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03.01.2009, 23:45
Ritalin zog bei einigen Kommilitonen heftig rein, die haben Riesenmengen an Stoff in wenigen Tagen in sich reingekriegt...man speicherts zwar nur kurzfristig, aber zum Klausurenbestehen reicht das ja theoretisch.

Wenn man irgendeinen Allgemeinarzt irgendwie überzeugen kann, dass man ADHS hat (Fachwissen haben normalerweise nur Psychiater, da wäre es schwerer), dann geht das schon...habs noch nicht probiert, da ich aber momentan überhaupt nicht für die Klausuren Anfang Februar zu Lernen im Stande bin, ziehe ich es durchaus als Möglichkeit in Betracht...

Auch ein "Allgemeiner" ist nicht per se "dumm" und hat die Möglichkeit nachzuschlagen und nachzufragen.
Bei ADHS-Therapie ist sicher nicht der erste Griff Ritalin... Das geht los mit Psycho-Edukation, Time-Out, Entspannungstraining, Reizarme Umgebung usw...

Dein Problem ist eher der Streß den du dir machst (Doktorarbeit usw.).

Ausgleich schaffen, priorisieren, dann gewinnen.

Medicus_bonus
04.01.2009, 11:55
Da hat Logo allerdings Recht :O)
Den größten Erfolg bei meinem ADHS habe ich dadurch bekommen, dass ich eine Therapie gemacht habe und Entspannungstechniken gelernt habe. Meine Medis helfen da eher geringfügiger.

milz
04.01.2009, 14:10
Wenn man schon das Studium nicht ohne Chemobooster durchsteht, wie wird dann erst das Arbeitsleben...

Ich habe nie nachts gelernt, dafür ist der Schlaf viel zu wertvoll.

Tyalon
05.04.2009, 20:44
Ich krame den Beitrag nochmal heraus, da ich grade auf Zeit.de diesen Artikel zum Thema gelesen habe.
Vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen.


Wieder ein interessanter Artikel aus der ZEIT Campus, der das ganze aus der philosophischen und ethischen Sichtweise betrachtet:

"Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine" (http://www.zeit.de/campus/2009/02/ritalin)

Kleiner Auszug:

Ein letzter Satz von Hüther geht mir noch Tage später im Kopf herum: »Ritalin ist die Droge für die Pflichterfüller-Generation.« Es ist etwas Wahres daran: In den Siebzigern nahm man LSD, um dem Muff der Nachkriegszeit zu entkommen. In den Achtzigern nahm man Kokain, um sich trotz Pershing-II-Raketen gut zu fühlen. In den Neunzigern nahm man freitags Ecstasy-Pillen, um bis montags zu tanzen. Es waren Spaßdrogen, mit denen die Jugend gegen die Erwartungen der Gesellschaft rebellierte. Heute nehmen Studenten Ritalin, weil es ihnen hilft, sich den Erwartungen der Gesellschaft anzupassen. Sie sind die erste Generation, die eine Vernunftdroge konsumiert. Eine traurige Droge, ein Armutszeugnis. Einerseits.

Kackbratze
05.04.2009, 21:13
Shit, ich bin in den 80ern hängengeblieben...*achtungironie*

ICH NEHME KEINE DROGEN!

Die Niere
06.04.2009, 08:06
Ich schon, aber nur in flüssiger Form!

Lava
06.04.2009, 14:34
GHB? :-))

agouti_lilac
06.04.2009, 20:44
Wieder ein interessanter Artikel aus der ZEIT Campus, der das ganze aus der philosophischen und ethischen Sichtweise betrachtet:

"Ich bin ein Zombie, und ich lerne wie eine Maschine" (http://www.zeit.de/campus/2009/02/ritalin)

Kleiner Auszug:

Hmm, macht einen schon ganz schön nachdenklich, wie man immer nur Leistung erbringen muss und was passiert, wenn das nicht mehr geht. :-?

Kackbratze
07.04.2009, 05:37
Dann bringt man die Leistung eben nicht mehr und macht sich nicht so einen Kopf darum.
Schonmal daran gedacht?

Durchhänger hat jeder. Man kann dann entweder akzeptieren, dass man halt so eine Phase hat, oder man brezelt sich das Hirn weg und meint, dass es dann besser werden wird.
Das man mit solchen Drogen nur das Problem vor sich herschiebt, bis es wie ein Tsunami über einen rüberrollt sehen die Leute doch garnicht.

