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docmoechtegern
13.09.2007, 20:38
Danke Feuerblick. Ich werd's mal ausprobieren, obwohl ich keine trockenen oder tränenden Augen habe.

Das Forum ist ja zur Zeit richtig informativ. Bei den Zahnis die vielen Tipps zur richtigen Zahnreinigung und nun auch noch der Tipp zur Reinigung der Lidränder. :-top

Feuerblick
13.09.2007, 20:42
Solange du keine Beschwerden hast, funktionieren bei dir die Meibom-Drüsen noch komplett normal. Du musst also keine Lidrandhygiene machen. Kannst dir ja einfach angewöhnen, wenn du unter der Dusche stehst mal die Lider auszustreichen. Das reicht locker!

docmoechtegern
13.09.2007, 20:46
Danke.

docmoechtegern
14.09.2007, 15:09
Was macht man bei einem 53 jährigen Patienten der im rechten Auge, und nur im rechten Auge, ein unangenehmes Reibegefühl hat. Als ob er in staubiger Luft wäre und Staub im Auge hätte. Der Augenarzt findet rechtsseitig ein trockenes Auge und empfiehlt Ersatztränenflüssigkeit. Der Patient möchte gerne eine Erklärung für seine Beschwerden haben.

Gibt es nicht auch einen Zusammenhang über den Trigeminus?

Die Tatsache, dass die Beschwerden nur einseitig auftreten, lässt das auf etwas schliessen?Hi bangen, ich hab mir gerade von meinem Bruder ein Lehrbuch der Augenheilkunde (Grehn oder so ähnlich) geliehen.

Du hast Recht::-party Es gibt tatsächlich eine Ursache für trockene Augen, bei der es einen Zusammenhang mit dem Trigeminus gibt und die oft nur einseitig auftritt:

Keratitis neuroparalytica: Benetzungsstörung bei Trigeminusläsion.

Trigeminusläsion heißt doch 'irgendeine Beeinträchtigung des Trigeminusnervs'? Und sowas könnte ja auch nur an einer Seite sein.


Dort gibt's auch Photos dazu:

http://e-learning.studmed.unibe.ch/augenheilkunde/systematik/hornhaut/keratitis_neuroparalytica.html



Keratitis neuroparalytica

Symptome

Reduzierte bis fehlende Sensibilität der Hornhaut
Sicca Symptomatik
Beschwerden unterschiedlich ausgeprägt


Pathogenese

Ausfall des 1. Astes des N. trigeminus bei Läsion des Ganglion Gasseri (Trauma, Akusticusneurinom, ...)
Durch Ausfall der Hornhautsensibilität
Gestörte Trophik (reduzierte Blinkfrequenz)
Hornhautulcus
(Eher im unteren Drittel gelegen, da obere Hornhaut durch das Bellsches Phänomen - unbewusste Aufwärtsbewegung des Auges bei Lidschluss - besser gegen Austrocknung geschützt ist)

bangen
14.09.2007, 19:47
Was macht man bei einem 53 jährigen Patienten der im rechten Auge, und nur im rechten Auge, ein unangenehmes Reibegefühl hat. Als ob er in staubiger Luft wäre und Staub im Auge hätte. Der Augenarzt findet rechtsseitig ein trockenes Auge mit schaumiger Tränenflüssigkeit und empfiehlt Ersatztränenflüssigkeit. Der Patient möchte gerne eine Erklärung für seine Beschwerden haben.

HNO, Internist, Zahnarzt und Neurologe finden keine auffälligen Befunde.

Die Neurologin hat schon versucht den Patienten von seiner Haltung unbedingt eine Erklärung finden zu wollen abzubringen, ohne Erfolg.

Der Patient berichtet er habe vor 2 Jahren wegen einer Entzündung des äusseren Gehörganges 14 Tage lang ein Antibiotikum genommen. Damals wurde auch ein MRT des Kopfes wegen des Verdachts auf Mittelohrentzündung gemacht, ohne krankhaften Befund. Während dieser Behandlung seien die Schmerzen am Auge verschwunden gewesen. Danach aber wiedergekommen.

Er habe diese Beschwerden schon über 5 Jahre lang, wäre auch schon öfter zu einmaligen Untersuchungen bei Augenärzten gewesen, hätte sich aber jedesmal nicht ernstgenommen gefühlt.

Der Patient ist kurzsichtig mit 3,75 Dioptr. beidseitig.




Sehr interessant, danke.

Die Untersuchung durch die Neurologin, also Grimassenschneiden und Sensibilität, hat keinen Hinweis auf eine Trigeminusschädigung gegeben.

Und die Hornhaut des betroffenen Auges ist sehr sensibel, geradezu hypersensibel.

Soll ich den Patienten nun zum Augenarzt doctorhopping schicken oder ihn einen Versuch bei der Augenpoliklinik am Universitätskrankenhaus Eppendorf machen lassen?

Ich versuche ja immer noch einen Zusammenhang zwischen den subakuten chronischen Schmerzen im Zahnbereich und dem trockenen Auge zu finden.


