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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arbeitskleidung- selber kaufen oder vom Krankenhaus?



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Hypnos
07.09.2010, 21:41
Bei Ärzten ist die Arbeitskleidung aber auch gleichzeitig Schutzkleidung im Sinne der Biostoffverordnung, und die muss der Arbeitgeber genauso wie Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel etc. zur Verfügung stellen.

NEIN. Muß er eben NICHT. Er muß lediglich, für den Fall, daß er sie nicht stellt, dem Arbeitnehmer den AUFWAND für die Anschaffung der Schutzkleidung erstatten.
Dadurch, daß man etwas behauptet, nimmt der Wahrheitsgehalt der Aussage entgegen anders lautenden Meinungen nicht zu.:-top

Desiderius
08.09.2010, 07:59
Ich arbeite in einer Kinderarztpraxis und muss meine Kleidung selbst kaufen. Wir tragen weiße Hosen aber bunte Shirts (kann tragen, was ich will) und kein Kittel (in der Pädiatrie ja auch üblich).
Meine Frage, wo kauft ihr eure Hosen (ich bin ziemlich groß), die auch passen?
Möchte mir ein paar Poloshirts und Shirts mit 3/4-Arm zulegen, die ich aber auch mit mehr als 30 Grad waschen kann, ohne dass sie kürzer werden und ausleiern. Welche website/Firma etc. könnt ihr empfehlen?

In der USA gibt es bunte "scrubs" ïn allen Farben und Motiven die man denke ich auch heiss waschen kann. Hast Du da mal geschaut? uniformadvantage. comverschickt auch sachen ins Ausland. Vielleicht ist es ja etwas was Du gebrauchen könntest?

LieberInvasiv
08.09.2010, 08:48
Mach das mal, wenn du ins 5. Semester kommst.

Mach ich. Werde dann mal posten wo ich die Famulatur wiederholen muss :-))

Espressa
14.09.2010, 06:08
Berufsmode (http://7days.de/)

MRSA
30.01.2011, 20:28
Ich hab mal eine Frage zur Kleiderordnung: Tragt ihr alle ausschließlich weiß?

Mein Problem ist, dass ich einen sehr eigenen Stil habe; trage (unterm Kittel, und auch privat) nur schwarz, gern auch mal Kleid oder Rock und auch schicke Schuhe. Außerdem binde ich mir die Haare extrem ungern zusammen.

Bisher hat sich nie jemand beschwert, aber das könnte sich ändern, wenn jetzt das PJ losgeht oder man später Assistent wird.

Wie macht ihr es? Tragt ihr nur weiße, sterile Klinikkleidung/Schuhe? Oder lasst ihr euch ungern in dieses Schema pressen?

Tigerettes15
30.01.2011, 20:36
Kommt drauf an, welche Station du bist und welche Fachrichtung. Als Student sollte man sich anpassen. Als Arzt hat man da wohl mehr Freiheit.
Ich habe im PJ immer Kasak und Hose getragen, Kittel nur wenns kalt war oder ich irgendwie offizieller aussehen wollte und nicht immer als kleine Schwesterschülerin verwechselt werden wollte;o). Manchmal auch weißte Hose aber farbiges Shirt unter dem Kittel.
In Blockpraktika hatte ich meist normale Kleidung an und Kittel drüber.
Jetzt arbeite ich in einer Kinderarztpraxis, da tragen wir keine Kittel und zumindest oben herum kein weiß. Ich trage farbige Poloshirts oder farbige Langarmshirts und bequeme weiße Hose und Turnschuhe.
Schaue die erste Zeit was die anderen so tragen. Haare finde ich sollten wenn sie lag sind schon zusammengebunden sein. Finde es nicht so schön wenn ne Ärztin/oder Arzt sich über mich beugt um mich zu untersuchen und seine oder ihre Haare mir ins Gesicht fallen. Auch falsche oder farbige Fingernägel finde ich unpassend. Hab letztens auch unserer Schwester mal sagen müssen, sie solle an ihren Nägeln arbeiten. (meine sind jetzt auch nicht super kurz aber zumindest so, dass ich keinen piekse beim untersuchen.