Was soll der Mann denn bitte später bei seiner Arbeit machen? Jeden morgern Ritalin/Kokain/Katzenschei$$e einnehmen, damit die Arbeit klappt?
Das geht ins Geld, an sie Substanz und ruiniert die Zusammensetzung der Lipide im Hirn.
Später kann man sich dann in der Entzugsklinik auf seinem burn-out medial ausruhen und sich toll fühlen, aber im Endeffekt basiert sowas meiner Meinung nach auf dem verzerrten Selbstbild des Pseudoperfektionismus der angestrebt wird. Und eine gewisse Opferrolle darf man dem Autor auch anheften....schließlich sieht er ja nur Drogen als Lösung seiner Probleme....

Monty
14.04.2009, 22:01
Wat ein geiler Thread! Aber wieso eigentlich diese radikale Drogenfeindlichkeit hier teilweise? Wenn man später mit seinen chirurgischen Kollegen nicht in der Pause 'ne Line Kokainhydrochlorid zieht, dann ist man ja gleich der Außenseiter, schläft auch noch viel früher ein und wird am Ende noch von den anderen bemalt... wie uncool.
Aber im ernst, das ist Zeug ist nunmal da und auch präsent und es ist, denke ich, nicht klug, derart empört bereits auf die bloße - wenn auch sicher absichtlich provokant geführte - Diskussion zu reagieren. Es ist wohl nicht zuträglich jedem, der seine Kognition mal ein bissel krumbügelt seine Verachtung spüren zu lassen, seien es Kollegen, Patienten oder sonstige Mitmenschen. Das sind deswegen ja nicht alles Nazis oder Gerichtsvollzieher. Eigentlich bin ich unter Medizinstudenten diesbezüglich meist ziemliche Liberalität gewöhnt und in meinem medizinstudentischen Bekanntenkreis wird der Drogenlust auch desöfteren recht ausschweifend gehuldigt, solange da etwas Vernunft dabei ist gibt's wohl schlimmeres.

Zum Thema:
Koffein, Taurin: Geht gut, macht mich persönlich aber in allen Konsumformen zu unruhig und ich werde zu ablenkbar. Außerdem nervt mich die Tachykardie, die dadurch bekomme.

Alkohol: In sehr geringem Mengen tatsächlich nicht schlecht, da es die Laune hebt und dadurch etwas motiviert. Menge ist aber schlecht abzuschätzen, wie jeder weiß und ziemlich schnell wird's kontraproduktiv.

Marihuana: Blöde Idee. Nach einem Jochen kann ich kein Sudoku mehr vernünftig lösen. Aber das rumsitzen auf der Couch kommt einem nicht mehr so langweilig vor. Gute Idee, wenn man mal wirklich keinen Bock auf lernen hat und sich vor sich selbst nicht mehr rechtfertigen möchte.

Was hier noch angesprochen wurde:
Amphetamin: Scheissidee zum Lernen oder Arbeiten! Das Denken wird viel zu zerfahren, man merkt nicht mal, dass man nur Bullshit tut und eine längerfristige Konzentration auf ein Thema wird schwierig, auch da man schlicht und einfach nicht mehr stillsitzen kann. Hat seine verdiente Berechtigung in Verbindung mit monotoner Elektromusik aber nicht bei kognitiven Arbeiten. Macht außerdem eine ordentliche Insomnie, mitunter für Tage Klüsen wie ein Mönch und einen nicht zu unterschätzenden Hangover.

Ritalin, Methylphenidat,... noch nicht probiert, ist vielleicht mal spaßeshalber einen Test wert, allerdings werde ich wohl fürs Lernen bei meinem persönlichen Erfolgsrezept bleiben:
Mittagsschlaf, zwischendurch immer mal eine Kippe auf dem Balkon, befriedigender Stuhlgang.

PS: @lupus: Von mir bekommst du den "maximal erreichbarer durchschnittlicher Hohn und Spott pro Beitrag"-Award. Großartig! Extrem amüsant! :-))

Nefeli
14.04.2009, 22:09
....allerdings werde ich wohl fürs Lernen bei meinem persönlichen Erfolgsrezept bleiben:
Mittagsschlaf, zwischendurch immer mal eine Kippe auf dem Balkon, befriedigender Stuhlgang.


:-top:-)):-top:-))

1benutzer
15.04.2009, 20:47
PS: @lupus: Von mir bekommst du den "maximal erreichbarer durchschnittlicher Hohn und Spott pro Beitrag"-Award. Großartig! Extrem amüsant! :-))
Wer weiß, vielleicht schaut lupus selber mal vorbei. Ich bin mir sicher, der würde sich über dein beitrag freuen, vielleicht teilt er sogar erfahrungen von ritalin mit. Nach ein paar wochen im beruf, wird's wohl nicht anders gehen. ;-)

...und dann bricht die hölle wieder los. :-D :-D