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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Studium, Kind und dann erst Arbeit? Kann man gute Mutter+Ärztin sein?



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McBeal
17.09.2017, 13:56
Das sehe ich auch so.

Mano, im Studium Kinder zu bekommen geht sicher gut. Das Problem ist, dass die Kinder dann bei Berufsstart ja noch nicht wirklich so groß sind, dass sie entweder keine Betreuung mehr brauchen oder man gern Ganztagsbetreuung in Kauf nimmt. Und in Teilzeit beginnen oder in Teilzeit die Intensivzeit zu absolvieren, ist wirklich nicht einfach.
Da macht es mehr Sinn, wenn biologisch gut machbar, erst eine gewisse Zeit Vollzeit zu arbeiten und dann erst schwanger zu werden.
Es ist auch einfacher, mit Teilzeit und Kindern wiederzukommen und die Kollegen um Berücksichtigung eines eventuellen Dienstplans des Partners oder von Dienstreisen etc. Bei der Erstellung des Dienstplans zu bitten, sich "kindkrank" zu melden etc., wenn Chef und Kollegen eine selbst schon ohne Kinder kennen und wissen, dass man vorher fleißig war, eingesprungen ist etc. und nlcht einfach nur faul ist und die Kinder vorschiebt.

LG
Ally

Salzi19
17.09.2017, 15:08
Ich stimme den drei vor mir zu, ein Kind nach einem Arbeitstag zu betreuen ist nicht gerade unanstrengend und es hört auch nicht auf, wenn die Kinder in der Schule sind....da wirds dann noch richtig lustig, wenn man abends total kaputt mit einem müden und genervten Kind, das eigentlich auch nur seine Ruhe haben möchte, nochmal Vokalen für die Englischschulaufgabe oder die Physikhausaufgabe durchsprechen muss. Also wenn man nicht gerade ein "Genie-Kind" hat, das das alles alleine hinbekommt, wird Arbeit+Kind immer eine Herausforderung sein. Meiner Erfahrung nach wird es ab 14 langsam besser, aber selbst da muss man immer noch dahinter sein. Dass man sich wirklich gar nicht mehr um die Kinder kümmern muss wird wohl erst ab ihrem Auszug aus dem Elternhaus soweit sein.

Laelya
17.09.2017, 15:11
Hier das erste Kind zwischen Examen und 1. Stelle. Bin dann quasi nach 8 Monaten Elternzeit in die Arbeit gestartet und bin mal der Meinung das ich Muttersein und Ärztinsein ganz gut hinbekomme.
Man muss sich nur wirklich bewusst sein, dass man Organisationstalent entwickeln muss und hoffentlich/wünschenswert einen vernünftigen Papa und noch viel wünschenswerter Oma/Opa im Hintergrund hat für den Fall der Fälle.

Geht sicher auch alles ohne, aber es ist zeitlich ein enormer Aufwand. Und das wird sich so schnell nicht ändern, auch nicht wenn die Kinder in die Schule kommen. Was meine Kolleginnen hier wuppen (1-3 kinder, darunter Babys bis Schulkinder) ist wirklich nicht ohne...

LisaMary
17.09.2017, 15:27
Ich stimme den drei vor mir zu, ein Kind nach einem Arbeitstag zu betreuen ist nicht gerade unanstrengend und es hört auch nicht auf, wenn die Kinder in der Schule sind....da wirds dann noch richtig lustig, wenn man abends total kaputt mit einem müden und genervten Kind, das eigentlich auch nur seine Ruhe haben möchte, nochmal Vokalen für die Englischschulaufgabe oder die Physikhausaufgabe durchsprechen muss. Also wenn man nicht gerade ein "Genie-Kind" hat, das das alles alleine hinbekommt, wird Arbeit+Kind immer eine Herausforderung sein. Meiner Erfahrung nach wird es ab 14 langsam besser, aber selbst da muss man immer noch dahinter sein. Dass man sich wirklich gar nicht mehr um die Kinder kümmern muss wird wohl erst ab ihrem Auszug aus dem Elternhaus soweit sein.

Dann möchte ich dir gar nicht widersprechen! Nur denke ich eben, dass das in jedem Beruf so ist. Und ich hoffe, dass jeder, der Kinder bekommt, sich darüber im Klaren ist dass es einfach auch Arbeit, Einschränkung Nein des Privatlebens und Freizeit und viele Nerven kostet.

Salzi19
17.09.2017, 15:30
Was ich noch vergessen habe....man sollte sich auch bei den Schulen, wenn man eine Ganztagesschule bzw. -betreuung mitbucht bewusst sein, dass diese seeeehr unterschiedlich von der Qualität sein können. Unsere Kinder hier sind trotz phasenweiser Nachmittagsbetreuung nicht mal ansatzweise mit ihren Hausaufgaben bzw. Lernsachen für den nächsten Tag/die nächsten Schulaufgaben zur angegebenen Zeit fertig geworden, da der Lärmpegel in den Betreuungen einfach zu hoch war um sich vernünftig zu konzentrieren und sich die Betreuungspersonen auch nicht so wirklich darum gekümmert haben. Vielleicht funktioniert das woanders besser, würde ich aber bei der "Karriereplanung" auch mal mit bedenken...

