Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Psychotherapie aus Patientensicht
Zum Thema Opfer: Jeder kann in der Selbsterfahrung entscheiden, was er erzählt und was nicht, da bohrt dann auch keiner drin rum. Und ich denke, mit Ende 20 kann das auch jeder gut vertreten, wenn er etwas nicht preisgeben will, ob nun in der Gruppe oder im Einzelgespräch. Ich kenne zumindest keinen, der an einer Selbsterfahrung zerbrochen ist und ich kenne sehr viele, welche diese durchlaufen haben oder gerade durchlaufen, ich selbst fand sie höchst hilfreich ! Und auch Patienten können selbst entscheiden was sie erzählen, gerade in der Tiefenpsychologie gibt es ja kaum Vorgaben, außerdem gibt es ambulant probatorische Sitzungen und wenn ich mit dem Therapeuten nicht klar komme, kann ich auch abbrechen. Du stellst Psychiater als Psychopathen dar, die genau die Stellen bei ihren Patienten suchen, die schmerzvoll sind, um genau da rein zu bohren und sie fertig zu machen. Das ist nicht das Ziel eines Psychiaters/ Psychologen.
Ergänzung: Leider gibt es bei uns auch sehr lange Wartezeiten bei ambulanten Therapeuten, aber bei einem Trauma gibt es auch nur eine Möglichkeit nämlich einen gut ausgebildeten Traumatherapeuten, davon gibt es bei uns glaub ich auch nur einen. Auch wenn es hart klingt, aber wenn jemand traumatisch belastet ist, nicht zurecht kommt und ambulant auf einer Warteliste steht, muss er erst in einer Klinik behandelt werden, war das bei dir so ?
Das ganze Leben ist ein Traum-a - also ab in die T-r-a-u-m-o-l-o-g-i-e:-)):-)):-))
Rechtverdreht
17.10.2010, 19:22
@ Relaxometrie:
Ich kann das nicht einschätzen, ob ich zuviel verallgemeinere. Ich gebe ja unabhängige Quellen wieder und meine eigene Beobachtung, Erfahrung. Wenn es aus Deiner Sicht so ist, dass man mehr differenzieren muss, dann finde ich das absolut ok, wenn Du sagst, da müsste man genauer sein, wenn Du da 'ne gewisse Korrektur reinbringen möchtest, hab' ich damit mal absolut gar kein Problem. Du kannst ja meine Postings einfach als das nehmen, was sie sind: Eine Meinung von jemanden, der in dem Sektor auch lange drin steckt und die von fachlichen Publikationen doch nicht unerheblich gedeckt wird.
Nimm's einfach als Hinweis, als Denkanstoß. Vielleicht kann's Dir was nützen, vielleicht anderen Patienten? Das wäre ja nicht schlecht.
Zum anderen:
Ich war mit allem, was "Psycho" heißt/ist, fertig. Ich hab' mir keinen neuen Therapeuten gesucht. Das ging gar nicht. Ich hatte kein Vertrauen mehr, hatte auch viel zu viel Angst. Wenn ich noch wo angerufen habe, bin ich danach zusammengeklappt. Es ging also nicht mehr.
Meinen neuen Thera hab' ich durch einen irren Zufall Kennengelernt/gefunden und man kann sagen, er kam zu mir, nachdem er mitbekommen hat, in welcher Verfassung ich bin. Seitdem kümmert er sich. Er war einfach nur total geschockt, dass jemand nach vielen Therapiejahren und Klinikanbindung in so einem Zustand ist.:-((
Ist ist noch sehr viel zu tun, aber inzwischen geht's mir den Umständen entsprechend gut. So, wie's aussieht, darf man von vollständiger Heilung ausgehen. Das ist das Ziel, das schätzt er auch so ein, dass wir es erreichen werden. Wir haben schon sehr, sehr viel erreicht. Ich werde ein normales Leben führen können, es hat sich schon sehr viel normalisiert. Und ich fühl' mich sehr oft schon sehr wohl, obwohl Therapie und Traumafolgen noch immer eine sehr große Rolle spielen. Therapie läuft richtig gut, mein Therapeut ist menschlich und fachlich Superlative. Ich denke, besser geht's nicht und er fühlt sich, so mein Eindruck, mit mir auch pudelwohl. Und nach jeder Therapieeinheit geht's besser, auch wenn die Umsetzung immer schwer ist. Ich möchte mal so sagen: Mein neuer Therapeut hat mir meine Menschenwürde zurückgegeben, die mir seine Kollegen genommen haben. Ich fühl' mich inzwischen nicht mehr 24 Std. täglich wie ein Stück Sch... Das ist zur Abwechslung ganz nett, sich mal wieder zu fühlen wie ein Mensch.:-top
Fachlich interessiert Dich vermutlich, was erreicht wurde:
Erst mal Entlastung: Ich geb's mal so als Prozent an, damit Du einfach eine Größenvorstellung hast.
psychische Schmerzen um ca. 80 % reduziert
Angst um 60 % reduziert
psychische Abhängigkeit vom Ex-Analytiker um 100 % reduziert, dh, das Problem ist gelöst
chronische Suizidalität um 95 % gelöst, abgesehen von einzelnen Momenten, wo ich mal total durchhänge, denk' ich nicht mal mehr dran, mich umzubringen und find das Leben eigentlich recht schön.
SVV um 100 % reduziert, dh auch das Problem hat sich verkümmelt
Eßstörung um 90 % reduziert, ganz klappt's noch nicht, aber so gut wie.
Depression um 60 % reduziert, aber da ich inzwischen fleißig Sport mache, weil er drauf besteht, wird das auch immer noch weniger.
