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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zeitpunkt zum Aufklären für PDKs zur Entbindung



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Miss_H
26.04.2015, 00:34
Ich wollte mich eigentlich vollkommen aus dieser Diskussion zurück halten, aber irgendwie kann ich es doch nicht. Ich finde, dass das Bild welches hier von Klinik-Geburten aufgezeigt wird auch irgendwie nicht ganz richtig ist. Natürlich ist ja schön und gut, aber es gibt einige lebensbedrohliche Komplikationen die ich nicht zu Hause erleben wollte. Und das kann auch nach einer unkomplizierten Schwangerschaft passieren. Man kann viel kritisch hinterfragen, aber es gibt auch Vorteile der Klinik.

Laelya
26.04.2015, 04:25
Ich wollte mich eigentlich vollkommen aus dieser Diskussion zurück halten, aber irgendwie kann ich es doch nicht. Ich finde, dass das Bild welches hier von Klinik-Geburten aufgezeigt wird auch irgendwie nicht ganz richtig ist. Natürlich ist ja schön und gut, aber es gibt einige lebensbedrohliche Komplikationen die ich nicht zu Hause erleben wollte. Und das kann auch nach einer unkomplizierten Schwangerschaft passieren. Man kann viel kritisch hinterfragen, aber es gibt auch Vorteile der Klinik.

Der Meinung bin ich auch. Es gibt einfach keine Sicherheit und Garantie das eine natürliche Geburt ohne Komplikationen verläuft. Von daher ist es für mich ganz klar, dass ich immer in einer Klinik entbinden werde. Am liebsten immer mit neo intensiv etc. aber ich bin da auch einfach vorbelastet :-) und gönne es jedem der gedenkt eine hausgeburt zu machen und wünsche es jedem unkompliziert. Aber ich hätte da einfach zuviel Angst.

Brutus
26.04.2015, 05:38
Man darf eins NIE vergessen: man muss die Patienten mit Regionalanästhesie vernünftig "mitnehmen". D.h., dass ich bei einer peripheren Regionalen die Patienten vernünftig sediere / mit Musik auf den Ohren zufriedenstelle. Eine Schwangere zu sedieren macht irgendwie keinen Sinn, deshalb muss man diese "Patienten" anders beruhigen. Und da zitiere ich mal eine genervte Gyn-Chefärztin: Oh man Brutus, ich hab ehrlich noch nie einen Anäthesisten so viel bei einer OP quatschen hören.
Und das nehme ich in diesem Fall durchaus mal als Kompliment. Protokolle kann man später schreiben, genervte Operateuer sind egal. Aber wenn die Patienten / Schwangere in einer Regionalen erstmal in Panik verfallen sind, ist das Kind im wahrsten Sinne in den Brunnen gefallen. Wenn ich sie aber vernünftig ablenke, dabei trotzdem auf ihre "Gefühle" eingehe (der macht da aber was, ich spüre was - Ja, aber das tut nicht weh, oder? ;-)) dann klappt auch SPA / PDA bei einer Sectio. Wenn das Kind dann da ist, und alles in Ordnung, dann verschwindet die Hebamme auch nicht sofort, sondern oberhalb des Tuches ist genug Platz für ein Kind. Und nach APGAR, Versorgung, etc, bevor Hebamme mit Kind verschwindet, gibt es noch mal einen Besuch mit ausgiebig kuscheln und dann kann der Papa immer noch mit dem Kind hoch...
Kommt immer auch auf das Setting an.
:-meinung

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26.04.2015, 09:32
Anerkennung Brutus, wenn du das so schaukelst. Hat vmtl. auch viel mit Erfahrung zu tun...

annekii
26.04.2015, 09:51
Für mich ist der Thread irgendwie erstaunlich, weil es so wirkt, als bräuchten alle Schwangeren eine PDA. Ich bin weder Gyn, noch Anästhesist noch Mutter mit PDA-Erfahrung, sodass ich überhaupt keine AHnung habe, wie sich das anfühlt und was es für Auswirkungen hat. Ich finde den Gedanken schon interessant, dass man sonst auch das Recht auf Schmerzfreiheit hat und warum nicht auch da.
Für mich waren beide Geburten so ein natürlicher Vorgang, wenn auch die zweite eingeleitet, dass ich mir das auch irgendwie nicht vorstellen konnte, Teile davon nicht zu haben. Wobei ich in der Übergangsphase bei der zweiten mir ganz schlechte Herztöne gewünscht habe, damit sie sofort eine Sectio in ITN machen. Aber irgendwie bin ich auch da nicht auf die Idee gekommen, nun irgendwas zu wollen. Kurz später ging eh die Pressphase los und es war vergessen.
Naja, auf jeden Fall sehr interessant hier!

