig (blöde) für Deutschland sein dürfte, geht übrigens auf die Weimarer Republik und insbes. die Nazizeit zurück (, was auch von Arbeitsrechtlern geflissentlich und gerne verschwiegen wird):
http://books.google.de/books?id=co1-n76tLH4C&pg=PA1802&dq=Tendenzbetrieb&hl=de&ei=z3ZPTreSHcKfOqXyoMMC&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CC8Q6AEwAA#v=onepage&q=Tendenzbetrieb&f=false
Relaxometrie
20.08.2011, 10:10
Das fängt sogar noch früher, nämlich mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803, an :-kotz
Relaxometrie
20.08.2011, 10:18
Aber wie andere schon geschrieben haben, könnten Probleme immer noch kommen, wenn ein Arbeitsvertrag gemacht wird oder auch noch später.
Die Probleme kommen spätestens, wenn auf der Lohnsteuerkarte keine Konfession eingetragen ist und man auf Nachfrage (wenn diese nicht kommt, hat man Glück) ehrlich antwortet, daß man aus der Kirche ausgetreten ist. Ob man mit der Notlüge "ich war nie Mitglied" dann leben kann und möchte, muß jeder selbst entscheiden. Ich konnte es nicht, habe mir eine Absage seitens der Verwaltung eingehandelt und seitdem von Bewerbungen in kirchlichen Häusern abgesehen.
Um solche Probleme zu vermeiden, habe ich den Wiedereintritt in die evang. Kirche beantragt. Das geht auch per Telefon - zumindest in der evangelischen Kirche
Dann zahlst Du jetzt ca. €800 im Jahr an einen Verein, an dessen Ziele Du nicht glaubst? Oder bist Du gläubig?
Dann zahlst Du jetzt ca. €800 im Jahr an einen Verein, an dessen Ziele Du nicht glaubst? Oder bist Du gläubig?
Ich bin eher humanistisch eingestellt. Sagen wir mal so, den religiösen Teil der Aktivitäten der Kirche brauche ich nicht. Für diesen, z.B. für die Bezahlung der Pfarrer, wird auch ein Großteil der Kirchensteuern benutzt. Aber den humanitären Zielen der Kirche kann ich mich im wesentlichen schon anschließen.
Das Problem ist, dass ich nach einer Radiologie-Stelle suche und diese nicht so häufig sind wie z.B. Stellen in der Inneren. Ich habe Zweifel, ob ich es mir leisten kann, die nicht unerhebliche Zahl an Kliniken mit kirchlicher Trägerschaft von vornherein auszuschließen.
stennadolny
20.08.2011, 12:18
Zum "Humanismus" der Kirchen, den sie im übrigen praktisch nicht selbst finanzieren dürften, siehe hier:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,727683,00.html
http://www.ekd.de/kirchenfinanzen/angedacht/frerk.html
Also für den "Humanismus" kann man seine Kohle weitaus gezielter mit präzisen Spenden einsetzen.
WackenDoc
20.08.2011, 12:26
Mit einer entsprechenden Spende bekommt man aber keine Stelle an einem entsprechenden Haus. So ehrlich sind diese Häuser dann wohl doch nicht- wer wäre denn im Zweifel "christlicher": Jemand der nur auf dem Papier einer Kirche angehört und sonst damit nichts zu tun hat, oder jemand, der den einen Betrag in Höhe der Kirchensteuer an z.B. "Brot für die Welt" spendet und sich womöglich noch regelmäßig da ehrenamtlich engagiert.
stennadolny
20.08.2011, 12:35
Ich persönlich habe nie in einem konfessionellen Haus gearbeitet und kann es entsprechend auch niemandem empfehlen.
Warum um alles in der Welt will man für so einen Drecksladen arbeiten? Die diskriminieren wie es ihnen gerade passt, machen ihre eigenen, völlig plan- und sinnlosen Regeln und keiner tut was dagegen... ganz im Gegenteil, der deutsche Staat treibt auch noch die Kohle ein... ich kann gar nicht soviel essen wie ich kotzen möchte... Menschenbild, ha! Dass ich nicht lache...
Na, nu lasst mal die Kirche im Dorf! Sicherlich kann man mit der Institution Kirche seine Probleme haben, im Schnitt sind die konfessionellen Häuser aber nicht übler als die anderen. Heucheln tun die anderen nicht weniger, und wem das Leitbild, bzw. die Bedingungen nicht passt, der soll halt woanders hingehen. Oder möchtet Ihr grad missionieren?