Rumpelstilzchen
30.01.2011, 20:54
Bei uns ist vorgeschrieben, daß wir die Kleidung der Anstalt tragen (meine Frau nannte das Schlafanzug mit Bademantel). Im OP/auf Intensiv entsprechende Bereichskleidung, sonst weiß (Polohemd, Hose, Kittel).

Eilika
30.01.2011, 20:59
Ich trage unter der Berufskleidung (also weisse Hose und weissen Kasack, vom KH gestellt) im Winter immer langarmige knallbunte Shirts. Kittel trag ich nich weil mag ich nicht. Wenn die Wäsche mal wieder nicht rechtzeitig wieder sauber da ist (haben alle 5 Sets und die Wäsche wird zum waschen nach Deutschland geschickt) dann halt zivil (Jeans, Shirt) und Kittel drüber. Ist mir aber an sich nicht sooo recht, weil auch wenn man hier kein Blut abnimmt oder so saut es halt doch mal. Aber ne strikte Vorschrift haben wir glaub ich nicht...

Janny
30.01.2011, 22:46
Ich hab mal eine Frage zur Kleiderordnung: Tragt ihr alle ausschließlich weiß?

Mein Problem ist, dass ich einen sehr eigenen Stil habe; trage (unterm Kittel, und auch privat) nur schwarz, gern auch mal Kleid oder Rock und auch schicke Schuhe. Außerdem binde ich mir die Haare extrem ungern zusammen.

Bisher hat sich nie jemand beschwert, aber das könnte sich ändern, wenn jetzt das PJ losgeht oder man später Assistent wird.

Wie macht ihr es? Tragt ihr nur weiße, sterile Klinikkleidung/Schuhe? Oder lasst ihr euch ungern in dieses Schema pressen?

Hallo MRSA,

entschuldige die direkten Worte: Dein "sehr eigener Stil" gehört in Dein Privatleben. Und zwar NUR dorthin.
Als klinisch tätige Ärztin muss die Bekleidung hygienisch und funktionell sein. Sonst nüscht.
Ich nehme mal deine Worte: Auch ich trage "gern auch mal Kleid oder Rock und auch schicke Schuhe. Außerdem binde ich mir die Haare extrem ungern zusammen." Trifft auf mich genauso zu und ließe sich durchaus erweitern auf "Mädchenkram" wie Fingernägel, Schminke, Schmuck etc.
Und manchmal gehen mir Kasack und Klinikhose nebst Clogs deshalb sehr gegen den Strich.
Dennoch halte ich mich an die "Anstaltskleidung" (Danke, Rumpelstilzchen, für den doch sehr treffenden Ausdruck!) sowie an die Dienstanweisungen (!) hierzu. Auch Nagellack und Co. sind ohnehin verboten, Haare müssen bei uns per Dienstanweisung hintergebunden sein wenn lang - ist sonst aber auch reichlich eklig, ich würde meine Haare nicht in diversen Patientenbetten mitsamt Ausscheidungen hängen haben wollen und nicht an meinen nur im Schonwaschgang zu säubernden Shirts die Klinikkollektion an Keimen etc.

Daher: Augen zu und rein in die weiße Hose! Gehört bei uns nunmal zum Job! :-nix

Viele Grüße, Janny

Freierfall
30.01.2011, 23:02
Ich kann Janny hier nur voll und ganz zustimmen.

