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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schüler fragen Examinierte ...



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Intensivling
30.08.2004, 14:49
Hallo Forum,

ich möchte hiermit einen Thread eröffnen der es ermöglicht, unseren Schülern mit Rat und Tat bei Fragen oder Problemen zu helfen.
Schon oft hab ich hier beim Forum durchstöbern gelesen, wie Schüler-/innen ihre Fragen / Problematiken kund taten, aber im Gewirr der vielen Beiträge ist es immer wieder untergegangen.

Hier soll es nun diskutiert und geholfen werden !

Also bitte hier OHNE SCHPAM ! :D

Und nun ran an die Tasten liebe Gesundheitskrankenpfleger/-innen in Ausbildung ..... wir helfen euch gerne .... *lächel*

Hörbird
30.08.2004, 18:19
Original geschrieben von Intensivling


Und nun ran an die Tasten liebe Gesundheitskrankenpfleger/-innen in Ausbildung ..... wir helfen euch gerne .... *lächel*

Darf ich auch ? Bin noch einer von der alten Sorte, die nur Krankenpflegeschüler nennen ( um dann nach dem Examen Gesundheits- und Krankenpfleger zu heißen:confused: )

Meine Frage: Wir haben bereits im Unterkurs eine Einführung in dei Pflegediagnosen bekommen.

Inwieweit wird das im Pflegealltag gebraucht ?
Bei uns im haus findet nicht einmal die Pflegeplanung in der Praxis statt....

Intensivling
31.08.2004, 14:35
Hmmm....

Also bei uns sind Pflegediagnosen zwar in der Planung, bis jetzt liefen allerdings nur Studien auf Station.
Ich persönlich stehe dem ganzen noch etwas skeptisch gegenüber denn ich glaube nicht das es über kurz oder lang sinnvoll ist.
Was z.B. bringt es wenn eine Intensivstation Pflegediagnosen aufstellt und danach arbeitet wenn es auf den peripheren Stationen wegen Zeitmangel nicht mehr weitergeführt wird ???

Nun ja ... vielleicht wird ja doch alles mal anders .... :D:D:D

RS-USER-rettungshamster
31.08.2004, 16:39
Ich kann mich Intensivling in dieser Sache auch nur anschließen....Pflegediagnosen werde bisweilen noch ziemlich diskutiert. Aber es ist noch nicht dermaßen ausgereift als das es in der pflegerischen Praxis einzug gehalten hätte.

Rettershrek
01.09.2004, 06:45
OJE!!!

Ich muss mal widersprechen!!! So leid es mir tut!!!
Ich finde die Pflegediagnosen sehr sinnvoll! Wenn sie richtig angegangen werden! Gar kein schlechter Ansatz ist es in dem KH, in dem ich derzeit meine Brötchen verdiene! Es gibt ein Diagniseblatt (eben auch eins für Pflege) und Du machst ein Datum und Dein HZ dahinter, wenn sie zutrifft! Nun muss ich leider zugeben, dass ich nicht genau weiß, ob es auf "Normalstation" so weitergeführt wird, ... denke aber ja, ... da es wirklich GANZ simpel gehalten ist!!
Dann ist es auch nicht so schlimm! Man geht ja eh MINDESTENS ein mal (i.d.R. ja öfter) die Kurve komplett durch, ... da schaut mal dann schnell drüber und kann seinen "Hermann" "willhelm" oder wie auch immer dahinter setzen!! (meinetwegen auch "luise", "Ilse", "Mathilde" oder wie auch immer)
Aber was das angeht, läuft es bei "uns" eh ganz gut, da eine Pflicht auf die Anamnese und auch eine Pflicht auf ne folgende Planung besteht (soweit möglich in der Pflegedoku, ... was weiterführend ist auf ner spez Pflegeplanungsseite! Und wehe Dir, wenn da mal ne Pflegevisite stattfindet und da steht bei bestehenden Problemen nix!!!)

Manchmal etwas lästig, ... aber da ich das Prinzip VOLL unterstütze und gut finde, bin ich natürlich dabei!!!

ES GEHT SCHON!!!

