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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Es ist kein Feuer mehr da. Kein Motivation. Was nun?



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Feuerblick
08.06.2014, 11:53
Wenn er beginnt etwas für seinen Körper zu tun, wird er mit der Zeit immer weniger und im Idealfall nicht mehr brauchen. Wer nicht bereit ist etwas zu tun, vergnügt sich auf Kosten anderer. Wie man es am besten umsetzt ist eine Frage, so wie es heute läuft, ist es eher ein langsames töten des Patienten, weil man ihm keine Motivation gibt etwas zu ändern.
Wieso auch? Wenn es auch paar Pillen tun? Und das! hat nichts mehr mit Medizin zu tun.Is klar.... Nochmal: Du hast KEINE Ahnung :-wand

WackenDoc
08.06.2014, 12:04
Vielleicht wäre ja Heilpraktiker, Coach, Lebensberater etc. was für dich.

Fr.Pelz
08.06.2014, 12:16
Ich denke Feuerblick hat es sehr gut erkannt. :-top

Natürlich ist es frustrierend, incomplianten Patienten zu begegnen (Auslassen von Vorsorgeuntersuchungen gehört ja genauso dazu). Aber 1. machen die nicht den Großteil aus. Du wärst erstaunt, wie dankbar Patienten manchmal sind, wenn man ihnen nur rät, bei Sodbrennen mit erhöhten Oberkörper zu schlafen...oder ihnen einfach nur zuhört... Man muss halt lernen, diese Lichtblicke zum Ausgleich zu nehmen für diejenigen, die nicht zuhören.
2. Muss man sich eben abgrenzen. Auch die, die nicht zuhören, stoisch weiter aufklären (manchmal höhlt ja steter Tropfen doch...) und behandeln. Es ist ja nicht dein Leben, das da kaputtgefressen wird...es ist nur ein TEIL deiner ARBEIT.
Und wenn du einem Kollegen begegnest, der deiner Meinung nach "zuviel durchgehen lässt", dann diskutier das doch mit ihm. Jeder arbeitet ja anders und Austausch ist immer gut.
3. Gibt es viele Gebiete in der Medizin, in denen incompliante Patienten kaum eine Rolle spielen.

Ich weiß auch keinen konkreten Rat für dich, außer eben Kompromisse zu akzeptieren, denn egal wofür du dich beruflich entscheidest, die wird es überall geben. Selbst freischaffende Künstler mit genug Geld stoßen an irgendwelche Grenzen... Hochleistungssportler müssen mit Verletzungen klarkommen...Manager müssen sich mit Betriebsräten rumschlagen :-D

Kackbratze
08.06.2014, 12:53
Bist Du demotiviert, weil deine Bekannten so gesund sind, oder weil Du in den letzten Klausuren keine 1 mehr geschrieben hast?
Ich bin da nicht so sicher, deswegen frage ich mal nach.

Nessiemoo
08.06.2014, 17:56
Oder einfach unfallchirurg werden ^^ Da muss man auch keine Pillen verschreiben. Oder Anästhesist.

Rico
08.06.2014, 22:25
Nur mal noch so 2cent zum Diabetes:
Abgesehen davon, dass die Idee, einem in Bezug auf die Lebensstilntervention incomplianten Patienten die Pharmakotherapie vorzuenthalten in höchstem Maße unethisch ist (primum non nocere - da war doch was) hat der Patient schlicht und ergreifend das Recht, sich für eine Therapie seiner Wahl zu entscheiden, bzw. eine Therapie auch abzulehnen. Und dann darf man als Arzt nicht mimimi machen, sondern muss eben die nächstbeste Therapie anbieten.
Dazu kommt noch, dass längst nicht alle Patienten - auch bei intensiver Intervention - von der Lebensstiländerung profitieren. Hier gibt es - wie bei jeder medizinischen Maßnahme incl. Pharmakotherapie - Nonresponder. Und das sind nicht wenige, je nach Studie profitiert teilweise nur ein Drittel der Patienten/Probanden. Siehe hierzu auch (wegen nicht Erreichen des primären Endpunkts) abgebrochene Lebensstilinterventionsstudien wie LookAhead oder Studien, die nach Prädiktoren für eine erfolgreiche Lebensstilintervention gefahndet haben wie TULIP.

