Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ein "Klaps" ist Körperverletzung oder wo fängt Gewalt an...
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Ein arrogantes, widerliches, selbstgerechtes Argument.
tja so bin ich halt.
Hoppla-Daisy
10.12.2007, 21:50
Über Arroganz lässt sich trefflich streiten, funny.
Aber um mal wieder zum Thema zu kommen:
Ich brauche mein Kind noch nicht einmal ANZUFASSEN, um ihm GEWALT anzutun. Verbale Attacken sind mindestens genauso schlimm. Oder aber, ich lasse es gänzlich links liegen.....
..... Dass das o. g. ebensowenig gut ist wie die körperliche Gewalt, darüber brauchen wir uns hier wohl nicht zu unterhalten, oder?
Vielleicht sollten wir uns mal an unsere Kindheit erinnern. Gab es nicht in jeder Kindheit mal die Situation, dass wir einem anderen Kind, welches uns in irgendeiner Weise unterlegen war (sei es nun körperlich oder seelisch), ganz böse Dinge gesagt haben? Das ist auch Gewalt gegen Schwächere.... aber daran erinnert sich niemand, gell?
Die dicke aus der 5 b, die pickelgesichtige Schnepfe, das hässliche Entlein...... muss ich noch mehr sagen?
Wer selbst ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein!
Feuerblick
10.12.2007, 21:55
Ich persönlich frage mich ja, woher jemand, der angeblich niemals auch nur einen einzigen Klaps bekommen hat, beurteilen kann, ob und in welchem Ausmaß ein Klaps ein Kind traumatisiert. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich beim Ausloten meiner Grenzen eine echte Landplage war und ich meiner Mutter durchaus dankbar bin, dass sie uns einige Endlos-Diskussionen erspart hat.
Ich fand es als Kind deutlich schlimmer, wenn sie so sauer auf mich war, dass sie nicht mehr mit mir gesprochen hat. DAS fand ich erniedrigend und DAS konnte ich kaum aushalten....:-nix
Hier wird irgendwie wieder einmal nur zwischen "ich verprügel mein Kind" und "ich diskutiere es zu Boden" unterschieden. Ein Klaps ist was anderes als Prügel. Prügel sind eine unkontrollierte Anwendung körperlicher Maßnahmen. Prügel hinterlassen körperliche und seelische Spuren. Prügel sind inakzeptabel.
Ein Klaps ist ein Klaps. Tut in der Regel kaum weh, macht aber zumindest klar, dass der letzte Schritt einer zu weit war. Und nun erklär du mal einem bockigen, störrischen Sturkopfkind in der schönsten Schreiattacke, dass es das jetzt grad nicht durfte. Das Resultat dieser Erziehung habe ich mir ein Jahr lang in der Kindersprechstunde angeschaut. Die meisten Eltern haben ANGST vor ihren kleinen Terroristen!!!
Nur mal so zum Andenken: Meine Mutter kannte durchaus die Kategorie "Prügel" - und ist heute noch der Meinung, dass ein Klaps erlaubt ist, Prügel aber absolut verwerflich. Kann also selbst für Betroffene nicht so schwer sein zu differenzieren, oder?
Darf ich mal einen der Paediatrie-Chefs hier zitieren (3 Kinder grossgezogen, mittlerweile selber Grossvater, mehr als 25 Jahre Paediatrie auf dem Buckel):"Child abuse is the difference between a slap on the bottom and a fist in the face."
Wir sollten hier auch ueber eine andere Art der Kindesmisshandlung reden:
ich erlebe hier immer wieder, dass Eltern meinen, ihren Kindern ALLES durchgehen lassen zu muessen, weil man Kinder ja frei erziehen muesse etc. Bloss nichts verbieten - waere ja strukturelle Gewalt...
Diese Kinder treiben sich zu unmoeglichen Zeiten auf der Strasse in schlechter Gesellschaft herum, betrinken sich, nehmen auch mal Drogen und landen mit schoener Regelmaessigkeit bei uns auf der Notaufnahme - und nein, es sind nicht nur sog. Risikokinder von denen ich hier rede.
Warum? Weil Eltern sich nicht durchzusetzen wissen. Wenn alles Reden und Erklaeren nichts gefruchtet hat, und der Nachwuchs froehlich ungehindert weiter macht, dann ist DAS fuer mich und meine Kollegen auch eine Form der Kindesmisshandlung! Und DAS ist fuer mich eine gravierendere Form der Misshandlung, als wenn einem Elternteil in einer heissen Situation die Hand ausrutscht!