Ich find's ganz angenehm, nicht mehr tagtäglich mehrfach zusammenzubrechen und mit Heul-und Weinkrämpfen und klappernden Zähnen in der Ecke des Zimmers hocken zu müssen und die Rasierklinge als einzigen Freund zu haben.:-):-)
Ich hab' mein neues Leben angenommen und die Vergangenheit endlich doch mehr oder weniger akzeptiert, was mit keiner Therapieform jeweils gelungen ist, nur mit der Trauma-VT. Ich hab' viel verschmerzt und hab' mich entschieden nicht mehr alle alten Verletzungen und Demütigungen ins Zentrum meines Erlebens und Lebens zu stellen, sondern andere Dinge.
Dank der Trauma-VT hab' ich innerlich Ruhe und Frieden gefunden, was mir vorher in keiner psychodynamischen Therapie gelungen ist.:-nix
Und da ist noch soviel mehr, was sich geändert hat. Im Köpfchen hat sich wahnsinnig viel geändert und mein Leben wird immer schneller immer besser! Und mir geht's mit ihm gut und ihm mit mir. Und zur Abwechslung mal nicht mit psychischer Abhängigkeit und späteren Entzugserscheinungen gekoppelt, da passt er nämlich auf wie blöde. Es geht in Richtung "Leben ohne Therapie".:-dafür
Die Liste wäre hier noch lange nicht fertig. Aber ich langweile doch alle...
Den Rest schaff' ich auch noch. Und ich hätte es nie geschafft, wenn er mir mit seinen Tricks und allem nicht :-blush:-blushso geholfen hätte, mir wieder Kraft verschafft hätte, mich über die Schwellen gezogen hätte, die in den anderen Therapieformen einfach nicht zu schaffen waren.:-top
@ apple:
Ich hab' 'ne unabhängige Quelle verlinkt. Sonst beschreibe ich Dinge, Vorfälle, die tatsächlich passiert sind und die schlimmsten Dinge lasse ich weg, weil mir eh keiner glauben würde.
Therapeuten sind Menschen und die sind fehlbar, sind Einzelpersonen und was ein Psy-Profi theoretisch tun müsste oder welche Motivationen und Ziele er haben müsste, ist verschieden von dem, was im Berufsalltag passiert.
Ich kann Dir nicht sagen, warum so viel da schief geht. Ich kann Dir nur sagen, dass Psy-Profis keine Übermenschen sind und keine Heiligen.
Ich weiß es nicht. Ich weiß es echt nicht.:-nix
Ich kenne gut geführte Häuser, mit guten Chefs, die gute Vorbilder sind und wo ein gutes Klima herrscht. Ich sag' mal, wo mit Anstand und Sorgfalt Menschen behandelt werden. Und ich kenne Häuser, wo maximal der Wurm drin ist, weil die Chefs kalte Hardliner sind, wo die Assis Angst vor den Chefs haben, statt dass sie Rückhalt haben. Es hängt auch von der Therapieschule ab, von der Richtung, die dort vorherrscht. Es gibt Häuser, da duzt sich von der Putzfrau bis zum Chefarzt alles, inklusive Patienten. Es gibt Psychoanalytiker, die geben ihren Patienten nicht mal zur Begrüßung die Hand.
Es ist nicht überall so, dass man Humanität vorfindet. Ich war entsetzt, als ich das erste Mal im Fernsehen gesehen habe, dass eine Therapeutin eine Patienten umarmt. Das gibt's in meiner Ex-Klinik nicht. Alles Hardliner der alten PA-Schule in den leitenden Positionen. Von wegen Therapeutenwechsel. Nicht in dieser Klinik!
PA bohren genau da, wo's weh tut. Das nennt sich angeblich Widerstand und da MUSS man ran. Da wird jede Grenze und jedes Stopschild überrannt und zwar im Wap-Antrieb wie bei der Enterprise. Leider!:-kotz
Selbsterfahrung in VT ist anders als echte (Eigen-)therapie in psychodynamischen Verfahren, unterscheidet sich sehr.
Ob Du mir glauben magst/kannst oder nicht, liegt bei Dir. Ich hab' wahrheitsgemäß berichtet, mehr kann ich nicht machen.
So, und ich verabschiede mich hier, es wühlt zuviel auf. Da muss ich besser auf mich aufpassen und für Abstand sorgen.
Was in Bezug auf Selbsterfahrung/Eigentherapie noch zu sagen bliebe:
Gruppe und Einzel sind sehr verschieden und beides hat Vor-und Nachteile. Man kann in Gruppen viel lernen, in der Einzel-Supervision auch, aber ganz andere Dinge.
Ich finde Gruppe zwar ätzend, muss aber sagen, man lernt dort z.B. Dynamiken kennen und - sagen wir mal - "Typen an Menschen". Das war für mich eine zugleich widerliche als auch lehrreiche Geschichte.
Einzel ist ganz anders und hängt extrem von dem ab, mit dem man da hockt und wenn die Chemie nicht stimmt, ist es für nur ein Graus.
Tschüssi!
Rechtverdreht
@ apple:
Hab' ich vergessen: Natürlich war ich stationär in einer Traumaklinik. 6 Monate, dann wurde ich entlassen, weil sich die Klinik langsam negativ ausgewirkt hat. Draußen gab's nichts, wo ich hinkonnte, außer den Adressen, wo die Klinik vorher angerufen hatte. Ich musste dahin, wo man mich hinließ, hingedrängt hat. Da waren eine Menge Leute sehr besorgt um mich und wollten mich in vermeintliche Supertherapien zwingen. War der größte Fehler, den man machen kann. Sie haben im Hintergrund die Strippen gezogen und haben mich zu alten Lehranalytikern gedrängt und von A bis Z manipuliert. Andere Therapeuten nahmen eine Patientin in so einer Verfassung nicht, es ging nur mit Fürsprache der Klinik. Manche da haben mich wohl zu sehr gemocht, haben mir dann das aufgezwungen, was sie toll fanden und nicht das, was ich gebraucht hätte, zu besorgen versucht. Sie haben nicht hingehört, als ich gesagt habe, dass ich dort kaputt gehe, haben es abgetan. Shit happens. Monster-Shit happens too.