Ich will keinesfalls missionieren oder irgendwen von meiner Meinung überzeugen. Ich bin aber der Meinung, dass die Ausnahmeregelungen für "Tendenzbetriebe" (OMG, was für ein Begriff) von den Kirchen auf brutalste Weise missbraucht werden. Den Schutz von Arbeitnehmern derartig auszuhebeln steht für meine Begriffe im totalen Widerspruch zur Definition eines Rechtsstaates. Die Aussage "wer nicht will, muss ja nicht" ist zynisch, weil manche Menschen eben nicht so fantastische Arbeitsmarktbedingungen haben wie wir Ärzte zur Zeit.
Im Grunde kann die Kirche, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, eine langjährige, erfahrene und unbescholtene Mitarbeiterin kündigen nur weil diese sich diese von ihrem trinkenden und prügelnden Ehemann scheiden lässt... tolles Land...
Michael72
20.08.2011, 16:44
Im Grunde kann die Kirche, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, eine langjährige, erfahrene und unbescholtene Mitarbeiterin kündigen nur weil diese sich diese von ihrem trinkenden und prügelnden Ehemann scheiden lässt... tolles Land...
Kannst Du dafür auch Beispiele nennen oder gehört das ebenso ins Reich der Elfen und Feen wie der Rest Deiner Behauptungen?
Im Grunde kann die Kirche, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, eine langjährige, erfahrene und unbescholtene Mitarbeiterin kündigen nur weil diese sich diese von ihrem trinkenden und prügelnden Ehemann scheiden lässt... tolles Land...
Um unliebsame Mitarbeiter loszuwerden kann jedes Unternehmen auf höchst unfeine Maßnahmen zurückgreifen, das ist keinesfalls die Domäne von kirchlichen Kliniken. Beispiele dafür gibt es genug.
Natürlich ist die "Sonderregelung für Tendenzbetriebe" ein Anachronismus ohne Rechtfertigung, trotzdem sind kirchliche Betriebe nicht per se böse und schlecht, so wie hier manchmal der Eindruck erweckt wird.
Um das mal klarzustellen: das hochgehaltene christlich-humanistische Leitbild vieler kirchlicher Krankenhäuser ist oft Heuchelei, genauso wie bei manch anthroposophischem Haus, wo Mitarbeiter eher geschunden denn anständig behandelt werden. Dennoch halte ich Äußerungen wie weiter oben für übertrieben, beispielsweise war vor nicht allzu langer Zeit der Caritas-Tarif weitaus besser als der damalige TVÖD/BAT IIa.
Es ist nicht alles schlecht, wo Kirche draufsteht ;-)
Im Grunde kann die Kirche, ohne rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, eine langjährige, erfahrene und unbescholtene Mitarbeiterin kündigen nur weil diese sich diese von ihrem trinkenden und prügelnden Ehemann scheiden lässt... tolles Land...
Die dämliche Polemik kannst du dir echt sparen.
In jeder Einrichtung der katholischen Kirche darf sich ein Arbeitnehmer scheiden lassen ohne Konsequenzen befürchten zu müssen, nur das wiederheiraten wäre wenn ein Problem. Und jeder der in einer solchen Einrichtung anfängt der bekommt ein Merkblatt der deutschen Bischoffskonferenz, wo man genau weiß worauf man sich einlässt. Wenn die eigenen Weltansichten mit denen der katholischen Kirche sich nicht decken, dann ist das halt ein Problem des einzelnen und man muss halt für sich selber entscheiden, ob man das Risiko eingehen möchte, dass es irgendwann mal differenzen geben könnten.
Naja, nicht in jeder Einrichtung. Mir ist ein Fall bekannt aus einer großen katholischen Organisation, die auch Krankenhäuser betreibt. Der Bekleider einer Führungsposition auf Diozösanebene musste da seinen Hut nehmen, nachdem er sich hatte scheiden lassen.
...Und jeder der in einer solchen Einrichtung anfängt der bekommt ein Merkblatt der deutschen Bischoffskonferenz, wo man genau weiß worauf man sich einlässt...
...und genau das ist es was unmoralisch ist. Die Tatsache, dass man als Arbeitnehmer sein Leben führen kann wie man möchte ist eine Errungenschaft die nicht zu unterschätzen und für eine moderne Demokratie unentbehrlich ist. In Deutschland wird dieses Recht zu Gunsten der Kirchen beschnitten und diesen damit ein Machtfaktor zugestanden, der ihnen nicht zusteht. Ob mir da jetzt jemand dämliche Polemik oder sonstwas zuschreibt ist mir völlig egal.
Natürlich hat Evil völlig Recht, wenn er schreibt, dass andere Arbeitgeber auch unmoralisch handeln aber die haben in der Regel keine derart luxuriöse Rückendeckung seitens der Gesetzgebung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsrecht_der_Kirchen
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