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SchwesterStefanie
08.01.2008, 15:43
deleted

funny
08.01.2008, 15:51
@ alley,

nein, ich bin -wie bereits gesagt- weder Medizinerin noch Medizinstudentin. Solche Situationen, wie du sie schilderst, kommen aber überall vor. Bin BWLerin und ein Kunde hat sich auch mal direkt beim Chef über mich beschwert, ohne vorher sich die Mühe zu machen, es mit mir zu klären. Das ist einfach Berufsalltag. Heute verstehen wir uns sogar gut. Die meisten Menschen sind nörgelnde, unzufriedene Gestalten - daran kann man nichts ändern. Ein Stinktier bleibt auch immer ein Stinktier :-sleppy

Allerdings würde ich dem einen oder anderen schon mal den Unterschied zwischen einem 4-Sterne Hotel und einem KH erklären. Das muss man sich ja echt nicht bieten lassen.

ABER: War zufällig in letzter Zeit als Besucherin mal wieder im Krankenhaus und das hektische Herumschwirren sämtlichen Personals dort ist mir schon unangehnem aufgefallen. Es wirkte alles so kopflos. Und diese Unruhe steckt an.

hennessy
08.01.2008, 16:00
...
ABER: War zufällig in letzter Zeit als Besucherin mal wieder im Krankenhaus und das hektische Herumschwirren sämtlichen Personals dort ist mir schon unangehnem aufgefallen. Es wirkte alles so kopflos. Und diese Unruhe steckt an.
Bei der allgemeinen Personalknappheit dürfte sich dies aber kaum anderweitig machen lassen, funny. Jeder muss für mindestens 2 arbeiten und da wirds eben oft hektisch. Es wäre sicherlich jedem Beteilgten lieber, alles würde in Ruhe, Stille und immer mit einem Lächeln ablaufen.

Back to topic.
Meine Meinung ist immer noch die, dass sich die Chefs genauso verhalten hätten, es jedoch offiziell nicht sagen wollen oder dürfen oder wie auch immer.

rate mal
08.01.2008, 16:05
Jeder muss für mindestens 2 arbeiten und da wirds eben oft hektisch. .Und in GB und den Niederlanden, wo Arztdichte kaum halb so hoch ist wie in Deutschland, muss jeder für mindestens vier arbeiten.

funny
08.01.2008, 16:05
Bei der allgemeinen Personalknappheit dürfte sich dies aber kaum anderweitig machen lassen, funny. Jeder muss für mindestens 2 arbeiten und da wirds eben oft hektisch. Es wäre sicherlich jedem Beteilgten lieber, alles würde in Ruhe, Stille und immer mit einem Lächeln ablaufen.

Back to topic.
Meine Meinung ist immer noch die, dass sich die Chefs genauso verhalten hätten, es jedoch offiziell nicht sagen wollen oder dürfen oder wie auch immer.


Wollte mich auch gar nicht "beschweren" oder Schuld zuteilen. Gründe sind ja landläufig bekannt.

Und warum welcher Chef was macht. Das weiß man nie. Manchmal wissen sie es selbst nicht. :-party

alley_cat75
08.01.2008, 16:08
Vor allem als jemand zu meinem Familienmitglied, das da als Häufchen Elend im Bett gelegen und nach Luft gejapst hat, ganz cool gesagt hat: "Selbst schuld. Das kommt vom Rauchen."

Ich habe ein wenig das Gefühl, dass Du diese Diskussion als Plattform für Deine gesammelten pulmologischen Erfahrungen benutzt. Was Du da oben schreibst, kann ich fast nicht glauben. Das bekommt bei uns kein Raucher zu hören. Und ich glaube auch nicht, dass überhaupt irgendein seriöser Arzt derartiges seinen Patienten vorwirft. Viele COPDler haben nicht geraucht, warum sollte jemand so etwas sagen. :-nix

Evil
08.01.2008, 16:16
So charmant sind nur Chirurgen ;-)

O-Ton meines ehemaligen leitenden Unfallchirurgen: "Sie brauchen nur deshalb ein neues Knie, weil sie viel zu dick sind, und da wird das neue auch nicht lang halten."