Aber dein Hinweis auf die Keratitis neuroparalytica zeigt, dass man nicht so schnell in therapeutischen Nihilismus verfallen sollte. Die Untersuchung durch die Neurologin hat immerhin eine mögliche Ursache ausgeschlossen.

hennessy
14.09.2007, 19:58
habt Ihr eigentlich eine checklist abgearbeitet und eine Systematik zur Anwendung gebracht?
Ein Zusammenhang mit dem Eckzahn ist zwar möglich,jedoch von der Wahrscheinlichkeit her eher niedrig anzusiedeln.

docmoechtegern
14.09.2007, 20:11
Soll ich den Patienten nun zum Augenarzt doctorhopping schicken oder ihn einen Versuch bei der Augenpoliklinik am Universitätskrankenhaus Eppendorf machen lassen?Was würden die am UKE denn machen?

Ich kann noch nicht viel zu dem Fall sagen, denn ich geh ja noch zur Schule. Weiß nur manchmal etwas, weil mein Bruder Medizin studiert.

Was mich eben an der Sache so irritiert ist, dass das nur an einem Auge auftritt. Die Ursachen, die normalerweise infrage kommen (Alter, Hormone, Bildschirmarbeit, schlechte Lidrandhygie ;) ) müssten sich doch auf beide Augen auswirken. Ich würde mich schon fragen, was an dem einen Auge anders ist.

Und ich glaube nicht, dass man bei 99,9Prozent der Patienten, die Sicca-Symptome haben, keine Ursache findet bzw. keine ursächliche Behandlung machen kann. Da ist bestimmt ein großer Anteil dabei, bei denen man eine Ursache finden und beseitigen könnte. (Siehe die Beispiele mit den Abflussstörungen.)


Der Patient berichtet er habe vor 2 Jahren wegen einer Entzündung des äusseren Gehörganges 14 Tage lang ein Antibiotikum genommen. Damals wurde auch ein MRT des Kopfes wegen des Verdachts auf Mittelohrentzündung gemacht, ohne krankhaften Befund. Während dieser Behandlung seien die Schmerzen am Auge verschwunden gewesen. Danach aber wiedergekommen. Auf welcher Seite war diese Gehörgangsentzündung?

Warum waren die Schmerzen am Auge während der Behandlung mit dem Antibiotikum weg? Spricht das für eine Infektion im Augenbereich oder in einem anderen Bereich, der sich auf das Auge auswirkt? Vielleicht in der Wurzel des Augenzahns? ;-)


Und die Hornhaut des betroffenen Auges ist sehr sensibel, geradezu hypersensibel.Dann könnte sie ja auch leicht auf Reize wie z. B. Wind reagieren. Dadurch könnte dann eine stärkeres Tränen ausgelöst werden.

Hat denn der Augenarzt an der Hornhaut Veränderungen festgestellt?

bangen
14.09.2007, 20:21
Was würden die am UKE denn machen?

Ich denke, wenn man mit niedergelassenen Fachärzten nicht weiterkommt, lohnt sich eine Überweisung an die entsprechende UNI-Poliklinik. Dort haben sie natürlich mehr Möglichkeiten als sie ein niedergelassener Arzt hat. Und sie nehmen sich auch mehr Zeit, auf der Homepage der Augenpoliklinik steht man soll Proviant für einen ganzen Tag mitbringen. Was natürlich keine Garantie dafür ist, dass die dort immer einen Treffer landen.

Meuli
14.09.2007, 20:23
Und sie nehmen sich auch mehr Zeit, auf der Homepage der Augenpoliklinik steht man soll Proviant für einen ganzen Tag mitbringen.

Das könnte natürlich auch ein Hinweis auf die horrenden Wartezeiten sein ...^^

hennessy
14.09.2007, 20:25
wenn ich ein Problem mit der Krankheitsursache habe, gehe ich z.B. systematisch die Punkte durch, die mir der beste Zahnarzt aller Zeiten ans Herz gelegt hat.
Welcher Art könnte die Ursache sein:
entzündlich
degenerativ
traumatisch
neogenetisch
idiopathisch

und so nähere ich mich der Lösung schon recht gut

docmoechtegern
14.09.2007, 20:39
habt Ihr eigentlich eine checklist abgearbeitet und eine Systematik zur Anwendung gebracht? Aus den Beiträgen der Augenspezialisten hier schließe ich aber, dass die bei Symptomen, die auf Sicca passen, gar keine besondere Diagnostik machen, sondern die Diagnostik im Ausprobieren der Tränenersatzmittel besteht. Sozusagen nach dem Motto: "Versuch macht kluch." :-))


ganz ehrlich macht man bei nem Sicca-Verdacht erst mal keine weiteren Untersuchungen in der Praxis. Was man machen kann ist klar ein Schirmer-Test oder die Break-Up-Time bestimmen. Aber letztendlich verschreibt man dem Patienten Tränenersatzmittel....