Healix
31.01.2011, 08:32
Ich war ehrlich gesagt in den Famulaturen mehr als glücklich drüber, die Kleidung gestellt zu bekommen. Bin im PJ auch wieder in der gleichen Notaufnahme, und ich hätte keine Lust, da den ganzen Tag in die eigenen Klamotten reinzuschwitzen, geschweige denn von diversen Flecken... Außerdem müsste man den ganzen Scheiß ja auch zuhause waschen, und ich bezweifel, dass man das so hygienisch hinbekommt wie die Großwäscherei. Der einzige Kritikpunkt war die Farbe - altrosa ist halt nicht so der Bringer. Aber seit kurzem ists auch endlich königsblau ;)

tine74
31.01.2011, 09:45
Hm, eigener Stil gut und schön... aber Arbeitskleidung macht ja nun auch irgendwie Sinn...
Wunden haben manchmal die Angewohnheit, ein wenig zu bluten, gerade beim Nähen... nur mal als Beispiel... Patienten in der Ambulanz sind nicht immer sauber und gestylt... und erst mal so ne richtige Rea...

Ne, da bin ich froh um meine Arbeitskleidung...
einen eigenen Stil kann man sich übrigens trotzdem bewahren: Ich hab meine eigenen Arbeitshosen, weil ich diese 08/15 Arbeitshosen sowohl unbequem als auch unschick finde. Zudem können wir bei uns die Oberteile anziehen, die man will, und da trag auch ich gerne schwarz. Und wenn dann was ist, schnell Kittel zu und gut.
Schuhe müssen bei uns nicht weiß sein, wichtig ist einfach, dass man den ganzen Tag damit rumlaufen kann. Ich trage seit je her Slip ons von Allstars.. das aber auch nur, weil ich sie zur Not in die Waschmaschine werfen kann, denn Blut- oder andere Flecken auf Schuhen sind nun mal nicht sooooooooooooo selten.

Thema Haare: Ich habe rückenlange Haare und trage sie eigentlich auch lieber offen, aber s.o.: Ich muss sie nicht in irgendwelchen Wunden hängen haben, igitt... also stecke ich sie hoch. Außerdem sieht es irgendwie doof aus, wenn jede zweite Bewegung ein zurückstreichen der Haare ist. Spätestens mit sterilen Handschuhen an den Händen geht es gar nicht.

Ich habe dann eben mein Kontrastprogramm in der Freizeit: Fast nur schwarz und offene Haare, Krankenhaus eben weiß und hochgesteckte Haare - so kann ich mich auch nicht vertun, wo ich gerade bin :-))

Wobei das natürlich alles Fach-abhängig ist... ich kenne eine Klinik Dermatologie, da ist es sogar gewünscht, dass die weiblichen Kollegen Röcke und hohe Schuhe tragen... aber im PJ wirst Du eben auch Chirurgie und Innere machen müssen, im OP sein, Wundversorgung machen, Ambulanz, vielleicht mal NEF mitfahren... da macht es Sinn, die Kleidung nicht nach "eigenem Style" sondern nach Praktikabilität im Berufsalltag auszuwählen....

Ich habe es im PJ übrigens so gehandelt, dass ich erst mal in voller Berufsklamotte aufgeschlagen bin (komplett weiß, Kittel)und mich dann im Verlauf ein wenig umorientiert habe je nachdem, was in der Abteilung üblich war. Denn man will im Team arbeiten und als Mitglied des Teams behandelt werden, und - klingt vielleicht doof - das unterstreicht man durchaus anhand der Kleidung.

MissGarfield83
31.01.2011, 10:30
Ich seh das wie Tine .... und halte Beruf und Privates strikt getrennt. Es ist einfach hygienischer in Berufskleidung auf Station zu erscheinen - denn würdest du wirklich den Schmodder auf der privaten Kleidung haben wollen ? Patienten verbreiten ihre Krankheitserreger, bluten, erbrechen dir über die Klamotten ... da ist es mir lieber was zu haben was auch mehr als nur 40 ° Wäsche abkann, als Reste vom Patienten mit in mein Privatleben zu tragen. Zudem wird ja auch von den Patienten in gewisser Weise etwas von uns erwartet ... nicht nur gepflegtes Auftreten, sondern auch eine gewisse Uniform ... Privatkleidung hat da schnell was nachlässiges ( es sei denn im pädiatrischen oder hausärztlichen Bereich ) . Ich finde im Job sollte Kleidung etwas praktisches haben, etwas abkönnen und halt schnell bei verschmutzung gewechselt werden können - hast du etwa jedes mal mehrere Outfits im Schrank hängen ? Ich will dich nicht angreifen - aber würdest du dir da nicht 3 Mal überlegen etwas am Patienten zu machen weil deine Kleidung schmutzig werden könnte? Persönliche Eitelkeiten sind m.M.n. etwas fürs Privatleben und sollten den klinischen Alltag nicht beeinflussen.