@Brutus: Das erinnert mich an eine OÄ der Anästhesie, die auch viel redet bei der Sectio, was ich immer toll für die Mutter fand. "wenn Sie gleich ein schlürfendes Geräusch hören, ist das der Absauger, der das Fruchtwasser saugt, dann dauert es nicht mehr lange", usw. Ansonsten hat mir die Zusammenarbeit aber auch gut gefallen. Es gab immer eine Begrüßung des Vaters, sofort einen Stuhl am Kopf der Mutter für den Vater, es wurde die Hand befreit, damit die Mutter das Kind anfassen kann, usw.
Wenn es bei uns in der Erstversorgung länger dauerte, kamen die Anästhesisten rüber und gaben der Mutter dann RÜckmeldung.

mainzer
26.04.2015, 10:39
@Brutus: Respekt!; halte das aber auch so und mir sind die Operateure (egal ob bei Sectio oder "normale" Regionale Anästhesieverfahren) auch wurscht :-)....
gehöre aber auch zu den "Kommunikativen" bei uns in der Zunft und bin damit bis jetzt immer gut gefahren.

Bille11
26.04.2015, 10:45
Man darf eins NIE vergessen: man muss die Patienten mit Regionalanästhesie vernünftig "mitnehmen". D.h., dass ich bei einer peripheren Regionalen die Patienten vernünftig sediere / mit Musik auf den Ohren zufriedenstelle. Eine Schwangere zu sedieren macht irgendwie keinen Sinn, deshalb muss man diese "Patienten" anders beruhigen. Und da zitiere ich mal eine genervte Gyn-Chefärztin: Oh man Brutus, ich hab ehrlich noch nie einen Anäthesisten so viel bei einer OP quatschen hören.
Und das nehme ich in diesem Fall durchaus mal als Kompliment. Protokolle kann man später schreiben, genervte Operateuer sind egal. Aber wenn die Patienten / Schwangere in einer Regionalen erstmal in Panik verfallen sind, ist das Kind im wahrsten Sinne in den Brunnen gefallen. Wenn ich sie aber vernünftig ablenke, dabei trotzdem auf ihre "Gefühle" eingehe (der macht da aber was, ich spüre was - Ja, aber das tut nicht weh, oder? ;-)) dann klappt auch SPA / PDA bei einer Sectio. Wenn das Kind dann da ist, und alles in Ordnung, dann verschwindet die Hebamme auch nicht sofort, sondern oberhalb des Tuches ist genug Platz für ein Kind. Und nach APGAR, Versorgung, etc, bevor Hebamme mit Kind verschwindet, gibt es noch mal einen Besuch mit ausgiebig kuscheln und dann kann der Papa immer noch mit dem Kind hoch...
Kommt immer auch auf das Setting an.
:-meinung


@Brutus: Das erinnert mich an eine OÄ der Anästhesie, die auch viel redet bei der Sectio, was ich immer toll für die Mutter fand. "wenn Sie gleich ein schlürfendes Geräusch hören, ist das der Absauger, der das Fruchtwasser saugt, dann dauert es nicht mehr lange", usw. Ansonsten hat mir die Zusammenarbeit aber auch gut gefallen. Es gab immer eine Begrüßung des Vaters, sofort einen Stuhl am Kopf der Mutter für den Vater, es wurde die Hand befreit, damit die Mutter das Kind anfassen kann, usw.
Wenn es bei uns in der Erstversorgung länger dauerte, kamen die Anästhesisten rüber und gaben der Mutter dann RÜckmeldung.

und ganz ehrlich - das empfinde auch ich als normal!!
(Anästhesistin, sonst eher weniger gesprächig im OP)

annekii
26.04.2015, 10:52
Ich finde auch, dass es Standard sein sollte. Ist es aber nicht immer....