Feuerblick
10.12.2007, 22:22
Danke, Fino! Das ist auch, was ich ein Jahr lang in der Kinderambulanz erleben durfte...:-(
hennessy
11.12.2007, 07:37
obwohl ich selbst keine eigenen Kinder habe, war ich doch auch mal Kind und deshalb melde ich mich nochmals zu Wort:
Ich habe von meiner Mutter recht oft Schläge bezogen, das tat mir weh. Aber noch viel mehr tat mir die Enttäuschung meines Vaters weh, der leider tatenlos zusehen musste, wie ich geschlagen wurde.
Was ich damit sagen will: Man kann auch verletzen, ohne die Hand zu erheben. Und diese Verletzungen sitzen oft tiefer und länger (in der Seele) als ein Klaps auf den Hintern. Das heißt, eine Erziehung, die vollkommen ohne Handgreiflichkeiten auskommt, muss nicht unbedingt die bessere sein (@funny), evtl. ist sie sogar dem Kind noch weniger zuträglich.
Ich wiederhole mich:
Genauso, wie man den Führerschein bestehen muss, um ein Auto fahren zu können, fordere ich ein verpflichtendes Vorbereitungsprogramm für beide Elternteile, die ein Kind erwarten. Deutschland ist das Land der Regelungen und Zwänge. Aber ausgerechnet in diesem hochbrisanten Themenkreis wird ein Elternpaar, das sein erstes Kind bekommt, alleine gelassen. Woher sollen die Beiden wissen, wie man ein Kind erzieht? Sie hatten noch nie diese Erfahrung. Also würde ich mir auch ein effizientes Coaching wünschen, das den Eltern zur Seite steht.
Natürlich sind verbale Attacken und psychische Gewalt ebenfalls abzulehnen. Und Laissez-faire Erziehung ist natürlich Schrott. Komisch, dass hier immer in Extreme verfallen wird. Kriegste keine Ohrfeigen, endest du als orientierungsloser Junkie, der seine Grenzen nicht aufgezeigt bekommt... Ist doch Quatsch.
Ich kenne nunmal keinerlei Schläge, Ohrfeigen oder Klapse. Mein Vater hat mit mir geredet. Das ist ziemlich anstrengend solche Diskussionen, aber mein Vater konnte diese Kraft und Selbstdisziplin eben aufbringen. Genervt hat es mich schon, aber besser Diskussionen als Gewalt. Ein Schlag ins Gesicht - unvorstellbar.
Eine Kindheit OHNE körperliche Gewalt und OHNE psychische Gewalt ist möglich. Das weiß ich. Warum reagiert ihr hier alle so aggressiv darauf?
Und da ich das auch selbst so erlebt habe, bin ich optimistisch, dass ich auch so fair und respektvoll mit meinen Kinder umgehen werde.
Christoph_A
11.12.2007, 10:45
Naja, also ein kleiner Klaps auf den Hintern oder ne sanfte Watschn ist jetzt sicher noch keine Körperverletzung, besonders, wenn man das nicht ständig macht. Ich kann mich erinnern, daß ich mir in meiner ganzen Kindheit vielleicht vier oder fünf Watschn gefangen habe-und die hatte ich auch wirklich redlich erarbeitet. Muß da Daisy rechtgeben, irgendwann langts und man kann mit einem bockenden 10 jährigen nunmal keine endlosen Grundsatzdiskussionen führen. Wichtig ist, daß man hinterher mit dem Kind nochmal die Situation bespricht und die Gründe für sein verhalten erklärt, wenn das Ganze etwas abgeklungen ist.
Was ich viel schlimmer finde, ist, wenn Eltern ihren Kinder Liebesentzug geben-das ist wirkliche Gewalt am Kind. Mal ein Tapser aufn Hintern ist weiß Gott kein Drama. Kinder brauchen Grenzen und die sollten klar erkennbar sein. In diesen Grenzen sollte ihnen jeder Freiraum eingeräumt werden, den sie benötigen.
Naja, also ein kleiner Klaps auf den Hintern oder ne sanfte Watschn ist jetzt sicher noch keine Körperverletzung, besonders, wenn man das nicht ständig macht. Ich kann mich erinnern, daß ich mir in meiner ganzen Kindheit vielleicht vier oder fünf Watschn gefangen habe-und die hatte ich auch wirklich redlich erarbeitet. Muß da Daisy rechtgeben, irgendwann langts und man kann mit einem bockenden 10 jährigen nunmal keine endlosen Grundsatzdiskussionen führen. Wichtig ist, daß man hinterher mit dem Kind nochmal die Situation bespricht und die Gründe für sein verhalten erklärt, wenn das Ganze etwas abgeklungen ist.