Allerdings habe ich bislang noch nicht die Erfahrung gemacht, daß einer meiner Oberen oder mein Chef mir bei Konfrontation mit Patienten Rückendeckung gegeben hätte (siehe die Sache mit dem Analjucken um 3).
Wenn Du am Abgrund stehst, steht Dein Chef hinter Dir :-(

funny
08.01.2008, 16:25
Zu meinem damals rauchenden Vater mit Atemproblemen hat der Arzt gesagt: Na ja, dann wachen sie halt eines Morgens auf und ersticken.

War krass und gut. Seitdem raucht er wirklcih nicht mehr

alley_cat75
08.01.2008, 16:25
Manche Wahrheiten müssen schon ausgesprochen werden, erst recht in der Medizin. Wer auf meiner Station sauerstoffpflichtig ist und mich dann morgends vor der Klinik mit tragbarem O2-Gerät in der einen Hand und Fluppe in der anderen Hand begrüßt, fliegt raus. :-dafür Für mich ist die Arbeit als Ärztin eine Art Vertrag - ich erfülle meinen Teil und der Patient seinen. Und die Frau, um die es hier geht, wollte einfach nicht gesund werden. ;-)

funny
08.01.2008, 16:46
Manche Wahrheiten müssen schon ausgesprochen werden, erst recht in der Medizin. Wer auf meiner Station sauerstoffpflichtig ist und mich dann morgends vor der Klinik mit tragbarem O2-Gerät in der einen Hand und Fluppe in der anderen Hand begrüßt, fliegt raus. :-dafür Für mich ist die Arbeit als Ärztin eine Art Vertrag - ich erfülle meinen Teil und der Patient seinen. Und die Frau, um die es hier geht, wollte einfach nicht gesund werden. ;-)


Stimmt. Wer zahlt denn für all die undisziplinierten Fetten, Raucher und "Ich hasse Sport". Die Allgemeinheit.

Wie meinte mal mein Kieferorthopäde, als ich die lockere Zahnspange statt 14 Stunden 0 Stunden getragen habe: Ich kann gerne ihre Krankenkasse anrufen und ihr das mitteilen. Fand ich auch okay und hat mir mit 13 echt Angst gemacht.

Allerdings sind Ärzte noch nie Halbgötter gewesen und dass man bestimmte Dinge als Patient einfordert, ist legitim. Gibt nämlich auch richtig *********-Ärzte

Lava
08.01.2008, 16:48
O-Ton meines ehemaligen leitenden Unfallchirurgen: "Sie brauchen nur deshalb ein neues Knie, weil sie viel zu dick sind, und da wird das neue auch nicht lang halten."


Wenn dir das jahrelang täglich bei jedem zweiten Patienten durch den Kopf geht, ist der Drang, es auszusprechen irgendwann viel zu groß :-D

Doktor_No
08.01.2008, 18:24
die wahrheit hat noch nie geschadet, ist die frage wie man das verpackt. hab auch grad so ein schätzchen, der kam ursprünglich mit einer seit jahren (!!!!) bestehenden makrohämaturie und einem Hb von 2,4 (!!!!!!!!!!!!!!!!!) und einem BMI von geschätzt 40, dann Notfall TUR-B, UrothelCA, tiefe Nachresektion hat er dann mehrfach abgelehnt, aber irendwie meine tel.-nr. rausbekommen und meinte, mich dann zu jeder tages- und nachtzeit anrufen zu müssen, wenn er irgendein urologisches problem hatte. nach dem dritten mal hab ich dann auch gesagt: " herr XXX, sie haben blasenkrebs, sie lehnen die notwendige operation ab, sie werden auf dauer an dieser erkrankung elendig versterben, sie rufen mich in meiner freizeit privat an, wollen aber die therapie nicht wahrnehmen, ich lehne den weiteren kontakt unter diesen umständen ab!". und das leben hat gerichtet: in einem dienst kam er mit harnverhalt, ich hab ihm nen SFK geschossen und er wird in den nächsten tagen ge-Re-TURBt!

