Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zeitpunkt zum Aufklären für PDKs zur Entbindung
Moorhühnchen
23.04.2015, 19:14
Ich versteh's nicht, dazu muß es doch Studien geben! *kopfschüttel*
Zum Thema Indikationsstellung durch den diensthabenden Gynäkologen: sicher eigentlich der richtige Weg und tagsüber auch machbar. Aber nachts würde ich mich tatsächlich scheuen, die Diensthabende anzurufen und herbeizuzitieren, um eine "Notfallindikation" für die PDK-Anlage zu dokumentieren. Das muß doch auch einfacher, aber trotzdem "rechtlich sicher" funktionieren. Also meine eigene Einschätzung, daß die Patientin ihn aufgrund starker Schmerzen, aufgrund des eigenen Wunsches oder wegen Geburtsstillstand benötigt, müßte doch auch ausreichende sein, oder liege ich da falsch?
Warum machen WIR uns eigentlich immer Gedanken, ob man jemanden nicht stören soll / darf / muss? Die Hebamme stört mich doch auch ohne vorher Rücksprache mit dem Gynnie zu halten, oder? Werdet ihr von der Stationsöse der Chirurgen angerufen, dass ein Patient einen ZVK oder eine neue Nadel braucht? Da wird doch auch erst der Chirurg angerufen und soll es selbst versuchen. Scheitert er, komme ich gerne, wenn er mich darum bittet. Aber wenn der Aufschneider weiterschlafen darf, und sofort meine Nummer gewählt wird, dann werde ich ösig. Das Gleiche gilt für den Kreisssaal. Der Gynnie sollte doch eh informiert werden, wenn mit der Geburt irgendwas aus dem Ruder läuft. Und dann kann er auch um die Anlage eines PDK bitten.
:-meinung
Zumal ich höchstwahrscheinlich von keiner Seite Rückendeckung für solche Forderungen kriegen würde - wie gesagt, mein Chef ist ja der Meinung, das klappt schon immer so und auch die älteren Kollegen haben sich mit der Situation gut arrangiert. Mein eigentlicher Favorit, die Aufklärung zur KRS-Anmeldung, wird sich da in den nächsten Jahren ganz sicher nicht durchsetzen!
Kommt drauf an, wenn man die Beteiligten nur genug nervt, z.B. durch o.g. Vorgehensweise, kann man da schon Einfluß nehmen...
Noch ne Geschichte nebenbei, die mir meine Kollegin heute erzählt hat: neulich nachts im WE-Dienst wurde sie nach erfolgter PDK-Anlage von der Hebamme darauf angesprochen, daß in einer Stunde ein weiterer PDK zu legen sei (nachts um 2, nachdem sie schon den kompletten Tag durchgearbeitet hatte). Auf die Frage, warum man das nicht gleich machen könne, wurde geantwortet, es sei noch zu früh, es fehle noch ein Zentimeter.......
Am Ar$$$ ein Zentimeter! Das ist so ungefähr wie damals, als die Ambulanzschwester um 3 (!!!!) Uhr anrief, dass die Plastiker um 6(!!!) Uhr operieren wollen, weil die Patientin DANN nüchtern wäre! Da bin ich um 3 Uhr wirklich aufgestanden. Aber auch nur, um in die Ambulanz zu gehen und sehr laut zu werden. Und um dann zu entscheiden, dass wir JETZT einen Plexus ax. machen und sofort operieren... :-wand
Ganz ehrlich: entweder sofort legen oder Anlage ablehnen. Aber so wie meine Kollegin ne Stunde ins Bett legen, um sich ne Stunde später wieder wecken zu lassen, käme mir nicht in die Tüte!! :-dagegen
So ist das! Jetzt oder morgen früh. Oder der Gyn machts selbst. Entscheiden sie JETZT! ;-)
Und ja, hier gibt es leider ein "zu früh". Meine OÄ war neulich auf einem Kongreß, wo eben dieses "zu früh" eindeutig widerlegt wurde. Aber es wurde bei uns halt einfach (noch?) nicht umgesetzt, so daß uns hier die Hebammen quasi auf der Nase herumtanzen und es solche Auswüchse treibt, ohne daß es von "meiner" Abteilung Bestrebungen gibt, dies zu ändern... :-?