Leelaacoo
31.01.2011, 11:32
Wobei ich ja finde, dass Make up zwar Mädchenkram ist (Jungs sehen immer komisch damit aus;-) ), aber ich schminke mich schon täglich (natürlich nicht knallbunt und Disco-like, aber dezent etwas Mascara und Lippenstift), finde das jetzt nicht unvereinbar mit dem Arztsein:-nix Muss man ja nicht immer leichenblass rumlaufen (so sehe ich nämlich sonst aus...meine Haut hat was gegen Sonnenlicht...har harr:-D ). Gepflegt sein kann ja auch nicht schaden...

Ich trage sowieso nur noch Bereichskleidung (ITS-blau, Kasack/Hose)...die kann ich aus dem Pflegepool holen und täglich wechseln...Hosen sind eher zu lang, die werden notfalls gekrempelt...und unter den Kasack im Winter 3/4 -Arm - Shirt und im Sommer normales Shirt (sonst darf man sich bei dem tollen V-Ausschnitt nicht nach vorne beugen:-wow ). Arztkittel verweigere ich seit Jahren erfolgreich -> bekommen 4 Stück gestellt, bis so einer aus der Wäsche wieder bei mir auftaucht, dauert das ca. 3 Wochen (Großwäscherei, ich nehme an, irgendwo in Polen)...d.h. ich müsste ca. 2 Wochen den gleichen Kittel tragen, damit ich im Falle der Verunreinigung (und das passiert eh dauernd unsichtbar und sichtbar) was zum Wechseln habe....ne neee...
Wenn ich mir vorstelle, ich müsste meinen Pulli 2 Wochen tragen...das macht ja auch keiner:-kotz
Außerdem heißt die Devise "bare below the elbow"...

Nur meine Notarztsachen sind ein Problem...wir beommen eine Jacke gestellt...Dauer der Reinigung ca. 6 Wochen!!! Und die kann ich nun echt nicht in meiner Waschmaschine waschen (würd ich auch nicht)...und deshalb kann ich mir das auch nur erlauben, wenn ich länger nicht fahre und auch noch Urlaub habe...und um die Notarzthosen musst ich mich selbst kümmern, die werden aber mitgewaschen, allerdings auch hier Dauer > 4 Wochen...
Und die kriegen echt oft was ab (weil wir weiß tragen sollen...und knie mal neben nem Pat. auf der Straße...ich glaube, ich schaff mir trotz Vorschrift blaue an...hab echt keine Lust mehr, nach den ersten 1-2 Einsätzen wie ein Penner auszusehen...manchmal hat man ja nicht mal Zeit, verschmutze Klamotten zu wechseln wg. Folgeeinsätzen etc.).

LG Lee (geht schminken :-)))

tine74
31.01.2011, 11:53
Wobei ich ja finde, dass Make up zwar Mädchenkram ist (Jungs sehen immer komisch damit aus;-) ), aber ich schminke mich schon täglich (natürlich nicht knallbunt und Disco-like, aber dezent etwas Mascara und Lippenstift), finde das jetzt nicht unvereinbar mit dem Arztsein:-nix

ne, finde ich auch nicht unvereinbar mit dem Arztsein... klingt vielleicht tussihaft, aber so gaaaaaaaaaaanz ohne Mascara sehe ich übermüdet aus... gut, paßt natürlich zum Arzt-Image...