Linda.1001
08.01.2008, 19:08
:-nix..........
http://en.wikipedia.org/wiki/Drive-through das meinte ich damit ;-) :-blush

Werwolf
08.01.2008, 19:19
Allerdings verstehe ich die Reaktion der OAE und CA nicht - normalerweise unterstuetzen die doch solch ein Affentheater nicht.


Haha.... schön wär´s! :-((

Fino
08.01.2008, 19:22
Okay, okay - meine "Oberen" haben sowas nie unterstuetzt bzw. unterstuetzen es nicht. Mag woanders nicht so sein :-nix

Dr. Jekyll
08.01.2008, 19:48
wie sagte der chefarzt: "manchmal muss man mit engelszungen auf den patineten einschlagen." ;-)


alle dicken sportmuffel, freeclimbenden kettenraucher und motorradfahrenden bungeespringer zahlen den gleichen beitrag, so ist unser solidarsystem, aber alle zahlen den gleichen beitrag, alle kriegen wenn nötig ne therapie. find ich eigtl. auch ok, obwohl sie alle verschiedene erkrankungsrisiken haben.


es sind aber auch nur risiken, man kann sein leben lang 3 schachtel täglich rauchen oder fett sein wie ein mastschwein, das du später zu 100% lungenkrebs kriegst oder einenn herzinfarkt, kann dir keiner vorhersagen.

aber wenn es dich nun mal erwischt und du kriegst copd oder sonstwas und es lag höchstwahrscheinlich nicht an der gesunden meeresluft an deinem wohnort sondern an den drei schachteln marlboro am tag, und du kriegst dann im unseren netten gesundheitssystem, trotz deiner eigenen dämlichkeit
noch ne teure therapie und alle ärzte und schwestern ackern für dich und du rauchst rotzdem weiter, dann krieg ich auch die krise, wenn der patient kein stück mitarbeitet und mit seinem verhalten (deutlicher gehte s wohl kaum) auf deine arbeit, und die des teams mit anlauf schei*t, dann habe ich null problem den patienten zusammenzufalten.

da fand ich den einen kardiologen cool, der war brettehrlich (ob das nun die richtige taktik war, um den patienten zu erreichen, sei mal dahingestellt), aber es war schonungslos:

"so, herr meyer, sie sind 70, sind viel zu übergewichtig und ihr herz hat im test ne leistung von nur noch 23% ergeben. egal was ich ihnen an medilkamenten verschreibe, es bringt nichts. die einzige möglichkeit ist, abzunehmen. 2 brötchen, drei äpfel, sonst nix pro tag. das ist ihre einzige option. entweder sie beginnen heute oder sie lassen es bleiben. lassen sie es bleiben, ist es vorbei."


und solche sprüche, wie "sie sind zu fett, ihr kniegelenk wird nicht lange halten" find ich vollkommen legitim. wenn die patienetn schon keine prävention gemacht haben, dann sollen sie wenigstens wenn "es sie erwischt hat" mitarbeiten. warum soll ich denn die wahrheit verheimlichen? es ist doch kein kindergeburtstag, es geht um lebensqualität. in watte packen ist nicht.


@ alley: Ich will dir in keinster weise wiedersprechen, nicht dass du das mal wieder in den falschen hals kriegst, mir geht es nur um das wissenschaftliche interesse, aber haben nich fast alle COPDler irgendwas mit rauchen (passiv/aktiv) zu tun gehabt? das ist doch sehr selten, dass einer ohne rauchen copd kriegt, wenn es nicht gerade ne sehr triftige andere ursache für ne copd bei diesem patineten gibt.

TABA
09.01.2008, 10:04
Auch immer wieder gerne behandelt: stinkend reiche Patienten aus Dubai, Moskau oder weiß der Geier, die mich als persönlichen Daueransprechpartner ansehen und sich aufregen, wenn man sie dezent auf andere zu behandelnde Patienten hinweist...Und dann diese Dolmetscher, die (v.a. bei arabischen Patienten) teilweise unverschämt werden, weil der Patient ja der persönliche Stallbursche des Prinzen ist, oder was weiß ich. Privatstation ist kein Spaß!


hihi klingt nach Bogenhausen... aber wenigstens bekommt man bei den Visiten immer Tee und süßes ;)