Vor diesem Hintergrund sei ausdrücklich davor gewarnt, Typ-2-Diabetiker per se als oligocompliant anzusehen, es kann zwar eine Lebensstiländerung eine Verbesserung des Zuckerstoffwechsels bringen, muß aber nicht. Ist halt eine hochkomplexe, multifaktorielle Erkrankung für die es kein Patentrezept gibt.

Und Ernährungsberatung ist übrigens abrechenbar, z.B. auch im Rahmen eines DMP oder auch durch einen Diabestberater/Ernährungsberater. Rezeptausdrucken bringt nix extra...

EVT
09.06.2014, 01:58
Werde doch Personal Trainer, dann kommen die Leute zu dir, weil sie sich mit dir quälen wollen, nur durch Sport, keine Medikamente. Wobei es da in Bodybuilderkreisen auch bestimmt andere gibt ;-) Mit einem Medizinerbackground klingt das dann auch alles sofort fundierter, was du so anbietest.
Oder sonst was, wo du super drin bist und die Leute deshalb genau zu dir kommen und deinen Ratschlag haben wollen.
Nur wird das in der Medizin ein paar Jährchen dauern.
Es sei denn, du erfindest ein neues Konzept und wirst damit erfolgreich wie Dr. Pape oder Dukan etc.
Das wird dann aber wohl alles im Selbstzahlerbereich sein.

Fritzi123
11.06.2014, 21:02
Ja, der Beitrag von Medimel toppt alles was ich bisher gehört oder gelesen hab. Auch als "Psychologe" oder Sektenführer, oder sogar als Arzt sollte man nicht denken alles zu wissen, denke die Verantwortung hat man vor allem als Arzt.... ;)

Naja das Ich/Gott Klischee könnte man denke ich auf Dauer auf ziemlich viele Leute übertragen ;)

Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 21:55
Dann würde ich dir empfehlen, dicke Kissen zu kaufen, damit die Landung in der Realität nicht so weh tut..... Naklar kriegt der Diabetiker erst wieder Medis wenn er im Koma ist, ist dann ja notfall......sonst gehts dir aber gut?

Ich weiß genau was du meinst und das kann auch nicht der richtige Weg sein. Dennoch finde ich, dass man einen Weg finden muss um diesen Wahnsinn von schnellen Pillen zu durchbrechen. Es kann nicht sein, dass man haufenweise Kohle in Menschen pustet und diese selbst nicht mal einen Finger krumm machen wollen. Das macht mich traurig und wütend zu gleich. Es geht ja schließlich nicht um meine Gesundheit, aber dennoch quält es mich und ich finde es auch eine Frechheit das diese Menschen sich so gegenüber der Gesellschaft verhalten. Es spricht sicher nicht gehen paar Bier oder mal nen Burger, aber diese Menschen haben Lebensmittel mit Genussmitteln ausgetauscht (zumdindestens oft).

Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:00
So ein Unfug! Sorry, aber hast du überhaupt eine Ahnung, wie das System funktioniert? Die Kasse zahlt nur für Privatpatienten jeden einzelnen Schritt, den du tust. Für Kassenpatienten gibts die Quartals-Flatrate, bei der es gänzlich egal ist, ob du ihnen Pillen aufschreibst oder nur das Händchen hältst... Und ob und wieviel du obendrauf machst (und wieviel davon anrechenbar ist), ist immer deine Entscheidung. Ob dir Kasse Ernährungspläne zahlt, musst du halt rausfinden. Und die notwendige Qualifikation dafür erst mal aufweisen. Das wird aber der allerkleinste Teil des Klientel sein. Oder willst du einer 80jährigen mit Bluthochdruck Sport empfehlen? Oder der 70jährigen mit Hüftschaden weismachen, dass alleine die Gewichtsreduktion ihre Schmerzen kuriert? Oder dem Glaukompatienten erzählen, dass Entspannungsübungen alleine reichen, um den Sehnervenschaden zu verhindern? Du solltest dringend erst mal mehr über die Medizin und den Alltag lernen, bevor du urteilst. Denn noch hast du keine Ahnung...
Was deine Einstellung zum Durchschnitt angeht: Dummerweise wirst du in deinem Leben mit viel mehr durchschnittlichen Menschen zu tun haben, als du glaubst. Also komm von deinem hohen Ross runter und leb damit, dass auch du nicht immer Überflieger sein kannst oder such dir um Himmelswillen einen Beruf, in dem du nichts mit Menschen zu tun hast. Denn du bist offensichtlich nicht in der Lage zu akzeptieren, dass es auch andere Wege gibt als den, den du als den vermeintlich richtigen Weg ansiehst. Wer auf einem hohen Ross sitzt, der wird nie in der Lage sein, den normalen Menschen irgendwas zu raten. :-nix
Kurz: Für mich bist du einfach nur frustriert, weil du lernen musst, dass du nicht perfekt bist. Und nun suchst du eine Ausrede, um hinschmeißen zu dürfen.

