Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arztgehalt ist Bundesdurchschnitt
letzlich geht es übrigens auch darum den beruf des chirurgen interessant zu machen, sonst sagen alle irgendwann mal "nö, mach ich nicht, dann gehe ich halt ins ausland/industrie/oder sonstwohin" "oder werde anästhesist, oder urologe..."
Sorry, aber ich habe es zeitlebens nicht verstehen können, wie man sehenden Auges in Deutschland ein operatives Fach erlernen kann. Das KANN nicht glücklich machen.
alley_cat75
19.05.2009, 07:21
aber vieles wäre erträglicher, wenn wenigsten das geld stimmen würde. [...] meine arbeit ist deutlich mehr wert!!!
Verstehe ich Dich richtig: Du würdest Sch*** schaufeln gehen, wenn das Geld stimmt. Da hättest Du Dir 6 Jahre Studium doch sparen können. Und zu Deinem letzten Satz: woran machst Du das fest, dass Deine Arbeit mehr wert ist? Welche Erfahrungen ziehst Du zum Vergleich heran? Die KiTas streiken gerade, weil eine Erzieherin nach 5 Jahren Ausbildung gerade mal 2100 Euro Brutto im Monat bekommt. Warum ist Deine Arbeit mehr wert?
alley_cat75
19.05.2009, 07:25
Besonders liebe ich das Gefasel von der Verantwortung eines Juristen oder Ingenieurs, und daß infolge ihrer Fehler "auch" Menschen stürben.
Einige halten sich hier scheinbar aufgrund ihrer Approbation für Gott. Bloß weil ihr ein paar Pillen verschreibt, einen Verbandswechsel anordnet oder ein paar Bilder befundet, entscheidet ihr nicht über Leben und Tod. Kommt mal wieder auf den Boden! Der Fehler eines Ingenieurs kann durchaus fatale Folgen haben und selbst der eines Juristen. Im Übrigen hätte man sich all das durchaus früher überlegen können. Ihr wart doch bei Studienbeginn volljährig und schlauer als der Bundesdurchschnitt. ;-)
Sorry, aber ich habe es zeitlebens nicht verstehen können, wie man sehenden Auges in Deutschland ein operatives Fach erlernen kann. Das KANN nicht glücklich machen.
Doch, kann es.
Auch wenn ich persönlich gerade jetzt in diesem Moment etwas frustriert bin. :-))
Doch, kann es.
Auch wenn ich persönlich gerade jetzt in diesem Moment etwas frustriert bin. :-))
Wir sprechen uns mal am Ende Deiner Weiterbildungszeit wieder:-))
LasseReinböng
19.05.2009, 10:22
@Medimatze: ich kann verstehen, daß Du dich finanziell übers Ohr gehauen fühlst bei Deiner Arbeitsbelastung, ich würde so nicht längerfristig arbeiten wollen. Aber ist hier das Problem wirklich das Geld ? Ich denke, die Arbeitsbedingungen sind inakzeptabel.
Dem von Dir angeführten Durchschnittsgehalt von 120k € brutto würde ich mit etwas Skepsis begegnen. Hier sind ja wohl offensichtlich niedergelassene Fachärzte gemeint...aber diese demonstrieren zur Zeit nicht immer unbegründet. So mancher erzielt ungefähr die Hälfte der obigen Summe und sieht sich mit weiteren Einkommensverlusten konfrontiert.
icespeedskatingfan
19.05.2009, 10:44
... irgendwie hänge ich mich immer an Lasse dran... aber ich denke auch das Medimatzes Grundproblem die Arbeitsbedingungen sind. 10 unbezahlte Überstunden die Woche - das kenne ich und kann Deinen Groll nachvollziehen. Ist Einigkeit unter der Assistentenschaft herzustellen? - dann nix wie ab zur Verwaltung ( Knete oder Freizeit )- die wissen inzwischen auch, das Nachwuchs schwer zu bekommen ist. Es werden in Zukunft wegen Nachwuchsmangel Abteilungen geschlossen werden müssen - die mit den miesen Arbeitsbedingungen zuerst.
