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Florentina
29.08.2009, 16:55
Hallo,
ich hab mal eine Frage. Bin gerade seit einer Woche im Mutterschutz und frage mich für was ich in der Klinik jetzt noch zur Verfügung stehen muss. Wäre eigentlich nächste Woche mit einer Kurzfortbildung in der Frühbesprechung dran und hab dementsprechend auch eine Erinnerungsmail bekommen. Wir seht ihr das? Können die das jetzt noch von mir verlangen?
Ich arbeite an einer Uniklinik und da wird ja schon mal mehr Einsatz verlangt.
Muss ich außerdem für Besprechungen von kleineren Arbeitsgruppen (Forschung) zur Verfügung stehen?
Ich dachte eigentlich, man muss gar nichts mehr machen im Mutterschutz, aber diese Aufforderungen per email verunsichern mich etwas.
Vielen Dank für Eure Antworten.

Muriel
30.08.2009, 20:42
Ohne wirklich rechtliche Grundlagen zu kennen, bin ich mir relativ sicher, dass man im Mutterschutz vor der Entbindung zu nichts mehr verpflichtet ist, dies aber freiwillig tun kann. Man könnte auch komplett auf diesen Teil des Mutterschutzes verzichten und ganz normal weiterarbeiten, KANN aber muss NICHT. Anders sieht es beim Mutterschutz nach der Entbindung aus, da darf man unter keinen Umständen vor Ablauf der acht (bzw. 12 bei Mehrlingen) arbeiten gehen, wobei das bei Selbständigen sicherlich noch mal was ganz Anderes ist.

lala
31.08.2009, 07:53
@Florentina: Verpflichtet bist du ganz sicher zu nichts von dem! Das das an einer Uni von dir erwartet wird, wundert mich allerdings auch nicht sehr...ist glaube ich öfter so. Das mußt du letztlich selbst entscheiden...gibt doch genug Gründe, nichts mehr tun zu KÖNNEN (Arzttermine, Geburtsvorbereitungskurs...oder man wird angehalten, sich zu schonen wg möglicher Frühgeburtsbestrebungen...).
@Muriel: als Selbständige hast du im Prinzip ja keinen Mutterschutz und kannst selbst entscheiden ab wann du nicht mehr bzw wieder arbeiten willlst. Kein Schutz, kein Geld....kenne da einige Kolleginnen und bin froh, noch im Angestelltenverhältnis zu sein!

Muriel
31.08.2009, 08:57
Japp, sehe ich genauso.

Friedchen0811
26.10.2009, 17:15
So, dann darf ich mich auch mal hier einreihen... Nachdem mein Mann und ich 11 Monate fleißig geübt haben :-blush, war der Test vorgestern positiv :-wow. Jetzt stellen sich mit tausend Fragen, die hier bisher nur teilweise beantwortet wurden.

So ganz klar ist mir immer noch nicht, welche Tätigkeiten ich noch ausüben darf. Ich bin im 3. WBJ Innere und habe gerade angefangen zu gastroskopieren. Offiziell ist das ja nun verboten, ich würde aber grundsätzlich gerne noch weitermachen. Ich überlege deshalb, ob ich die Schwangerschaft einfach noch nicht offiziell bekannt gebe (ist ja auch noch ganz früh...). Andererseits möchte ich natürlich auch keine Dienste mehr machen. Nicht, weil ich keine Lust dazu habe, sondern weil man nachts und am Wochenende wirklich alleine für die Aufnahme, die Intensiv- und die Normalstationen zuständig ist. (Potentiell) infektiöse Patienten sind da an der Tagesordnung, Reanimationen sind auch nicht selten. Viggos legen und Blutabnehmen ist ja noch o.k., aber ZVKs, arterielle Zugänge oder Shaldon-Katheter finde ich da problematischer. Ich habe wirklich Angst, dass etwas passiert... Ich weiß halt nicht, was die Kollegen dazu sagen, wenn ich mir sozusagen nur "die Rosinen rauspicke" (Sono, Gastro, Echo etc.), alle unangenehmen Sachen aber den anderen überlasse. Wie sind Eure Erfahrungen? Inwiefern kann es "Ärger" geben, wenn man "verbotene" Tätigkeiten verrichtet?

Muriel
26.10.2009, 17:27
Meiner Meinung nach geht es nicht um Ärger, sondern darum, ob Du die Schwangerschaft und damit Dein Kind gefährden "möchtest". Wechseldienste insbesondere Nachtdienste bergen nun mal ein erhöhtes Abortrisiko, genauso sind infektiöse Patienten sicherlich nicht das Dollste, dem man sich in einer Schwangerschaft aussetzen sollte. Andererseits verstehe ich natürlich gut, dass Du gerne weiter in der Funktion eingesetzt wereden würdest. Fragt sich da halt, ob das Verbot unter die Kategorie "Besser mal ein bisschen zu vorsichtig sein" fällt oder ob da wirklich ein Risiko für Dich/das Kind besteht (kann ich nicht beurteilen). Ich an Deiner Stelle würde die Schwangerschaft frühzeitig bekannt geben. Ich wollte das ja auch zunächst nicht, habe mich dann aber, als ich quasi gezwungen wurde (4. +4 damals), damit sehr wohl und sicher gefühlt, auch wenn man natürlich so früh immer den Hintergedanken hat "Hoffentlich bleibt es auch". Sprich mit Deinem Vorgesetzten und sprich in insbesondere auf die Tätigkeit in der Endo ein, wenn Dir das wichtig ist.

