Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krankenversicherung: privat oder gesetzlich?



Seiten : 1 2 3 4 [5] 6 7 8 9 10 11

orange22
29.11.2011, 05:13
Zahlen muss man so oder so, früher oder später. Und wenn die Bürgerversicherung erst kommt wird sowieso alles neu gemischt.

Gersig
08.01.2012, 13:40
Lesenswert (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,807762,00.html)

GOMER
25.01.2012, 23:21
Ich trete demnächst meine erste Stelle an und gehe nicht davon aus vor Jahresende die Pflichtversicherungsgrenze zu erreichen. Welche gesetzliche Kasse sollte, nach Eurer Erfahrung, für mich der Ansprechpartner sein? Auf keinen Fall möchte ich einen Euro Zusatzbeiträge zahlen.

Männlich, unverheiratet, keine Kinder.

WalterSobchak
26.01.2012, 04:25
Gleiche Voraussetzungen wie du - bin bei der Barmer :-)
Hab mit denen keine Probleme - allerdings auch noch nie was gehabt ;-)

Gersig
26.01.2012, 17:34
Ich bin seit über 30 Jahren Kunde der Barmer und sehr zufrieden :-top

god0t
28.01.2012, 23:47
Wie finde ich denn heraus, was für mich kurz-, mittel- und langfristig am günstigsten ist? Bei MLP möchte ich mich nämlich nur ungern vorstellen. Werde bald die erste Stelle antreten und schwanke zwischen TKK und Barmer, allerdings gibt es inzwischen wohl auch Schlupflöcher, um von Anfang in der privaten Versicherung zu sein / zu bleiben.

Ich dachte die PKV wäre, gerade nach den Preiserhöhungen zu Beginn des Jahres, auf lange Sicht deutlich teurer?

LMD
29.01.2012, 08:50
Die Entscheidung was am günstigsten für dich ist musst du selbst treffen, doch es gibt ein paar Kriterien die die PKV interessant machen: du bist jung, männlich, gesund, willst max. 2 Kinder, deine Gefährtin würde auch gut bis sehr gut verdienen, du bist sparsam über viele Jahre. In der GKV kanst du als ärztlicher Kollege nahezu ähnliche Bedingungen wie in der PKV erreichen, was Wartezeit und sowas angeht (Kollegenbonus). Die Leistungen musst du aber durch Zusatzversicherungen aufstocken, de jeder Zeit kündbar sind, wenn das Geld mal eng wird, sind aber eben zusätzliche Kosten zum Höchstbeitrag.
Der finazielle Aspekt: In der PKV sparst du jetzt, doch wie die Beitragsentwicklung sich gestaltet kann dir keiner sagen. Du kannst in 40 Jahren 1000 Euro zahlen müssen. Du kannst aber bei jeder Beitragsanpassung, deine Leistungen anpassen, so dass es wieder günstiger wird. So ist es sinnvoll heute jeden Cent, den du im Gegensatz zur GKV sparst bei Seite zu legen und nicht anzufassen. Im Rentenalter wird der Beitrag zwar nochmal etwa um den Arbeitgeberanteil günstiger durch deine Altersrückstellungen, in wie weit dann das ganze was ausmacht kann dir keiner sagen.

In der GKV zahlst du eben den Höchstbeitrag sobald du über 3825 brutto kommst. was bei den aktuellen verträgen meist gleich zu arbeitsbeginn stattfindet. du musst aber über die jahresgrenze von 50850 euro brutto kommen. das reicht auch rein rechnerisch, dann kannst du gleich zu arbeitsbeginn in die pkv wechseln. der höchstbeitrag in der gesetzlichen ist bei 313,65. wenn du in der gesetzlichen bleibst bist du nicht massiv dem wirtschaftlichen verhalten deiner pkv unterworfen. deren beiträge orientieren sich z.b. an der altersstruktur deines tarifes, der krankheiten und kosten der mitglieder der gruppe, der kostenentwicklung im gesundheitswesen und vor allem wie gut sie ihr kapital anlegen. wenn letzteres nämlich mal schief geht, steigt der beitrag. die gesetzliche hat den festgeschriebenen politisch gesteuerten beitagssatz und kann maximal einen zusatzbeitrag erheben.

das probelm als gesetzlich versicherter, der über der beitragsbemessungsgrenze liegt, bist du freiwillig versichert. und als einzahler in das versorgungswerk der ärzte hast du keinen anspruch auf gesetzliche rente (außer du zahlst einen geringen satz noch nach um deine 5 jahre beitragszeit voll zu machen). somit musst du als versorgungswerk-mitglied in der rente den kompletten beitrag zur krankenkasse zahlen, also auch den arbeitnehmeranteil. das wären dann eben 15,5% auf alle deinen einnahmen (renten, kapitalerträge mieten (ein teil davon wird nur mit 14,9% angerechnet)).