Und lasst Euch nicht mit dem "Verantwortung"-Argument totschlagen, damit haben verantwortungslose Verwaltungen schon Generationen an Assistenzärzten ausgebeutet.:-nix
Nur - das Grundgehalt (betrifft die Überstunden schließlich nicht) finde ich bei guten Arbeitsbedingungen (und das ist was anderes als Du beschreibst) o.K.
icespeedskatingfan
19.05.2009, 11:18
Wie oft sieht man Fernsehreportagen wo LKW-Fahrer auf Lenk- und Ruhezeiten überprüft werden- wurde denn schon jemals in einem Krankenhaus kontrolliert wieviel real gearbeitet wird?
.
... Anzeige beim Gewerbeaufsichtsamt... und die Arbeitszeiten werden sowas von überprüft, das glaubst Du nicht . Habe das in einem anderen Thread schon gechrieben: aber infolge der dann verhängte hohen Geldstrafen hat sich in den betreffenden Häusern EINE MENGE getan! Nur den Schritt der Anzeige muss man schon wagen.
bezügl. Niederlassung: wenn mans wirtschaftlich vernünftig anstellt (also keine riesige Verschuldung am Anfang) ist das Risiko kalkulierbar.
WackenDoc
19.05.2009, 11:26
Also ich bin jetzt am Ende meines dritten Weiterbildungsjarhes. Und ich hab ziemlich krasse Unterschiede in den Arbeitsbedingungen miterlebt- bei fast gleichem Gehalt.
Da hängt auch viel mit Respekt vor der Arbeit zussammen (mich haben Pflegekräfte angkotzt, die geglaubt haben sie wären super intelligent und die besseren Ärzte nur weil sie mehr Erfahrung haben und uns Frischassis behandeln als wären wir doof und geistig behindert nur weil wir noch nicht so viel ERfahrung haben), Respekt vor der Person (nein es steht einer 18- jährigen Schwesternschülerin nicht zu mich als fast 30 jährige Assistenzärztin ungefragt zu duzen), Rückhalt vom Chef, ein Chef der sich mal Zeit nimmt mit seinem Personal zu reden, Art der Arbeit (nein ich hab nicht 6 Jahre studiert um Patienten von A nach B zu karren weil die Pflege unterbesetzt ist), mal ein Dankeschön wenn man die Aufgabe eines anderen übernimmt (Ich hab wirklich kein Problem damit einen Voltarensalbenverband selber zu machen wenn meine Arzthelferin gerade Blut abnimmt und die Azubine an dem Tag in der Schule ist, aber es wird anerkannt, dass es eigentlich nicht meine Aufgabe ist), Zwischenmenschliches- wir sind ein Team und das Ziel ist den Patienten so gut wie möglich zu behandeln, nicht dem Arzt eins auszuwischen und erstmal zu überlegen, ob jemand anderes für die Aufgabe zuständig ist; Zusammenhalt zwischen den Kollegen (Wenn das gut klappt kommt kommt kaum jemand dazwischen).
Wenn das alles nicht klappt, dann noch jede Woche 1/4 oder mehr der Arbeitszeit nicht bezalht werden, dann kann ich wirklich verstehen,dass die Frustrations- und Motivationskurve irgentwann schneiden.
stud_tir
19.05.2009, 12:08
Wenn das alles nicht klappt, dann noch jede Woche 1/4 oder mehr der Arbeitszeit nicht bezalht werden, dann kann ich wirklich verstehen,dass die Frustrations- und Motivationskurve irgentwann schneiden.Siehste mal - ergo hängt die Motivation (und damit, nicht zu kleinen Teilen, die Lebensqualität, die Arbeitsleistung und der Stressfaktor) ganz entschieden mit an den Arbeitsbedingungen - und dann sollte man schauen, dass man diese verbessert. Allgemeine Forderungen nach Gehaltserhöhungen bringen da nicht viel - aber was glaubst Du, wie schnell es mehr ausgeschriebene Stellen und mehr Interesse an Bewerbern gäbe, wenn jede Überstunde zu 120% bezahlt würde?
WackenDoc
19.05.2009, 12:48
@stud tir: Sag ich doch.