Friedchen0811
26.10.2009, 17:41
Vielen Dank, Muriel.

Mir geht es ja auch in erster Linie um die Gefährdung des Kindes. Dabei war ich ja noch nicht mal beim Gyn, um das ganze bestätigen zu lassen. Muß ich meinen Chef eigentlich informieren, wenn mein Gynäkologe mir die Schwangerschaft bestätigt hat? Ich habe mich beim Betriebsarzt auch für die H1N1-Impfung eingetragen, im Impfgespräch muß/will ich ihn ja auch auf die Schwangerschaft hinweisen. Das unterliegt doch der Schweigepflicht, oder muß der BA das dem Chef mitteilen? Die Gefährdung in der Endo sehe ich als relativ gering an. Man muß halt eine Weile stehen und bekommt mitunter einige "Aerosole" ab:-D...

Muriel
26.10.2009, 17:47
Laut MuSchG gilt:

§ 5

Mitteilungspflicht, ärztliches Zeugnis

(1) Werdende Mütter sollen dem Arbeitgeber ihre Schwangerschaft und den mutmaßlichen Tag der Entbindung mitteilen, sobald ihnen ihr Zustand bekannt ist. Auf Verlangen des Arbeitgebers sollen sie das Zeugnis eines Arztes oder einer Hebamme vorlegen. Der Arbeitgeber hat die Aufsichtsbehörde unverzüglich von der Mitteilung der werdenden Mutter zu benachrichtigen. Er darf die Mitteilung der werdenden Mutter Dritten nicht unbefugt bekanntgeben.
Ich denke kaum, dass der Betriebsarzt es weitertragen dürfte, jedoch unterliegst Du eben offiziell der Mitteilungspfllicht Deinem Arbeitgeber gegenüber. Dass das in der Praxis sehr häufig anders gehandhabt wird, ist dennoch klar. Was ich an Deiner Stelle auf jeden Fall tun würde, wenn Du Dich gegen ein Offiziellmachen entscheidest: Such Dir eine/n Kollegin/en, dem Du Dich anvertraust. Wenn es Dir mal nicht gut geht, Du Probleme bekommst oder so, dann brauchst Du jemanden, auf den Du bauen kannst, bei dem Du Dich nicht erklären musst, der einfach weiß, was Sache ist, wenn Du hilfe benötigst.

annekii
26.10.2009, 18:08
Hallo,

ich habe meine Schwangerschaft erst in der 15. SSW bekannt gegeben und damit auch bis dahin Dienste gemacht und die Angst, die ich um das Baby hatte, wünsche ich echt keinem. Wenn es nur die Weiterbildung, Einsatz in der Funktion ist, warum Du es geheimhalten willst, finde ich es eher nicht gerechtfertigt, die Schwangerschaft aufs Spiel zu setzen, zumal Ihr fast ein Jahr dafür gebraucht habt. Danach ist noch alle Zeit der Welt für die Weiterbildung. Bei mir gabs andere Gründe, weswegen ich es geheim gehalten habe.

LG
Annekii

lala
27.10.2009, 08:43
Wie sind Eure Erfahrungen? Inwiefern kann es "Ärger" geben, wenn man "verbotene" Tätigkeiten verrichtet?

Erstmal Glückwunsch! :-)
Ich denke, du solltest mit der offiziellen Bekanntmachung mal warten - zumindest bis dein Gynäkologe dir die Schwangerschaft wirklich so richtig bestätigt hat....
(Ich persönlich würde heute warscheinlich versuchen, noch bis Ende 12.SSW oder so zu warten - ging aber damals nicht...).
Und wie Muriel schreibt: Kollegen evt schon vorher einweihen, die werden Verständnis haben, dass du dann nicht alle Tätigkeiten machen willst/kannst. Inwiefern es Ärger geben kann, wenn Du trotzdem invasive Sachen machst, hängt von deiner Abteilung/deinen Vorgesetzten ab...ob es überhaupt wen interessiert....und schlimmstenfalls ob "was passiert" (wenn nicht, wird`s wohl kaum Ärger geben...).
Ich persönlich hab bis zum Schluß zumindest Blutabnahmen, Lumbalpunktionen und so gemacht - und das hat niemanden interessiert...
LG und alles Gute,
lala

Friedchen0811
27.10.2009, 10:21
Mir geht es gar nicht um die Weiterbildung an sich, sondern darum, dass Endoskopien unheimlich viel Spass machen. Ich würde da gerne noch etwas Routine gewinnen, bevor ich eine "Zwangspause" :-)) einlege. Da der Gyn-Termin am 5.11. ist und ich noch bis zum 17.11. Urlaub habe, habe ich ja noch ein wenig Zeit, meine Gedanken zu ordnen. Allerdings fange ich gleich mit drei Nachtdiensten an:-nix. Ich bespreche mal mit meinem Gynäkologen, wie "gefährlich" das ist und dann sehe ich weiter...