Wozu denn zu früh? Die spinnen doch! Ich kann doch einen PDK legen und diesen einfach mal nicht beschicken, wenn sie nicht wollen. Wenn die Hebamme dann um 3 Uhr morgens der Meinung ist, dass JETZT der Zeitpunkt gekommen ist, dann soll sie einfach von dem entsprechenden Gemisch eine Dosis geben oder die Pumpe anwerfen! Aber mich soll sie doch bitte zu dem Zeitpunkt in Ruhe lassen.
Wir haben die PDK zur Aortenchirurgie immer einen Tag vorher gelegt. Die Patienten hatten doch auch keine tagelange Narkose... Insofern: wenn abzusehen ist, dass der PDK benötigt wird, dann kriegt die Patientin diesen FRÜHZEITIG. Aufklärung kein Problem, legen in Ruhe, beschicken, wenn notwendig.
Angeblich führt ein Mangel an Wehenschmerz zum Stop der Eröffnung. Was Schmarrn ist, auch eine primigravida kann ein Kind ganz ohne Schmerzen bekommen.
Wie gesagt, einfach nach Testdosis nicht beschicken, dann nimmt man den Hebammen mal gepflegt den Wind aus dem Segel.
Ich hätte auch gern früher eine PDA gehabt durfte auch nicht und wurde mir irgend einem schmerztropf vertröstet. Als dann die PDA kam hat sie 3 Stunden gehalten. Der Anästhesist meinte noch, er kommt nach 3 Stunden nochmal nachspritzen wenn Kind noch nicht da. Jedoch waren die Hebammen der Meinung das nicht mehr nachgespritzt wird da das die Geburt verzögern würde (stimmt das?) so hab ich dann die letzten 4 Stunden ohne Schmerzmittel durchstehen müssen :-(
Auch da muss man sagen: Schuster... Man kann ja vielfältigst agieren. Es muss ja nicht immer Carbostesin 0,5% sein. Man kann ja durchaus mit Sufenta epi eine reine Schmerzausschaltung bei erhaltener Muskelspannung erreichen. :-nix
Beim nächsten Mal werde ich es wohl anders klären müssen oder schon im Vorfeld eine Ansage machen müssen (???) keine Ahnung. Die Hebamme war auch eher der Meinung das eine PDA nicht sein muss und hat mir immer irgendwelche globuli gegeben und Akupunktur gesetzt ;-)
Boooaaaahhh! Wenn da so eine Ische mit GLOBOLI vor mir stehen würde, wäre meine erste Frage, ob sie Fieber habe, die zweite, ob sie mir mal ein Telefon geben könnte, damit ich mir einen RTW bestellen kann, um in eine gescheite Klinik zu kommen. Das kann ja wohl nicht ihr Ernst sein. Und wieso werden Schwangere eigentlich schlechter gestellt als der Rest der Menschheit. In Deutschland gibt es ein RECHT auf Schmerztherapie / Schmerzfreiheit, außer man ist schwanger???
Kann ja wohl nicht angehen...
wischmopp, ich kann Dich sehr gut verstehen. Hier im Haus werden die geburtshilflichen PDKs entweder wohl von den Gynnies oder von den Hebammen gezogen - jedenfalls war ich noch nicht ein einziges Mal zum Ziehen auf der Entbindung. Nur einmal bei Zn. Wertheim auf der operativen Gyn-Station.
Uuuuuiiiiiiiiiii! Da hätte ICH aber Bauchschmerzen! Einen PDK, den ICH gelegt habe, den zieht bitte auch ein anderer Anästhesist wieder raus. Denn für den Katheter bin ICH verantwortlich. Und wenn der Chirurg / Gyn / Internist den rauszieht (z.B. ohne vorher mal die Gerinnung zu kontrollieren), und es gibt eine Komplikation, wer wird dafür wohl geradestehen? ;-)
@Wischmopp: da bist Du aber an eine Bande geraten, einseitiger PDK ist jetzt nicht so selten, aber da muss man halt ein bisschen manipulieren, ggf Neuanlage. Dass deswegen eine Sectio in ITN gemacht wurde, finde ich ein starkes Stück.
Wenn man mal ehrlich ist, dann ist die einseitige Lage gar nicht soooooo selten. Wenn man mal guckt, wo der LOR ist, und bei 6cm der Katheter auf 10-12cm Hautniveau fixiert wird, wo soll der wohl auch sein? Streng mittig geht der wohl eher nicht hoch... Bei einseitiger Lage würde ich mal so zwei cm zurückziehen und erneut testen. ;-)
Wenn es wegen einseitiger Lage zur Sectio kommt, und man deswegen eine ITN macht, dann muss man aber beide Seiten fragen, ob sie den Schuß nicht gehört haben. Wenn ich Zeit hätte, den PDK hochzuspritzen, dann habe ich auch Zeit, denselben entweder zu entfernen, oder zusätzlich zum PDK eine SPA durchzuführen... Da ist aber einiges fragwürdig gelaufen...