Da gabs doch diese Folge von Scrubs, wo so die Durchschnittsärztin gezeigt wurde (ungeschminkt, müde Augen, wirre Haare) und dann betritt Eliott den Raum :-))
http://www.youtube.com/watch?v=jnRXVmuy9UI

dreamchaser
31.01.2011, 12:39
Bei uns ist es auch Vorschrift die gestellte Kleidung zu tragen, finde ich auch sehr sinnvoll. Mit dem Umziehen für die Arbeit schlüpfe ich in meine Rolle als Arzt, kann diese beim Umziehen dann auch in der Klinik lassen. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste Klinikkleidung in meiner eigenen Waschmaschine waschen, dann wird mir schlecht.

Janny
31.01.2011, 17:26
Wobei ich ja finde, dass Make up zwar Mädchenkram ist (Jungs sehen immer komisch damit aus;-) ), aber ich schminke mich schon täglich (natürlich nicht knallbunt und Disco-like, aber dezent etwas Mascara und Lippenstift), finde das jetzt nicht unvereinbar mit dem Arztsein:-nix Muss man ja nicht immer leichenblass rumlaufen (so sehe ich nämlich sonst aus...meine Haut hat was gegen Sonnenlicht...har harr:-D ). Gepflegt sein kann ja auch nicht schaden...

LG Lee (geht schminken :-)))


Ach du grüne Neune, da hab ich mich ja wirklich doof ausgedrückt! Schminke ist zwar Mädchenkram, auch für meinen Geschmack mit dem Ärztinnenjob vereinbar. Dezent geschminkt bin ich auch täglich. Aber eben halt im Rahmen und ohne Glitzerkram :-)

LG J, (geht abschminken ;-) )

MRSA
31.01.2011, 22:49
Ich wollte jetzt auch nicht unprofessionell oder eigenbrötlerisch wirken; nur ist es bei mir in der Tat so, dass ich Studium/Klinik/Stationsarbeit nie so wirklich vom Privatleben trennen konnte; seit Jahren ist von letzterem nicht mehr viel übrig, wenn ich ganz ehrlich bin.

Bisher hab ich den Kittel immer zugeknöpft, wenn es schmutzig wurde, das ging ganz gut. Rein von der Praktikabilität hatte ich nie Probleme; meine Angst ist eher, dass die Vorgesetzten aus "Vorzeigegründen" oder was auch immer rummeckern könnten.

So blöd es klingen mag, aber wenn ich mich hübsch fühle, geht es mir viel besser, ich bin ein ganz anderer Mensch. Das merkt man mir an, das gibt mir Elan, und Selbstvertrauen, von dem ich ohnehin schon viel zu wenig habe, insbesondere in der Klinik. Da klammert man sich an jeden Strohhalm, und so viel wie man dort sein muss, will man doch jede mögliche Gelegenheit, sich irgendetwas wie "Wohlgefühl" zu verschaffen, es sich so angenehm wie nur irgendwie möglich zu gestalten, nutzen.

Ich weiß, dass das viele anders sehen. Aber jeder Mensch ist nunmal anders, ich hoffe ihr könnt das so respektieren und die Frage deshalb ernst nehmen.

Janny
31.01.2011, 23:19
Hallo MRSA,


Ich weiß, dass das viele anders sehen. Aber jeder Mensch ist nunmal anders, ich hoffe ihr könnt das so respektieren und die Frage deshalb ernst nehmen.

Hier hat dich jeder ernst genommen, mir ist auch bei nochmaligem Lesen kein scherzhafter/schnippischer etc Beitrag aufgefallen. Du hast lediglich von überwiegend bereits klinisch tätigen Forenmitgliedern Antworten bekommen, die vielleicht nicht das beinhalteten, was Du gerne gehört hättest ("Ja, ich laufe auch in Stilettos über Station").