Was ich viel schlimmer finde, ist, wenn Eltern ihren Kinder Liebesentzug geben-das ist wirkliche Gewalt am Kind. Mal ein Tapser aufn Hintern ist weiß Gott kein Drama. Kinder brauchen Grenzen und die sollten klar erkennbar sein. In diesen Grenzen sollte ihnen jeder Freiraum eingeräumt werden, den sie benötigen.
Okay, die Ohrfeigen-Fraktion hier in dem Thread "Diese Kinder sollen nie vergessen werden" ist demnach größer. Ich gebe mich "geschlagen". Aber in diesem Thema bin ich gerne ein Verlierer.
weil eine ohrfeige erfahrungsgemäss weniger schlimm war als ignoriert werden, liebesentzug oder allein sein. jemand der dir eine ohrfeige gab, hat sich mit dir beschäftigt - und die meisten hier wussten, warum sie sie bekamen. mit schweigen und ignoeriert werden kann ein kind weniger gut umgehen.
und genau das ist es ja, was dann mit heftigen strafen (prügel) zu den extremsituationen führt.
Man soll beides nicht machen. Ich lehne jedwede Gewalt ab (dazu gehört auch Ignorieren, also Nicht-Reaktionen). Das habe ich schon tausendmal erwähnt, aber ihr habt euch echt auf mich eingeschossen.
Schade für euch, dass ihr Ohrfeigen und "Klapse" so mit Klauen verteidigen müsst.
Aber was mich echt interessiert, sozusagen als Gewaltunerfahrene: Nach dieser Ohrfeige oder dem Klaps ist das Kind wieder "gut" drauf, gehorcht und macht, was ihr sagt? Ist das wirklich so? Ist das Kind nicht vielmehr erschrocken, traurig, verletzt und wird noch wütender?
@Pünktchen: Könntest Du das Thema vielleicht aufteilen, so dass es eine Kindergedenkliste und einen Diskussionsthread gibt?? Das wäre klasse!! :-)
Danke im Voraus!
LG,
Ally
hennessy
11.12.2007, 13:54
Komisch, dass hier immer in Extreme verfallen wird.
Liebe funny, dass ausgerechnet Du das sagst, hat schon wieder einen gewissen Charme.
:-)
okay, ich habe nichts mehr zu sagen. Mag sein, dass ich etwas überstreng in meiner Position rüberkomme, aber bei diesem Thema sollte man auch streng sein und nicht zu viele Abstriche machen oder Ausreden, Verharmlosungen, Verniedlichungen.
Ohrfeigen und sonstige Schläge sind Körperverletzung. Basta. Oder wie es eine Vorrednerin hier im thread sagte: Sie versteht nicht, warum Ohrfeigen bei eigenen Kindern plötzlich keine Körperverletzung mehr sein sollen.
hennessy
11.12.2007, 14:40
Ohrfeigen und sonstige Schläge sind Körperverletzung. Basta.
Sturheit auch?
Christoph_A
11.12.2007, 14:46
Dafür, daß Du nix mehr zu sagen hast, sagst aber eigentlich noch ganz schön viel :-blush
Naja, jedem Tierchen sein Plaisierchen, wie ein weiser Deutscher mal sagte. Was Deine Frage von vorhin angeht, ob das das Kind versteht, wenn es einen Klaps kriegt, so kann ich nur subjektiv für mich als Kind mit ja antworten, zumal mir meine Eltern ja auch immer erklärt haben, warum das so war. Und wie gesagt, ein Klaps muß immer die ultima ratio bleiben.
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Haeufige_Probleme/s_694.html
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little_lunatic
11.12.2007, 14:58
ich denke es ist DEFINITIV was anderes ob du kinder hast oder nicht. aber ich kenn leute die ihre kinder als eigentum sehen nach dem motto - MEIN kind - ich darf das!