Raphefrau
09.01.2008, 16:31
Liebe Alley, wir Rechtsmediziner sind wahnsinnig charmant, unsere Patienten wissen es nur sehr selten zu würdigen :-love :-angel !

apple
09.01.2008, 18:00
Hallo, ich wollte mal wieder den Spieß umdrehen - nicht Unfug ohne Ende schreiben - und mir Meinungen zu folgendem Thema zugute kommen lassen. Ich hatte in meinem Dienst eine unschöne Diskussion mit einer Patientin und dann auch ihrem Ehemann, in der ich mich zunächst völlig im Recht sah. Dann aber bei der Frühbesprechung feststellen musste, dass zumindestens meine Obrigkeiten das völlig anders gehandhabt hätten. :-nix

Folgende Situation: Patientin mit einer exazerbierten chronischen Bronchitis kommt um 22 Uhr zu mir, um sich über den lauten O2-Konzentrator ihrer Zimmerkollegin zu beschweren. So könne sie nicht schlafen und sie möchte in ein anderes, ruhiges Zimmer oder wenigstens, dass das Gerät vor die Tür kommt. Letzteres ist nicht praktikabel, da das eine 10 m lange Sauerstoffleine für die andere Patientin bedeutet hätte = Stolperfalle für Pflegekräfte/Patienten und viel O2 kommt da auch nicht mehr an. Ich habe der Patientin dann in Ruhe erklärt, dass es im Moment kein anderes freies Bett gibt und sie bis zum nächsten Morgen warten müsste. Eine halbe Stunde später stand besagter Ehemann auf der Matte, der alles eine große Frechheit fand; den Lärm, die Pflegebedürftigkeit der Mitpatienten und überhaupt die Behandlung seiner Frau. Auf eigenen Wunsch und weil ich die Diskussion wirklich leid war, habe ich die Patientin nach Hause entlassen. Nun also in der Besprechung großes Ah und Oh!?! Eine Umschiebemöglichkeit gäbe es immer. :-nix Was hättest Ihr gemacht? Lag ich so falsch? Kennt Ihr derartige Situationen, in denen man nicht mehr Arzt ist, sondern nur noch Dienstleister? Bin gespannt auf Eure Meinungen und Erfahrungen.

Alley
Hatte vor ein paar Wochen eine ähnliche Situation. Eine Patientin wollte in ein anderes Zimmer, da ihre Nachbarin Epilepsie hat und in einer Nacht auch einen generalisierten Anfall hatte. Sie meinte, dass es ihr in ihrem Zustand (Diagnose: Somatisierungsstörung, Behandlungszeitpunkt: 1 Woche vor Entlassung !!!) nicht zuzumuten wäre, dass sie im Falle eines erneuten Anfalls um ihren Schlaf gebracht würde und sie die Schwester rufen müsste. Da diese Patientin ein paar Tage vorher schon mal auf Wunsch in ein anderes Zimmer verlegt wurde, hab ich diesmal Nein gesagt mit der Begründung, dass es für sie auch therapeutisch sinnvoll wäre sich Schwierigkeiten zu stellen und mit dem Risiko zu leben, dass die Nachbarin jederzeit einen erneuten Anfall bekommen könne und dass außerdem die Patientin mit der Epilepsie nicht alleine sein könne.
Das hatte zur Folge, dass mich der narzißtische Partner kurz danach am Telefon als Riesenar...loch beschimpfte und mich bei der LÄK melden wollte.
Ich denke, dass ein Krankenhaus nun mal kein Hotel ist und man auch mal mit Lärm, sei es nun ein Gerät oder ein schnarchender Nachbar o.ä. leben muss. Ich finde, dass einige Patienten das irgendwie nicht raffen und ziemlich dreist sind. Es kommt natürlich immer auf die einzelne Situation an, aber ich denke, dass man sich nicht alles gefallen lassen muss, sonst wäre man ja den ganzen Tag damit beschäftigt Betten rumzuschieben.
:-meinung

alex1
09.01.2008, 21:27
Und reiner Sauerstoff ist trocken, was dazu führt das die Schleimhäute austrocknen.

Am besten macht man das bei der protestierenden Patientin und lässt sie dabei nochmal eine rauchen...

:-(( :-(( :-((