Ob alle Psy-Profis miese und fiese Schweine sind? Nein, sicher nicht. Aber ich hab' ganz viele getroffen. Und fahrlässig handeln sehr, sehr viele. Ist bei den Rahmenbedingungen aber ehrlich gesagt jetzt auch keine Überraschung und wie in jedem Beruf gibt's überall Narzissten mit sadistischen Tendenzen.:-kotz:-kotz:-kotz:-kotz:-kotz:-kotz:-kotz:-kotz:-kotz:-kotz:-kotz:-kotz
Es war alles vermeidbar. Ich war 'ne sogenannte YARVIS-Patientin (Young-Attractive-Rich-Vital-emotional Intelligence-Sucessful (Rich war ich nicht, aber finanziell war's soweit damals noch ok. Sucessful stimmte nur noch eingeschränkt, durch die Depri bin ich im Studium rausgefallen, bis dahin war ich Turbo-Studentin).
Außerdem war und bin ich sehr nett. Es hätte nicht schief gehen dürfen und können; nicht bei den Voraussetzungen. Ich bin als Top-Patientin gehandelt worden, hochmotiviert, die mitzieht und die alles hat, um es zu packen. Aber PA raubt einem alle Kraft und womit soll man dann sein Leben neu aufbauen?
Mein Fall verstört nicht nur mich, sondern auch die Profis.
Rechtverdreht
18.10.2010, 15:55
Achtung: ein Bisschen OT on
Ein bisschen OT, aber für Interessierte vielleicht ganz nett, da kommt z.B. einer der Leute zu Wort, die eben bei der Forschung bildgebende Verfahren nutzen und so rauskriegen, wie das Gehirn wirklich arbeitet. Auf der Grundlage werden dann neue Strategien entwickelt, wie wir am besten unsere Probleme lösen können. Genau das Gleiche machen einige in der Psychotherapieforschung um neue und bessere Thrapien zu entwickeln:
http://demographie-netzwerk.de/videos/gelassenheit-hilft-anregungen-fuer-gehirnbenutzer.html
Die Welt ist so geräumig und der Kopf ist so begrenzt.
Das kann man ändern!:-)
Als Tipp, wenn man grade frustriert ist und irgendwie alles ziemlich negativ und sinnentleert anmutet:-music:
http://www.youtube.com/watch?v=wMIGQp4YhuU
http://www.myvideo.de/watch/838412/Laith_Al_Deen_Leb_den_Tag
Positiv bleiben, viel Sport machen, nicht viel nachdenken und viel Spaß haben! Z.B. damit:
Zum Abschalten und Ablachen, der ultimative Film über Vorurteile und Schubladendenken:
"Ich bin Außerirdischer. Fast überall (im Universum).":-)
http://www.youtube.com/watch?v=vp5YScWPno4
Wer den Film noch nicht kennt, sollte sich den mal antun. Zur Einstimmung der Trailer!!! :-meinung
Und hier ein schönes Wandlogo für alle Angehörigen der Psy-Branche:
Wir brauchen hier unbedingt ein paar verrückte Leute!!!! Wir sehen ja, wo uns die Normalen hingebracht haben.
(Neulich gesehen im Baumarkt.;-)).
OT off
Rechtverdreht
20.10.2010, 22:34
Eine Anmerkung von mir noch; hoffe, das ist ok?!:-) Wer nicht mag, der soll's nicht lesen!!
Diese in dem einen Artikel beschriebene Feindseeligkeit und sonstige negativen Verhaltensweisen von Therapeuten sind mir sehr oft begegnet. Im Artikel steht ja, dass Therapeuten sich unbewusst so verhalten. Das könnte die Erklärung sein: Sie merken es wahrscheinlich oft nicht, wenn sie so drauf sind. Der Patient spürt's aber dafür umso mehr.
Ich denke, dass sich die meisten Profis/Therapeuten überhaupt nicht vorstellen können, wie dermaßen dreckig und besch...en es psychisch kranken Menschen geht. Find's auch schlimm, wie hier in diesem Forum teilweise von den Ärzten, die in der Somatik arbeiten, diese Patienten abgewertet werden. "Psychotante"... "Schickt sie doch in die Psychiatrie!", wenn eine Patientin scheinbar nervt und man sie schnellstens los werden will. All sowas hab' ich hier schon gelesen in diesem Forum. Und auf der anderen Seite hab' ich Bilder aus meinem Leben im Kopf, wo mein Daddy auf die Intensiv gefahren wurde, 6 Leute um so ein Krankenbett rumrennen und sich verausgaben für einen Säufer, einen Vergewaltiger und sadistischen Kindesmisshandler. Da ist es ihnen nicht zuviel Arbeit? ????? Sowas kapier' ich halt nicht. Aber ich muss sowas - glaub' ich - auch nicht verstehen.
Jedenfalls denke ich, dass ganz viel Fehlinterpretation dazu führt, dass Therapeuten leider mit Patienten schlecht umgehen. Ich meine aus meiner Erfahrung, dass kaum ein Therapeut wirklich wusste, wie brutal weh Depri tut, was das für perverse, abartige psychische Schmerzen sind. Umsonst bringen sich die Leute nicht um. Wie verletzt und verletzlich ihre Patienten sind, ahnen auch nur die wenigsten. Anders kann ich mir nicht erklären, was manche Therapeuten und Psychiater tun; na ja, abgesehen vom Ausleben von Sadismus natürlich, das sowas schon erklären würde.