Moorhühnchen
26.04.2015, 13:56
Ich gehöre bei Sectios auch eher zur Quasselfraktion, wenn ich das Gefühl habe, die Mama braucht das. Am Freitag (...immer wieder Freitag.... ;-)) hatte ich allerdings eine Mitt20erin bei ihrer 6. Geburt, die wollte nix wissen. Wollte ihr Kind nicht auf die Brust haben, hat es weggeschoben, als die Hebamme es hingelegt hat und es mit ihrer Schwester rausgeschickt. Da hab ich dann auch nicht viel gesagt, außer auf die Frage wie lange noch genäht wird.

Aber auch bei panischen Müttern zur Notsectio, wenn's wirklich schnell gehen muß zur ITN, versuche ich immer noch ein paar Worte zu finden, zB. daß erst der Bauch abgewaschen und abgedeckt wird, für was meine Maske gut ist und daß wir erst anfangen mit der Narkoseeinleitung, wenn der Schnitt in der nächsten Minute absehbar ist. Dieser angsterfüllte Blick mit den maximal weiten Pupillen verfolgt mich bisweilen doch recht lange...

Brutus
26.04.2015, 15:21
Für mich ist der Thread irgendwie erstaunlich, weil es so wirkt, als bräuchten alle Schwangeren eine PDA. Ich bin weder Gyn, noch Anästhesist noch Mutter mit PDA-Erfahrung, sodass ich überhaupt keine AHnung habe, wie sich das anfühlt und was es für Auswirkungen hat. Ich finde den Gedanken schon interessant, dass man sonst auch das Recht auf Schmerzfreiheit hat und warum nicht auch da.
E-ben! Natürlich braucht nicht jede Frau eine PDA. Aber wenn es doch so ist, dass Frau Schmerzen hat, und nur wegen irgendwelchen g'schissene Zentimetern eine suffiziente Schmerztherapie verweigert wird, dann sollte die Hebamme aber niemals nicht mit Schmerzen zu mir in den OP kommen oder aus dem OP gefahren werden...


und ganz ehrlich - das empfinde auch ich als normal!!
(Anästhesistin, sonst eher weniger gesprächig im OP)
Oha, morgens sieben Uhr, OP. Kein Kaffee... Kettensägenmassaker?!?! :D


Dieser angsterfüllte Blick mit den maximal weiten Pupillen verfolgt mich bisweilen doch recht lange...
Hihi. Ich habe meine Mädels mittlerweile so weit, dass die von sich aus die der Patienten Augen zumachen, wenn die mich nach Einleitung noch angucken. Nachdem ich anfangs immer gesagt habe, dass ich so nicht intubieren kann, wenn man mich dabei anguckt. :D :D :D

Edit: Ich hab mir gerade den Film angesehen. GRUSELIG!
In diesem Haus würde ich nicht entbinden, wenn ich es könnte! Wer mir erklärt bei einer Kreisssaalbegehung, dass ich mein Kind nicht berühren könne, weil meine Arme ja fixiert wären und deswegen das nicht gehe... ICH als Frau und ICH als Mann einer Schwangeren würde dieses Haus mit dem ersten Fahrstuhl verlassen und wäre in ein kleines Haus mit vernünftigen Leuten gegangen! Geht gar nicht...

Bille11
26.04.2015, 16:17
Oha, morgens sieben Uhr, OP. Kein Kaffee... Kettensägenmassaker?!?! :D



mittlerweile gehts. Nach narkoseeinleitung (möglichst nonverbal) gibts da auch nur noch den modus: nicht sprechen. nur sparsam gucken. GUCKEN... halt alles angucken, weil alles schuld ist am aktuellen zustand :-) im umgang mit mir geübte chirurgen und anäpflegekräfte ignorieren mich dann lieber. beissen tut es nicht.