Und das kreide ich dem MB so negativ an, dass die damals bei den Streiks die 1/3 mehr Gehalt so plakativ in den Vordergund gestellt haben. So ist es zumindest in weiten Teilen der Bevölkerung angekommen. (JA, ich weiss was eigentlich da hinter stand, aber das passt nun mal nich so ausführlich auf die Titelseite der Zeitung mit den vielen großen Buchstaben). Und dann so im Nebensatz- ach übrigens uns geht´s auch um bessere Arbeitsbedingungen.
Wie will man heut zu Tage (wie schreibt man das eigtenlich?) dem gemeinen Arbeiter, der um seinen Arbeitsplatz bangt verkaufen, dass wir mehr Grundgehalt wollen? Kein Wunder dass wir es da auch noch geschafft haben die Pflege gleich mit gegen uns aufzubringen.
@ice: Jetzt hab ich die Bedingungen Gott sei Dank nicht mehr. Und für meine restliche Weiterbildung werd ich sicher nicht in mein altes Haus gehen(Tja- Pech für die). Ich hoffe ich werd mir so was auch nicht mehr gefallen lassen.
Ich muss sagen, ich fühl mich im öffentlichen Dienst sehr wohl. Wenn alles klappt will ich auch da bleiben. So mit eigener Praxis kann ich mich nicht wirklich anfreunden. Aber die Entscheidung steht auch erstmal noch nicht an.
Medimatze
19.05.2009, 13:05
Verstehe ich Dich richtig: Du würdest Sch*** schaufeln gehen, wenn das Geld stimmt. Da hättest Du Dir 6 Jahre Studium doch sparen können. Und zu Deinem letzten Satz: woran machst Du das fest, dass Deine Arbeit mehr wert ist? Welche Erfahrungen ziehst Du zum Vergleich heran? Die KiTas streiken gerade, weil eine Erzieherin nach 5 Jahren Ausbildung gerade mal 2100 Euro Brutto im Monat bekommt. Warum ist Deine Arbeit mehr wert?
nein, aber ich schaufel doch nun mal scheiß, also möchte ich dies auch entlohnt bekommen.
meinen wert mache ich am ausbildungsumfang, art der arbeit, verantwortung, belastung und qualifikation fest.
warum streiken ärzte deiner meinung nach heute?!
Wenn das alles nicht klappt, dann noch jede Woche 1/4 oder mehr der Arbeitszeit nicht bezalht werden, dann kann ich wirklich verstehen,dass die Frustrations- und Motivationskurve irgentwann schneiden.
Völlig richtig, und deswegen versteh ich auch nicht, warum matze immer noch so deppert ist, an der Klinik weiterzuarbeiten. Vielleicht, damit er sich weiter hier ausheulen kann?
Ändern tut er so nix, genausowenig wie die Bonzen vom MB.
Aber wenn die Ärzte wegbleiben, dann werden Klinikleitungen/Chefs gelegentlich lernfähig, wie ich festgestellt habe...
John Silver
19.05.2009, 18:22
Einige halten sich hier scheinbar aufgrund ihrer Approbation für Gott. Bloß weil ihr ein paar Pillen verschreibt, einen Verbandswechsel anordnet oder ein paar Bilder befundet, entscheidet ihr nicht über Leben und Tod. Kommt mal wieder auf den Boden! Der Fehler eines Ingenieurs kann durchaus fatale Folgen haben und selbst der eines Juristen. Im Übrigen hätte man sich all das durchaus früher überlegen können. Ihr wart doch bei Studienbeginn volljährig und schlauer als der Bundesdurchschnitt. ;-)
Bla-bla-bla. Dieses dämliche Gequatsche über "Götter in weiß" kannst Du Dir echt sparen. Hast Du Dir überhaupt die Mühe gemacht, meine Aussage bis zum Ende zu lesen? Anscheinend nicht. Nochmal für die billigen Plätze: mein kleiner Scherz bezieht sich gerade nicht auf Fehler. Denn darin liegt ein recht gravierender Unterschied zwischen uns und Ingenieuren, Juristen etc. Wenn ein Ingenieur oder ein Architekt einen Fehler macht, können Menschen sterben, keine Frage. Doch was ist, wenn die keinen Fehler machen? Stirbt dann jemand? Nö. Und bei uns? Eben.