Und das mit der Depri ist nur ein Beispiel. Es ist oft nicht fehlende Therapiemotivation, sondern einfach Nicht-mehr-können. Viele sind so am Ende, dass die nichts mehr aufnehmen können oder einfach total unflexibel sind. Das wird leider oft nicht gesehen, nicht bemerkt. Dann kommen Vorwürfe und Druck und machen alles noch schlimmer.
Auftanken ist echt das Zentralste, was jeder Therapeut im Auge haben sollte, für sich und für den Patienten.
Und ja zum Schluss:
Ich glaube nach diesem Thread und anderen, die ich hier zu diesen Themen gelesen habe, dass sich kaum ein Profi vorstellen kann, mit welchen Hoffnungen und Erwartungen kaputte Menschen sich an die Psy-Branche wenden, nicht als Anspruchhaltung oder so, sondern aus purer Verzweiflung und mit dem, was in dem Sektor abgeht, der Mangel an Therapieplätzen/therapeutische Versorgung und nicht selten schwierigen Menschen auf Behandlerseite, ist für sehr angeknackste Leute echt überhaupt nicht mehr machbar und auch nicht verkraftbar.
Oft ist so'n Profi, 'ne Klinik der allerletzte Strohhalm und entscheidet echt über alles, über Leben und Tod, über soziales/wirtschaftliches Abrutschen, über Gesundheit oder lebenslange Behinderung, über endlosen Leidensdruck oder Lebensqualität, Knast ja oder nein etc.. pp. Das Umfeld dieser Menschen hängt auch noch dran.
Ich denke, dass keine Patientengruppe mehr abhängt von den Profis als diese, weil sie meistens halt doch überleben und das alles dann Jahre und Jahrzehnte aushalten müssen. Das ist echt ein besch... Dasein. Kein Mensch sollte so leben - oder besser gesagt - vegetieren müssen.
Überlegt mal, wenn's Euch selber so ginge?! Wie wolltet Ihr behandelt werden?
Soll keine Kritik sein, ich ahne, wie der Berufsalltag da aussieht. Aber ich denke, da geht noch mehr, ich denke, viele können besser arbeiten, als sie es tun. Und ich denke, es gibt viele Missverständnisse, die auf beiden Seiten zu Frust und Ablehnung führen und das schadet allen. Man stumpft da als Profi sicher leicht ab, aber es gibt Leute, die haben Wege gefunden, was draus zu machen, auch wenn die Bedingungen schlecht sind. Weiß nicht, viele resignieren und ich seh' dafür keinen Grund außer dem, dass viele nicht das Know How haben, wie man richtig hilft. Aber das könnte man doch lernen.
Und dann ginge es doch allen besser! :-dafür
Vielleicht kann sich ja einer von meinem verhaltenen und realistischen Optimismus ein bisschen anstecken lassen? Ich hab' Euch was geschrieben, auch Persönliches, ich denke, das war doch ein Beispiel, das Mut machen kann und motiviert?!
Rechtverdreht
24.10.2010, 18:07
Falls jemand das hier nervt, soll er es einfach nicht lesen!
Vielleicht noch ganz allgemein eine Kleinigkeit zu dem Thema:
Die Einrichtung, in der ein Profi arbeitet, prägt ihn ganz "schön".
Kleines Beispiel:
Patientin ruft in der Klinik im Notdienst an, berichtet, sie wird bedroht.
Reaktion in der Psychiatrie: In aller Regel tippen die recht schnell auf psychotisch und Verfolgungswahn.
Reaktion in der Psychosomatik: Dort fragen sie viel eher danach, ob man akut gefährdet ist, ob der Täter da ist, raten die Polizei einzuschalten etca..
Tatsächlich könnten aber beide vermuteten Ursachen das Verhalten und Mitgeteilte erklären und es ist sogar möglich, dass eine psychotische Person auch noch bedroht wird.
Genauso kann jemand mit der Diagnose "Andauernde Persönlichkeitveränderung nach Extrembelastung" (heißt es so, weiß es nicht mehr genau..) genauso wirken, dass man an Verfolgungwahn glaubt, weil so jemand panische Angst hat und sehr misstrauisch ist.
Man sollte also immer genau prüfen, was da los ist, bevor man das Falsche macht. Sonst passiert's leicht, wie in einem Fall, den ich mal im Internet in einem Forum gelesen habe:
Eine junge Frau erschien - sichtlich unter Drogeneinfluss stehen - in einer Notaufnahme. Sie schien verwirrt, sie erzählte, man hätte sie vergiften wollen. Gekommen war sie mit dem Auto, ist selbst gefahren.
Was passierte? Ab in die Psychiatrie, Diagnose: Schizophrenie mit allen Folgen.
Tatsächlich war's wohl so, dass ihr Freund ihr was in den Drink gemischt hatte und wer weiß was mit ihr vor hatte, sie aber mit dem Auto geflüchtet ist. Die Ärzte übersahen, dass hier eine Straftat vorlag. Diese Frau hatte hinterher Probleme aller Art, psychisch traumatisiert sowieso von der Tat und später von der Zwangsbehandlung, mit Ämtern wegen der Fehldiagnose, Führerschein weg etc. pp. Das Schizophrenie-Label klebt fest an der Stirn.
Ich denke, das gehört auch zur Selbsterfahrung, zu merken, was passiert, wenn man selber Fehler macht. Bei den Fluglotsen heißt es, dass jeder einmal einen Beinahe-Crash erlebt haben sollte, nur dann wird er ein guter - weil wachsamer - Lotse.
