Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schweinegrippe - die Impfung



Seiten : 1 2 3 4 5 6 7 8 [9] 10

horsedoc
07.11.2009, 20:28
Jetzt hab ich hier länger mitgelesen und muss auch mal den veterinärmed. Senf dazugeben- ;-)

Bei "uns" ist die Tierseuchenbekämpfung schon im Studium allseits gegenwärtig und auch eine eigenständige Prüfung im Stex, gibt sogar eine ständige Task Force Tierseuchenbekämpfung der RPs (kein Witz, die heißen echt so:-))), die die KH-Lage ständig überwacht und früh ins Geschehen eingreift. So schafft man es in D übertragbare Krankheiten frühzeitig einzudämmen bzw. einen "Import" weitestgehend zu verhindern. (als Beispiel nen ich nur Geflügelpest aka. aviäre Influenza, Schweinepest oder MKS, Gießener Locals werden sich noch an die Sperren mit Desinfektionsschleusen vor einigen Jahren erinnern...).

Ich kann an dem umsichtigen Vorgehen seitens der Behörden nichts Negatives finden, die allgemeine Panikmache in den Medien :-kotz mich allerdings genauso an (elende Pressefreiheit:-))).
Zugegeben sind die vetmed. Maßnahmenen schwerlich eins zu eins übertragbar, jedoch wundert es mich schon enorm daß die Tierseuchenbekämpfung wo es ja "nur" um wirtschaftliche Verluste geht um ein vielfaches effizienter und reibungsloser funktioniert als die Bekämpfung einer Pandemie bei der Menschen zu Schaden kommen können und vermutlich werden.:-nix

Ich seh die Lage ähnlich wie marry, allerdings steh ich der Impfung persönlich dennoch kritisch gegenüber-ich für meinen Teil warte da lieber noch ab (allerdings reagier ich auf Impfungen immer ziemlich heftig-die letzte Tetanus hat mich ne knappe Woche völlig außer Gefecht gesetzt)

horsedoc

nanni83
07.11.2009, 22:13
Blöd nur, dass es in der Realität gaaanz anders aussieht.

Aus dem Praxisalltag kann ich nur zurückgeben: Es ist genug Impfstoff da!

Das ist glaube ich von Bundesland zu Bundesland anders und das kann man so pauschal nicht sagen.
Bei uns in der Praxis in NRW, haben wir erst wieder Termine im Dezember. In Hessen, wo ich studiere, habe ich einen Termin für nächste Woche Donnerstag. Außerdem gibt es in NRW und in Hessen die Vorschrift das innerhalb einer Woche nur 20 Impfungen verimpft werden dürfen( So ist mein Infostand). Das wiederum liegt auch daran das die angebrochenen Fläschchen innerhalb von 24 Stunden verbraucht sein sollten. Das ist alles gar nicht so einfach.
Der Impfstoff ist auch noch nicht in allen Bundesländern so angekommen, wie es eigentlich geplant war.
Dieses Defizit wird wahrscheinlich gegen Ende November kompensierbar sein.
Die Infos habe ich aus dem Ärzteblatt.

Linda.1001
07.11.2009, 23:24
vielen dank für diese überaus reliable und valide feldstudie, insbesondere die annahme gleichmässiger flächendeckender verteilung beeindruckt mich!

Jaja, wir wissen ja, dass du die Meinungen anderer wie mit nem Bulldozer überfährst. Ich habe nur einen realitätsnahen Erfahrungsbericht abgegeben, keinesfalls eine Feldstudie.
:-?

anba
08.11.2009, 07:13
Zugegeben sind die vetmed. Maßnahmenen schwerlich eins zu eins übertragbar,


Stimmt. Und dabei gibt es da doch so effiziente Methoden. :-))

horsedoc
08.11.2009, 09:25
Stimmt. Und dabei gibt es da doch so effiziente Methoden. :-))

*grins* war ja klar-ich hatte in dem Fall aber gar nicht vom Keulen gesprochen sondern von inneren/äußeren Sperrbezirken, Impfungen in den selben und Beobachtungsbezirken-z.B. könnte man bei KH-Fällen in einem Umkreis von x km Schulen für einen best. Zeitraum schließen (wird ja vereinzelt schon gemacht), Massenveranstaltungen absagen, für mehr Händedesinfektion sorgen, die Leute vernünftig aufklären,...just my two cents ;-)


lg

loewin
08.11.2009, 09:32
Stimmt. Und dabei gibt es da doch so effiziente Methoden. :-))

notschlachtung z.b.????
entschuldigung! schwarzer humor! völlig fehl am platze bei dem ernsten thema! :-angel

Nemesisthe2nd
08.11.2009, 11:35
zum thema händedesinfektion:

da influenza eine lipidhülle besitzt kann es durch detergenzien aka stinknormale seife besser oder genausogut inaktiviert werden wie durch händedesinfektion...

also brauch sich nicht die allgemeinbevölkerung mit sterilium auszurüsten.