Globuli, LOL, mit diesem Hokuspokus berauben sich die Hebammen selbst jedweder Glaubwürdigkeit. Wahrscheinlich muss Frau eben doch von Anfang an klare Ansagen machen, wenn sie sicherstellen möchte, dass sie rechtzeitig eine vernünftige Versorgung bekommt. Meine Partnerin wird jedenfalls innerhalb der ersten 30min nach Ankunft in der Klinik einen Gasmann sehen.
Wenn ich eine hätte, würde sie die PDA schon bei Klinikankunft haben. ;-)
Doch , eine Pumpe hatte ich (ich glaub auch, Laeyla hatte keine...). Wobei die mehr mein Mann bedient hat, ich hätte wohl nicht mehr aufgehört zu drücken. Ich war nicht mehr wirklich zurechnungsfähig, aber rechts hat es sich ganz gut angefühlt (hatte ja links noch zum Vergleich ;-) ). Also von mir ganz klar ein :-top für die Pumpe, so denn die PDA sitzt :-)
Naja, zu oft geht ja aufgrund der Sperrzeit nicht. Dumm ist es nur, wenn man den Code für die Einstellungen kennt, dann kann man so einiges machen, was so nicht gewollt ist... :D
Dann frage ich mich,warum viele Hebammen gegen eine PDA sind.Meine Hebamme ist sehr liberal,überredet öfter die Frauen eine PDA zu nehmen.Ihr Argument ist,dass man dadurch Geburtsstillstände vermeidet, der Muttermund sich besser öffnet und man um die Sectio herum kommt.
Weil sie keine Ahnung haben? Es heißt nicht umsonst, Schuster bleib bei Deinen Leisten. Ich würde auch denen auch nicht sagen, wie sie ihre Arbeit zu machen haben. Warum meinen sie dann, dies bei uns zu tun? :-wand
Rhiannon
23.04.2015, 19:33
Die Hebamme war auch eher der Meinung das eine PDA nicht sein muss und hat mir immer irgendwelche globuli gegeben und Akupunktur gesetzt ;-)
Sowas find ich ja immer elend nervig, dieser Hebammen-"Giftschrank" mit tausend verschiedenen Zuckerkügelchen. Zum Glück hatte ich ne vernünftige Hebamme. Als ich bei 5cm gesagt hab, ich will was gegen Schmerzen, meinte sie direkt, sie könnte mir jetzt zig Sachen anbieten, aber das einzig vernünftige und sinnvolle wär an dem Punkt die PDA. Fand ich gut, war nämlich auch das einzige, was ich gewollt hätte.
Moorhühnchen
23.04.2015, 19:51
Uuuuuiiiiiiiiiii! Da hätte ICH aber Bauchschmerzen! Einen PDK, den ICH gelegt habe, den zieht bitte auch ein anderer Anästhesist wieder raus. Denn für den Katheter bin ICH verantwortlich.Gewollt oder nicht - K vergessen??? (Meinst Du Ein anderer Anästhesist oder Kein anderer Anästhesist?)
Wer soll den Katheter ziehen, wenn mein Dienst zuende ist und die Frau noch nicht entbunden hat? Soll ich am Sonntag wieder einrücken, um den Freitag gelegten PDK wieder zu ziehen? Habe es bisher noch nie so erlebt, daß der PDK-Legende den Katheter auch selber ziehen muß. Von daher habe ich damit auch keine größeren Probleme. Mag vielleicht wiegen in falscher Sicherheit sein - aber irgendwo ist auch mal Schluß.
Und nein, wenn die Gynäkologin das Glück hat, mal nicht im Kreißsaal zu sein, wenn ich gerufen werde, dann werde ich sie auch nicht wecken - es sei denn es gibt wirklich Probleme. Irgendwie haben wir ja mal das gleiche studiert. ;-)
Und nun steinige mich.... in allem anderen gebe ich Dir Recht!
Nee, war kein Fehler. Muss nicht ich selbst sein. Aber bitte jemand aus der gleichen Fachrichtung! Dann kann ich zumindest davon ausgehen, dass die gängigen Verhaltensregeln beachtet werden... ;-)
papiertiger
23.04.2015, 20:19
Ist "bei uns" auch so üblich.