Genau das Gleiche macht man mit den Juristen in Übungsseminaren: Wer einmal an einem Tag zwei Unschuldige eingebuchtet hätte und dafür einen Täter hätte laufen lassen, hat dazu gelernt für's Leben. So wird man sich seiner Verwantwortung bewusst.
Genau das Gleiche bei Psychopharmaka: Das sind keine Smarties, sondern ein manchmal notwendiges Übel. Ich kenn' einen Ltd. OA, Psy-Branche, der sagt, er würde das Zeug nicht nehmen.
Die Nebenwirkungen können happig sein. Später Absatzprobleme und was weiß ich, das wisst ihr hier alle besser als meine Wenigkeit. So einfach, wie man sie einsetzt, wird's mit dem Absetzen nicht immer gehen. Viele Betroffene berichten von bleibenden Langzeitschäden. Die Ärzte tun es nach ihren Aussagen ab, man glaubt ihnen nicht. Ich weiß nicht, was da dran ist. In den USA soll es aber darüber eine öffentliche Diskussion geben, man soll dort schon kritischer geworden sein. Aber das ist nur, was ich gehört habe, ohne Gewähr.
Und von wegen keine Persönlichkeitsveränderung bei Antidepressiva?! Wer schon mal mit jemandem zusammengelebt hat, der das Zeug schluckt, der merkt sehr wohl wie so ein Mensch oft überhaupt nicht mehr emotional erreichbar ist für andere, sondern glücklich, aber schön abgestumpft vor sich hinarbeitet, aber eigentlich sehr wenig lebt. Funktionsfähig machen sie oft, auch nicht immer, aber leider oft nicht mehr.
Ich hab' übrigens außer hochdosiertem Johnniskrautpräperat nie was genommen. Hab' das andere Zeug nicht vertragen. Und siehe da: Mit einem Therapeuten, der wirklich was kann, geht's auch ohne sowas. Er wollte es auch einsetzen, weil er gedacht hat, dass jemand, der so unten ist, es ohne medikamentöse Therapie gar nicht schaffen könnte. Hat aber geklappt, war aber sein Verdienst. Er hat gemeint:" Bei anderen würde in so einer Verfassung ohne Medikation gar nichts mehr gehen!". Aber es ging gut ohne. Er war voll motiviert und hat alles gegeben. Das war der springende Punkt.
Klar, der Patient muss die Schritte machen, damit sein Leben wieder läuft. Aber er kann nur die Schritte machen, die ihm die Profis ermöglichen.
Psy-Profis halten genauso Herzen und Menschenleben in der Hand wie ein Kardiologe oder ein Chirurg, nur ist das den wenigsten klar. Und jede Psychotherapie ist immer ein Eingriff ins Gehirn, aber halt mit anderen Instrumentarien als üblich.
Rechtverdreht
24.10.2010, 18:29
Sorry, was vergessen::-blush:-blush
Was in der Psy-Branche abgeht, ob dort gut gearbeitet wird oder nicht, ist wichtig. Es ist wichtige Medizin für den einzelnen Menschen, der dort behandelt wird/behandelt werden muss und für seine Umwelt und sein Umfeld. Und für uns alle, für die Gesellschaft.
Wann immer jemand psychisch krank bleibt oder weniger gesund wird, als es machbar wäre, pflanzt sich das unweigerlich und vielfach fort. Erst im direkten Umfeld, die Kinder oder sonstige Angehörige sind betroffen, bleibt so jemand krank geschrieben, müssen die Arbeitskollegen mehr arbeiten, Folgekosten für Gesundheitswesen und und und...
Die Krankheitsfälle und Frühberentungen wegen Psy-Diagnosen steigen. Und jeder Mensch, der umkippt, reißt auf Dauer gesehen andere Menschen mit um. Das ist der reinste Domino-Effekt.
Die Auswirkungen auf die Gesellschaft und welche Kosten und Probleme es in diversen sozialen Sicherungssystemen schafft, kann sich jeder leicht vorstellen.
Tatsache ist: Je schlechter die psychisch Kranken in Deutschland versorgt und betreut werden, je erfolgloser behandelt wird, desto schlechter geht's den Mesnchen im Land insgesamt. Und die Kosten werden ja eh auf die Masse umgelegt.
Ich kann's jedenfalls nicht nachvollziehen, dass psychisch Kranke immer noch 2. Klasse-Patienten sind, die von Ärzten verlacht werden und die bei der Versorgung benachteiligt sind gegenüber somatisch Kranken. Ich glaube, das ist ein Luxus, den man sich eigentlich gar nicht leisten kann.
Und die Krankheitsfälle nehmen zu und nehmen zu... Das sind doch schon längst Massen, die da krank sind und wenn sie das bleiben, oft ins (mittlerweile mickrige und löchrige) soziale Netz fallen....
Zu den Kosten z.B. bei PTBS als der "teursten Angsterkrankung":
Ist zwar schon 4 Jahre alt, dürfte aber nicht billiger geworden sein, zumal die Versorgung mit qualifizierten Traumatherapeuten ja nun nicht wirklich entscheidend besser geworden ist...
http://www.bvdn.de/main/img_neuro.php?SID&datei_id=2494 S. 46 und 47 unter KOSTEN
Ehemaliger User 05022011
25.10.2010, 11:39
Sorry, was vergessen::-blush:-blush
das verwundert uns nun doch ein wenig :-)) aber wahrscheinlich hast du dir bei deinen Vorpost nicht genügend Zeit genommen - kennst das doch sicher:"mein Freund, ich schreibe dir einen langen Brief, weil ich für einen kurzen keine Zeit habe"
Rechtverdreht
25.10.2010, 11:53
@ Khiri:
:-wow
Ja, sag' mal, woher weißt DU denn, dass meine Briefe (Mails) an meine Freunde immer so anfangen???????????????????