Shanaria
01.09.2004, 08:18
Pflegediagnose sagt mir so jetzt leider nichts.. wenn dabei die Erhebung gemeint sein sollte: Das haben sie eingeführt und gleich wieder abgeschafft.. wir schreiben die Pflegeplanung, sobald als möglich, da geht es auch mal gemischt daher, wenn der Patient im Spätdienst aufschlägt und man noch nicht sagen kann, ob er am nächsten morgen z.b. keine Bettruhe mehr hat und somit mehr machen kann.. vom Prinzip her ist das ne gute Sache, so kann jeder Kollege jeden Patienten pflegen, Probleme bereiten mir nur die Formulierungen.. wenn ich z.B. schreibe: Beobachtung und Dokumentation der dekubitusgefährdeten Körperstellen... also ich denke mal, daß jeder dann weiß, was ich meine, aber auf meiner derzeitige Station wollen sie die auch noch aufgezählt haben. Aber da kann sich doch auch mal was ändern.. manchmal hab ich das Gefühl es dient zum hochkategorisieren... aber sowas denkt man ja nur....

RS-USER-Claudi
01.09.2004, 08:21
Original geschrieben von Hörbird


Meine Frage: Wir haben bereits im Unterkurs eine Einführung in dei Pflegediagnosen bekommen.

Inwieweit wird das im Pflegealltag gebraucht ?
Bei uns im haus findet nicht einmal die Pflegeplanung in der Praxis statt....

Kommt (wie immer, wenn es um die Qualität der Pflege geht) sehr darauf an, in welchem Krankenhaus (bzw. welcher Station) du arbeitest. In manchen wird es mit Erfolg gut angewandt (gute Fachkenntnisse sind natürlich unbedingt Voraussetzung!), in manchen überhaupt nicht, weil es angeblich zu viel Arbeit macht. Wie wir wissen, macht alles "Neue" erst einmal viel Arbeit... :-p Dort wo es praktiziert wird, ist es bei den Pflegenden so in Fleisch und Blut übergegangen, das es zeitmäßig kein Thema ist.
Wie es in Altenheimen aussieht, weiß ich nicht. Würde ich mit dem "gemeinen" Krankenhaus nicht unbedingt vergleichen.
Meine unerhebliche Meinung: Zur guten Pflegeplanung gehören auch die Pflegediagnosen, wenn beides fachgerecht und kontinuierlich angewendet wird. Also: Schön lernen - wer weiß, ob du es mal brauchst. ;)
Ansonsten hat Rettershreck absolut Recht. Wenn es richtig angegangen wird, ist es absolut sinnvoll!

Shanaria
01.09.2004, 08:22
Ich hab da auchgleich noch ne Frage: Bei der Problematik der Orientierung habe ich jetzt 3-fach oder 4 -fach orientiert geschrieben. dreifach ist ja klar und bei vierfach kommt noch die situative Orientierung dazu.. is das nun falsch oder richtig oder undefiniert oder muß ich das aufspalten?? HÜLFÄ! Anm. meine Schule sagt: nicht definiert also falsch....geht mir aber nicht ganz ein, blos weil sich da noch keiner nen Kopf drum gemacht hat...

RS-USER-Claudi
01.09.2004, 08:42
Original geschrieben von Shanaria
.. manchmal hab ich das Gefühl es dient zum hochkategorisieren... aber sowas denkt man ja nur....
zumindest gehen Pflegeplanung und die Kategorisierung Hand in Hand. Letztendlich dient das ganze ja auch dazu die Pflegebedürftigkeit des einzelnen zu ermitteln und auch nachzuweisen. Nur so kann man (z. B. in der häuslichen Pflege) die Kostenübernahme begründen und nachweisen. Pflegediagnosen beschreiben den Pflegebedarf.

Der große Widerstand in vielen Häusern ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass es sich um eine "Veränderung" handelt. Und dann auch noch um eine, die professionelles Fachwissen voraussetzt. (o Gott o Gott) :rolleyes:
Dabei handelt es sich im Grunde nur um die Dokumentation von den Dingen, die gute Pflegende schon immer "getan" und "gedacht", aber nicht schriftlich fixiert haben.

Shanaria
01.09.2004, 09:00
Aber sollte das Prinzip der Pflegediagnose und Pflegeplanung denn dann nicht in jedem Bereich der Pflege, sei es häuslich oder Seniorenheim Einzug halten? Ich hab in beiden Bereichen vor der Ausbildung gearbeitet.. und es war nur ein Abzeichnen zur Kostendeckung. Ich habe mit Kolleginnen gearbeitet, die wie die Jungfrau und ohne Kenntnisse zur Pflege gekommen sind und ihre eingefahrenen Pflegeprozesse mit "30 Jahren" Erfahrung begründet haben.. diese Generation muß erstmal "aussterben" (nicht böse gemeint)...sonst wird das nie was mit professioneller Pflege..aber wir steuern mit so manchem Modell, (1 examinierte der Rest Helfer) wieder genau in diese Richtung...das macht mir schon Angst..

nefgeländefahrer
01.09.2004, 09:04
soll nicht böse gemeint sein, aber ich finde in den schnittstellenbereichen ah / kh/RD/änd/NA sollte noch ein sprachkurs angebracht werden um sich miteinander zu verstehen, die deutsche sprache ist in diesen bereichen leider selten geworden....