fangzahn
08.11.2009, 17:18
Ich hatte die Impfung vor vier Tagen. Das war die erste Impfung, bei der ich deutlich eine Wirkung gespürt habe. Der Oberarm war schmerzhaft und wenig belastbar für 2 Tage. Der Deltoideus schmerzt jetzt fast nicht mehr, die Lymphknoten unter der Achsel spüre ich aber noch. Ich hatte mich schon früh dazu entschieden, weil ich viel in Öffentlichen Verkehrmitteln viel und lange unterwegs bin wo man ständig angerotzt wird, und sich keiner darum schert, sein Geschäft in den Ärmel zu verrichten. Ausserdem bin ich jung und habe dauern ne Erkältung. Ein naher Verwandter von mir arbeitet fürs PEI und die EMEA, und hat mir eindrücklich zu Impfung geraten. Die meisten Gegenargumente der Medien waren (bezüglich des Normalbürgers) auch nicht haltbar. So wird GBS durch die Grippe selbst mit viel höherer Wahrscheinlichkeit ausgelöst als durch die Impfung.


komisch fand ich auch, dass diese befürchteten Nebenwirkungen in dem Informationsblatt, das man unterschreiben muss gar nicht aufgetaucht sind (bis auf Enzephalitits)

Käthe, MD
08.11.2009, 19:40
So nachdem ich mich nun durch diesen doch schon etwas angewachsenen Thread gekämpft hab, meine Meinung: Prinzipiell finde ich die Impfung gut und auch sinnvoll, ich persönlich werde mich jedoch aufgrund der bereits aufgeführten Gründe (NW, unzureichende Testung) aktuell noch nicht impfen lassen.

Im Hinblick auf die zuletzt gehäuft aufgetretenen Meldungen über Todesfälle bei Gesunden kann ich nur sagen, dass ich aus sicherer Quelle weiß, dass die Dame aus Bonn mit Sicherheit nicht gesund war...:-notify

Naja und zum Thema Impfabstand zwischen "normaler" Influenza und Schweinegrippe: Bei uns wird mit 2 Wochen ABstand geimpft, und selbst dann kommt es doch zu einem nicht unerheblichen Krankheitsgefühl. Von Kollegen aus anderen Kliniken weiß ich jedoch, dass bei der simultanen Impfung eine nicht unerhebliche ANzahl an Mitarbeitern erst mal komplett für 3 Tage ausgefallen ist. Ich persönlich würde daher auch eher für einen zeitlichen ABstand zwischen den Impfungen plädieren!

:-meinung

Bille11
08.11.2009, 19:50
ich lass mich morgen impfen, jawoll!

(schlimmstenfalls hab ich halt 3 tage frei)

airmaria
08.11.2009, 19:55
während in deutschland die verantwortlichen verprügelt werden, weil sie einfach die europäische zulassung übernommen haben, um realtiv schnell impfen zu können,
werden die schweizer verantwortlichen gerade massiv verhauen, weil sie noch selber die zulassung zusätzlich überprüft haben und jetzt etwas hinterherhinken...
so ist das mit der verantwortung: am ende ist man immer der dumme ;-)
airmaria

lala
09.11.2009, 08:41
Wenn ich airmaria und Evil mal ganz kurz unterbrechen darf ...;-)
Kann vielleicht doch noch jemand was zu meiner Frage sagen?


Kann man eigentlich immunologisch nachweisen, ob jmd schon die Schweinegrippe hatte (also wenn er vor kurzem eine Grippe hatte)? Dann macht die Impfung doch keinen Sinn mehr oder doch?
Und wie sehen das die Kinderärzte unter euch - jetzt gilt ja trotz allem plötzlich eine Impfempfehlung ab 6 Monate schon? Unser Kinderarzt impft derzeit nur Risikokinder (bzw sobald er Impfstoff hat....)....

Vielen Dank!
lala (weiterhin sehr unentschlossen...)

Hoppla-Daisy
09.11.2009, 17:43
Mir wurde sogar die Entscheidung zur normalen Influenza-Impfung diese Woche abgenommen :-kotz

Halsschmerzen und so ...

Relaxometrie
09.11.2009, 17:50
Mir wurde sogar die Entscheidung zur normalen Influenza-Impfung diese Woche abgenommen :-kotz Halsschmerzen und so ...
Ich zitiere aus dem Epidemiologischen Bulletin der STIKO:

Falsche Kontraindikationen:
Häufig unterbleiben indizierte Impfungen, weil bestimmte Umstände irrtümlicherweise als Kontraindikationen angesehen werden. Dazu gehören zum Beispiel: Banale Infekte, auch wenn sie mit subfebrilen Temperaturen
(< 38,5 °C) einhergehen.

Soweit die STIKO. Ich würde mich aber in einen Infekt hinein auch nicht impfen lassen (Bauchgefühl, kann ich nicht statistisch signifikant belegen).