Hoppla-Daisy
26.04.2015, 16:30
Ach ja, wenn man hier mal so mitliest, entsteht fast der Eindruck, als wäre es einer Frau keineswegs zumutbar ohne Schmerzmittelgaben zu gebären... Ich finde es schon traurig dass die Geburtshilfe mittlerweile so instrumentalisiert ist und dauernd irgendwas gegeben oder gemacht wird. Dann wird die Frau auch noch verkabelt und ins Bett gelegt. Klar, die wenigsten denken im Vorfeld groß darüber nach, so ging es mir beim ersten Kind auch, dachte ich kriege Wehen, fahre in die Klinik, und die sagen mir dann schon was zu tun ist. Und unter ebendiesen Voraussetzungen geht es doch immer gleich aus...
Ich verstehe durchaus die Zurückhaltung der Hebammen, am besten frau bleibt so lang es geht auf den Beinen, bewegt sich viel - das ist mit Meptid iv oder PDA oft halt nicht mehr drin - und DAS wiederum behindert Muttermundöffnung und Geburtsfortschritt durchaus... Beim Gebären ist tatsächlich viel Einstellungssache, find ich. Und um auf das Thema zurückzukommen - es ist sicher angebracht rechtzeitig über die eigene Einstellung nachzudenken, und dann eben auch die Frage nach Betäubungsmethoden im Vorfeld zu klären.
Danke! Danke! Danke! *gefaelltmir* :-meinung

Mir kam gerade beim interessierten Lesen tatsächlich auch der Gedanke, dass heute irgendwie gefühlt jede Gebärende nen PDK bekommt. Ich hab ja bekanntlich vor 18 Jahren entbunden. Und ich kann sagen, dass man seinerzeit nicht so schnell mit der Nadel dabei war. Und ich kann mich einfach des Gefühls nicht erwehren, dass das heute echt häufiger der Fall ist. Mit Sicherheit in vielen Fällen auch häufiger als tatsächlich benötigt. Und nun nennt mich gerne Ketzer!

Moorhühnchen
26.04.2015, 16:41
Mir kam gerade beim interessierten Lesen tatsächlich auch der Gedanke, dass heute irgendwie gefühlt jede Gebärende nen PDK bekommt.Könnte daran liegen, daß ich Anästhesistin bin und in meinem Leben noch keiner Entbindenden ohne Interventionsbedarf begegnet bin.... die Frauen ohne Bedarf meiner Anwesenheit sehe ich ja nicht im Entbindungsstadium. Ich habe NOCH NIE eine Geburt ohne Anästhesiepräsenz erlebt!

Nenn es Bias.... ;-)

Hoppla-Daisy
26.04.2015, 16:43
Nenn es Bias.... ;-)
Finde den Fehler :-))

Jule-Aline
26.04.2015, 16:50
Danke! Danke! Danke! *gefaelltmir* :-meinung

Mir kam gerade beim interessierten Lesen tatsächlich auch der Gedanke, dass heute irgendwie gefühlt jede Gebärende nen PDK bekommt. Ich hab ja bekanntlich vor 18 Jahren entbunden. Und ich kann sagen, dass man seinerzeit nicht so schnell mit der Nadel dabei war. Und ich kann mich einfach des Gefühls nicht erwehren, dass das heute echt häufiger der Fall ist. Mit Sicherheit in vielen Fällen auch häufiger als tatsächlich benötigt. Und nun nennt mich gerne Ketzer!


Du irrst Daisy.Allein die Hebammen sorgen schon dafür,dass eben nicht jede Frau eine PDA erhält.
Obwohl manchmal die Frauen eine möchten,dann werden sie von den Hebammen solange vertröstet bis es zu spät für eine PDA ist.

Absolute Arrhythmie
26.04.2015, 16:53
Die Argumentationskette: "früher ging es auch ohne, also ist ohne besser" gefällt mir nicht so gut. "Früher" hat man auch ganz ohne Narkose und Antisepsis operiert.
Zum eigentlichen Thema kann ich allerdings nichts beitragen *schnell wieder verschwindet*

Hoppla-Daisy
26.04.2015, 16:55
Das klingt aber jetzt sehr anti-Hebamme irgendwie! ;-)