Du bist mir ja richtig unheimlich.... ;-)
Hast Du noch mehr so geheimnisvolle Fähigkeiten?
Ich hoff' nicht!:-(( Du machst mir echt Angst!!!!!!!!!
Rechtverdreht
25.10.2010, 12:58
:-blush:-blush:-blush:-blush
Und überhaupt:
Ich mag fies grinsende Smilies nich. Die da :-)):-)):-)):-)):-)) mein ich!!
Die machen doofe Flecken auf's positive Karma. Ab und zu mal sowas ist ok, aber hier im Forum haben die - glaub' ich - total viele Fans?! Hab' noch in keinem Forum so oft solche gesehen.....
Vielleicht sollte man mal auf das da umsteigen? :peace: oder auf das :-D oder auf das :-) ?
Hab' gestern - glaub' ich - auch einen benutzt?. Das färbt echt total ab, wenn man hier rumhängt.....:-( Voll die feindseelige Atmosphäre.... Ungemütlich irgendwie....
Ist wie in Robin Hood, als Assim und Robin aus vom Kreuzzug zurück nach England kommen und sofort überfallen werden:
"Die Gastfreundschaft in diesem Land (Forum) ist so warm wie das Wetter!".
Relaxometrie
25.10.2010, 13:27
das verwundert uns nun doch ein wenig
Wieviele Personen bist Du?
Rechtverdreht
25.10.2010, 21:16
@ Relaxomie:
Khiri antwortet nicht. Entweder hat sie Dein Posting noch nicht gesehen, will nicht antworten oder es sind soviele Persönlichkeiten, dass sie noch nicht mit dem Zählen fertig ist?!;-)
Ich poste hier ja recht einsam vor mich hin. Feedback kommt wenig bis gar nicht, aber Du scheinst ja ein teuer Leser von mir zu sein (Schüchtern frag...:-blush)?
Ich hoffe, ich hab' Dich zumindest nicht total gelangweilt. Über Dein Ex-Fach Psychiatrie konnte ich halt auch weniger schreiben wie über Psychotherapie/Psychosomatik. Mit der stationären Psychiatrie hab' ich in dem Sinn kaum Erfahrung. Die haben mich nicht genommen. Ich bin immer an Psychosomatik/PT verwiesen worden. Ambulant Psychiater war nur mal zwecks medikamentöser Unterstützung ein Thema, aber war sehr schnell gegessen. Mit Psychiatrie habe ich wenig Erfahrungen gemacht, teils bei anderen mitbekommen, teils selber erlebt, und war alles insgesamt sehr negativ und mehr bedrohlich als heilsam.
Wäre mein neuer Therapeut, der mich da vorm Absaufen gerettet hat, nicht zufällig FA f. Psychiatrie und PT, hätte sich meine Einstellung und mein Bild von Psychiatern sicherlich nicht mehr vom Feindbild wegentwickelt.
Find's recht schade, dass Du jetzt Innere machst. Ich glaube, Du hättest als Therapeut wirklich für viele der Glückstreffer sein können. Du bist offen, wo andere nur Scheuklappen auf haben und im Revierverhalten möglichst schnell eine Zaunlatte suchen müssen, um ihren Bereich mit einer Duftmarke abzustecken.
Egal, wo Du sein wirst, Deine Patienten werden gut dran sein.:-top Und selber kann man doch wohl auch gut abschalten, wenn man weiß, dass man seinen Job gut gemacht hat? Mein Therapeut fühlt sich gut, weil er weiß, dass er seine Leute gut betreut und weiterbringt. So hält er echt Extrembelastungen aus.
Ich wünsch' Dir, dass es Dir immer gut geht! Das tu' ich nicht, weil Du nett zu mir bist oder so, sondern weil Du anderen eine faire Chance lässt. Das machst Du mit Sicherheit nicht nur bei mir, sondern grundsätzlich bei den Menschen. Deshalb LG und nette Wünsche von mir!
Rechtverdreht
Rechtverdreht
27.10.2010, 08:28
Noch was zu den Therapierichtungen:
Thema Abstinenzgebot:
Es kommt zwar selten vor, aber es kommt vor. Falls sich ein Therapeut/eine Therapeutin in Patient/Patientin verliebt und das Ganze beruht auf Gegenseitigkeit, hat der Profi ein Problem. Böse Zungen werden behaupten, dass sowas nie echte Liebe sein kann. Na ja, das hat's und wird's immer geben, "Junge trifft Mädchen" usw. kann's auch in Therapie geben.
Wenn jemand Psychoanalyse macht, dann hat er in dem Fall aber sowas von die A...karte gezogen. PA = lebenslange Abstinenz, dh Thera darf nie an Pat ran.
Bei tiefenpsychologischer Therapie weiß ich es nicht, dürfte aber ähnlich wie in der PA-Richtung gehandhabt werden.
Bei VT verlangt das Standesrecht - wenn ich richtig informiert bin - 3 Jahre Abstinenz, wenn die Liebe dann immer noch glüht, ist der Weg frei.
Das klingt sehr lächerlich, keiner denkt, dass ihm/ihr das passiert. Aber es ist schon passiert und wem's passiert, der merkt erst dann, wie dermaßen unverschämt und weit sich ein Berufsverband mitunter in seine persönlichen Entscheidungen einmischt. Das lebenslange Abstinenzgebot wird von machen Juristen sogar als mit den Grundrechten unvereinbar eingestuft. So seh' ich es auch.
Wenn sich ein/eine PA verguckt in Pat., dann ist das wie wenn sie in Indien leben würden und in zwei verschiedenen Kasten leben würden. Keine Chance! Der Profi verliert alles, wenn er sich auf sowas einlässt.