Meine Partnerin wird jedenfalls innerhalb der ersten 30min nach Ankunft in der Klinik einen Gasmann sehen.
natürlich eine reichlich polemische Aussage; denn 1. entscheidest nicht primär du das, 2. ist dieses Extrem genauso ein Quatsch wie die von Wischmopp erwähnten Globuli (WTF?!)
Ein gesundes Mittelmaß ist wohl der beste gangbare Weg...und wenn die Wünsche/Bedürfnisse der Frauen mit den geistigen Vorstellungen der Hebammen und vielleicht zusätzlich noch mit dem Schlafrhythmus des Anästhesisten in Einklang zu bringen sind (Stichwort nachts um 2h..."in einer Std. noch n PDK") sind doch alle glücklich...
Ich glaub die globulis waren sowas wie rescue Tropfen ;-)
Beim nächsten Mal mach ich mehr Dampf und mein Mann auch....aber Hey ich hatte gerade 2 Tage MdL Examen hinter mir mit wenig Schlaf und hatte mir in genau dieser Nacht eh keine Geburt gewünscht ;-)
natürlich eine reichlich polemische Aussage; denn 1. entscheidest nicht primär du das, 2. ist dieses Extrem genauso ein Quatsch wie die von Wischmopp erwähnten Globuli (WTF?!)
Ein gesundes Mittelmaß ist wohl der beste gangbare Weg...und wenn die Wünsche/Bedürfnisse der Frauen mit den geistigen Vorstellungen der Hebammen und vielleicht zusätzlich noch mit dem Schlafrhythmus des Anästhesisten in Einklang zu bringen sind (Stichwort nachts um 2h..."in einer Std. noch n PDK") sind doch alle glücklich...
Wo ist da bitte Polemik? Ob sie eine PDA möchte oder nicht, bleibt ihr überlassen, das Gespräch mit der Anästhesie ist für mich unumgänglich. Wie oft bin ich schon in den Kreisaal gerannt zur Notsectio, und man wusste NIX über die Patientin, und wenn man die Hebamme fragte, kam nix über Vorerkrankungen, Allergien, frühere Anästhesien...
Wo ist da bitte Polemik? Ob sie eine PDA möchte oder nicht, bleibt ihr überlassen, das Gespräch mit der Anästhesie ist für mich unumgänglich. Wie oft bin ich schon in den Kreisaal gerannt zur Notsectio, und man wusste NIX über die Patientin, und wenn man die Hebamme fragte, kam nix über Vorerkrankungen, Allergien, frühere Anästhesien...
naja...dein ursprünglicher Post implizierte, dass 30 Min nach Ankunft in der Klinik der Gasmann zur PDA bereitsteht...so hab ich das zumindest gelesen; geht's anderen nicht so?!
Colourful
25.04.2015, 10:50
Doch, mir auch!
Espressa
25.04.2015, 12:18
Ach ja, wenn man hier mal so mitliest, entsteht fast der Eindruck, als wäre es einer Frau keineswegs zumutbar ohne Schmerzmittelgaben zu gebären... Ich finde es schon traurig dass die Geburtshilfe mittlerweile so instrumentalisiert ist und dauernd irgendwas gegeben oder gemacht wird. Dann wird die Frau auch noch verkabelt und ins Bett gelegt. Klar, die wenigsten denken im Vorfeld groß darüber nach, so ging es mir beim ersten Kind auch, dachte ich kriege Wehen, fahre in die Klinik, und die sagen mir dann schon was zu tun ist. Und unter ebendiesen Voraussetzungen geht es doch immer gleich aus...
Ich verstehe durchaus die Zurückhaltung der Hebammen, am besten frau bleibt so lang es geht auf den Beinen, bewegt sich viel - das ist mit Meptid iv oder PDA oft halt nicht mehr drin - und DAS wiederum behindert Muttermundöffnung und Geburtsfortschritt durchaus... Beim Gebären ist tatsächlich viel Einstellungssache, find ich. Und um auf das Thema zurückzukommen - es ist sicher angebracht rechtzeitig über die eigene Einstellung nachzudenken, und dann eben auch die Frage nach Betäubungsmethoden im Vorfeld zu klären.
Die Schwester meiner Freundin ist ja seit >10 Jahren Hebamme und hat folgenden Film empfohlen...