Naja, ich meinte es eher so, dass ich das Gefühl habe, dass heutzutage gefühlt jede Frau eine schmerzfreie Geburt für sich einfordert, wobei das ja eigentlich ein physiologischer Vorgang ist. Und ja, dabei HAT man nunmal Schmerzen. Niemand hat je behauptet, dass eine Geburt ohne Schmerzen abläuft. Ich stehe nun wirklich nicht auf Schmerzen, aber irgendwie ist mir damals gar nicht der Gedanke gekommen, sowas für mich einzufordern ("mach sofort die Schmerzen weg"). Die waren da, sie steigerten sich, und ja, ich fand das völlig normal, dass ich über Stunden in kürzeren Intervallen fiese Schmerzen hatte :-nix

Absolute Arrhythmie
26.04.2015, 17:00
Da hast du einerseits recht Daisy, andererseits ist es auch physiologisch bei einer Amputation Schmerzen zu haben. Früher hätte niemand erwartet, dass die Schmerzen nicht da sein würden, wenn der Bader mit seiner rostigen Säge kommt (mögliche Übertreibungen und überspitze Formulierung sind Absicht, da ich die grundsätzliche Diskussion sehr interessant find. Entspricht nicht zu 100% meiner Meinung, ich würde gern später gegebenenfalls ohne PDA entbinden ^^)

Hoppla-Daisy
26.04.2015, 17:06
Naja, aber eine Amputation ist jetzt nicht gerade ein physiologischer Vorgang :-oopss

Ich kann halt nur berichten, was ich "damals" kennen gelernt habe. Da war aus unserem Geburtsvorbereitungskurs KEINE, die eine PDA bekommen hat. Und es waren nicht nur supertolle Ratzfatz-Flutsch-Geburten dabei. Und auch in den ganzen Erzählungen von Gebärenden aus meinem Umfeld, als meine Motte noch klein war, sprach kaum jemand je von einer PDA.

[Ketzer-Modus ON] Es kann doch nicht sein, dass Geburten heute schlimmer sind als als früher [Ketzer-Modus OFF]

Espressa
26.04.2015, 17:25
Daiz hat es erfasst, Gebären ist ein PHYSIOLOGISCHER Vorgang. (Einer Amputation hingegen haftet sicherlich irgendwas pathologisches an, wenn ich das mal als Schamane sagen darf ;-) ) Es gibt auch Theorien dass der Geburtsschmerz seinen Sinn hat, was Endorphinausschüttung und damit auch Stimulation des Kindes etc. angeht. Keine Ahnung, so tief stecke ich in der Materie auch nicht drin. Aber grundsätzlich ist die Geburt meines Erachtens nicht mit anderen OPs, Krankheiten und damit verbundenen Schmerzen zu vergleichen.
Ich hatte persönlich beide Varianten. Erst eine komplett unvorbereitete Herangehensweise an die Geburt, lange Wehen, sehr unentspanntes Verkrampfen dabei, und irgendwann keine Geduld mehr und PDA eingefordert koste es was es wolle (Hebamme sagte etwas von "es sind sicher 6 cm, aber der Anästhesie sag ich besser nur 4 oder 5, sonst wollen die nicht mehr kommen").
Und ich hatte auch die Variante mit brav bewegen, atmen, locker lassen, sich freuen dass jede Wehe einen weiterbringt, und dann auch unbetäubtes Pressen und Einreißen und überhaupt. Klar, die zweiten gehen so oder so schneller, aber vom Erlebnis war es wirklich anders, besser, intensiver. Und sicherlich nicht unmenschlich oder unzumutbar schmerzhaft, auch wenn die Wehen sicher die selbe Intensität hatten wie beim ersten Mal.
Viele Frauen haben einfach keinen Bock mehr sich wirklich mit dem Gebären auseinanderzusetzen und lassen sich gern schnell was geben wenn es ungemütlich wird. Ist sicher deren "Schuld" und dann auch Teilschuld an der Misere, wenn es dann auch gänzlich anders läuft als erwartet, und eine Sectio draus wird mit der sie dann so todunglücklich sind.
Aber ganz ehrlich ist die Geburtshilfe auch an einem Punkt, wo Zeitersparnis, Wirtschaftlichkeit und Bequemlichkeit der Behandler, und auch massives Sicherheitsdenken oft eine Wendung mit sich bringen, die unnötig ist, aber im Vertrauen an die Ärzte halt doch mitgemacht wird.
Ich denke dass bei beiden Seiten ein Umdenken angebracht wäre...