Hoppla-Daisy
09.11.2009, 18:50
Jep, darum allein geht es mir auch. Es ist mein Bauchgefühl, das mir sagt: Lass mich mal damit kämpfen, das reicht mir jetzt!

Mitosch
09.11.2009, 19:07
Kann man eigentlich immunologisch nachweisen, ob jmd schon die Schweinegrippe hatte (also wenn er vor kurzem eine Grippe hatte)? Dann macht die Impfung doch keinen Sinn mehr oder doch?
Und wie sehen das die Kinderärzte unter euch - jetzt gilt ja trotz allem plötzlich eine Impfempfehlung ab 6 Monate schon? Unser Kinderarzt impft derzeit nur Risikokinder (bzw sobald er Impfstoff hat....)....
Vor es untergeht, wenigstens etwas zum 1. Teil, auch wenn es ohne Gewähr ist (und für mein Verständnis paradox): vor ein paar Wochen wurde vom Paul-Ehrlich-Institut trotzdem zu einer Impfung geraten. Das Argument dabei war, dass die Infektion mit der Neuen Grippe mitunter so milde verlaufen kann, dass es ungewiss sei, ob sich ein immunologischer Schutz gebildet habe. Des Weiteren wurde mit den Adjuvantien argumentiert, dass diese möglicherweise auch Varianten des Erregers abdecken...
Wie der Stand heute ist, weiß ich nicht. Falls ich den Artikel noch finde, poste ich den Link.

Zum Nachweis würde ich doch meinen, dass der ganz normal über den Nachweis von Antikörpern erfolgen kann?

Aber vielleicht mag sich noch jemand dazu äußern.
Ansonsten: "nu lassen se sich mal nicht verrückt machen von diesen Schweinedingern". ;)

---
Immunität nach durchgemachter H1N1-Infektion (http://www.rki.de/cln_151/nn_200120/SharedDocs/FAQ/Impfen/InfluenzaSaisonalPandemisch/FAQ13.htm) (Info vom RKI 08.10.2009)
Interview mit einem PEI-Mitarbeiter (http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/schweinegrippe/article/558591/keine-immunitaet-nach-milder-h1n1-infektion.html) (vom 20.07.2009)

susan s
09.11.2009, 21:28
inzwischen kann man antikörper ca 1-2 wochen nach durchgemachter infektion recht sicher nachweisen. (RKI macht das wohl auch um ausbreitung und höhe der nicht gemeldeten/ symptomarmen fälle abschätzen zu können).

ich fragte bei meiner krankenkasse danach, da meine tochter zur risikogruppe gehört und sie vor 2 wochen einen stärkeren grippalen infekt (?) hatte. die kosten würde ich allerdings selbst tragen müssen...... sie meinte zwischen 100 und 200 euro:-wow

Thunderstorm
10.11.2009, 12:45
Moin :-)

Ich weiß nicht, ob der Link schon gepostet wurde. In der Pharmazeutischen Zeitung werden alle 3 auf dem Markt erhältlichen Wirkstoffe inkl. Adjuvantien genau beschrieben.
So neu, wie immer behauptet, scheinen die Bestandteile von AS03 ja nicht zu sein - nur deren Zusammensetzung. Und zweitens wird in dem Artikel angesprochen, dass das Adjuvans (im Gegenteil zu dem aus dem saisonalen Grippeimpfstoff) nach ein paar Tagen komplett abgebaut sein soll.
Hier mal der Link: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=31357
Alle Nebenwirkungen, wie sie im "Nachbar-Thread: Schweingerippe - die Impfung - Teil 2" beschrieben werden, sind hier ebenfall aufgelistet.

Ehemaliger User 20130505
10.11.2009, 13:43
... Es ist mein Bauchgefühl, das mir sagt: Lass mich mal damit kämpfen, das reicht mir jetzt!
Außerdem sind im diesjährigen saisonalen Grippe-Impfstoff die gleichen A-Virusantigene enthalten wie im letztjährigen. (Die sind aus dem Impfstoff für 2008/09 übernommen worden.) Nur das dritte Antigen (ein B-Virusantigen) des diesjährigen saisonalen Impfstoffs ist im Vergleich zum letzten Jahr ausgetauscht worden.

Ich habe mich deshalb entschlossen, dieses Jahr auf diese Impfung (also die gegen die saisonale Grippe) zu verzichten, obwohl ich mich seit mehr als 10 Jahren immer regelmäßig dagegen habe impfen lassen. Gegen die beiden enthaltenen A-Typen müsste ich noch immun sein und das Risiko einer Infektion mit dem aktuellen B-Typ werde ich eingehen. Bist Du nicht auch letztes Jahr gegen die saisonale Grippe geimpft worden, Daisy?

Hoppla-Daisy
10.11.2009, 14:24
Nee, eben nicht! Da war ich mal wieder ständig infektgeplagt (nicht volle Lotte, aber ständig irgendwie gereizter Hals und so), so dass ich die Impfung letztes Jahr verpasst hatte.