...aber da 99% der Fälle, die mit den Symptomen Brennen, FK-Gefühl, manchmal verschleiert sehen etc kommen nun mal einem Siccasyndrom zuzurechnen sind, ist es absolut gerechtfertigt, den Weg über die Tropfen vor weiterer Diagnostik zu gehen.
Ihr habt doch nicht wirklich HNO, Innere, Zahnis und den Neurologen wegen eines "unangenehmen Reibegefuehls im rechten Auge" aktiviert, oder??

Gibt der Patient sich mit der Erklaerung Sicca einfach nicht zufrieden, oder hat niemand sich die Zeit genommen, dem Patienten in aller Breite und Tiefe mal die grosse, weite Welt der irgendwie "unangenehmen Reibegefuehle" und ihre moegliche Genese durch die Sicca so zu erklaeren, dass er es auch versteht?Die scheinen es für eine Zumutung zu halten, nach der Ursache suchen zu sollen. n

bangen
14.09.2007, 20:45
Auf welcher Seite war diese Gehörgangsentzündung?
Warum waren die Schmerzen am Auge während der Behandlung mit dem Antibiotikum weg? Spricht das für eine Infektion im Augenbereich oder in einem anderen Bereich, der sich auf das Auge auswirkt? Vielleicht in der Wurzel des Augenzahns?


Die Gehörgangsentzündung war links.

Mehrfaches Röntgen beim Zahnarzt hat ergeben, die Zähne sind an den Wurzeln in Ordnung. Nur an einigen Stellen eine leichte Zahnfleischentzündung. Und die Beobachtung, dass die Beschwerden am Auge unter Antibiotikatherapie verschwanden, lässt, wenn das richtig beobachtet und errinnert wird, auf eine bakterielle Entzündung als Ursache schliessen.

bangen
14.09.2007, 20:51
Hat denn der Augenarzt an der Hornhaut Veränderungen festgestellt?

Augenärztlicherseits ist bisher nicht mehr als Draufgucken und Tränenersatzflüsssigkeit empfehlen passiert.

docmoechtegern
14.09.2007, 21:02
In dem anderen Thread steht:


' Chronische Dacryocystitis und Hornhautulcus (http://www.dog.org/1998/abstract98/96.html).' Dabei hat man auch Brennen, Tränen, Fremdkörpergefühl und verschwommenes Sehen, also die gleichen Symptome wie beim Siccasyndrom. Die Ursache ist aber eine chronische Keimübersiedelung des Bindehautsacks durch den ständigen Rückfluss eitrigen Schleims aus den Tränenwegen, weil der Abfluss zur Nase hin wegen der Stenose nicht funktioniert. Ob er auch sowas hat?

In dem Link steht, die Patienten hätten durch die chronische Infektion Hornhautulci (?) gehabt, die erst weggegangen seien, nachdem der Weg zur Nase in einer OP wieder freigemacht worden war.

Ich denke mal, dass so ein Hornhautulcus die Hornhaut recht empfindlich macht, wenn der Trigeminus funktioniert.

docmoechtegern
14.09.2007, 21:12
Das Antibiotikum, das Dein Patient zwei Wochen lang genommen hat, könnte ja eine Dezimierung der Bakterien in den Tränenwegen bewirkt haben und dann wäre auch weniger eitriger Schleim in den Bindehautsack zurückgeflossen und der Hornhautulcus ein wenig abgeheilt. Wie wärs damit?

bangen
14.09.2007, 21:34
Eitrigen Schleim und eine ulzerierte Hornhaut hätten die Augenärzte bestimmt gesehen.

Es muss etwas weniger imponierendes sein.

docmoechtegern
14.09.2007, 21:42
Eine bakterielle Infektion in irgendeimem Bestandteil der Augenlider, den man nur auf der Innenseite der Augenlider sieht? Oder die Tränendrüse selbst?Aber wäre dann das Augenlid nicht geschwollen?

bangen
14.09.2007, 21:47
Keine Schwellung zu sehen. Bis auf die schäumende Tränenflüssigkeit ist das Auge unauffällig.

docmoechtegern
14.09.2007, 21:48
Gibt es auch Infektionen dieser Meibomdrüsen? Könnte man das gut sehen?

Was man von außen nicht so gut sehen könnte, wäre eine Infektion im inneren Bereich der Tränenkanälchen, im gemeinsamen inneren Abschnitt der Kanälchen, der nicht mehr in den Lidern liegt.

docmoechtegern
14.09.2007, 22:25
Gibt es auch Infektionen dieser Meibomdrüsen? Könnte man das gut sehen?
Hier http://www.contopharma.ch/images/pdf/seb_blep.pdf
steht einiges über Erkrankungen der Augenlider.

Da gibt's auch eine Blepharitis posterior (also auf der Rückseite der Lider), die auch Meibomitis genannt wird. (Ist aber keine Infektion der Meibomdrüsen.) Zusätzlich kann jedoch noch eine Staphylokokkeninfektion auftreten. Das würde evtl. die Besserung während der Einnahme des Antibiotikums erklären.