Nebenbei: Ich weiß von einer Bekannten, dass ihre Freundin mit ihrem ehemaligen Therapeuten zusammenlebt.
(Sexuelle) Beziehungen gibt's in Therapie auch häufiger als man denkt. So einfach scheint's nicht zu sein, sich immer abstinent zu verhalten?!
An erster Stelle steht:
Therapeut mit Patientin gefolgt von
Therapeutin mit Patientin, dann
Therapeutin mit Patient, dann
Therapeut mit Patient.
Die Quelle für diese Dinge find' ich nicht mehr. Da müsste ich suchen, bin zu faul. Die ersten Infos stammt aus einem wissenschaftlichen juristischen Aufsatz.
Die zweite Info stammt aus einem Medizinlehrbuch, aber ist schon lange her, dass ich das gelesen habe. Daher ist es vielleicht nicht ganz aktuell.
Und sex. missbrauchen tun - so hat man mir das von Profiseite gesagt - eher ältere Therapeuten, nicht die jungen unerfahrenen, sondern Supervisoren u.ä, weil diese Leute ihre Schäfchen schon im Trockenen haben und wirtschaftlich nicht mehr so von ihrem Job abhängen und auch ein Berufsverbot kaum abschreckenden Charakter hat, wenn man demnächst eh in Ruhestand gehen wollte. Auch eine Verurteilung ist nicht sonderlich abschreckend, weil so schnell geht man nicht in den Bau, erst gibt's "weichere" Strafen. Wenn der Therapeut die Patientin genug manipuliert, zeigt sie ihn eh nicht an. Je geschickter er missbraucht, desto bessere Chancen hat, ungeschoren davon zu kommen.
Ja, das ist sicher was, was man sich als Ausbildungskandiat auch überlegen sollte:
Will ich das haben, dass sich mein Berufsverbänd derart in meine persönlichen Lebensentscheidungen einmischen darf?
Will ich eine verklemmte und kontrollierende Institution hinter mir oder eher eine Zunft, die alles ein bisschen lockerer nimmt und mehr in der Realität lebt als in ihrem zunfteigenen Elfenbeinturm?
Will ich in einem System drin sein, dass sehr drauf aus ist, dass man unter den Kollegen angesehen ist, wo diese und gerade die älteren Leute in dieser Branche viel Macht und Einfluss haben, strikte Regeln gelten oder lieber ein bisschen mehr persönlichen Spielraum für's eigene Leben und beim Arbeiten?:-?
Das ist doch jetzt glatter Humbug. Man empfiehlt doch auch nicht einem Lehrer eher höhere Gymnasialklassen zu unterrichten, weil er da schneller (i.e. mit kürzerer Wartezeit) an seine Schülerinnen randarf.
Oder habe ich das jetzt falsch interpretiert?
Ehemaliger User 05022011
27.10.2010, 12:03
Und sex. missbrauchen tun - so hat man mir das von Profiseite gesagt - eher ältere Therapeuten, nicht die jungen unerfahrenen, sondern Supervisoren u.ä, weil diese Leute ihre Schäfchen schon im Trockenen haben und wirtschaftlich nicht mehr so von ihrem Job abhängen ...
klar und deswegen missbrauchen sie dann munter drauf los - Rechtverdreht du hast echt ein Problem ! Geh mal lieber wieder zu deinem Therapeuten, als hier einsam Tag für Tag vor dich hin zu posten
@Rechtverdreht
Aber sonst geht`s Dir gut?...., ich meine, so im Allgemeinen...., ja?:-nix
Rechtverdreht
27.10.2010, 21:40
@ Khiri u. EKT:
Was regt Ihr Euch eigentlich so auf?:-) Kann ich beim besten Willen nicht verstehen.
Und bevor man andere zu ihrem Therapeuten schickt, sollte man mal an der eigenen Frustrationstoleranz arbeiten, oder?
Das ist ein ganz normales Thema. Wenn Ihr da so ausflippt, kann ich Euch auch nicht helfen. Oder gibt's hier jetzt Zensur?
Und dann liebe Khiri: Sprüche wie "Geh' doch zu Deinem Therapeuten!!" kannst Du Dir schenken. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich hier irgendwo gelesen, dass Du noch Studentin bist.. Stimmt das? Meinst Du, ich muss mich mit Dir abgeben? Ich glaube, Du vergisst Dich ein Bisschen. Vielleicht solltest Du Dir mal einen Therapeuten suchen. Das wäre mein Tipp!
Und wenn einem die Argumente ausgehen, persönlich zu werden, ist überhaupt kein guter Stil. Aber ich kann den miesen Stil auch, verlass' Dich drauf!
@ morgoth:
Ja, hast Du falsch interpretiert! Es geht nicht drum, Patienten zu verfügbarem Frischfleisch zu machen, sondern darum, dass es ein Selbstbestimmungsrecht gibt, in das sich manche Berufsverbände sehr weit reinwagen. Es gibt sogar Medizinrechtler, die sich genau mit sowas auseinandersetzen. Es gibt nämlich Fälle, wo Therapeuten sowas realisiert haben und danach sanktioniert wurden.
Und verbotene Beziehungen und all sowas gibt's, schon immer, in jedem Zeitalter und in allen Gesellschaften. Willkommen in der Realität!
Dass das hier solche Reaktionen auslöst, ist ja unglaublich!! Ist das so ein Tabubruch, so ein Schock?!
Natürlich gibt's Lehrer, die später ihre frühere Schülerin geheiratet haben. Es geht ja nicht drum, dass sich jemand einen Heiratsmarkt bei Schülerinnen und Patientinnen suchen soll, sondern um die Frage, was, wenn es doch passiert, wenn es halt zwei erwischt. Es geht um "Gelegenheit macht Liebe". Sowas kann eben auch vorkommen.