Und genau deswegen habe ich darauf hingewiesen, daß es m.E. blöd ist, bei der Diskussion um die Gehälter einer Berufsgruppe Vergleiche zu anderen Berufsgruppen zu ziehen. Diese Vergleiche sind, insbesondere auf uns bezogen, meist ziemlich lahm und viel eher populistisch-demagogisch als sachlich. Wie man auch in dieser Diskussion sehr deutlich sieht.
John Silver
19.05.2009, 18:23
Völlig richtig, und deswegen versteh ich auch nicht, warum matze immer noch so deppert ist, an der Klinik weiterzuarbeiten. Vielleicht, damit er sich weiter hier ausheulen kann?
Ändern tut er so nix, genausowenig wie die Bonzen vom MB.
Aber wenn die Ärzte wegbleiben, dann werden Klinikleitungen/Chefs gelegentlich lernfähig, wie ich festgestellt habe...
Das ist allerdings richtig.
Medimatze
19.05.2009, 19:41
Völlig richtig, und deswegen versteh ich auch nicht, warum matze immer noch so deppert ist, an der Klinik weiterzuarbeiten. Vielleicht, damit er sich weiter hier ausheulen kann?
frau, haus und kind...
Nach Deinen bisherigen Äußerungen arbeitet Deine Frau nicht, d.h. die Familie könnte einen Ortswechsel mitmachen. Ich wüßte derzeit auch keinen Beruf, in dem ein relativer Anfänger eine komplette Familie bequem ernähren kann, da muß sich jeder den Hintern aufreißen...
Und in Deiner näheren Umgebung gibt es wirklich keine Klinik mit besseren Arbeitsbedingungen?
Medimatze
19.05.2009, 21:06
Nach Deinen bisherigen Äußerungen arbeitet Deine Frau nicht, d.h. die Familie könnte einen Ortswechsel mitmachen. Ich wüßte derzeit auch keinen Beruf, in dem ein relativer Anfänger eine komplette Familie bequem ernähren kann, da muß sich jeder den Hintern aufreißen...
Und in Deiner näheren Umgebung gibt es wirklich keine Klinik mit besseren Arbeitsbedingungen?
wir haben ein eigenheim. frau arbeitet (ist noch 6 monate in mutterschutz). gibt andere kliniken mit besseren arbeitbedingungen aber weniger geld. verstehste mein "problem"?!
dreamchaser
19.05.2009, 21:14
Man kann sich ja seinen Arbeitsplatz heutzutage gut aussuchen, und damit auch die Rahmenbedingungen aussuchen. An meiner Klinik ist zur Zeit die Diskussion, wie wir Überstunden vermeiden können und abbauen können, gerade wurden uns die Überstunden, welche mit einer Zeiterfassung automatisch dokumentiert werden, ausbezahlt. Es geht also!!! Für deine Unfelxibilitätkann ja niemand anderes - also bitte nicht jammern, wenn es deutlich bessere Bedingungen gibt. Und in deinem Falle solltest du nicht hier im Forum meckern (da du ja langsam sehen müsstest, dass es auch besser geht) sonder aktiv in deiner Klinik werden und KONSTRUKTIVE Kritik üben.
Medimatze
19.05.2009, 21:16
Man kann sich ja seinen Arbeitsplatz heutzutage gut aussuchen, und damit auch die Rahmenbedingungen aussuchen. An meiner Klinik ist zur Zeit die Diskussion, wie wir Überstunden vermeiden können und abbauen können, gerade wurden uns die Überstunden, welche mit einer Zeiterfassung automatisch dokumentiert werden, ausbezahlt. Es geht also!!! Für deine Unfelxibilitätkann ja niemand anderes - also bitte nicht jammern, wenn es deutlich bessere Bedingungen gibt. Und in deinem Falle solltest du nicht hier im Forum meckern (da du ja langsam sehen müsstest, dass es auch besser geht) sonder aktiv in deiner Klinik werden und KONSTRUKTIVE Kritik üben.
alles klar!
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