Shanaria
01.09.2004, 09:22
hallo nef.. ich denke mal, daß nimmt hier niemand böse auf, aber es liegt auch an den Pflegebildern, die vermittelt werden.. ich bin nun keine "Schwester Steffanie", aber ich gehöre zu den Menschen, die immernoch glauben, daß ein gutes Gespräch viel bei der Genesung helfen kann und wenn man nur mal so das eine oder andere rausfindet, was einem sonst ein Patient nicht erzählen würde.. dazu bleibt in der Regel aber zuwenig Zeit..Kolleginnen, z.b. aus der Ukraine mit denen ich zusammengearbeitet habe, gerade im Seniorenheim, hatten zwar nicht die fundierte Ausbildung, haben aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles getan, um den Bewohnern das Leben noch halbwegs würdig zu gestalten, aber Pflegeproblemtaiken diskutieren war schier unmöglich...

RS-USER-Claudi
01.09.2004, 12:29
Original geschrieben von Shanaria
Aber sollte das Prinzip der Pflegediagnose und Pflegeplanung denn dann nicht in jedem Bereich der Pflege, sei es häuslich oder Seniorenheim Einzug halten?
ja natürlich. Ich wollte auch nur sagen, daß sich die Pfegediagnosen/-planungen in diesen Bereichen sehr unterscheiden. Die Ziele sind einfach andere. Letztendlich soll es schließlich in Richtung "professionellere" Pflege gehen. Drum auch die neue Gesetzgebung. Nur klappt das eben nicht, wenn niemand bereit ist, altes zu überdenken und neues auszuprobieren. Ohne Teamwork ist in der Pflege gar nichts möglich. Ist einfach so. Und vor Veränderungen haben viele Angst - einmal dem nicht mehr gewachsen zu sein und natürlich mit der Arbeit nicht fertig zu werden. Oft hört man "was sollen wir denn noch alles tun?"
Für gute Pflege braucht es halt nicht nur ausreichend Personal und vor allem gut ausgebildetes Personal sondern auch ausreichend Engagement. Es soll tatsächlich noch Stationen geben, wo morgens noch bei allen Patienten RR/Puls/Temp kontrolliert wird. Egal in welchem Fachbereich. Solange solche Rituale nicht tot zu kriegen sind, sehe ich schwarz.

Shanaria
02.09.2004, 08:41
:D das mit dem morgendlichen Kontrollgang ist mir irgendwie bekannt.. vielleicht ein Tribute an die "alte Schule"??? Aber ansonsten ist die Station auf der ich jetzt gerade eingesetzt bin wirklich fit. Die haben als erste die 7,7 Stunden eingeführt, Aufgaben umdeligiert und können damit ganz gut die Überstunden eindämmen, bzw. abbauen... Ich seh ja auch ein, daß der dortige Mentor uns Schülern gleich die richtige Pflegeplanung beibringen will, aber er sollte bei seinen eigenen Leuten auch mal hingucken...man empfindet es einfach als unfair, daß andere es sich leicht machen, während man selber für "dekubitusgefährdete Stellen" zusammengesäckelt wird.

Hörbird
02.09.2004, 14:24
Hallo,

Nun will ich meine Meinung auch mal kundtun, nachdem ich schließlich auch die Frage gestellt hatte.

Wie gesagt, habe ich mich gefragt, was das bringt. Die Pflegediagnosen sollen ja den Pflegeprozeß ergänzen bzw erleichtern.

Das Problem, das wir in Deutschland damit haben: es liegen bisher nur die nach US-amerikanischen Standarts Pflegediagnosen vor ( Und USA hat eine ganz andere Pflegeauffassung wie wir Deutschen ( z.B. Lunge abhorchen ist bei uns nunmal Arztaufgabe) Handbuch Pflegediagnosen- Das Buch zur Praxis von Majory Gordon

Außerdem, und das ist ganz wichtig, und wurde ja hier bereits angesprochen, werden nicht in allen Häusern und Stationen überhaupt eine Pflegeplanung schriftlich gemacht. Es hat sich, obwohl es bereits im Gesetz verankert ist, noch kaum durchgesetzt.