@Coxy: Ein Kissen wird nicht ausreichen....

Durchaus würde ich das tun. Das tat der Kardiologe meines Vaters und ihm geht es besser als je zuvor. Mit 80 ist er mehr in Bewegung als 80 % der heutigen Gesellschaft. Traurig.

Ums perfekt ging es mir nie. Ich wollte immer ein guter Arzt werden und habe dementsprechend viel Wert darauf gelernt wirklich etwas zu lernen und nicht nur auswendig zu lernen und gute Noten zu bekommen. Rettungsdienst hat genauso dazugehört, wie alles andere. Da habe ich wohl das meiste gelernt und nicht in der Uni.

Solara
11.06.2014, 22:00
Nochmal die Frage: gilt das gleiche für Sportler und Motorradfahrer, die bewusst Hohes Risiko in Kauf nehmen und teils schwerste Verletzungen mit hohen Kosten verursachen?

Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:01
Ist also genauso umzusetzen wie bei Rauchern, Menschen die jemals Alkohol trinken, Basketballspielern und sonstigen Spotrler, Moutainbikern, Skifahrern und nicht zu vergessen, den Motorradfahrern.
Alles Verhalten schädlich gegenüber dem eigenen Körper und sollten demnach erst behandelt werden, wenn sie glaubhaft abgeschworen haben.

Du verwechselst da was. Sport sollte man nicht mit Drogenkonsum gleichsetzen.

Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:02
Nochmal die Frage: gilt das gleiche für Sportler und Motorradfahrer, die bewusst Hohes Risiko in Kauf nehmen und teils schwerste Verletzungen mit hohen Kosten verursachen?

In der Regel bleiben diese Menschen länger gesund und auch im hohen Alter, weil das Kreislaufsystem nicht abkackt und der BZ nichts ins unermäßlich schiesst.

Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:03
Ich denke Feuerblick hat es sehr gut erkannt. :-top

Natürlich ist es frustrierend, incomplianten Patienten zu begegnen (Auslassen von Vorsorgeuntersuchungen gehört ja genauso dazu). Aber 1. machen die nicht den Großteil aus. Du wärst erstaunt, wie dankbar Patienten manchmal sind, wenn man ihnen nur rät, bei Sodbrennen mit erhöhten Oberkörper zu schlafen...oder ihnen einfach nur zuhört... Man muss halt lernen, diese Lichtblicke zum Ausgleich zu nehmen für diejenigen, die nicht zuhören.
2. Muss man sich eben abgrenzen. Auch die, die nicht zuhören, stoisch weiter aufklären (manchmal höhlt ja steter Tropfen doch...) und behandeln. Es ist ja nicht dein Leben, das da kaputtgefressen wird...es ist nur ein TEIL deiner ARBEIT.
Und wenn du einem Kollegen begegnest, der deiner Meinung nach "zuviel durchgehen lässt", dann diskutier das doch mit ihm. Jeder arbeitet ja anders und Austausch ist immer gut.
3. Gibt es viele Gebiete in der Medizin, in denen incompliante Patienten kaum eine Rolle spielen.

Ich weiß auch keinen konkreten Rat für dich, außer eben Kompromisse zu akzeptieren, denn egal wofür du dich beruflich entscheidest, die wird es überall geben. Selbst freischaffende Künstler mit genug Geld stoßen an irgendwelche Grenzen... Hochleistungssportler müssen mit Verletzungen klarkommen...Manager müssen sich mit Betriebsräten rumschlagen :-D

Zur 3.
Sag mir mal paar Beispiele. Aber bitte nicht Radiologie oder Mibi oder so :)

Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:04
Bist Du demotiviert, weil deine Bekannten so gesund sind, oder weil Du in den letzten Klausuren keine 1 mehr geschrieben hast?
Ich bin da nicht so sicher, deswegen frage ich mal nach.