@LisaMary: Aber nicht jeder Beruf arbeitet mit Diensten bzw. Schichten ;-) Ich selbst bin in der Hinsicht sehr froh, dass ich mich als Zahnärztin damit nicht auch noch rumplagen muss. Es ist auch so schon kompliziert genug. Ein gutes soziales Netzwerk vor Ort (Großeltern, Bekannte mit gleichaltrigen Kinder) ist auch Gold wert, muss aber auch erst aufgebaut und gepflegt werden.

McBeal
17.09.2017, 15:42
Genau, nicht jeder Beruf hat Dienste und auch in unserem Beruf kann man versuchen, das Nadelöhr à la Intensivzeit schon hinter sich zu haben und mit Kindern dann weniger oder keine Dienstbelastung zu haben. Daher mein diesbezüglicher Rat.

LG
Ally

vanilleeis
17.09.2017, 16:25
Medizin ist da schon sehr speziell. Es fängt schon beim frühen Beginn morgens an (Ich könnte hier zB die Große gar nicht vor 7.45 in der Schule abgeben, gibt keine Frühbetreuung. Aber versuch mal ein KH zu finden, wo man nach 8 Uhr erst beginnt) und geht weiter beim plötzlichen Kind krank, wenn Station/Praxis unbesetzt ist, man aber dringend weg muss.

Es kommt immer sehr auf das Gesamt(familien)konstrukt an. Großstadt bietet andere Betreuungmöglihckeiten als Kleinstadt, Oma/Opa im Hintergrund können viel auffangen, wenn der Partner Teile der Betreuung übernehmen kann, ist deutlich mehr möglich, als wenn man das meiste allein wuppt

Fr.Pelz
17.09.2017, 20:30
Ja, sicher. Und wenn dein Kind im Kindergarten weint, weil es als letztes abgeholt wurde, dann erzählst du ihm einfach, dass die wenige Zeit, die du mit ihn verbringst, von besserer Qualität ist als diejenige seiner Freunde, die schon vor 2 Stunden Eis essen/auf den Spielplatz gegangen sind. Sorry für den Sarkasmus, aber so funktioniert es leider nicht.

Abgesehen davon, dass ich nach einem langen verkorksten Arbeitstag im Krankenhaus meistens völlig am Ende bin und einfach nur meine Ruhe haben will. Dummerweise will mein Kind, das sich im Kindergarten oder der Schule den ganzen Tag zusammenreißen musste, genau das Gegenteil von dem, was ich will, und legt einen 1a Trotzanfall nach dem anderen hin, weil seine Selbstregulationsmöglichkeiten sich ebenso wie meine über den Tag komplett erschöpft haben. Soviel zu quality time.

Absolut, genau so ist es. Wenn ich total fertig bin nach meinem Arbeitstag, dürfen meine Kinder auf youtube Clips gucken, ich setz mich daneben und mache "hmm" wenn sie mir erzählen, was sie gerade sehen.
Das ist das Höchstmaß an Quality Time, was wir dann entwickeln können...

Guck mal in den ElternThread, da findest du Hunderte von Seiten über die schönen und schrecklichen Seiten vom Alltag mit Kindern in der Medizin.

Laelya
17.09.2017, 20:39
, das war natürlich ein Witz. Aber wie gesagt, ich finde auch, dass die Qualität der Zeit wesentlich wichtiger ist, als wie viel Zeit man mit seinen Kindern verbringt!

Erzähle das einem 1-2 jährigem Kind das heulend vor FaceTime oder dem Telefon hockt und so gar nicht versteht warum seine Mama heute nicht nach Hause kommt...
sorry geht gar nicht und zeugt nur von Naivität

Colourful
17.09.2017, 20:52
Ja, wobei ich finde, dassTeilzeitarbeit und Kind ganz gut geht. Die Dienste sind zwar auch nervig, aber mir hilft es ungemein, dass ich nur bis 14 Uhr arbeite und dann den Nachmittag mit meiner Tochter verbringe.
Aber auch nach so einem "kurzen Tag" ist die Regulationsfähigkeit erstmal erschöpft und wir müssen uns erstmal etwas entspannen.
Aber - ich hab ein Familienfach mit einer echten Muttistelle in einer Tagesklinik.

@Laelya
Ja, das kenne ich auch noch. Aber jetzt versteht sie das und weiß, dass ich ja Morgen wieder da bin. Hart ist das trotzdem.

roxolana
17.09.2017, 20:57
sorry geht gar nicht und zeugt nur von Naivität

Naja, ich glaube, wir können es ihr nicht verübeln. Ich war auch so naiv, als ich noch kinderlos war. Man kann es sich halt nicht so richtig vorstellen.