Würde es diese Vorraussetzung überall geben, könnte ich mir es als sehr sinnvoll vorstellen - auch wenn es sicherlich einige Ärzte geben wird, die das wieder als übertriebene und überhebliche Tun der Pflegekräfte ansieht....
:rolleyes:

Nur momentan sind wir in Deutschland noch weit davon entfernt, denke ich. Und damit habe ich Bedenken.... :(

Gruß Hörbird

RS-USER-Claudi
02.09.2004, 17:21
Original geschrieben von Hörbird


Wie gesagt, habe ich mich gefragt, was das bringt.

Außerdem, und das ist ganz wichtig, und wurde ja hier bereits angesprochen, werden nicht in allen Häusern und Stationen überhaupt eine Pflegeplanung schriftlich gemacht. Es hat sich, obwohl es bereits im Gesetz verankert ist, noch kaum durchgesetzt.

Würde es diese Vorraussetzung überall geben, könnte ich mir es als sehr sinnvoll vorstellen ...

Das sind nun genau die Argumente, die vorgebracht werden, um es unter dem Strich nicht auf Station einzuführen. Nur muß mal jemand damit anfangen - sonst wird es nie was ;)
Es heißt oft: Die und die machen es auch nicht. Aber das ist doch kein Grund es im eigenen Haus/Station nicht zumindest mal auszuprobieren. Vielleicht mal ein Jahr und dann sehen, ob es was bringt oder nicht. Die Standards für die Pflegediagnosen kann man auch selbst erarbeiten. Jeder hat mal klein angefangen. Und ja - wie ich schon sagte: Ohne Teamwork geht nichts in der Pflege. Gar nichts.

Hörbird
02.09.2004, 17:25
Mit den Vorraussetzungen meinte ich die Pflegeplanung. Ohne die können wir kaum die Pflegediagnosen einsetzen.

Da, wo Pflegeplanung stattfindet soll natürlich auch die Pflegediagnosen eingesetzt werden.


Jeder hat mal klein angefangen. Und ja - wie ich schon sagte: Ohne Teamwork geht nichts in der Pflege. Gar nichts.
Wie recht Du hast !

Shanaria
04.09.2004, 08:17
Moin zusammen... also ich hab vorgestern gewagt, das mit den Pflegediagnosen auf der Station anzusprechen: erstens. bin cih Schüler und sollte mich gefälligst um bessere Pflegeplanungen kümmern und zweitens: Diagnosen sind Arztsache! Boing! Ich stell mich demnächst mit "Schülerin S. - Fußabtreter" vor... und ich spreche nicht undeutlich.. daran kanns nicht gelegen haben..was folgte war eine Tirade von "Was sollen wir denn Deiner Meinung nach noch alles machen bis hin zu "nicht durchführbar".... :(

Hörbird
04.09.2004, 12:45
Original geschrieben von Shanaria
Moin zusammen... also ich hab vorgestern gewagt, das mit den Pflegediagnosen auf der Station anzusprechen: erstens. bin cih Schüler und sollte mich gefälligst um bessere Pflegeplanungen kümmern und zweitens: Diagnosen sind Arztsache! Boing! Ich stell mich demnächst mit "Schülerin S. - Fußabtreter" vor... und ich spreche nicht undeutlich.. daran kanns nicht gelegen haben..was folgte war eine Tirade von "Was sollen wir denn Deiner Meinung nach noch alles machen bis hin zu "nicht durchführbar".... :(


Diagnosen sind Arztsache! :D

Genauso hatte ich soetwas erwartet. Hier muß ich echt mal meine intensiv loben, die bereits Kinästhetik und sogar per PC Pflegediagnosen einsetzt. Aber die Station ist ne echte Ausnahme ! Leider....

Tja, so siehts leider aus in Deutschland.....:(

RS-USER-rettungshamster
10.09.2004, 20:27
Original geschrieben von Rettershrek
OJE!!!


Ich finde die Pflegediagnosen sehr sinnvoll! Wenn sie richtig angegangen werden!


Das mag ja alles schön und gut sein - aber was nutzt das einem wenn es an Transfer in die Praxis fehlt ? :(
Ich habe bisweilen noch von keiner Einrichtung gehört (ich spreche hier jetzt von den Einrichtungen in denen sich meine Kurskollegen befinden) welche mit Pflegediagnosen arbeitet.

Und wenn das bei euch funzt - ist das doch sehr erfreulich. Anderen bedarf es eben mehr Zeit ;) Und es ist ja nicht so, als ob alle Kollegen dem abgeneigt wären. Und aus dem Ärmel schütteln kann man solch eine Umstrukturierung auch nicht wieder