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=50579
In Anbetracht der letzten Posts hielt ich die Verlinkung an dieser Stelle angebracht, auch wenn es sich hier um Sectio und nicht um die Aufklärung zum PDK dreht...
Ich selbst hab' ihn mir vorgestern mit der Freundin auch angesehn und bin hin- und hergerissen wie ich ihn finden soll..
Auf der einen Seite zeigt er, welches Bild schwangere Frauen rückblickend auf "Ihre" Sectio haben (teilweise echt erschreckend), auf der anderen Seite wird sehr schön zum Ausdruck gebracht, dass an einer Uniklinik (hier: Wien) die Gebärmaschine "rollt" (jede sectionierte Frau macht einen Kreißsaal für die nächste Schwangere frei)...und auch das finde ich erschreckend...wie schon in einem Posting weiter oben...ein gesunder Mittelweg ist sicher erstrebenswert.
Sehenswert ist der Film aber allemal...
Also ich hab mit PDA Sport gemacht bis zum geht nicht mehr, bin rum gelaufen und konnte selbstständig auf die Toilette gehen.
Die Hebamme war super glücklich, das ich 3 stunden mit ihr rumgesportelt habe und keine wehe ausgelassen habe :-)
beim nächsten mal lasse ich mir die PDA früher legen und länger spritzen lassen, damit ich die Geburt vielleicht auch mal genießen kann :-)
Colourful
25.04.2015, 13:19
Laelya, ich habe auch rumgeturnt mit PDA, heißt nicht, dass man das nicht kann.
@Mainzer, ja, habe den Film auch gesehen, fand den schon krass. Mir waren die Frauen jedoch allesamt zu uninformiert, das hat mich geärgert, da ich schon denke, dass man sich darüber informieren sollte, wie ein Kaiserschnitt abläuft. Dann ist man davon vielleicht auch weniger geschockt. Und sonst - schön, dass das mal aus der Perspektive gezeigt wurde. Gibt allerdings auch genug Frauen, die eine Sektio einer normalen Geburt vorziehen.
ich wollte damit auch nur sagen, dass das halt nicht gegen eine PDA spricht :-)
aber ich wurde im Vorfeld blöd angeschaut, im Geburtsvorbereitungskurs, als ich gesagt habe, dass ich mit festem Wunsch einer PDA in die Geburt gehen werde. Und ich bin im Nachhinein darüber sehr dankbar. Die Kleine Lag falsch, wollte nichts ins becken rutschen etc....ich habe zwar zum jetzigen Zeitpunkt das Gefühl der schmerzen vergessen, aber ich weiß dass ich es furchtbar fand. die gesamte Geburt hat mich schockiert und ich hab mit derlei Schmerzen nicht gerechnet, auch wenn ich immer versucht habe vom schlimmsten auszugehen. Schön für menschen, die eine natürliche Geburt als das schönste erleben, was sie hatten. aber bei mir war das nun mal nicht der fall :-) und ich bin wirklich nicht wehleidig, halte einiges an schmerzen aus...aber ich war so froh über die 3 stunden Schmerzpause, die mir die PDA gegeben hat.
ich würde es auch immer wieder wollen vorher darüber aufgeklärt zu sein. genauso wie zu einem Kaiserschnitt. Ich hab aber auch im Vorfeld gesagt, dass unter der Geburt mein Mann für mich entscheiden soll, falls ich aus welchem Grund auch immer nicht in der Lage sein sollte. Und er wusste was ich will und wollte. Immerhin einer, der bei klarem verstand geblieben ist ;-)
Espressa
25.04.2015, 14:19
Die Schwester meiner Freundin ist ja seit >10 Jahren Hebamme und hat folgenden Film empfohlen...
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=50579
Ach wie mir diese Frauen leidtun... Echt traurig.
Und das blöde ist ja, auch wenn man das alles noch so wenig will, wer einmal im Rad drin ist, kann nicht mehr anders. Unter "Androhung" einer Sectio wird sich kaum eine entspannen und plötzlich die Geburt voranbringen...
Wir dürfen auch nicht vergessen, wir hier sind Mediziner. Krankenhäuser sind für uns normal, keiner hier hat Angst vor OP-Wäsche oder fühlt sich eingeschüchtert von Maschinen in deckenhoch gefliesten Räumen. Aber die Durchschnittsfrau stresst sowas deutlich mehr, dann viele fremde Leute, und auch noch so eine intime Sache... Mich wundert es gar nicht dass dabei immer wieder eins zum anderen kommt, und harmonische Geburten nur noch die Ausnahmen sind. Und dann wie im Film, 50% Sectiorate - das ist echt gruselig.