Kennt jemand Bad Moms? Ich freue mich so auf den 2. Teil :-party

Eilika
18.09.2017, 07:04
Ich glaube schon, dass man beides gut machen kann. Gut heißt ja nicht perfekt. Und perfekte Mütter gibt es eh nicht. Ich halte mich schon für eine gute Mutter. Schlecht bin ich als Ärztin wohl auch nicht. Aber ok, Karriere mache ich so nicht. Habe aber meinen 60% Job, der Spaß macht und zu meinem Leben passt...

SusiSorgenlos
18.09.2017, 12:56
Also ich finde es gerade extrem schwierig, das Mutter-Sein und Facharztausbildung unter einen Hut zu bringen. Ich arbeite aktuell zwar auch "nur" 75 Prozent. Damit komme ich weiterbildungstechnisch nicht vorwärts und ich bin nach der Arbeit so ko, dass ich das Gefühl habe, ich kann mich nicht gut um meine Kinder kümmern. Und bei der Arbeit bleibt auch immer was liegen, weil ich als Teilzeitkraft genauso viele Patienten betreue, wie ein Vollzeitlernen. Klar, es gibt immer Nischen. Es gibt aber auch viele Ärztinnen mit Kindern, so dass diese Nischen auch schon oft besetzt sind. Vielleicht hat man es als Facharzt leichter

tragezwerg
18.09.2017, 16:33
Ärztin und Mutter sind leider zwei "Berufe" mit wenig Überschneidungen...sei es die Diskrepanz zwischen Arbeits- und Betreuungszeit oder der Anspruch vieler Arbeitgeber, dass die Arbeit an erster Stelle zu stehen hat. Diesen Anspruch hat das Kind nämlich auch, und es versteht eben nicht dass Mama arbeiten muss.
Ich würde nicht nochmal während der Weiterbildung Mutter werden wollen. Als Fachärztin wäre das alles soviel einfacher gewesen (Ich arbeite aber auch in einem Schichtdienstfach mit Intensivpflichtjahr, das jedes Betreuungskonzept sprengt).
Zum Thema Quality Time...Nach der Arbeit ist das für mich: Zeit alleine ohne hundert Mal das gleiche Bilderbuch angucken zu müssen und zwanzig Trotzanfälle dazwischen. Entspannte Zeit verbringe ich mit meiner Tochter eigentlich nur an freien Tagen.

Miss_H
18.09.2017, 17:48
Wobei man als Facharzt auch Dienste machen muss. Vielleicht nicht so stressige Vordergrunddienste, aber es sind trotzdem Dienste. Außerdem wird man älter, kann im Zweifelsfall gar keine Kinder mehr bekommen oder steckt das nicht mehr so gut weg.

tragezwerg
18.09.2017, 18:22
Wobei man als Facharzt auch Dienste machen muss. Vielleicht nicht so stressige Vordergrunddienste, aber es sind trotzdem Dienste. Außerdem wird man älter, kann im Zweifelsfall gar keine Kinder mehr bekommen oder steckt das nicht mehr so gut weg.

Aber man ist nicht von irgendwelchen Rotationen abhängig, kann sich eher niederlassen oder als Honorarkraft arbeiten, wenn man das möchte. Und in der Anästhesie sind Fachärzte mittlerweile so rar, dass sich die Arbeitgeber auf individuelle Arbeitszeitkonzepte etc. einlassen müssen.

McBeal
18.09.2017, 18:38
Auch in fortgeschrittener Weiterbildung ist in vielen Fächern so einiges möglich, z.B. Tätigkeit im ambulanten Bereich.
Ganz so heftig, wie bei den Kolleginnen beschrieben, habe ich es nie empfunden, allerdings habe ich mit Kindern auch immer nur 50% gearbeitet. Und jetzt bekomme ich auch eine Stelle mit sehr familirnfteundlichen Arbeitszeiten - darauf hätte mein Chef sich nicht eingelassen, wenn ich nicht schon "erfahren" wäre.

LG
Ally

WackenDoc
18.09.2017, 19:00
Oh- die Sache mit dem Honorararzt. DAS wird es auf absehbare Zeit gar nicht mehr geben.

SusiSorgenlos
18.09.2017, 19:20
Ally, du hattest glaube ich Glück, dass du vor den Kindern ITS abarbeiten konntest. Das klappt oft nicht. Und wenn einem noch Rotation fehlen, dann ist es schwierig, in den ambulanten Bereich zu gehen. Und die Stellen mit familienfreundlich Arbeitszeiten sind im Klinik Bereich rar und sehr begehrt. Ich werde jetzt wohl einen andern Facharzt machen, weil es so aktuell für mich nicht funktioniert.

Solara
18.09.2017, 19:31
Susi, du hattest Päd gemacht? Hätte dich da gedanklich gar nicht eingeordnet.