Es ist Eure Interpretation, wenn Ihr was anderes draus macht. Und ich find's Hammer, wie Ihr auf sowas anspringt.
Mittelalter war schon, wir sind weiter. Dachte ich jedenfalls....
Ehemaliger User 05022011
27.10.2010, 21:48
Und sex. missbrauchen tun - so hat man mir das von Profiseite gesagt - eher ältere Therapeuten, nicht die jungen unerfahrenen, sondern Supervisoren u.ä, weil diese Leute ihre Schäfchen schon im Trockenen haben und wirtschaftlich nicht mehr so von ihrem Job abhängen
Es geht um "Gelegenheit macht Liebe".
Es ist Eure Interpretation, wenn Ihr was anderes draus macht. Und ich find's Hammer, wie Ihr auf sowas anspringt.
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liest du dir manchmal auch durch, was du schreibst ?
Rechtverdreht
28.10.2010, 00:31
Ja, manchmal lese ich es sogar nochmal, bevor ich es abschicke.
Was die zwei Zitate hintereinander sollen, weiß ich nicht. Du selbst setzt sie in eine Beziehung, die Deiner Wahrnehmung entspricht.
Ich hab' damit was anderes gemeint: Nämlich, dass es durchaus vorkommen kann, dass jüngere, unerfahrene Therapeuten, wenn sie es nicht schaffen, sich nur kontrolliert persönlich, also professionell, einzulassen, vermutlich eher aus Liebe handeln wie aus sexuellem Interesse. Bei ältlichen Therapeuten, die dann auch privat nicht mehr so mit dem Interesse von attraktiven/jüngeren Frauen rechnen können, ist das vermutlich ausgeprägter. Ich denke, ein junger Therapeut wird eh kaum Mangel an Frau haben, wenn er den nicht wünscht. Sind die Herrschaften älter, ist weibliche Gesellschaft Dank Glatze, Übergewicht und Faltenbildung doch sicherlich nicht mehr ganz so verfügbar wie zu Adoniszeiten.
Das ist das, was ich damit aussage(n wollte).
Man kann es nämlich durchaus ganz anders interpretieren, als Du es getan hast. Aber Du merkst nicht, wieviel Du da selber reinliest.
Genauso wie ich nicht Therapierichtungen empfehle, wo's leichter wird, eine Patientin zu vernaschen, sondern weil ich der Meinung bin, dass diese Konflikte, wo ein Therapeut mit den Emotionen reinrutscht, echt brutal sind. Die kommen sehr unter Druck in der PA, weil die Sanktionen existenzvernichtend sind. Wenn ich als Therapeut in so einen Konflikt käme, dann wäre ich froh, wenn ich noch einen eigenen Entscheidungsspielraum hätte und nicht alles und jedes von den Standesregeln diktiert bekäme. Gewisse höchstpersönliche Entscheidungen müssen - meines Erachtens - dem einzelnen betroffenen Menschen überlassen werden. Dh nicht, dass ich den Missbrauch legitimiere oder fördere, nur denke ich, sollte man überlegen, was man alles als sex. Missbrauch definiert oder ob man hier vielleicht Menschen dafür, dass sie Menschen sind und das auch leben, kriminalisiert bzw. ihnen Lohn und Brot nimmt. Wenn z.B. ein VT nach einer Abstinenzzeit von 3 Jahren mit einer Ex-Patientin vielleicht intim werden will, dann hat der noch eine eigene Entscheidung zu treffen. Er kann ja von sich aus sagen: Nee, das mach' ich nicht, die war immer extrem abhänig, das hat sich nicht total aufgelöst. Bei den PAs hat der Therapeut einfach "lebenslänglich". Die Zunft entscheidet für ihn und greift damit in das Leben von zwei Menschen ein, ohne irgendwas Konkretes zu wissen, es gibt keine Differenzierungen, keine Schattierungen.... Und das geht halt doch ein bisschen arg weit und es ist ein Konflikt bezüglich "Menschenwürde" im Sinne des GGs.
Im Übrigen gibt's in dem Bereich sehr interessante juristische Fragestellungen, die mich allein aufgrund meiner Profession schon interessieren. Z.B. ist nach StGB eine sex. Beziehung nach Beendigung der Therapie mit dem Therapeuten für diesen nicht verboten, dh nicht strafbar. Aber bei nur formaler Beendigung der Therapie ist sex. Handlung doch sex. Missbrauch, weil es auch auf subjektive Momente ankommt. Solche Geschichten halt...
Aber ich bin ja auch so dämlich und hab' von gar nichts eine Ahnung, bin nur 'ne blöde Patientin, die man nicht ernst nehmen braucht, die sich nur aufbläht....??? Eigentlich will ich mir nur austauschen, aber das geht hier nicht grade gut, weil zuviele Vorurteile in den Köpfen der Ärzte und denen, die es werden wollen, rumschwirren und das einfach unmöglich machen.
Sorry, aber das ist mir hier zu anstrengend, wenn man dauernd gegen so eine Anti- oder misstrau-ende Haltung ankämpfen muss, wenn man was sagt. Mein Therapeut hat sich den Thread hier übrigens angeschaut und dann hat er gemeint: "Die Leutchen könnten wirklich mal darüber nachdenken, was Du schreibst. Wäre wünschenswert!".
Ich hab' ihm geantwortet: "Da glaub' ich - abgesehen von einzelnen, die still mitlesen - nicht dran. Aber es ist mir auch egal, weil man Menschen nicht ändern kann, das können sie nur selber und auch nur, wenn sie wollen. Das liegt alles nicht in meiner Hand.".
Wünsch' Euch was!
Rechtverdreht
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