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Sebastian1
17.01.2018, 11:25
Naja, ich fand es als Intensivler schon okay, wenngleich nervig, die Patienten regelmäßig auf ITS zu bekommen. Aspiration, Atemwegsverlegung etc. sind ja nicht nur theoretisch. Von daher: Auf ITS am Monitor ausschlafen, sobald wieder hinreichend wach -> entlassen. Hab's auch schon erlebt, dass in "Ausnüchterungsräumen" in Ambulanzen, wo die Patienten sich einfach ausschlafen sollten, Todesfälle durch o.g. KOmplikationen auftraten und dann das Geschrei groß war...
Undankbare Aufgabe, sich darum zu kümmern, aber gehört halt dazu.

WackenDoc
17.01.2018, 17:41
Wie ist deine Erfahrung mit Esketamin in einer eh schon aufgeheizten Situation?

Ich hab randalierende Alkoholisierte auch schon sediert. Hilft ja nix, wenn der mir den RTW oder die NFA zerlegt und sich, mich, übriges Personal und andere Patienten gefährdet. Nur die nüchtern dann auch nicht "normal" aus.

Wer aus der NFA verschwindet obwohl er nicht in der Lage ist, sich sicher zu bewegen und zu orientieren- ziehen lassen, Polizei/Ordnungsamt rufen. Wenn er wieder da ist, kann man immernoch schauen, was man mit ihm macht. Bevor ich mich selbst gefährde...

Relaxometrie
25.01.2018, 18:52
Weiß jemand, wann der Impfstoff gegen Herpes-Zoster ("Shingrix") in Deutschland zugelassen wird und verfügbar ist?
Meine Recherche hat nur "Anfang 2018" ergeben.

WackenDoc
25.01.2018, 21:51
Einer war zugelassen ist aber wegen schlechter wirksamkeit nicht empfohlen. Shingrix braucht wohl noch.

WackenDoc
11.02.2018, 07:50
Weiss jemand was als Zusatzdiagnostik Sinn macht, wenn der CDT unerklärlich erhöht ist? Also knapp über der Norm und der Patient macht eigentlich einen guten Eindruck (Z.n. Therapie, erscheint motiviert, macht seine Nachsorge, Suchtberater hat den gleichen Eindruck wie ich).

rafiki
11.02.2018, 08:41
Welchen Sinn soll denn eine "Zusatzdiagnostik" dabei haben?

Evil
11.02.2018, 10:48
Zumal CDT meines Wissens nach von der Sensitivität her eh so schlecht ist, daß man damit kaum etwas anfangen kann.

davo
11.02.2018, 10:54
http://innovationscns.com/review-of-current-clinical-biomarkers-for-the-detection-of-alcohol-dependence/ nennt für CDT eine Sensitivität von 60-70% und eine Spezifität von 80-90%.

Am besten schneidet in diesem Review EtG im Urin ab (Sensitivität und Spezifität ca. 90%).

WackenDoc
11.02.2018, 11:28
Das ist bei uns eine spezielle Situation. Wir sollen nach einer Therapie die Abstinenz überwachen. Dummerweise gibt es dafür keinen wirklichen Parameter. Also wird hilfsweise CDT bestimmt, sowie Leberwerte und Blutbild. Dazu sind jetzt neben der Nachsorge über ambulante Therapie und Selbsthilfegruppe regelmäßige Gespräche mit Suchtberater und Arzt vorgesehen.

In diesem Fall ist das Kuriose dass vor und während der Therapie alle Laborwerte unauffällig waren und jetzt in der Nachuntersuchung plötzlich erhöhter CDT auffällt. Das doofe ist auch, dass der von der letzten Kontrolle bis zur aktuellen auch noch gestiegen ist.

Jetzt wollen wir halt ganz gerne eine Laborente bzw. andere Faktoren, die den Wert erklären können, ausschließen.

EtG im Urin wäre tatsächlich eine Möglichkeit. Muss mal unser Labor fragen, ob die das machen.

rafiki
11.02.2018, 12:09
Eine Vertrauensbasis zum Patienten scheint nicht zu bestehen?! Oder steht das in dem Setting nicht so im Vordergrund?

WackenDoc
11.02.2018, 13:33
Ist in dem Setting eher unwichtig.

Mondschein
12.02.2018, 00:08
EtG geht auch in den Haaren, dann hat man wohl so die letzten 3 Monate abgebildet soweit ich weiß (im Urin kürzer).

WackenDoc
12.02.2018, 20:47
Ich hab im Labor angerufen: EtG in den Haaren ist eine Option, aber wohl ungenauer als CDT. Man sagt ca. 1 Monat pro cm. Bis zu 6 Monate halbwegs zuverlässig.

Dann gibt es wohl noch genetische Lebererkrankungen die ursächlich sein können (bei meinem Patienten in sofern ausgeschlossen, dass frühere Werte unauffällig waren.). Schwere Lebererkrankungen auch- aber dafür fehlt die Klinik.
Dann gibt es noch Transferrinvarianten- dann wäre es aber früher schon aufgefallen, weil es genetisch ist und das Labor kann das auch irgendwie an den Banden sehen.

Wir bestimmen es jetzt erstmal mit einer anderen Testmethode. Die wäre zur Not auch forensisch anerkannt (wobei wir das eigentlicht nicht zwingend brauchen) und ich sprech mal mit dem Toxikologen von dem Labor wo wir es machen lassen wollen.

Naja- vielleicht ist der Patient auch nur ein guter Lügner und trinkt wieder und auch noch mehr als vorher.

Kandra
13.02.2018, 05:56
Naja- vielleicht ist der Patient auch nur ein guter Lügner und trinkt wieder und auch noch mehr als vorher.

Das war ehrlich gesagt mein erster Gedanke.

Evil
13.02.2018, 13:22
Tja, dafür wäre eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung nicht ganz unpraktisch...

WackenDoc
13.02.2018, 17:38
Naja- in dem Fall hab ich den Hut des Gutachters auf. Da ist das mit der vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung etwas schwerer.

Hab mit dem anderen Labor telefoniert und wir machen es jetzt über die Haaranalyse- ist wohl doch genauer. Und die andere CDT-Methode kannten die gar nicht.

WackenDoc
18.02.2018, 16:44
Ich sehe gerade einen Bericht über die Behandlung von Brandwunden mit Fischhaut in Brasilien (Pilapia-Fisch). Habt ihr davon mal gehört? Ist das eine reale Option oder nur etwas Hokuspokus für´s Fernsehen?

Rettungshase
18.02.2018, 18:49
Das hier hab ich kürzlich gelesen: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/46946/Fisch-heilt-Baer
Tierexperimentell werden den Peptiden dieses Fischs auf jeden Fall vielversprechende Eigenschaften attestiert: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28358307

Brutus
18.02.2018, 21:01
Ich sehe gerade einen Bericht über die Behandlung von Brandwunden mit Fischhaut in Brasilien (Pilapia-Fisch). Habt ihr davon mal gehört? Ist das eine reale Option oder nur etwas Hokuspokus für´s Fernsehen?
Da würde mich ehrlich gesagt mal interessieren, wie es mit Fischeiweißallergien aussieht?
Ich stehe da schon Protamine sehr zwiespältig gegenüber...

WackenDoc
22.02.2018, 15:21
Noch eine Rückmeldung vom Patienten mit erhöhtem CDT: Das Ethylglucuronid in den Haaren war negativ.