So, auch wenn ich jetzt erneut sage, was du NICHT hören willst:

Erstens: Leg Dir DRINGEND ein Privatleben zu! Mach einen Sprachkurs, geh in den Sportverein, treff Dich mit Freunden.....Ist wirklich wichtig als Ausgleich für diesen Beruf!!!
Zweitens: Ja, mein Vorgesetzter würde aus "Vorzeigegründen" ggf mein Styling kritisieren.
Drittens: Vielleicht gäbe es für Dich kleidungstechnisch den Mittelweg, nicht die klinikeigenen unförmigen Hosen und Oberteile zu tragen, sondern dir eigene gutsitzende zuzulegen etc.? Beim besten Willen, zu wenig Selbstbewusstsein Patienten gegenüber lässt sich nicht mit schicker Kleidung erreichen. Im Gegenteil, ich kenne einige Kollegen, mich eingeschlossen, die in der Klinik nicht nur in ihre weißen Kleider sondern damit auch in ihre Arztrolle steigen und dann ein wesentlich sichereres Auftreten an den Tag legen als im Privaten.
Last but not least: Spätestens nach einem langen und anstrengenden Dienst bei der Übergabe am Morgen werden die Kollegen dich auch mal ungestylt, verstrubbelt mit Augenringen und in überdimensionierten Kleidern weil alles versaut sehen. Was willst Du dann machen? - Ich mag die Situation auch nicht, aber es ist nunmal so und man kommt nicht immer dazu, sich noch kurz zu richten. Wenn ich damit gar nicht mehr leben kann, suche ich mir einen Schreibtischjob (auch das meine ich übrigens ernst!)


Gruß, Janny


P.S.: Ich glaube, die allermeisten Frauen fühlen sich in einem schicken Outfit deutlich wohler als im Schlodderlook!

tine74
01.02.2011, 06:11
Bisher hab ich den Kittel immer zugeknöpft, wenn es schmutzig wurde, das ging ganz gut. Rein von der Praktikabilität hatte ich nie Probleme; meine Angst ist eher, dass die Vorgesetzten aus "Vorzeigegründen" oder was auch immer rummeckern könnten.

So blöd es klingen mag, aber wenn ich mich hübsch fühle, geht es mir viel besser, ich bin ein ganz anderer Mensch. Das merkt man mir an, das gibt mir Elan, und Selbstvertrauen, von dem ich ohnehin schon viel zu wenig habe, insbesondere in der Klinik. Da klammert man sich an jeden Strohhalm, und so viel wie man dort sein muss, will man doch jede mögliche Gelegenheit, sich irgendetwas wie "Wohlgefühl" zu verschaffen, es sich so angenehm wie nur irgendwie möglich zu gestalten, nutzen.


Sie können meckern aus Vorzeige-Gründen, aus hygienischen Gründen, aus "Ich bin Chef und will das anders" Gründen... kommt halt immer auf den Chef an. Und ich habe das Gefühl, gerade im Chirurgie-Tertial wird das definitiv nicht gut kommen in Privat-Klamotten, womöglich ein Rock usw. ...

Und nur noch mal ein hygienischer Aspekt: Dein nick... MRSA... in Privatklamotten in ein MRSA-Zimmer????? *schauder*

Ich denke aber wirklich, das größere Problem ist der zweite Abschnitt.
Und ich stimm mal Janny zu: Mit dem Anziehen der Arztklamotte kommt der "Arztauftritt". Der kann Dir doch genug Elan und Selbstvertrauen geben.
Denn überleg mal: Würde es Dir unterm Strich passen, wenn Du in unserem Job über Dein Aussehen oder Deine Kleidung definiert wirst?
Denn was machste denn im OP? Spätestens da MUSST Du unkleidsame, niemandem stehende Bereichskleidung anziehen und die Haare verstecken...
Arbeite an anderen Wegen Dich hübsch oder gut zu fühlen, versuch es nicht an Kleidung festzumachen, das wird Dir nicht nur im Job helfen.