Letztendlich ist es eine Entscheidung für´s Leben. Denn aus der PKV raus ist nicht so einfach und du musst die hohen Beiträge im Alter Schultern können.
Ich stand jetzt auch vor dem Problem und habe mich nach 2 Wochen lesen und bedenken, dazu entschlossen in der gesetzlichen zu bleiben. Denn mit dem Höchstbeitrag, weiß ich was ich habe, kann genau kalkulieren, wann was gezahlt wird in der gesetzlichen. Den Rest (Zähne, 2-Bett-zimmer, usw.) kann man sich mit guten Leistungen und nem Vergleich relativ günstig einkaufen. Wenn ich Kinder habe sind die mit drin im Beitrag, meine (Frau/Freundin) zahlt nix in der Elternzeit...

Übrigens die Barmer ist nicht schlecht, letztendlich musst du nur schauen, welches Prämienprogramm dir lieber ist. Ich bin bei der Barmer.

god0t
29.01.2012, 11:07
Wow, LMD. Ich glaube ich muss Deinen Beitrag noch ein drittes und viertes Mal lesen, um wirklich alles zu begreifen. Du hast auf jeden Fall schonmal extrem interessante Hinweise geliefert. Darf ich fragen wie Du Dich eingelesen hast? Via Google oder hast Du spezielle Tipps bekommen?

Also, tausend Dank für die Zeit, die Du Dir genommen hast. Ehrlich.

Muriel
29.01.2012, 11:36
Deine Frau zahlt aber nur dann nichts in der Elternzeit, wenn sie entweder selber pflichtversichert ist oder, wenn sie freiwillig gesetzlich versichert ist,nur dann,wenn Du dann pflichtversichert bist. Seid Ihr beide freiwillig versichert, zahlt sie dann ca. 300€/Monat.

easy-bisy
29.01.2012, 12:04
Die Entscheidung hängt sicher auch von den individuellen Erfahrungen ab. Ich habe bisher immer gut mit dem "Kollegenbonus" und der großen Auswahl in der Großstadt gelebt. Bei meinen 2 kleinen HNO OPs- Mandeln raus etc., bin ich dank Belegbetten und freien Stellen in der Praxis ("haben sie mal über HNO nachgedacht") immer auf der Privatstation gelandet. Die Auswahl an Haus- und Fachärzten ist so groß, dass ich bisher keine Probleme mit Wartezeiten für Termine hatte- auch nicht bei bekannten Problemdisziplinen wie Ortho oder Augenarzt. Länger als ne Woche hab ich bisher nicht gewartet. In Landstrichen, in denen die Versorgung eingeschränkter ist, kann ein PK-Status sicher von Vorteil sein. Und wer einmal im 4-Bett Männerzimmer gelandet ist, denkt sicher noch mal anders darüber.

sodbrennen
29.01.2012, 12:42
Naja, in der Radiologie merkt man den Nachteil von GKV gegenüber PKV schon ziemlich an den Wartezeiten ("in 2 Monaten hätten wir was"). :-nix
Aber die Frage ist tatsächlich, ob es einem das preislich wert ist und die unsichere Zukunft der PKV-Beiträge, die machen mir auch Angst. :-(

beatle
29.01.2012, 14:58
Ich habe mich auch bei der PKV versichern lassen, die ist jetzt günstiger, und ich bin mir ziemlich sicher das dass aktuelle System in einigen Jahren eh nicht mehr existieren wird, von daher halte ich Aussagen wir "eine Entscheidung fürs Leben" für Quatsch, ich denke in einigen Jahren wird es einige wenige Versicherunge geben mit einem Einheitsbeitrag, den man dann je nach Extrawunsch aufstocken kann.

milz
29.01.2012, 15:38
Bin ich auch überzeugtes GKV-Mitglied. Zahle den Höchtbetrag von irgendwas bei 650 €/Monat und damit sind 5 Personen versichert, nämlich neben mir noch 3 Kinder plus Frau (Elternzeit). In der PKV sehe ich für mich ein unkalkulierbares Risiko.