Ich bin noch dankbarer als zuvor dass ich mein Kind mit eigenen Händen empfangen durfte und auf meine Brust hochgehoben hab, das allein ist die angemessene Belohnung für Wehen und Schmerzen, und wie man sieht offenbar auch für das psychische Wohlbefinden unabdingbar...
Ich habe den Film auch gesehen, ich habe mich aber teilweise etwas geärgert, weil ich die Darstellung etwas undifferenziert fand.
Natürlich wünscht sich jede Schwangere eine normale und schöne Geburt. Und ich verstehe auch Trauer darüber, wenn es nicht wie geplant lief. Aber ich halte es auch für etwas naiv, natürlicherweise davon auszugehen, dass es bei mir auf jeden Fall so sein wird, dass das Kind natürlich zur Welt kommen kann. Es gibt Komplikationen, die eine (Not)Sectio notwendig machen, wenn das Kind gesund zur Welt kommen soll. Oder auch schwer einschätzbare Situationen, wo man auf Nummer Sicher gehen will.
Und da sind wir beim Thema: es wurde mMn zu wenig auf die Gründe für die jeweiligen Sectiones eingegangen. Vielleicht waren sie ja zwingend notwendig, um ein gesundes Kind zu gebären? Das können die Schwangeren nicht selbst abschätzen und wir nach der Sicht des Filmes auch nicht. Und dann frage ich mich, wie reagiert worden wäre, wenn dem Wunsch nach normaler Geburt entsprochen worden wäre und das Kind vielleicht Schaden genommen hätte... dann hätte es geheißen, der Arzt muss das doch abwenden, dafür ist er doch Arzt...
Diese "andere" Sichtweise und die möglichen Gefahren eines weiteren Geburtsverlaufes wurden nicht benannt. Es wurde zwischenzeitlich mMn unterstellt, dass die Sectiones gar nicht notwendig waren und mittels Sectio sehenden Auges abwendbares Leid über die Mütter gebracht wurde. Es mag diese Fälle geben, aber das das zu pauschalisieren halte ich für zu plakativ.
Natürlich sind so hohe Sectiozahlen fragwürdig und man sollte sich immer um gutes Einbeziehen der Eltern kümmern. Aber wenn die sich vorher nie mit der Option beschäftigt haben und es dann schnell gehen muss, wird man das als Schwangere immer beunruhigend erleben und sich überrumpelt fühlen und schockiert sein...
Espressa
25.04.2015, 16:18
Ich habe den Film auch gesehen, ich habe mich aber teilweise etwas geärgert, weil ich die Darstellung etwas undifferenziert fand.
Natürlich wünscht sich jede Schwangere eine normale und schöne Geburt. Und ich verstehe auch Trauer darüber, wenn es nicht wie geplant lief. Aber ich halte es auch für etwas naiv, natürlicherweise davon auszugehen, dass es bei mir auf jeden Fall so sein wird, dass das Kind natürlich zur Welt kommen kann. Es gibt Komplikationen, die eine (Not)Sectio notwendig machen, wenn das Kind gesund zur Welt kommen soll. Oder auch schwer einschätzbare Situationen, wo man auf Nummer Sicher gehen will.
Die Quote dieser Komplikationen oder eine sinnvolle Indikation für eine Sectio liegt jedoch bei maximal 10-15%, und nicht bei 30-50%. Das heißt für mich dass 2 von 3 Kaiserschnitten nicht wirklich sein müssten. Und letztlich ist auch der "Wunschkaiserschnitt" ganz oft durch Verunsicherung der Frauen durch die Ärzte bedingt (hohe Folge-Sectio-Rate, "zu großes Kind" etc.).
Um auf die PDA zurückzukommen - diese scheint doch öfter weitere Interventionen nach sich zu ziehen wen es genauer interessiert (http://www.afs-stillen.de/rund-ums-stillen/lexikon/131-p-s/198-die-versteckten-risiken-der-periduralanaesthesie.html) - ob es dadurch auch mehr Kaiserschnitte gibt ist umstritten. Jedenfalls ist es doch angebracht, sich darüber ein paar mehr Gedanken zu machen, ob es wirklich sein muss oder man auch andere Wege hat, mit den Wehen umzugehen.
Ohne PDA hätte ich bei Nr 1 ganz definitiv eine Sectio gehabt.
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