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FataMorgana
26.02.2012, 10:21
Das dauert aber ewig, das selbst-reinziehn durchs Vakuum. Natürlich werden die Flaschen nicht belüftet, aber wenn ich vier oder sechs BK-Flaschen abnehm helf ich immer durch Stempeldruck nach, sonst wird man ja nie fertig.

Warum nimmst Du so viele Flaschen auf einmal ab? Aus zentralem Zugang und peripher, oder wie?

Miss
26.02.2012, 10:35
Naja, eigentlich soll man ja an mehreren Stellen abnehmen.
Bist Du nicht vom Fach, Fata Morgana? Belehr uns gern eines besseren :-)

Keenacat
26.02.2012, 10:45
Ich hab gelernt, dass die Nachweisrate steigt, wenn man mehrere Paare abnimmt. Bei Patienten mit ZVK eh immer ein Paar aus dem ZVK und mindestens ein Paar peripher.

Feuerblick
26.02.2012, 10:47
Wir hatten auch Vakuumflaschen, die man direkt konnektieren konnte. Abgenommen wurden maximal (!) vier Flaschen. Reichte auch eigentlich für einen Nachweis...

THawk
26.02.2012, 11:10
Okay, interessant, danke Fata!
So ein Adapter-System gibt es bei uns nicht. Aber meistens nehmen wir die BK eh offen ab und ziehen uns das Blut mit Spritze und Nadel aus der anderen (offen tropfenden) Nadel. Für größere Kinder wäre es aber eine schöne Sache.

FataMorgana
26.02.2012, 12:34
Ich hab gelernt, dass die Nachweisrate steigt, wenn man mehrere Paare abnimmt. Bei Patienten mit ZVK eh immer ein Paar aus dem ZVK und mindestens ein Paar peripher.

Ist korrekt, ich würde aber nicht alle Paare gleichzeitig abnehmen. Aus ZVK und peripher bzw. Port und peripher schon, insbesondere bei Verdacht auf Katheter-Infektion (ggf. auch differential time to positivity anfordern). Das macht dann aber trotzdem nur max. 4 Flaschen gleichzeitig. Bei Abnahme weiterer Paare würde ich empfehlen, dazwischen jeweils mindestens ca. 20 Minuten verstreichen zu lassen. Auf einen Fieberanstieg braucht man aber nicht zu warten.

Keenacat, Du beziehst Dich wahrscheinlich auf die Arbeit von Lamy et al. aus CID 2002. Die ist aber in der Fachwelt äußerst umstritten. Es gibt meines Erachtens kaum noch jemanden in Deutschland, der diese Vorgehensweise (gleichzeitige Abnahme von 6 Flaschen) empfiehlt.

Maja85
26.02.2012, 13:12
Ach, bei dem Thema, wenn auch off topic: mir wurde versichert, ich müsse unbedingt BK abnehmen, bevor ich dem Patienten symptomatisch z.B. paracetamol zum Fiebersenken gebe. Ich hatte jetzt ja aber auch gelernt, dass man nicht mehr unbedingt im Fieberpeak abnehmen muss. Also, BK unbedingt vor PCM oder total wurscht?

WackenDoc
26.02.2012, 13:23
Völlig wurscht- das PCM ändert ja nix an der Bakteriämie.

FataMorgana
26.02.2012, 13:27
Völlig wurscht- das PCM ändert ja nix an der Bakteriämie.

Sehe ich genauso.

THawk
26.02.2012, 13:44
Iggf. auch differential time to positivity anfordern

Doofe Frage - was bedeutet das für euch? Was hat es für mich für Vorteile?

gnuff
26.02.2012, 13:50
...Hat die Magensonde bei dem Ileus nichts geholfen?

man kann gut an einer Magensonde vorbei drücken, reine Volumenfrage, schliesslich ist der gemeine Rea-Patient relativ entspannt


Und wie hat dann die Beatmung funktioniert?

Tubus?


...wie viel hatte er der denn "intus"?

...mein Rekord liegt bei ca. 6 Litern via Magensonde intraoperativ abgesaugter Scheixxe... da passt schon was rein

FataMorgana
26.02.2012, 15:25
Doofe Frage - was bedeutet das für euch? Was hat es für mich für Vorteile?

Wenn die BKs aus dem zentralvenösen Katheter mehr als 2 h früher positiv werden als die periphervenösen, so spricht dies für eine Katheterinfektion. Die Sepsis bei solchen Patienten kann ja auch einen anderen Fokus haben, und trotzdem könnten alle Flaschen positiv werden.

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26.02.2012, 15:53
Wenn die BKs aus dem zentralvenösen Katheter mehr als 2 h früher positiv werden als die periphervenösen, so spricht dies für eine Katheterinfektion. Die Sepsis bei solchen Patienten kann ja auch einen anderen Fokus haben, und trotzdem könnten alle Flaschen positiv werden.

Danke für die Info - macht Sinn im Hinterkopf zu behalten!