Differenzialdiagnose
29.01.2012, 15:39
Eine weitere Option wäre ja vielleicht auch eine private Zusatzversicherung. Gibt es ja nun für so ziemlich jeden Bereich, sei es Zahn, stationär oder selbst für den Hausarzt. Das Pro daran wäre auch, dass die Beiträge übersichtlich sind und meist auch bleiben.
Von Vorteil sicherlich dann auch für die Leute, die keine Lust auf charmante 4-Bettzimmer haben.

JJ*
29.01.2012, 15:41
Ich habe mich auch bei der PKV versichern lassen, die ist jetzt günstiger, und ich bin mir ziemlich sicher das dass aktuelle System in einigen Jahren eh nicht mehr existieren wird, von daher halte ich Aussagen wir "eine Entscheidung fürs Leben" für Quatsch, ich denke in einigen Jahren wird es einige wenige Versicherunge geben mit einem Einheitsbeitrag, den man dann je nach Extrawunsch aufstocken kann.Und wenn nicht wirst du eben mit dauerhaft steigenden Beiträgen und den anderen mit der PKV verbundenen Risiken leben müssen. Muss jeder selber wissen, ob er das Risiko eingeht. Ich bin zur Zeit auch privat versichert, bin mir aber sicher, nach dem Studium wieder in die GKV zu gehen und dort zu bleiben. Chefarztbehandlung und Privatstation kann ich zusätzlich versichern und die Wartezeit bei Niedergelassenen hängt nach meiner Erfahrung auch von der gewählten Praxis ab. Ich habe letzte Woche innerhalb von fünf Tagen einen Termin beim Orthopäden bekommen, ohne dass auch nur nach dem Versicherungsstatus gefragt wurde. Gut, wie das bei Radiologen aussieht weiß ich nicht...

LasseReinböng
29.01.2012, 16:03
Beim Thema GKV vs. PKV geht es schnell sehr emotional zu...letztens gab es im Fernsehen wieder eine Reportage über die zunehmende Anzahl von PKV-Versicherten, die ihre Beiträge nicht mehr zahlen können - angelockt durch zunächst niedrige Einstiegstarife seien viele Mitglieder von steigenden Selbstbeteiligungen und stetig steigenden Prämien ( in der Sendung ein Beispiel von über 20 % in einem Jahr - wtf ?) irgendwann finanziell überfordert.

Ich finde es schwer zu beurteilen, was Propaganda ( auch seitens der GKV-Lobby) ist und was nicht... mal abgesehen von den Kosten muß man sich auch fragen, ob die med. Versorgung der PKV entschieden besser ist - die zahlen nämlich mitnichten "alles" sondern prüfen analog zum MDK über ihre Prüfärzte auch sehr genau, welche Kosten sie übernehmen und welche nicht.

Muriel
29.01.2012, 17:31
Und gerne genommen sind dann auch Unterstellungen dem Arzt gegenüber wie falsche Rechnungsstellung, weil angeblich Leistungen ja gar nicht erbracht wurden. Dieser Papierkrieg mit so manchen privaten Versicherungen ist teilweise wirklich die Pest.

JJ*
29.01.2012, 17:48
Was für mich gegen die PKV spricht und was auch immer in den entsprechenden Beiträgen in der Finanztest auftaucht ist vor allem die fehlende Familienversicherung. Das Problem wurde hier im Thread ja schon von emergency doc angesprochen, das kann schnell ganz schön teuer werden.

gnuff
29.01.2012, 20:59
Seit wir nach dem 2.Stex beim Rauskommen von gefühlt 2000 Versicherungsvertretern überfallen wurden, habe ich haufenweise Freunde und Kollegen erlebt die es bitter bereut haben zu einer PKV gewechselt zu haben. Mein erster Chef hat es als eine der dümmsten Ideen seines Lebens bezeichnet...

GOMER
29.01.2012, 22:58
Bei vielen im Süden zieht das "ich bin Kollege" nicht mehr, in den kleinen Fächern (Auge, Haut, etc.) bekommt man nur noch als Privater einen Termin bevor die ungeborenen Kinder Abitur haben, so zumindest meine Erfahrung.