und das mit verbaler und körperlicher gewalt... ich persönlich finde es unterschiedlich. ich kann von beidem aus ausreichender erfahrung sprechen. letztlich sehe ich sowohl den kleinen klapps als auch das verprügeln als falsch. aber es alles schwer zu vergleichen. es ist weniger die körperliche als die emotionale verletzung. zudem kommt die häufigkeit. ich könnte nie wieder in den spiegel sehen wenn ich mein kind schlagen würde und weiß auch nicht was ich tun würde wenn es passieren würde - aber das ist eine ganz individuelle sache. obwohl ich gestehe dass ich neulich einen bericht über kindergartenkinder gelesen habe wo ich eine teufelswut und einen hass hatte... ich hätte diese kinder verflucht und ihnen dinge an den kopf geworfen die sie hoffentlich bis ans lebensende nie vergessen... hart anpacken, wegziehen, anbrüllen etc... ja. definitiv. aber schlagen... da kommt eine riesen hemmung. es sind und bleiben kinder. vielleicht sieht man es wirklich anders als mutter. und anders als betroffene und anders als mann und anders als frau und anders als usw... aber ich persönlich finde allein der grund dass es passieren könnte EIN weiterer grund warum ich keine kinder haben will.
und dann ist da noch das "austicken" - der moment wenn du als opfer siehst wie bei dem gegenüber den du eigentlich liebst und der eigentlich auch dich liebt diese kleine sicherung im kopf durchbrennt - als würde es so laut klick machen dass die erde aus der bahn gerät. du siehst es in den augen des gegenübers das da einfach ein hebel umgeklappt wird. allein beim gedanken läuft es mir eiskalt über den rücken. und ich denke jedesmal dran wenn ich sowa höre wie dass sohn oder mutter so etwas getan hat wie mit 20 schlägen mit einem hammer ein familienmitglied zu tode geprügelt hat. wenn es eben kein klaps ist sondern mishandlung.
und ich finde wichtig da zu differenzieren. eine ohrfeige, 10 ohrfeigen, austicken, mehrmals austicken, wer der täter ist, wer das opfer ist, wie alt das opfer ist, wie, warum und so vieles mehr. auch wenn grade ich alles andere als gut darin bin es selbst so zu sehen - es gibt so viele graustufen... schlecht ist alles. aber es kann heller sein, hell bleiben, oder eine von hunderten mittelgraus oder dunkler oder so dunkel dass du in einen abgrund fällt der so tief und so lang ist dass du die hand vor augen nicht mehr siehst und absolute finsternis herrscht.
und ich verwette meinen a* dass es alleine hier im forum so viele betroffene gibt das man am liebsten kotzen möchte. aber viele reden nicht drüber oder können sich schlichtweg nicht dran erinnern. und wieder andere scheint (?) es nichts ausgemacht zu haben und es ist für sie kein thema. :-nix
aber wenn ich sehe wie eine mutter oder ein vater sein/ihr kind schlägt bleib ich nicht wortlos stehen und seh weg. kann ich einfach nicht.
hennessy
11.12.2007, 15:29
http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Haeufige_Probleme/s_694.html
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das liest sich alles recht schön. Nach dem ductus: Papier ist geduldig. Anders wirds dann, wenn man im täglichen Leben steht.
Ich möchte einen zugegebenerweise blöden Vergleich anstellen:
Jeder von uns kennt den §1 der StVZO: "Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet.........wird."
Wenn nun ein Fahrzeuglenker während der Fahrt einen Herzinfarkt erleidet und sein Fahrzeug dadurch nicht mehr beherrscht und einen Anderen z.B. anfährt, schon hat er gegen diesen Paragrafen verstoßen.
Man muss also trotz allem Regelwerk abwägen. Es gibt eben nicht nur Schwarz und Weiß.
Parallele aus dem Familienhandbuch: "....Tut sich ein Kind zuviel Essen auf den Teller und missachtet die Warnung, dann darf es kein Dessert mehr erhalten....."
Wie gesagt, das liest sich recht schön, aber was wäre zu tun, wenn das Kind unbedingt ein Dessert haben will und anfängt zu schreien und zu toben?
Man könnte sogar so weit gehen und unterstellen, dass alleine mit der Verweigerung des Desserts bereits eine mehr oder weniger große seelische Gewalt auf das Kind ausgeübt wird.
Also was nun? Der Königsweg liegt wahrscheinlich wie so oft in der goldenen Mitte. Wer allerdings nur Schwarz und Weiß kennt, wird diesen Königsweg verfehlen. Basta???
little_lunatic
11.12.2007, 15:36
Wenn nun ein Fahrzeuglenker während der Fahrt einen Herzinfarkt erleidet und sein Fahrzeug dadurch nicht mehr beherrscht und einen Anderen z.B. anfährt, schon hat er gegen diesen Paragrafen verstoßen.
sorry, aber süße formulierung :-)) da kriegste mal nen herzinfarkt...
hmmm.. man sollte ein ekg, einen defi und einen kardiologen als beifahrer haben...
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