Eine Verständnisfrage dazu habe ich aber noch:
Bei nem Patienten der mir zusehends in ne Infektion "reinläuft" ziehe ich idR doch sowieso alle Schläuche raus und schicke die (ZVK-) Katheterspitze zur Kultur ein. Bei grenzwertigen ICU-Patienten kannte ich es bisher so, dass eh sehr regelmäßig "Gummiwechsel mit Einschicken" stattfindet mit entsprechendem bakteriolog. Feedback...
Wo liegt der klare Informationsvorteil bei der Differenz-Zeit?

Dank & Gruß
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Maja85
26.02.2012, 16:03
Völlig wurscht- das PCM ändert ja nix an der Bakteriämie.

Genau das war auch meine Antwort. Sind wir also alle einer Meinung. Außer eben meine Kollegen, die mich völlig entsetzt angesehen habe, als ich meinte: häng schon mal pcm an, ich nehm bks nach der Übergabe an.

Keenacat
26.02.2012, 18:32
Keenacat, Du beziehst Dich wahrscheinlich auf die Arbeit von Lamy et al. aus CID 2002. Die ist aber in der Fachwelt äußerst umstritten. Es gibt meines Erachtens kaum noch jemanden in Deutschland, der diese Vorgehensweise (gleichzeitige Abnahme von 6 Flaschen) empfiehlt.

Nö. :) Die kenn ich garnicht. Aber mein Oberarzt hat gesagt, dass es um Kontamination geht, dass Keime, die nur in einem von zwei oder drei Pärchen auftauchen, eher durch Kontamination und nicht durch Bakteriämie zu erklären sind und es deshalb schlau ist, wenn man an zwei Stellen abnimmt. Das hat mir dann eingeleuchtet. Wobei es dann natürlich kein systematischer Fehler durch trottelige PJ-Studenten sein darf. :-))

edit: "Mein" Oberarzt = der OA auf der Intensiv im PJ

wjsl
26.02.2012, 21:44
Aber wie habt ihr den Tubus reinbekommen, wenn da das Besagte im Weg war? Oder war er schon vor der Rea intubiert?

gnuff
26.02.2012, 21:56
Aber wie habt ihr den Tubus reinbekommen, wenn da das Besagte im Weg war? Oder war er schon vor der Rea intubiert?

sag mal, willst Du mich veralbern?

Miss
26.02.2012, 22:26
:-)):-))

24318

FataMorgana
27.02.2012, 01:51
Eine Verständnisfrage dazu habe ich aber noch:
Bei nem Patienten der mir zusehends in ne Infektion "reinläuft" ziehe ich idR doch sowieso alle Schläuche raus und schicke die (ZVK-) Katheterspitze zur Kultur ein. Bei grenzwertigen ICU-Patienten kannte ich es bisher so, dass eh sehr regelmäßig "Gummiwechsel mit Einschicken" stattfindet mit entsprechendem bakteriolog. Feedback...
Wo liegt der klare Informationsvorteil bei der Differenz-Zeit?

Einen klaren Informationsvorteil der DTTP gegenüber der Maki-Methode (Katheterspitze auf Agarplatte ausrollen) sehe ich nicht. Aber es kann in bestimmten Situationen schon ein Vorteil sein, wenn der Katheter zunächst belassen werden kann. Z. B. wenn es ein Port ist, oder ein hämatologischer Patient mit schlechter Gerinnung. Und bestimmte Erreger (koagulasenegative Staphylokokken) erlauben es unter Umständen, auch im Verlauf ganz auf den Wechsel zu verzichten.

FataMorgana
27.02.2012, 02:09
Nö. :) Die kenn ich garnicht. Aber mein Oberarzt hat gesagt, dass es um Kontamination geht, dass Keime, die nur in einem von zwei oder drei Pärchen auftauchen, eher durch Kontamination und nicht durch Bakteriämie zu erklären sind und es deshalb schlau ist, wenn man an zwei Stellen abnimmt. Das hat mir dann eingeleuchtet.

Das ist im Prinzip richtig, aber a posteriori nicht immer relevant. Es gibt eine interessante neue Studie dazu, die den positiven prädiktiven Wert posiiver Blutkulturen in Abhängigkeit vom Erreger auswertet. Bei Staph. aureus, Pseudomonas und Candida betrug dieser bereits bei einer positiven Flasche 100 %, d. h. immer Infektion, nie Kontamination. Bei E. coli 88 % bei einer Flasche und 100 % bei zwei Flaschen (= ein Pärchen). Spannend wird es eigentlich erst bei den koagulasenegativen Staphylokokken. PPV bei 1 Flasche 4 %, bei 2 Flaschen 61 %, bei 3 Flaschen 79 % und ab 4 Flaschen 100 %. In der Studie wurde übrigens auch der 6-Flaschen-auf-einmal-Ansatz gewählt. Vielleicht erlebt der ja jetzt ein Revival ;-) Wobei 4 nach den Ergebnissen auch genügen müssten: Leyssene et al., Eur J Clin Microbiol Infect Dis 2011