Nö meinen Bekanntes gehts bestens und mir auch. In den Klausuren hatte ich übrigens selten eine 1. Um Noten ging es mir in meinem Leben nie.

Solara
11.06.2014, 22:04
Du verwechselst da was. Sport sollte man nicht mit Drogenkonsum gleichsetzen.

Aha, Sport ist also immer gut?
Wie gehst du mit den diversen, von mir oben genannten Gruppen um, gerne auch mit differenzierter Antwort - die Gruppen sind übrigens bewusst in dieser Reihenfolge und Unterschiedlichkeit gewählt.
Also nix mit verwechseln, da machst du es die dann doch etwas zu einfach mit der Antwort ...

Coxy-Baby
11.06.2014, 22:05
Du solltest dir das mit dem Studium überlegen, einigen Aussagen von dir finde ich schon pathologisch, leute die Hilfe wollen sollen sie bekommen, egal was du meinst was Ihnen zusteht.... Einem 60 Jährigen Raucher erzähl ich auch, dass er aufhören soll, muss aber auch anerkennen dass mir diese Worte leicht über die Lippen gehen, da ich noch nie geraucht habe und genau das sag ich auch so, ist mit Alkohol das gleiche. Aber ich würde nicht im Lebtag auf die Idee kommen dem irgendwas vorzuenthalten an Therapie....... leben und leben lassen.....

Solara
11.06.2014, 22:06
In der Regel bleiben diese Menschen länger gesund und auch im hohen Alter, weil das Kreislaufsystem nicht abkackt und der BZ nichts ins unermäßlich schiesst.

Ernsthaft? Das ist deine Antwort??
Auweia, da ist es noch ein weiter, weiter Weg bis in die Wirklichkeit ...

Jemine
11.06.2014, 22:07
Nunja, mein Kreislauf mag ja gut sein aber ich hab durch meinen Leistungssport wahrscheinlich schon wesentlich mehr gekostet :-nix

Warum scherst du eigentlich "alle" so über einen Kamm? Ich finde deine Überlegungen (teilweise) nachvollziehbar und sinnvoll aber
a) kannst du nicht die Menschheit im Ganzen verändern, sondern vielleicht beim ein oder anderen das Gesundheitsbewusstsein fördern, das wäre ja auch schonmal was
b) sind nicht alle so, sondern viele sind auch sehr Gesundheitsbewusst
c) warum ziehst du dich an denen nicht so hoch, wie du dich an den "Schlechten" grad runterziehst? Da hättest du bestimmt mehr von ;-)

Ich:1-Gott:0
11.06.2014, 22:09
Da ist jemand verzweifelt und weiß nicht, was er tun soll, schreibt sich hier etwas von der Seele und dann kommt sowas. Großes Kino.


Lieber Ich:1-Gott:0
Hast du denn das Gefühl, dir geht es schlecht, weil dich das Studium nicht mehr reizt oder dass dich das Studium nicht mehr reizt, weil es dir derzeit nicht gut geht? Finde es ist immer etwas schwierig an dieser Stelle zu differenzieren, weil es manchmal schwammig ineinander übergeht.
Fände es sehr schade, wenn man dich als Mediziner verlieren würde, habe dich immer sehr enthusiastisch hier im Forum erlebt,als ich noch gar nicht angefangen habe. Wie wärs, wenn du dir nach diesem horrorsemester wirklich ein fach mal 1 oder 2 freisemester nimmst und dann entscheidest, ob du der Medizin endgültig den Rücken kehrst?
Du bis doch ein kluger Kerl, Pharma kriegst du schon irgendwie überstanden - davon bin ich fest überzeugt.
Wünsch dir wirklich von Herzen alles Gute

Schwer zu sagen. Ich habe das Gefühl das es dadraussen mehr Sachen gibt die mir Freude bereiten als die Medizin. Früher war das anders.
Pharma werde ich hoffentlich packen, denn derzeit geht es gut voran und macht sogar Spass. Das hatte ich bisher nicht oft.
Ich werde dieses Semester durchziehen und dann ne Pause machen um zu sehen, wieso ich überhaupt Medizin studieren wollte.

Vielen Dank für alles:-top